Meine Vorgeschichte, wie ich zur Gitarre kam
In den 1990er Jahren war ich sehr aktiv in der evangelischen Jugend vor Ort und eine Sache, die mich sehr begeistert hat war die Gitarre, die im Jugendheim (war kein Heim, wurde nur so von uns genannt) herumlag und die jede*r (!) benutzen durfte. Ich fand es faszinierend, wie die älteren Jugendleiter*innen bei allen möglichen Gelegenheiten mit den anwesenden Jugendlichen einfach so gemeinsam Lieder sangen und dabei kam natürlich oft die Gitarre zum Einsatz. Ich wollte das auch unbedingt lernen und schaute mir so viel wie möglich bei den unterschiedlichen Leuten ab. Auf einer Jugendfreizeit lernte ich eine junge Dame kennen die mir einige Lieder beibrachte, die am "Lagerfeuer immer funktionieren" und die ich später auch tatsächlich bei manchen Gelegenheiten an Lagerfeuern gespielt habe
Später
Die beste Ehefrau der Welt versuchte immer wieder, mich zu ermuntern, wieder mit dem Gitarrespielen anzufangen, weil sie sich sicher war, dass ich neben der Arbeit und der Familie auch eine andere Beschäftigung bräuchte - interessanterweise hat sie die "Arbeit" am Liedermacher-Forum nie als diese "andere Beschäftigung" gesehen und akzeptiert
Heute
Im September 2019 habe ich mich entschlossen, beruflich eine komplett neue Richtung zu gehen und habe bei meinem Arbeitgeber gekündigt. Ab Januar 2020 wurde ich freigestellt und wollte diese Zeit nutzen, um meine berufliche Zukunft zu [note=regeln]Nein, ich hatte mir vorher keinen neuen Arbeitsplatz gesichert und nein, ich finde nicht, dass das keine gute Idee war, und ja, ich wusste, welches Risiko ich damit eingehe und ja, ich habe das mit meiner Familie geklärt und nein, ich möchte mich dazu nicht weiter austauschen
Echt verrückt: ich habe beim Aufräumen im Keller dann das Liederheft 303 aus einer Kiste mit der Beschriftung "Jugendarbeit migoe" hervorgekramt und bekam Lust, mich wieder damit zu beschäftigen. Zeit hatte ich auch und ich war auch bereit, die Schmerzen zu ertragen, wenn in den ersten 10-14 Tagen die Hornhaut an den Fingerkuppen noch fehlt
Und ab hier beginnt mein eigentliches Thema
Im Internet finden sich allerlei Akkorde und Noten für alle möglichen Lieder und wer schon gut Gitarre spielt, wird hier sicher fündig und kann gleich loslegen. Wer aber wie ich kein ausreichendes Vorwissen mitbringt, dafür aber Zeit und vor allem Selbstdisziplin mitbringt, findet auf YouTube sehr gute Tutorials, um Grundlagen für das Gitarrespielen zu erlernen.
Sehr gut gefallen mir die Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die es für einzelne Lieder wie z.B.
Halleluja von Leonard Cohen
Über den Wolken von Reinhard Mey
YouTube Kanal von Christian Konrad YouTube Kanal von Johannes Knechtges YouTube Kanal von Georg Norberg Was ich gemerkt habe ist, dass ich nicht bei jedem Tutorial sofort "warm" werde mit der Art, wie der/die jeweilige Tutor*in vorgeht. Teilweise hat das mit den Kameraeinstellungen zu tun, oder mit der Ausdrucksweise, der Geschwindigkeit beim Sprechen oder einfach dem "Typ", der einem einfach sympathisch sein sollte. Diese drei "Lehrer" habe ich in den letzten Wochen für mich entdeckt und lerne gerne mit ihnen. Wenn ich bei einem Lied nicht klar komme, habe ich mir angewöhnt, mich von YouTube auch auf andere Kanäle fühen zu lassen, hier funktioniert der Algorithmus recht gut und teilweise bin ich dann auch auf englischsprachige Tutorials gestoßen, bei denen mir dann z.B. die Schlagtechnik oder das Zupfmuster besser gefallen hat.
Ich bin auf jeden Fall froh, dass es heutzutage diese Möglichkeit des E-Learnings gibt und diese Profis ihr Wissen mit uns teilen.
Einige bieten unter ihren Videos teilweise die Akkorde und andere hilfreiche Informationen als Download an oder es können weiterführende und vertiefende Kurse auf ihren eigenen Webseite gebucht werden. Insgesamt bin ich persönlich vor allem vom Kanal von Georg Norberg begeistert.
Was meint Ihr dazu? Habt Ihr selber auch schon mal auf YouTube solche Tutorials benutzt, um Euch Wissen anzueignen oder aufzufrischen? Gibt es vielleicht noch andere oder sogar "bessere" Kanäle, die Ihr uns empfehlen wollt?
Welches Instrument spielt Ihr und wie seid Ihr darauf gekommen?
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