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von Carsten K
#11
Nochmal zurück zu dem Berliner Anschlag und früheren Attentaten in jüngerer Zeit:
Der Täter in Berlin war Islamist, die Täter in Paris, Brüssel und Nizza auch (New York, Madrid, London in früheren Jahren...) @Helmut, glaubst Du wirklich, dies wäre durch Schließung irgendwelcher Moscheen verhindert worden? Der Mord an Jitzchak Rabin 1995, glaubst Du wirklich, dieser wäre durch die Schließung irgendwelcher Synagogen in Israel verhindert worden? Ich weiß, ehrlich gesagt, auch nicht, wie rechtsradikale Morde wie in München oder eben in Norwegen (Breivik) hätten verhindert werden können. Bei den NSU-Morden hätten die entsprechenden Behörden vielleicht etwas eher darauf kommen können, dass es sich nicht um "Döner-Morde" handelt, sondern um rechtsradikal motivierte Straftaten handelt. Der damalige hessische Innenminister (heute als Ministerpräsident mit den Grünen in Koaltion) soll ja nach dem NSU-Mord in Kassel (bei dem sich ein Verfassungsschutz-V-Mann im Nebenraum aufgehalten hat) erlassen haben, nicht in die rechtsradikale Richtung zu ermitteln... Wie gesagt, SOLL, anderes zu behaupten, wäre, glaub ich, nach wie vor strafbar...
Jedenfalls, Helmut, ich respektiere Deine atheistische Haltung, auch Deine generelle Religionskritik, aber stell Dir vor, jemand beginge im Namen Deines atheistischen Glaubens solche entsetzlichen Straftaten. Wärst Du einverstanden, wenn man Dich dafür in Haftung nehmen würde?
Religion ist für diese Straftäter doch nur ein Vorwand, um ihre Straftaten zu "rechtfertigen". Weder Judentum, noch Christentum, noch Islam schreiben ihren Gläubigen heutzutage (es ist sind alles drei sehr alte Religionen, aus deren Schriften narürlich auch was anderes lesen kann, zugegeben) vor, Terroristen zu werden. Und mal, um auf den Islam zu sprechen zu kommen, es gibt auch jede Menge gläubige Muslime in Deutschland, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, z. T. vielleicht selber in früheren Jahren Flüchtlinge waren, deren Eltern und Großeltern vielleicht vor Generationen nach Deutschland eingewandert sind, oder Juden, Christen und Atheisten, die ihre humanitäre Haltung durch ihre jeweilige Religion (oder bei Atheisten Nicht-Religion) begründen.
Was mich nach dem Massenmord 2011 durch den rechtsradikalen Breivik aber besonders beeindruckt hat, war damals der Umgang der norwegischen Regierung und der norwegischen Gesellschaft damit. Und der Umgang der jetzigen deutschen Bundesregierung und der Berliner Bevölkerung (soweit ich das als Berliner tagtäglich wahrnehme) mit dem Attentat vom Montag ist auch okay, aber ich sehe eben auch, was bis jetzt schon von Seehofer und der CSU dazu gekommen ist (ganz zu schweigen von noch weiter rechts). Hier bei mir im Bezirkt Marzahn-Hellersdorf habe ich konkret noch nicht mitbekommen, dass irgendwer Flüchtlinge oder Muslime für die Morde am Breitscheidplatz verantwortlich gemacht hätte, aber bei den Wahlen im September war die AfD hier teilweise stärkste Partei... Also kein Gründe, sich jetzt keine Sorgen zu machen, oder?
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"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
Harry Rowohlt (1945-2015)