Plattenradar
Verfasst: Mi 30. Aug 2023, 13:05
Nadine Fingerhut habe ich irgendwo in meiner inneren Schublade abgelegt als durchaus talentierte Musikerin, die zwar gute Sachen macht, aber sich manchmal recht weit rüberbeugt in Richtung Schlager. Nun ist sie bei Konstantin Weckers "Sturm & Klang"-Label unter Vertrag und veröffentlicht am 8. September '23 ihr Album "Hafen & Meer". Vielleicht justiert sie mein Urteil neu ...
Dave de Bourg hat nach erfolgreicher Crowdfunding-Aktion sein neues Album fertiggehäkelt. "Guten Morgen, Zuversicht" heißt's, am 1. September erreicht es die Öffentlichkeit. Das Liederlicht ist auch schon damit gefüttert worden ...
Milou & Flint bezeichnen ihre Musik als "herzerwärmender Poesie-Pop". Na ja. "In ihrer Musik vereinen sie das Beste aus Singer-Songwriter, Pop, Chanson und Folk" heißt es weiter. Über "das Beste" kann man sich streiten, aber die Einzelteile sind hinsichtlich der Kategorien gut gewählt. Nach "Orange bis blau" und "Blau über grün" ist nun das dritte Album im Anflug, "Zwischen Gold, Grün & Pink". Wer hinter der Namensgebung ein Konzept vermutet, könnte richtig liegen. 8. September.
Sarah Bernhardt war 'ne legendäre Schauspielerin, SarahBernhardt ist dagegen ein Trio (Sarah Metzler an Gesang und Harfe, Bernhard Scheiblauer an Stimme, Ukulele, Banjo(lele), die ebenfalls solo aktive Sängerin Sigrid Horn an den Stimmbändern), das seine Mostviertler Kindheit aufarbeitet. "Urlaub in Sepia" heißt ihr zweites Album und auch das erscheint am 8. September. In die Liederbestenliste September '23 haben sie's schon mal mit einem Titel geschafft.
Der Club der toten Dichter von Reinhardt Repke hat sich ein bißchen verkleinert - auf eine einzige Person, nämlich Repke selbst. Auf jedem Album nahm sich Repke bislang einen anderen Dichter (in der Reihenfolge ihres Auftretens: Heinrich Heine, Wilhelm Busch, Rainer Maria Rilke, Friedrich Schiller, Charles Bukowski, Theodor Fontane) vor und vertonte seine Gedichte neu, dabei griff er mit einer Ausnahme immer auf einen anderen Sänger zurück (Dirk Zöllner, Norbert Leisegang, Katharina Franck, Dirk Darmstaedter, Peter Lohmeyer und nochmal Frau Franck). Jetzt trifft es Dichterin Eve Strittmatter, und da Repke aktuell einziges Clubmitglied ist, fällt die Wahl des Sängers wohl oder übel auf ihn selbst. "Anfang der Liebe" - 8. September.
Wenn wir schon bei Gedichtvertonungen sind - Johannes Kirchberg schreibt auch oft genug seine Lieder selbst oder mit kollegialer Unterstützung, hat aber gleichzeitig ebenfalls Material anderer Dichter im Repertoire. Es gab bei ihm Programme nach Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Wolfgang Borchert und Johannes R. Becher, nun erkundet er den Dichter Hans Leip. "Wie einst Lili Marleen" heißt das Album, "September '23" die Ankündigung. Toi toi toi.
Ernst Molden hat zwar gerade erst sein Album "Möadanumman" veröffentlicht, aber das ist ja kein Grund, das Musizieren einzustellen. Gemeinsam mit dem Frauenorchester und Christopher Seiler (Seiler & Speer, "Ham kummst") entstand "De zwidan Zwa", erleben kann man das ab dem 15. September. Könnte passen.
Der Hans-Eckardt Wenzel war auch wieder fleißig und unterwegs und er hatte seinen Cassettenrekorder dabei, als er auf die Bühne ging. "Noch verschont von großen Kriegen - Solo Live Vol. 2" kommt am 22. September. Dem Brutalpink des ersten Solo-Live-Albums setzt er nun ein Ätzgrün entgegen. Aber auf den Inhalt kann man sicher gespannt sein.
Der Herr Hecht, Eric Fish, verkündet "Untiefen". Hat er wieder mit seinen Freunden, neudeutsch "Friends", eingespielt. Das Album erscheint am 1. September, und wer Geld hat, kann sich auch eine limitierte Deluxe-Edition auf der Seite von Eric Fish bestellen. Da ist dann ein Buch mit Liedtexten und Grafiken bei, ein Schlauchschal und mehr Überraschungen als in die Produktbeschreibung passen.
Lukas Meister hat sein neues Album "Schneeflocken im Sommer" auf bewährtem Weg via Crowdfunding finanziert, mittlerweile ist es fertig, erscheint am 29. September, es ist schon eine Single ("Flügel") ausgekoppelt worden ... läuft.
Wolf Biermann scheint einen neuen Vertrieb gefunden zu haben. Nachdem viele seiner Alben in jüngerer Zeit wieder aus den virtuellen Plattenregalen verschwunden sind und höchstens noch als Download verfügbar waren (https://wolfbiermann.bandcamp.com), nimmt sich das Hamburger Label Clouds Hill seines Werks an und packt es wieder auf Silberlinge. Ob dabei der Inhalt verändert wird, ist noch nicht bekannt. Aber ein bißchen im Archiv gewühlt hat Wolf Biermann augenscheinlich schon, denn es soll eine Maxi erscheinen mit den Liedern "Enfant perdu" und "Der Hugenottenfriedhof" - beide ursprünglich erschienen auf dem '73er Album "Warte nicht auf beßre Zeiten" - in (zumindest mir unbekannten) Einspielungen mit dem Klaus Lenz Sextett. Irgendwann Oktober.
Ansonsten ..
Pe Werner ist ja auch irgendwie so eine Grenzgängerin, die sich in Schubladen nicht wohl fühlt und stattdessen von Projekt zu Projekt springt. Aktuell steht der 100. Geburtstag von Bert Kaempfert an, da hat sie sich wohl gedacht, daß seine Sachen auch mal singbar gemacht werden sollten - also brauchte es Texte. Kann sie. Und eine Stimme. Kann sie auch. "Hereinspaziert!" heißt das Ergebnis. Kommt am 15. September.
Udo Jürgens hat 1971 ein Album mit Texten von James Krüss veröffentlicht, insofern fällt es - nachvollziehbar - in die Kategorie "Kinderlieder". "Jonny & Jenny. Alle Kinder dieser Welt" erschien als Einfach- und als Doppel-LP und bildete den Grundstock für eine Reihe von Samplern mit Liedern für oder über Kinder, die in den Folgejahren erscheinen sollten. Am populärsten war sicher der Sampler "Die Blumen blühn überall gleich", der in Zusammenarbeit mit BILD für das Jahr des Kindes 1978 entstand. Bekommt man praktisch auf jedem Flohmarkt mit wenigstens einer Plattenkiste hinterher geschmissen, dennoch blieb ein Großteil der Lieder bislang digital unveröffentlicht. Die Lieder sind sicher teilweise albern/verspielt, aber andere greifen auch nach wie vor aktuelle, globale Themen auf. "Die Blumen blühn überall gleich" wird als Titel für einen neuen Sampler wiederverwendet, dieser erscheint am 15. September. Warum man sich sechs der Original-Titel gespart hat - keine Ahnung, zumal einige davon ohnehin bereits digital veröffentlicht sind. Warum man trotzdem noch vier Bonus-Titel drangeklatscht hat - wer weiß? Und ob man überall die Original-Einspielungen verwenden wird - man darf gespannt sein.
Ach ja, und Glückwunsch an Jan Degenhardt für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik 3/2023 für sein Album "Inshallah".
Wenn mir noch was über den Weg läuft, melde ich mich nochmal ... und für den Fall, daß noch andere was mitzuteilen haben ... jetzt ist der Thread schon mal offen ...
Gruß
Skywise
Dave de Bourg hat nach erfolgreicher Crowdfunding-Aktion sein neues Album fertiggehäkelt. "Guten Morgen, Zuversicht" heißt's, am 1. September erreicht es die Öffentlichkeit. Das Liederlicht ist auch schon damit gefüttert worden ...
Milou & Flint bezeichnen ihre Musik als "herzerwärmender Poesie-Pop". Na ja. "In ihrer Musik vereinen sie das Beste aus Singer-Songwriter, Pop, Chanson und Folk" heißt es weiter. Über "das Beste" kann man sich streiten, aber die Einzelteile sind hinsichtlich der Kategorien gut gewählt. Nach "Orange bis blau" und "Blau über grün" ist nun das dritte Album im Anflug, "Zwischen Gold, Grün & Pink". Wer hinter der Namensgebung ein Konzept vermutet, könnte richtig liegen. 8. September.
Sarah Bernhardt war 'ne legendäre Schauspielerin, SarahBernhardt ist dagegen ein Trio (Sarah Metzler an Gesang und Harfe, Bernhard Scheiblauer an Stimme, Ukulele, Banjo(lele), die ebenfalls solo aktive Sängerin Sigrid Horn an den Stimmbändern), das seine Mostviertler Kindheit aufarbeitet. "Urlaub in Sepia" heißt ihr zweites Album und auch das erscheint am 8. September. In die Liederbestenliste September '23 haben sie's schon mal mit einem Titel geschafft.
Der Club der toten Dichter von Reinhardt Repke hat sich ein bißchen verkleinert - auf eine einzige Person, nämlich Repke selbst. Auf jedem Album nahm sich Repke bislang einen anderen Dichter (in der Reihenfolge ihres Auftretens: Heinrich Heine, Wilhelm Busch, Rainer Maria Rilke, Friedrich Schiller, Charles Bukowski, Theodor Fontane) vor und vertonte seine Gedichte neu, dabei griff er mit einer Ausnahme immer auf einen anderen Sänger zurück (Dirk Zöllner, Norbert Leisegang, Katharina Franck, Dirk Darmstaedter, Peter Lohmeyer und nochmal Frau Franck). Jetzt trifft es Dichterin Eve Strittmatter, und da Repke aktuell einziges Clubmitglied ist, fällt die Wahl des Sängers wohl oder übel auf ihn selbst. "Anfang der Liebe" - 8. September.
Wenn wir schon bei Gedichtvertonungen sind - Johannes Kirchberg schreibt auch oft genug seine Lieder selbst oder mit kollegialer Unterstützung, hat aber gleichzeitig ebenfalls Material anderer Dichter im Repertoire. Es gab bei ihm Programme nach Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Wolfgang Borchert und Johannes R. Becher, nun erkundet er den Dichter Hans Leip. "Wie einst Lili Marleen" heißt das Album, "September '23" die Ankündigung. Toi toi toi.
Ernst Molden hat zwar gerade erst sein Album "Möadanumman" veröffentlicht, aber das ist ja kein Grund, das Musizieren einzustellen. Gemeinsam mit dem Frauenorchester und Christopher Seiler (Seiler & Speer, "Ham kummst") entstand "De zwidan Zwa", erleben kann man das ab dem 15. September. Könnte passen.
Der Hans-Eckardt Wenzel war auch wieder fleißig und unterwegs und er hatte seinen Cassettenrekorder dabei, als er auf die Bühne ging. "Noch verschont von großen Kriegen - Solo Live Vol. 2" kommt am 22. September. Dem Brutalpink des ersten Solo-Live-Albums setzt er nun ein Ätzgrün entgegen. Aber auf den Inhalt kann man sicher gespannt sein.
Der Herr Hecht, Eric Fish, verkündet "Untiefen". Hat er wieder mit seinen Freunden, neudeutsch "Friends", eingespielt. Das Album erscheint am 1. September, und wer Geld hat, kann sich auch eine limitierte Deluxe-Edition auf der Seite von Eric Fish bestellen. Da ist dann ein Buch mit Liedtexten und Grafiken bei, ein Schlauchschal und mehr Überraschungen als in die Produktbeschreibung passen.
Lukas Meister hat sein neues Album "Schneeflocken im Sommer" auf bewährtem Weg via Crowdfunding finanziert, mittlerweile ist es fertig, erscheint am 29. September, es ist schon eine Single ("Flügel") ausgekoppelt worden ... läuft.
Wolf Biermann scheint einen neuen Vertrieb gefunden zu haben. Nachdem viele seiner Alben in jüngerer Zeit wieder aus den virtuellen Plattenregalen verschwunden sind und höchstens noch als Download verfügbar waren (https://wolfbiermann.bandcamp.com), nimmt sich das Hamburger Label Clouds Hill seines Werks an und packt es wieder auf Silberlinge. Ob dabei der Inhalt verändert wird, ist noch nicht bekannt. Aber ein bißchen im Archiv gewühlt hat Wolf Biermann augenscheinlich schon, denn es soll eine Maxi erscheinen mit den Liedern "Enfant perdu" und "Der Hugenottenfriedhof" - beide ursprünglich erschienen auf dem '73er Album "Warte nicht auf beßre Zeiten" - in (zumindest mir unbekannten) Einspielungen mit dem Klaus Lenz Sextett. Irgendwann Oktober.
Ansonsten ..
Pe Werner ist ja auch irgendwie so eine Grenzgängerin, die sich in Schubladen nicht wohl fühlt und stattdessen von Projekt zu Projekt springt. Aktuell steht der 100. Geburtstag von Bert Kaempfert an, da hat sie sich wohl gedacht, daß seine Sachen auch mal singbar gemacht werden sollten - also brauchte es Texte. Kann sie. Und eine Stimme. Kann sie auch. "Hereinspaziert!" heißt das Ergebnis. Kommt am 15. September.
Udo Jürgens hat 1971 ein Album mit Texten von James Krüss veröffentlicht, insofern fällt es - nachvollziehbar - in die Kategorie "Kinderlieder". "Jonny & Jenny. Alle Kinder dieser Welt" erschien als Einfach- und als Doppel-LP und bildete den Grundstock für eine Reihe von Samplern mit Liedern für oder über Kinder, die in den Folgejahren erscheinen sollten. Am populärsten war sicher der Sampler "Die Blumen blühn überall gleich", der in Zusammenarbeit mit BILD für das Jahr des Kindes 1978 entstand. Bekommt man praktisch auf jedem Flohmarkt mit wenigstens einer Plattenkiste hinterher geschmissen, dennoch blieb ein Großteil der Lieder bislang digital unveröffentlicht. Die Lieder sind sicher teilweise albern/verspielt, aber andere greifen auch nach wie vor aktuelle, globale Themen auf. "Die Blumen blühn überall gleich" wird als Titel für einen neuen Sampler wiederverwendet, dieser erscheint am 15. September. Warum man sich sechs der Original-Titel gespart hat - keine Ahnung, zumal einige davon ohnehin bereits digital veröffentlicht sind. Warum man trotzdem noch vier Bonus-Titel drangeklatscht hat - wer weiß? Und ob man überall die Original-Einspielungen verwenden wird - man darf gespannt sein.
Ach ja, und Glückwunsch an Jan Degenhardt für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik 3/2023 für sein Album "Inshallah".
Wenn mir noch was über den Weg läuft, melde ich mich nochmal ... und für den Fall, daß noch andere was mitzuteilen haben ... jetzt ist der Thread schon mal offen ...
Gruß
Skywise