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Hauptsache rebellisch, auch wenn's Blödsinn ist

Verfasst: Sa 29. Jul 2017, 21:49
von Benutzer 141 gelöscht
Es gibt Momente, da muss ich mich bemühen, die Etikette zu wahren. Ihr wisst ja, dass ich recht freche Bemerkungen machen kann. Und oft wird's auch mal sehr sarkastisch bei mir. Als ich Folgendes heute las, ist mir nun mal wieder fast die Hutschnur hoch gegangen und ich spüre heute wieder ganz deutlich, warum ich Hans Söllner schon immer für einen ziemlich bemitleidenswerten "Berufsrebellen" gehalten habe, der sich krampfhaft in seiner Pubertät festkrallt und an seinen Autoritätskomplex wohl ewig festkleben wird.
Söllner hat sich als Impfgegner geoutet und hält Impfbefürworter für "obrigkeitshörige Mitläufer"
tz-München - Hans Söllner bekennt sich als Impfgegner
Ist der THC-Gehalt im Shit weiter angestiegen, dass er so einen Senf von sich gibt?
Da fällt mir noch so nebenbei ein, dass meine jüngste Schwester als Baby fast am Keuchhusten gestorben wäre und wochenlang auf der Intensivstation lag, was zur Folge hatte, dass unsere Töchter als erste Impfung gleich die Keuchhustenimpfung bekamen. Ich habe nie die verweinten Augen meiner Mutter vergessen.
Ich weiß, dass es hier einige Söllner-Fans gibt, denke aber, dass Ihr diese Kritik aushalten könnt (und müsst). Und potentielle Impfgegner in unseren Reihen dürfen auch gerne loswettern. Hab einen breiten Buckel.
Gruß vom Barden


Hauptsache rebellisch, auch wenn's Blödsinn ist

Verfasst: So 30. Jul 2017, 09:44
von Michael
Eieiei, Michael, du hast absolut recht.
Dein primitiver, obrigkeitshöriger, mitlaufender Namensvetter

Hauptsache rebellisch, auch wenn's Blödsinn ist

Verfasst: So 30. Jul 2017, 11:31
von fille
Hallo Barde,
ich muss dir zustimmen. Aber ehrlich gesagt, wen interessiert schon, was Söllner vom Impfen hält!
Ich finde, es ist wie überall, man muss selber denken und abwegen.
Ich habe meinen Sohn gegen Keuchhusten impfen lassen, weil meine Eltern mir erzählt haben, wie schlimm es war, als meine ältere Schwester Keuchhusten hatte. Dass sie blau angelaufen ist und nur noch nach Luft gerungen hat.
Nachdem unser Sohn nach der Impfung hohes Fieber bekommen hat, haben mich manche schon kritisiert. Aber nachdem ein paar Monate später der Keuchhusten im Kindergarten rum ging, war ich wieder froh. Diese Krankheit muss schrecklich sein und dauert sehr lange. Nur weil viele ihre Kinder impfen lassen, wurde sie dezimiert. Und nur weil viele Krankheiten durch Impfungen dezimiert oder ausgerottet wurden, ist unsere durchschnittliche Lebenserwartung überhaupt gestiegen.
Desweiteren bin ich für die üblichen Impfungen wie z. B. Masern, Röteln und so weiter. Umgekehrt habe ich mich noch nie gegen Grippe impfen lassen. Viele, die das machen, sind erst recht krank. Auch die Impfungen damals, gegen die Schweinegrippe, habe ich als unnötig und Geldmacherei angesehen.
Jeder muss selber denken und was Söllner sagt, ist nicht wichtig. Wird auch die meisten nicht interessieren. Die Presse braucht halt was zum Schreiben.
Liebe Grüße, Marianne



Hauptsache rebellisch, auch wenn's Blödsinn ist

Verfasst: So 30. Jul 2017, 12:53
von Benutzer 141 gelöscht
Liebe Marianne,
Aber ehrlich gesagt, wen interessiert schon, was Söllner vom Impfen hält!

Für mich stellt es ein Problem dar, da jeder, der einen gewissen Einfluss auf seine Kreise hat, auch eine Verantwortung für das trägt, was er da von sich gibt. Wenn sich Söllner das Hirn wegkifft, dann ist es seine Sache. Und jeder, der ihm dabei folgt, ist schon alt genug, dies für sich entscheiden zu können. Aber dieses "moderne" Verhalten der wachsenden Impfgegnerschaft bringt mich auf die Palme, weil es Kinder gefährdet, die dem unvernünftigen Verhalten ihrer Eltern hilflos ausgeliefert sind.
Und Söllners Argumentationskette ist so was von hohl und primitiv:
Es wird vom Staat empfohlen (oder womöglich in Zukunft angeordnet) - Der Staat ist eh Scheiße und muss bekämpft werden - Ergo ist auch das vom Staat und seinen Behörden empfohlene (oder erzwungene) Impfen Scheiße - Also lehne ich jede Impfung ab.
Hab schon Genickschmerzen vom vielen Kopfschütteln. Söllner ist für mich ein Musterbeispiel des berühmten Pawlow'schen Hundes.
Umgekehrt habe ich mich noch nie gegen Grippe impfen lassen. Viele, die das machen, sind erst recht krank. Auch die Impfungen damals, gegen die Schweinegrippe, habe ich als unnötig und Geldmacherei angesehen.

Über Details und den Sinn einzelner Impfungen kann man durchaus diskutieren, da gebe ich Dir recht. Die Frage ist natürlich ob man grundsätzlich den Sinn in Impfungen erkennen kann oder nur Schwarzweißdenken beherrscht.
Apropos: Gegen Grippe lasse ich mich jedes Jahr impfen, weil ich immunsuppressive Medikamente nehmen muss und eine Grippe mich noch heftiger treffen würde, als es bei anderen der Fall ist.
Für mich ist diese ganze Thematik auch noch so emotional besetzt, weil sie im Kontext der gesellschaftlichen Entwicklung steht, die uns Sorge bereiten muss. Immer mehr Leute leben in einer Filterblase und glauben an Chemtrails, die Bilderberger-Verschwörung, die Nichtexistenz des deutschen Staates (Stichwort: Reichsbürger) usw. usw ... und in diesem Umfeld ist die Ablehnung des Impfens obligatorisch. Dazu kommen die Öko-Eltern, die eh schon immer gegen das Impfen waren, weil Kinderkrankheiten ja so "natürlich" sind.
Interessant ist auch, dass es auch zustimmende Kommentare auf Söllners Facebook-Seite gibt, von Leuten, die dann gegen die Flüchtlinge loswettern, die ach so viele Krankheiten mit sich bringen. Und Söllner hat ja ach so recht, weil "Mutti Merkel" ja das eigentliche Problem darstellt ... Vergesst es: die Logik dieser Argumentation habe ich auch nicht verstanden.
Wer sich den Tag verderben will, oder Futter für seinen Sarkasmus braucht, dem empfehle ich mal die Facebookseite "Dinge, die Impfgegner sagen".
https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/ 
Genug für heute. Die Sonne scheint mal wieder und ich muss raus, dies ausnutzen.
Liebe Grüße
Barde



Hauptsache rebellisch, auch wenn's Blödsinn ist

Verfasst: So 30. Jul 2017, 15:55
von fille
Fehlerteufel
Ich finde, es ist wie überall, man muss selber denken und abwegen.

Es muss natürlich heißen abwÄgen. Wenn für dich Grippe-Impfung Vorteile bringt, ist es klar, dass du dich impfen lassen sollst. Ich dagegen, habe mich noch nie dagegen impfen lassen und weiß nicht, wann ich das letzte Mal eine Grippe hatte. Vielleicht hatte ich auch nur Glück.
Aber ich bin grundsätzlich für das Impfen gegen Kinderkrankheiten usw. Aber das hatte ich ja schon geschrieben.
Ja, es ist traurig. Und wenn es so bleibt, wird es diese Kindergeneration vielleicht nicht so merken und die Eltern werden sich bestätigt fühlen. Manche Krankheiten gelten auch als ausgerottet. Aber über die Jahre und Jahrzehnte werden sich die Krankheiten vielleicht wieder ausbreiten und die Menschheit fängt von vorne an.
Ich kann mich noch gut an gewisse Slogans erinnern "Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam" zum Beispiel.
Liebe Grüße, Marianne
... der es draußen gerade zu heiß geworden ist.
PS: Gestern beim Bardentreffen gelesen:
Kurzer Witz: ...geht ein Barde an der Bar vorbei...

Hauptsache rebellisch, auch wenn's Blödsinn ist

Verfasst: So 30. Jul 2017, 18:17
von Carsten K
Ach ja, der Söllner-Hans...
Hatte ihn schon fast vergessen, und ich war - zugegeben - nie sein Fan, eher im Gegenteil... Anfang der 2000er war ich mal bei einem Open-Air-Konzert von ihm auf der Marburger Schloßparkbühne, schöne Location übrigens, wenn's nicht regnet... Leider fing es aber schon während der 1. Hälfte des Konzerts ziemlich heftig an zu regnen, und ich bin dann in der Pause gegangen, nicht nur um mir eine Grippe(impfung) zu ersparen, sondern auch, weil ich ziemlich angenervt von seinem Programm war...
Man kann ja unterschiedlicher Meinung zum Thema Cannabis sein, ich persönlich bin dafür, es zu legalisieren, obwohl ich selbst nicht kiffe, und es gibt durchaus unterhaltsame Liedermacher-Werke (z. B. von Joint Venture), die sich für die Legalisierung von Cannabis stark machen und die sehr mag: z. B . Joint Venture - Hank starb an ner Überdosis Hasch - live 1999...
Aber der Söllner-Hans hatte bis zu Pause (mehr als 1 Stunde) kein anderes Thema drauf gehabt, als zu bekunden, dass er für Freigabe von Hasch sei, und als Opfer der staatlichen Kriminalisierung des/seines Cannabis-Konsums versuchte er witzig zu sein, indem er seinen Lieblingsfeind Manfred Beckstein (damals CSU-Hardliner und bayerischer Innenminister) permanent "Arsch mit Ohren" nannte...
Ich war und bin kein Beckstein-Fan (ebensowenig wie die anderen anwesenden Zuschauer übrigens), aber das war mir dann doch alles zu platt.. Und so bin ich halt in der Pause gegangen und hab mich danach auch nicht weiter mit dem Söllner-Hans beschäftigt...
Ach ja, der Söllner-Hans...
Ich hatte ihn fast vegessen, und nun äußert er sich in einem Boulevard-Blatt zum Thema "Impfen". Und ich werde hier im Liedermacher-Forum darauf aufmerksam, weil soich jemand darüber aufregt, weil er anderer Meinung ist...
Das Impfenlassen (sich selbst oder die Kinder) ist in diesem Staat keineswegs Pflicht. Ob man sich (oder seine Kinder) impfen lässt oder nicht, ist nach den Gesetzen dieses Staates jedem selbst überlassen, insofern sollte sich der Söllner-Hans (berühmter? Liedermacher hin oder her) mal nicht so weit aus dem Fenster lehnen, finde ich...
Ob Impfen sinnvoll ist, und wenn ja, wann? wie? wogegen? wofür?... Dazu gibt es jede Menge unterschiedlicher Ansichten, und die Mainstream-Meinung dazu war in meinem über 50jährigen Leben auch nicht immer gleich...
Als ich Kind war, wurde ich gegen Kinderlähmnung und Pocken geimpft, die meisten Kinderkrankheiten (Masern, Röteln, Windpocken, Mumps) hatte ich und war danach dagegen immun. Keuchhusten hatte ich nicht und war wohl auch nicht dagegen geimpft worden.
Als mein Sohn vor ca. 20 Jahren Kind war, war die Mainstream-Meinung einerseits, man müsse möglichst viel und gegen alles impfen, und die alternative Meinung meiner damaligen Frau (Ärztin) war, dass zu viele Impfungen eher schaden. Mein Sohn wurde ziemlich umfassend geimpft (ich hab mich durchgesetzt), aber die Skepsis meiner Ex-Frau war durchaus nicht unbegründet...
Heute höre ich oft die Forderung, eine Impfpflicht einzuführen, gerade dann, wenn wieder bekannt geworden ist, dass ein Kind z. B. an Masern gestorben ist, was dann heute in den Boulevardmedien natürlich jeweils auch eine ganz andere Aufmerksamkeit findet als früher...

Hauptsache rebellisch, auch wenn's Blödsinn ist

Verfasst: So 30. Jul 2017, 22:58
von Benutzer 63 gelöscht
Man muß Hans Söllner wirklich sehr danken, da es nur wenige Promis gibt, die keine Mitläufer sind und über großen Mut verfügen. In Deutschland scheint (!) eine Impfpflicht noch fern zu sein, aber z.B. in Italien, Frankreich, Polen und Rumänien geht´s tüchtig rund, und man erfährt wohl in den Massenmedien zuwenig über die großen Protestbewegungen in diesen Ländern.

Hauptsache rebellisch, auch wenn's Blödsinn ist

Verfasst: So 30. Jul 2017, 23:50
von Benutzer 141 gelöscht
In Deutschland scheint (!) eine Impfpflicht noch fern zu sein

Ich hoffe sehr, dass diese so bald wie nur irgendmöglich eingeführt wird. Aber die deutsche Gesetzgebung ist ja leider schon immer sehr träge gewesen.
Man muß Hans Söllner wirklich sehr danken, da es nur wenige Promis gibt, die keine Mitläufer sind und über großen Mut verfügen

Vielleicht bringt er ja noch den "Mut" auf, über die Chemtrails und die flache Erde zu singen. Idiotische Themen um sich zu profilieren, gibt es mehr als genug. Je schräger, desto mehr Aufmerksamkeit, scheint heutzutage die Devise zu sein.
Carschti, ich bin gleichfalls kein Freund von Beckstein, CSU und Konsorten und die Verteufelung von Cannabis durch die Konservativen gleicht oft einer Hysterie, da sind wir einer Meinung. Da werden dann die Sonntagsreden gegen die "bösen Drogen" in den Festzelten geschwungen, während sich die CSU-Wähler nebenher am Biertisch mit Weißbier volldröhnen. Aber Söllner leistet der Legalisierungskampagne einen Bärendienst, weil er für mich ein Musterbeispiel eines Menschen ist, der den Drogenkonsum zur quasi sakralen Handlung erklärt. Das ist genauso lächerlich, wie wenn ein Alkoholiker mit Sendungsbewusstsein über seinen tollen Rausch spricht und demonstrativ die Bierflasche herumzeigt. Wenn er privat kiffen will, ist dies doch ok, aber er macht einen öffentlichen Kult draus und findet sich dabei sogar noch toll. Im Grunde genommen wird ihm wohl der Boden unter den Füßen weggezogen, wenn's mal legal wird, dann braucht er ein anderes Thema, um sich unterdrückt zu fühlen.

Hauptsache rebellisch, auch wenn's Blödsinn ist

Verfasst: Mo 31. Jul 2017, 03:49
von Carsten K

Barde schrieb:
Im Grunde genommen wird ihm wohl der Boden unter den Füßen weggezogen, wenn's mal legal wird, dann braucht er ein anderes Thema, um sich unterdrückt zu fühlen.
Genau! ;-) Wenn sich der Söllner-Hans, der "Promi", jetzt in einem Boulevard-Blatt wie der Münchner TZ einem anderen Thema wie dem Impfen (oder Nicht-Impfen) zuwendet, dann deutet dies doch darauf hin, dass der Konsum von Cannabis demnächst legal werden wird, nicht nur für Parkinson-Patienten wie Hans Beimer (Lindenstraße), sondern für alle... Also auch für jene, die bis jetzt in bayerischen CSU-Bierzelten nur der deutschen Alkohol-Leit(d)-Kultur frönen durften...
So etwas kann im Wahlkampf dieses "bösen Staats" übrigens sehr schnell gehen, siehe "Ehe für alle"... ;-)