Spielstätten-Programmpreis 2013

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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Rex2005 hat dieses Thema gestartet
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Spielstätten-Programmpreis 2013

Beitrag von Rex2005 »

Hallo
manchmal wird selbst in Wirtschaftsmagazinen über Musikthemen berichtet. In "Der Steuerzahler" wurde der von der Bundesregierung erstmals vergebene "Spielstätten-Programmpreis" kritisiert. Mit diesem Preis soll der Stellenwert für die Entwicklung der kommunalen Kultur und die künstlerische Arbeit und die Existenz von Künstlern unterstrichen werden. Insgesamt hat dieser Preis dem Steuerzahler 1 Millionen Euro gekostet.
Preisgelder bis zu 30.000 € gingen an 55 Spielstätten oder Veranstalter. Die zweckgebundenen Gelder sollen die Bedingungen für die auftretenden Künstler verbessern. Dies kann nicht Aufgabe der Steuerzahler sein - so die Kritik im Artikel. Kann es auch nicht, denn Spielstätten und Veranstalter sind Unternehmen, die sich selbst finanzieren und am Markt behaupten müssen. Kosten für Künstlergarderobe, Technik etc bezahlt der Steuerzahler mit der Karte bzw Eintrittsgeld. Wer Veranstaltungen durchführt, muss in der Lage sein, seine Kosten zu kalkulieren und schließlich sind´s die Künstler, die die vorhandenen Bedingungen annehmen oder nicht.
Immerhin gibt es staatliche Förderprogramme für Spielstätten und Künstler. Bin auf meiner Suche nach weiteren Infos auf die Initiative Musik gestoßen. In der dortigen Liste der geförderten Künstler sind sogar Liedermacher zu finden. Insofern sollte der eine oder andere Liedermacher sich einfach trauen, dort Förderung zu beantragen. Möglicherweise gibt´s ja auch LMs die Erfahrungen mit dieser Förderung haben und darüber berichten können ...
LG
Rex2005
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Petra
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Spielstätten-Programmpreis 2013

Beitrag von Petra »


Insofern sollte der eine oder andere Liedermacher sich einfach trauen, dort Förderung zu beantragen. Möglicherweise gibt´s ja auch LMs die Erfahrungen mit dieser Förderung haben und darüber berichten können ...

Vor ein paar Jahren hat Vanessa Maurischat ein Video zu dem Thema gemacht: Wo ist bloß das ganze Geld hin?
Ob das Angebot mit der Abwrackprämie für CDs in der zweiten Hälfte des Clips noch gilt, weiß ich allerdings nicht. Das Filmchen ist ja schon aus dem Jahr 2009.
Viele Grüße von Petra


Dieser Beitrag enthält 92 Wörter
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Carsten K
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Spielstätten-Programmpreis 2013

Beitrag von Carsten K »

Viele der Spielstätten, wo ich bislang auftreten durfte, werden öffentlich finanziert, weil sie "Kultur von unten" fördern, also Künstlern, die im kommerziellen Kulturbetrieb keinen Platz finden, Auftrittsmöglichkeiten bieten.
Das können Liedermacher wie ich sein, aber auch z. B. kulturelle Projekte aus der Behindertenarbeit (damit habe ich auch meine Erfahrung), die ihre Arbeit in der jeweiligen Stadt vor Ort öffentlich präsentieren möchten.
Öffentlich geförderte Kulturarbeit halte ich für ungemein wichtig, und ich zahle gern meine Steuern, damit so etwas möglich ist.
Ich selber als Liedermacher (der nicht davon leben muss) verzichte aber auch bewusst darauf, öffentliche Förderung für meine Kunst (mit der ich nicht meinen Lebensunterhalt besteiten muss) zu verlangen oder zu beantragen. Anderen Liedermachern, die den Anspruch haben, von ihrer Kunst zu leben, mag es da natürlich anders gehen...
Aber dass es solche Spielstätten gibt, wo Liedermacher wie ich auftreten dürfen, das halte ich für absolut förderungswürdig, und dafür zahle ich gern Steuern! :-)
Dieser Beitrag enthält 172 Wörter
"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
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Beitrag von Rex2005 »

Hallo Carschti
Aber dass es solche Spielstätten gibt, wo Liedermacher wie ich auftreten dürfen, das halte ich für absolut förderungswürdig, und dafür zahle ich gern Steuern! :-)

Dagegen ist ja auch absolut nichts einzuwenden, aber ein Förderpreis für Spielstätten allein zu dem Zweck auszuloben, Bedingungen für Künstler zu verbessern, geht ja nicht mit dem Ziel einher Kultur von unten zu fördern.
Um Künstlergarderoben aufzuhübschen oder andere bauliche Annehmlichkeiten zu schaffen, gibt es Geldgeber wie Banken, die Kredite anbieten (auch aus europäischen Fördertöpfen) wenn denn die wirtschaftlichen Gegebenheiten dafür vorhanden sind.
Spielstätten, die mit ihren Konzepten "Kultur von unten" fördern, kleine unbekannten Künstlern Auftrittsmöglichkeiten bieten obwohl vielleicht die Saalakkustik gruselig ist - bitte, denen soll, wenn Banken keine Kredite geben, gerne auch mit solchen Förderpreisen unter die Arme gegriffen werden. Unterschied ist aber der, dass von besserer Akkustik nicht nur der Künstler vielmehr das Publikum profitiert.
Förderpreise, um ein goldenes Klo oder Rundumservicebetreuer für Künstler zu finanzieren, wird möglicherweise Veranstalter von Konzerten mit Madonna oder sonstigen Größen träumen lassen aber nicht von einem Auftritt von Klein-Carschti der eigentlich nur eine ruhige Ecke braucht um seine Klampfe zu stimmen und ein paar Bierchen aus der Pulle ....
LG
Rex2005
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Carsten K
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Beitrag von Carsten K »

Öhömm, "Klein-Carschti, der eigentlich nur eine ruhige Ecke braucht, um seine Klampfe zu stimmen, und ein paar Bierchen aus der Pulle..." - Darüber müssen wir noch mal persönlich reden, Rex... ;-) :prost:
Was die technische Ausstattung betrifft (professionelle Ton- und Lichttechnik z. B.), da werden in der Regel solche Spielstätten öffentlich gefördert, die ihre professionelle technische Ausstattung auch Nicht-Profis zur Verfügung stellen, z. B. Schülerbands aus der jeweiligen Region oder Laien-Theatergruppen, die dadurch die Chance zu ganz anderen Inszenierungen haben, als sie es in ihrem jeweiligen Dorfgemeinschaftshaus mit geringerer technischer Ausstattung vielleicht hätten. Die meisten soziokulturellen Zentren (so nennt man solche Spielstätten häufig) haben es sogar als Auflage, genau dies zu tun, um eine öffentliche Förderung zu erhalten. Und genau das finde ich gut!
Ich persönlich brauche diese ganze Technik natürlich nicht wirklich, ich stelle mich notfalls auch in die Fußgängerzone und brülle gegen gefühlte 30 Jeans-Läden an, die mich beschallen wollen, wenn ich Straßenmusik machen will... Aber schön ist es doch, immer mal wieder über professionelle Technik spielen zu dürfen, nicht nur für mich, sondern auch für's Publikum, glaub ich...
Ach ja, und noch mal zurück zum Bier-Catering, das ist bei privaten Kneipenkonzert-Veranstaltern immer noch am besten! ;-)
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