Hallo miteinander,
das Kreativ-Thema "Vopo" liegt ja nun schon ein Weilchen zurück und ich möchte euch heute meinen Beitrag zum Thema vorstellen.
Ich habe den "Vopo" mit einem Thema verknüpft, das mir schon länger nachhing, nämlich mit der Ausstellung "Körperwelten". Mein Beitrag wird also vermutlich zu kontroversen Diskussionen führen, auf die ich wiederum gespannt bin.
Hier also mein (makaberer) Beitrag mit passendem Bild:
Vopo
Ich wohn in Berlin direkt an der Mauer
in einer alten Mietsmansarde.
Ich wach Mittags auf und schlecke zum Frühstück
einen Eimer Brombeermarmelade.
Ich klecker mich voll und leck es mir ab
und spür das Verlangen: Es kommt schon wieder!
Ich öffne das Fenster und schau auf den Mann,
den Mann meiner Sehnsucht nieder.
Da steht er so stolz und stramm,
von Kopf bis Fuß ein ganzer Herr.
Sein aufgerecktes Bajonett
ist leider nur sein Schießgewehr.
Ich stell mir vor, dass er die Knarre
runterreißt und in den Gulli schmeißt -
dass er mich nimmt, ganz liebevoll nimmt
und mir in die Lippen beißt.
Refrain:
Oh, du mein süßer, kleiner Vopo
mit deinem süßen kleinen Popo.
Ich liebe dich ja so so,
ich liebe dich so.
Zweitausendeins, sie wohnt in Berlin,
der Vopo verschwand, doch die Sehnsucht blieb.
Vielleicht war Verlangen die heimliche Macht,
die sie in die „Körperwelten“ trieb.
Die Präparate sind Unikate,
kunstvoll drapiert ist jedes Stück.
Muskeln und Sehnen, Gehirne und Venen,
plötzlich klopft ihr Herz laut vor Glück.
Da steht er nun, so stolz und so stramm,
von Kopf bis Fuß enthäutet, seziert.
Sein ausgestreckter rechter Arm
trägt die Haut, liebevoll imprägniert.
Sie stellt sich vor, sie schaut aus dem Fenster,
und ihr wird bewusst, wen sie vor sich sieht:
Es ist ihr Vopo, sein entzückender Popo
inspiriert sie zu diesem Lied.
Refrain:
Lalalalala...
Ich wohn in Berlin, wie eh und je
in einer alten Mietsmansarde.
Ich wach Mittags auf und schlecke zum Frühstück
einen Eimer Brombeermarmelade.
Ich klecker mich voll und leck es mir ab
und spür das Verlangen: Es kommt schon wieder!
Ich öffne die Schlafzimmertür und ich schau
auf den Mann meiner Träume nieder.
Nun liegt er da, das Geld war er wert,
der obszöne Körper plastiniert.
Sein aufgerecktes Bajonett
bleibt nun für immer erigiert.
Ich stell mir vor wie noch in 30 Jahrn
mein welker Körper den seinen findet.
Und wie die Lust meiner alternden Brust
erst mit meinem Tode schwindet.
Refrain
Das Hörbeispiel liefere ich später nach...
Gruß,
Bianca