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christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 14. Jun 2006, 15:09
von Glamour
Erstmal einen wunderschönen Hallo!
Ich bin durch Zufall auf diese HP gestoßen, da ich meine Abipräsentationsprüfung über das Thema "Die Entstehung der Liedermacherszene in Deutschland" machen muss.
Mein Lehrer hat mir geraten auch etwas über christliche Liedermacher in dieser Zeit mit einzubringen. Leider finde ich darüber so gut wie garnichts in Internet. Könntet ihr mir vielleicht ein bisschen helfen, wenn ihr was wisst. Namen reichen auch schon...
Danke jetzt schon mal!!!
Eure momentan leicht verzweifelte Glamour!

christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 14. Jun 2006, 15:39
von Skywise
Hallo, Glamour und willkommen im Liedermacher-Forum!
Das mit den "christlichen Liedermachern" ist so eine Sache, weil es viele gibt, die sich nicht unbedingt als "Liedermacher" sehen, sondern Bezeichnungen wie "Verfasser bzw. Interpret von Neuen Geistlichen Liedern (NGL)" etc. vorziehen. In einigen Fällen ist es sogar so, daß das Repertoire weit über das christliche Lied hinausgeht. Gerhard Schöne hat einige geistliche Lieder im Repertoire, ist aber nicht darauf festgelegt. Kaplan Alfred Flury, um ein weiteres Beispiel zu nennen, hat nicht nur geistliche Lieder geschrieben, sondern sogar flotte Instrumental-Pop-Platten eingespielt. Sœur Sourire, die Frau, die mit "Dominique" wahrscheinlich einen der erfolgreichsten geistlichen Titel verbuchen konnte, trat aus dem Kloster aus und sang später auch ziemlich belanglose Schlager. Aber okay ...
Nennen wir mal ein paar Namen.
Manfred Siebald, Siegfried Fietz, Clemens Bittlinger, Claudia Mitscha-Eibl, Christoph Zehendner, Jörg Swoboda - das dürften einige der bekanntesten und erfolgreichsten "rein christlichen" Liedermacher sein.
Johannes Kleibl fällt mir noch ein, von Tom Haus ist mir bekannt, daß er auch mal was Christliches gemacht haben will, Jürgen Dörr ist im Internet leider nicht präsent, gehört aber meines Erachtens zu den Hoffnungsträgern.
Gruß
Skywise
christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 14. Jun 2006, 16:28
von Petra
Hallo Glamour,
auch ich heiße Dich herzlich willkommen.

Bei uns im Ort hatte vor Kurzem das Jugendgästehaus des CVJM 20-jähriges Jubiläum. Im Rahmen der Feierlichkeiten gab es ein Konzert des Liedermachers Klaus-André Eickhoff, der als christlicher Liedermacher angekündigt wurde. Er war mir schon vorher bekannt, aber es war mir nicht bewusst, dass er sich 'christlich' nennt.
Tatsächlich ist es so, dass er mit seinen Liedern überall auftreten kann, die Botschaft ist eher unterschwellig. Sein Lied Achterbahn über das Auf und Ab im Leben und den Wunsch nach Halt hat er als gesungenes Gebet angekündigt. Er singt dieses Lied aber auch anderswo, evtl. ohne diese Ansage, aber der Inhalt bleibt natürlich.
Viele Grüße von Petra
christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 14. Jun 2006, 22:34
von fille
Hallo Glamour,
ich kenne einen Liedermacher, den ich zwar als "christlich" bezeichnen würde, der sich selbst aber nur Liedermacher nennt.: Ernst Deger
Manche Texte sind christlich geprägt, manche haben einen historischen Hintergrund - und stets sind es Themen, die für den Liedermacher selbst von großer Bedeutung sind.
Schau' dir mal seine Homepage an.
http://www.kuko-deger.de/musik/index.html
Ich mag seine Lieder sehr gerne. Zwei davon kann man auszugseise anhören.
Für die Meylinge - hört auch doch mal das "Lied vom gestressten Hund" an.... Von wem könnte er wohl inspiriert sein?
Liebe Grüße aus Bayern
Marianne
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 15. Jun 2006, 01:23
von Carsten K
Hallo Glamour,
hast Du Dir ja ein umfangreiches Thema ausgesucht, Glückwunsch!

Was da heutzutage in der christlichen Szene gerade angesagt ist, kann ich Dir nicht sagen. Aber Anfang der 80er war ich selbst christlicher Liedermacher, und aus der Zeit fallen mir durchaus noch ein paar Namen ein:
Der bekannsteste war wohl Manfred Siebald, schwer angesagt war damals auch das Duo Arno & Andreas. Andreas Malessa moderiert heute eine Kirchensendung im SWR-Fernsehen, Arno Backhaus betreibt einen Versandhandel für christliche Medien, vor allem Musik, vielleicht könnte der Dir mehr weiterhelfen. Sein Unternehmen nannte sich früher "Arnos Bauchladen", ob es heute immer noch so heißt, weiß ich nicht, aber auf alle Fälle lebt Arno Backhaus in Calden bei Kassel. Außerdem gab es den Liedermacher Siegfried Fietz, der damals das christliche Plattenlabel Abakus betrieb. und mir persönlich am besten gefallen hat Clemens Bittlinger...
So jetzt hast Du ein paar Namen, ich hoffe, die helfen Dir weiter.
Viel Erfolg und liebe Grüße
cARSCHti
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 15. Jun 2006, 12:15
von jinx007
Hallöle,
also grad wenn man an die Anfänge denkt, sollte man sicher Peter Janssens (bereits tot) und Ludger Edelkötter bedenken.
Die waren allerdings der katholische Bereich erstaunlicherweise gab es da deutliche Grenzen zwischen katholisch und evangelisch...
Ciao
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 15. Jun 2006, 14:26
von Glamour
Ganz herzlichen Dank!!!! Ihr habt mir schon mal ziemlich weitergeholfen!
Gibts eigentlich grundlegende Unterschiede zwischen christlichen und nichtchristlichen Liedermachern?
Ich seh da nämlich keinen so großen, aber mein Musiklehrer hat gemeint ich soll noch auf die christliche Liedermacherszene eingehen. Was kennzeichnet diese denn???
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 15. Jun 2006, 16:02
von Skywise
Unterschiede. Hm.
Erstens ist mir nicht ein einziger rein "christlicher" Liedermacher bekannt, der von seiner Kunst leben könnte

Selbst die populärsten christlichen Liedermacher gingen oder gehen nebenher noch anderen Berufen nach.
Zweitens - musikalische Unterschiede gibt es im Prinzip gar keine. Es gab in beiden Bereichen rein akustische Alben als auch solche mit Bandbegleitung ... das reicht bis zu Rock- und Punkeinflüssen
:-D
Über Einflüsse von alter Musik brauchen wir uns ja in beiden Fällen auch nicht zu unterhalten, hoffe ich ... Beispiele hierfür gibt's nun wirklich genug.
Drittens - rein historisch betrachtet gibt es allerdings sehr große Unterschiede; die "christlichen Liedermacher" waren nämlich eigentlich lange vor den "weltlichen Liedermachern" aktiv. Es gab bereits Ende der 50er bis Anfang der 60er Jahre Bemühungen, neue geistliche Lieder zu schreiben, so daß Mitte der 60er Jahre und vor allem ab '67/'68, als das weltlich/politische Lied im Westen zu blühen und gedeihen anfing, die christlichen Liedermacher längst vorhanden waren. Die christlichen Liedermacher wurden dabei mehr oder weniger zufällig mit an die Oberfläche gespült, gingen aber nicht aus dieser Protest-Haltung hervor, sondern eher aus dem Wunsch, das Christsein auch mit modernen Mitteln zu feiern und - salopp gesagt - nicht ständig hinter einer Orgel herzusingen. Tatsächlich merkt man das auch an vielen Texten der christlichen Liedermacher, die sich eben nicht an das starre, um die 100 - 200 Jahre alte Gesangbuch-Schema "Gott ist mächtig, Gott ist groß" halten, sondern Gott in Bezug zum heutigen Alltag setzen.
Viertens - inhaltlich gibt es natürlich auch riesige Unterschiede, denn natürlich gibt es auch Liedermacher, die Gott oder Institutionen wie der Kirche extrem kritisch gegenüberstehen, um's mal vorsichtig auszudrücken. Oder, um konkreter zu werden:
"Für uns wärn’s sicher auch kein Verlust,
die Pfarrer und Pastor’n und Ministranten.
Die Römer hab’n schon genau gewusst,
warum sie sie nach Möglichkeit verbrannten."
Auszug aus Georg Kreisler "Sie sind so mies", 1975
Also - nach christlichem Liedermachertum klingt das für mich definitiv nicht

Noch eine kleine Anmerkung: der Punkt "viertens" und die Passage ab "so daß Mitte der 60er Jahre" unter "drittens" gelten für die Bundesrepublik Deutschland und für Österreich. Was das christliche Liedermachertum in der DDR zwischen 1964 und 1989 angeht, muß ich erst mal vorsichtig die Hände heben, da sich das meiner Kenntnis entzieht. Natürlich gab es auch christliche Lieder in der DDR, aber ich weiß nicht, wie dort die Entwicklung verlief, daher bin ich diesbezüglich erst mal vorsichtig

Gruß
Skywise
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 15. Jun 2006, 16:23
von Petra
Hallo,
mir ist gerade noch ein Name eingefallen. In der Biographie auf der Homepage von Wolfgang Buck wird es zwar überhaupt nicht erwähnt, aber der Mann hat es mal als Kandidat bei 'Wer wird Millionär?' auf den heißen Stuhl geschafft.

Und da sagte Günter Jauch, dass der Liedermacher ein im Moment beurlaubter evangelischer Pfarrer sei. Das kann ja wohl kaum spurlos an seinem Wirken als Liedermacher vorbeigehen.
Leider kenne ich nur ein einziges Lied von ihm, das auch bezeichnenderweise 'Die 10 Gebode' heißt. Da geht es um die Politik und wie Begriffe wie 'christlich' und 'Gott' dort missbraucht werden. Unser Webmaster, ebenfalls Franke, kann evtl. mehr dazu sagen.
Viele Grüße von Petra
P. S. Gerade habe ich nochmal nachgelesen, dass Dein Thema "Die Entstehung der Liedermacherszene in Deutschland" heißt. Mit der Entstehung haben natürlich die meisten Liedermacher, die heute aktiv sind, wenig zu tun.
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 15. Jun 2006, 18:32
von Rex2005
Hallo,
ich denke man kann Gerhard Schöne in diese Reihe einordnen, schließlich hat er ja in Kirchen mit seiner Liedermacherei begonnen. Über ihn lässt sich sicher auch ein ganz guter Bogen von Ost nach West und christlich und nichtchristliche LM spannen. Ich hab einfach mal ein paar Links rausgesucht, die eventuell brauchbar sind:
Nummer 1
Nummer 2
Gruß
Rex2005
christliche Liedermacher
Verfasst: Fr 16. Jun 2006, 01:46
von Carsten K
Hallo Glamour,
der Unterschied zwischen christlichen und nichtchristlichen Liedermachern... Ich war ja mal christlicher Liedermacher und bin's heute nicht mehr...
Als christlicher Liedermacher war es wesentlich einfacher, Auftrittsmöglichkeiten zu finden. Irgendeine (Frei-)Kirchengemeinde, die gerade einen Jugendgottesdienst veranstaltete, für die ein christlicher Liedermacher als Rahmenprogramm gut zu gebrauchen war, gab's eigentlich fast jeden Sonntag, und es war auch immer Publikum da, und es gab auch Gage in der Regel, zwar nicht viel, aber auch nicht selten...
Als nichtchristlicher Liedermacher ist das Publikum meistens nicht so von vorneherein da, es sind in der Regel auch keine Etats für Gagen vorhanden, und Auftrittsmöglichkeiten sind weitaus schwieriger zu beschaffen. Aber die Qualität, die ein nichtchristlicher Liedermacher bringen muss, scheint mir doch weitaus höher zu sein...
Und es gibt natürlich jede Menge Christen, die sich als Liedermacher betätigen, ohne dass sie der christlichen Liedermacher-Szene zuzurechnen wären... Und es mag umgekehrt Liedermacher geben, die sich der christlichen Szene bedienen, weil es da eben nun mal einfacher ist...
Die Grenzen sind sicherlich fließend... Ich glaube, der Unterschied liegt darin, dass die einen Songs schreiben und singen, die sich einer bestimmten Szene gerade vermarkten lassen, und die anderen schreiben und singen Songs, die ihnen jeweils gerade ijn den Sinn kommen... Aber das ist keine Frage von christlich oder nichtchristlich...
Liebe Grüße
cARSCHti
christliche Liedermacher
Verfasst: Sa 17. Jun 2006, 11:08
von Tonski
Lieber Skywise,
ich kann Dir noch den Österreicher Manfred Porsch ans Herz legen, freilich weiß ich nicht, wie weit es von ihm allgemein zugängliche Veröffentlichungen gibt!
Grundsätzlich ist aber mit den christlichen Liedermachern wie mit dem soganannten christlichen oder religiösen Theater oder der Literatur: meistens ist es ein Krampf, weil die Kunst unter die "Knute" einer Ideolgoie gezwungen wird.
Auch ein überzeugter Katholik wie z.B. Tolkien war sich offensichtlich dieser Gefahr bewußt, einzig Hollywood blieb es vorbehalten in die Verfilmung des Herrn der Ringe religiöse Symbolik einzubringen, die Tolkein wohlweislich vermieden hatte!
herzliche Grüße aus Wien
Tonski
christliche Liedermacher
Verfasst: Sa 17. Jun 2006, 12:23
von Clemens
Lieber Tonski,
Grundsätzlich ist aber mit den christlichen Liedermachern wie mit dem soganannten christlichen oder religiösen Theater oder der Literatur: meistens ist es ein Krampf, weil die Kunst unter die "Knute" einer Ideolgoie gezwungen wird.
Meistens bezweifle ich, grundsätzlich bestreite ich.
Allerdings kenne ich viel zu wenig von der christlichen Liedermacherei, als dass ich ein Urteil über die Mengenverhältnisse abgeben könnte.
Wichtig erscheint mir, dass es auch bei dem Wissen um ideologische Zwänge (welche ja auch Wader und Wecker nicht abgehen) die Sache hinter der Ideologie gibt. Und es gibt Menschen, welchen es tatsächlich um diese geht.
Als Dietrich Bonhöfer sein Lied (Gedicht), "Von guten Mächten wunderbar geborgen", schrieb, waren ihm ideologische Zwänge kaum noch von Bedeutung. Das vermute ich zumindest. Das genannte Lied ist für mich eines der wichtigsten überhaupt. Es rangiert vor dem "Narrenschiff", weil es nicht nur den Finger auf die Wunde legt.
Liebe Grüße von Clemens

christliche Liedermacher
Verfasst: Sa 17. Jun 2006, 15:34
von Gast
Ich bin der Meinung, dass christlicher Liedermacher und Liedermacher (60-er/70-er Jahre) sich ausschließt, weil das hervorstechendste Merkmal des Liedermachers ist, dass er frei ist von Glaubenszwängen. Je besser er ist, desto freier ist er auch.
"Der Glaube versetzt Berge, aber der Unglaube sprengt alle Ketten der Sklaverei"/B. Traven TOTENSCHIFF
Wenn ich "getrost erwarte, was kommen mag", bin ich wie der Steuermann auf dem NARRENSCHIFF. (Ohne zu reagieren Kurs aufs Riff.)
X.
christliche Liedermacher
Verfasst: Sa 17. Jun 2006, 19:34
von Piet
Hallo,
"Der Glaube versetzt Berge, aber der Unglaube sprengt alle Ketten der Sklaverei"/B. Traven TOTENSCHIFF
und das Dogma hemmt, bzw. verhindert jede freie Entfaltung und Entwicklung des Geistes und des Menschen überhaupt (das ist von mir

).
Ich kenne mich überhaupt nicht mit christlichen Liedermachern aus. Aber das in ihren Liedern auch christliche Inhalte zum Tragen kommen, finde ich ganz normal. Ich finde es überhaupt ganz normal und es ist meiner Meinung nach ein besonderes "Qualitätsmerkmal" für einen Liedermacher (ob christlich, politisch oder unpolitisch), wenn er den Menschen darstellt, der er ist. Also echt und authentisch rüberkommt.
Und da komm ich jetzt wieder auf den Dogmatismus zurück. Ich weiß nicht wie es Euch geht? Ich merke ziemlich schnell, ob sich jemand instrumentalisieren läßt, gewollt (das gibt es ja auch) oder ungewollt.
Das Wort Ideologie ist ziemlich negativ besetzt, wohl auch nicht zu Unrecht. Ideologie, welcher Couleur auch immer, ist ja eigentlich nur ein Gerüst, ein Schema von Meinungen, Werten, Zielen und den Weg dahin, die sich Menschen zurechtlegen, um diese Welt zu verstehen. Der Dogmatismus ist das eigentlich Schlimme. Das starre Festhalten an Lehrmeinungen und Ideen. Wenn ein Liedermacher solche Lehrmeinungen und Ideen in seinen Liedern unreflektiert propagiert, ist er für mich kein guter Liedermacher. Wenn sich ein christlicher Liedermacher in seinen Liedern mit seinen Glauben auseinandersetzt, wird er wahrscheinlich auch bei mir ein offenes Ohr finden.
Piet
christliche Liedermacher
Verfasst: Sa 17. Jun 2006, 23:53
von Clemens
Hallo Piet,
und das Dogma hemmt, bzw. verhindert jede freie Entfaltung und Entwicklung des Geistes und des Menschen überhaupt (das ist von mir ).
100 Prozent Zustimmung

@ Xantippe
weil das hervorstechendste Merkmal des Liedermachers ist, dass er frei ist von Glaubenszwängen.
Kein Mensch ist frei von Glaubenszwängen - und beträfe es seinen Glauben daran. Viele der unbestritten guten Liedermacher haben an die "Reliogion" des Kommunismus geglaubt...
Wenn ich "getrost erwarte, was kommen mag", bin ich wie der Steuermann auf dem NARRENSCHIFF. (Ohne zu reagieren Kurs aufs Riff.)
... Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken... (R.Mey aus "Narrenschiff")
Darf ich jemand, der eine andere Lebensauffassung hat, welche ihm auch im Angesicht des sicheren Todes nicht zu nehmen ist, einen Lügner nennen?
Ich bin sicher, das R.Mey den meint, der bewußt lügt um nicht an einem Dogma zu kratzen.
Liebe Grüße von Clemens

christliche Liedermacher
Verfasst: So 18. Jun 2006, 00:25
von migoe
Liebe Glamour,
die Beschäftigung der Enstehung einer "Liedermacherszene" in Deutschland (und natürlich auch Österreich und Schweiz) bedingt es ja, möglichst alle Einflüsse und "Strömungen" zumindest mal anzusehen und in den richtigen Kontext zu stellen.
Ich würde mich - und das gilt sicher für viele hier - sehr über das Ergebnis Deiner Recherchen freuen. Vielleicht stellst Du es uns hier zur Verfügung, wenn Du Deine 1 kassiert hast

Wenn Du weitere Fragen hast, stehen Dir hier viele interessierte und helfende Menschen zur Seite.
Zu Wolfgang Buck (weil Petra darauf hingewiesen hat) möchte ich noch sagen, er ist seit Beginn seiner "Liedermacher-Karriere" nicht fixiert auf "christliche" Themen. Vielmehr nimmt er seine Berufung mittlerweile beruflich wahr und erzählt aus seinem Leben und seiner Gedankenwelt in liederlicher Form. An der Art, wie er seine Lieder anmoderiert und natürlich auch an den Themen der Lieder selber, merkt man, daß er "vorbelastet" ist. Jedoch versteht er es, seinen Zuhörern nicht aufdringlich irgendwelche "Jesus-Botschaften" aufzudrücken, sondern verpackt seine persönlichen Botschaften in umgangssprachlichen Kleidern (fränkischer Dialekt) so, daß jeder Zuhörer, der versteht, was der da singt, auch versteht, was der meint

Daß er sich selber als "christlichen" Liedermacher bezeichnen würde, glaube ich nicht. Zwei typische "Erkennungsmerkmale" hat er ja schon: von Beruf Pfarrer, viele seiner Konzerte gibt er in Kirchen oder Gemeindehäusern - aber macht ihn das etwa schon zu einem fränkischen Bittlinger oder Siebald? Sicher nicht, denn wenn man sich die Lieder dieser Künstler ansieht und mit Bucks vergleicht, dann wird schnell klar, wo die Unterschiede liegen...
Alles klar? Noch Fragen zu Wolfgang Buck? Dann einfach mal unter
www.wolfgang-buck.de vorbeischauen und Kontakt mit ihm aufnehmen. Er gibt gerne Auskunft.
migoe
christliche Liedermacher
Verfasst: Mo 19. Jun 2006, 11:08
von Klajokas
Hallo,
zum Thema Christliche Liedermacher fällt mir nun doch ein Name ein, auch wenn er sich selber sicher nicht in diesem
Kreis vermutet:
Hannes Wader
Ich durfte in der letzten Woche an einem ök. Gottesdienst zur Schulentlassung meiner Tochter teilnehmen.
Und ich glaubte meinen Ohren zuerst nicht, aber zu den Liedern gehörten "Heute hier Morgen dort " und "Wünsche".
Ich habe mir dann gedacht: warum nicht !
Gerade Hannes Wader hat in seinem Lebenswerk immer wieder die Themen Menschenwürde Tolleranz und Frieden aufegenommen. Ist das nicht erstes christliches Anliegen ? Und zeigt sich da nicht die Nähe zwischen echtem Sozialsimus und echtem Christentum ?
Gruß Klaus
christliche Liedermacher
Verfasst: Mo 19. Jun 2006, 12:29
von Skywise
Hm. Hannes Wader.
Nun ja. Also - eigentlich nein, mal rein vom Gefühl her. Ich weiß natürlich nicht, wie Hannes Wader zum Christentum steht; offen bekannt hat er sich meines Wissens nicht - auch in seinen Liedern nicht.
Gerade Hannes Wader hat in seinem Lebenswerk immer wieder die Themen Menschenwürde Tolleranz und Frieden aufegenommen. Ist das nicht erstes christliches Anliegen ? Und zeigt sich da nicht die Nähe zwischen echtem Sozialsimus und echtem Christentum ?
An dieser Stelle wäre ich vorsichtig.
Menschenwürde, Toleranz und Frieden sind im Prinzip keine rein christlichen Anliegen, sondern meines Erachtens eher menschliche Anliegen. Frei nach der Goldenen Regel: "Was du nicht willst, das man dir tut, das füg' auch keinem anderen zu." Jede besser oder schlechter funktionierende Gemeinschaft, auch die religiösen, basiert auf diesem Grundsatz. Und da grundsätzlich jeder Mensch - nicht nur der Christ - daran interessiert ist, selbst menschenwürdig, tolerant und friedlich behandelt zu werden, gehen Hannes Waders Ansichten und Forderungen diesbezüglich eigentlich über das Christentum hinaus, ebenso wie über den Sozialismus. An solchen Stellen verfolgt er meiner Einschätzung nach keine christlichen oder sozialistisch/kommunistischen Ziele, sondern rein menschliche ("vernünftige"?).
Natürlich kann man diese Äußerungen ins Christentum einbeziehen - sie widersprechen ja dem Christentum nicht -, aber die Lieder könnten ebenso von Buddhisten, Moslems, Hindus oder Juden gesungen werden. Bei Liedern von Manfred Siebald, in denen sich der Liedermacher eindeutig auf Gott oder Bibelpassagen bezieht, funktioniert das weniger gut

Gruß
Skywise
christliche Liedermacher
Verfasst: Mo 19. Jun 2006, 12:56
von Gast
Hannes Wader ist neben Degenhardt und Mey Liedermacher der 1. Stunde. Auf keinen Fall wird er den christlichen Liedermachern zugerechnet, die mit der "Liedermacherbewegung" nichts zu tun hatten, denn das war ja nichts Neues. Das Wort Gottes wurde und wird flächendeckend mit genügend Personal in den Kirchen und Religionsunterrichten verbreitet. Und es gibt die Bibel für den, der möchte. Die Liedermacher (Ulrich Roski, Schobert und Black, Hanns Dieter Hüsch) setzen dem Nachkriegsschlager ein "anderes Lied" entgegen. Eigene Ideen, eigene Musik, individuelles Auftreten. Von diesen Liedermachern sind eigentlich nur Wader und Mey übriggeblieben, so dass ich sagen würde "es gibt keine Liedermacher mehr".
Dafür gibt es andere Liederscheiber und -sänger, sicher auch christliche, die haben aber mit den "alten" nichts zu tun, was ich in Ordnung finde. Jede Zeit hat ihre Lieder, ihre Musik, ihre Musikanten.
X.
christliche Liedermacher
Verfasst: Mo 19. Jun 2006, 13:42
von Skywise
Xantippe schrieb:
Das Wort Gottes wurde und wird flächendeckend mit genügend Personal in den Kirchen und Religionsunterrichten verbreitet. Und es gibt die Bibel für den, der möchte.
Das kann schon stimmen, aber hier macht der Ton die Musik. Die "christlichen Liedermacher" versuchten, den Ton des Christentums zu modernisieren - und vor allem: den Glauben wieder aus der Kirche hinauszutragen. Es gibt auch heute noch Leute, die glauben, sich als "Christen" bezeichnen zu dürfen, nur weil sie niemals einen Sonntagsgottesdienst verpassen, während sie sich unter der Woche benehmen wie der letzte Arsch

. Die christlichen Liedermacher zeigten mit Liedern wie "Danke (für diesen guten Morgen)" oder "Ins Wasser fällt ein Stein", daß das nicht alles sein konnte und das Christentum erstens auch heute noch und zweitens erst recht außerhalb der Kirche aktuell ist (ungeachtet der Tatsache, daß sich die Institution Kirche lange Zeit sehr schwer getan hat, Gott mit modernen Worten und Instrumenten zu feiern ... als ob Gott bei Hebräisch stehengeblieben wäre

).
Die Liedermacher (Ulrich Roski, Schobert und Black, Hanns Dieter Hüsch) setzen dem Nachkriegsschlager ein "anderes Lied" entgegen. Eigene Ideen, eigene Musik, individuelles Auftreten. Von diesen Liedermachern sind eigentlich nur Wader und Mey übriggeblieben, so dass ich sagen würde "es gibt keine Liedermacher mehr".
Erstens war der typische Nachkriegsschlager praktisch bereits um 1963 rum wieder Geschichte, weil da die (meist englischsprachige) Beatmusik das Erbe des Rock'n'Roll und damit ihren Siegeszug antrat - für die Liedermacher wäre das bereits zu spät gewesen.
Zweitens ist gerade Reinhard Mey in dieser Hinsicht ein verdammt (!) heißes Eisen, denn auch unter den Liedermachern ist er beileibe nicht unumstritten, da er sich manchmal verwerflich weit in seinen Elfenbeinturm zurückgezogen hat. Es gibt Literatur aus den 70er Jahren, in der ihm der "Liedermacher"-Status aberkannt und der "Schlager"-Stempel aufgedrückt wird. So weit würde ich zwar nicht unbedingt gehen, aber die Argumentation war (leider) ziemlich gut nachvollziehbar.
Drittens glaube ich, daß es auch heute noch (vielleicht sogar gerade heute) Sachen gibt, denen man ein "anderes Lied" entgegensetzen sollte

- der Liedermacher an sich ist bestimmt nicht tot.
Dafür gibt es andere Liederscheiber und -sänger, sicher auch christliche, die haben aber mit den "alten" nichts zu tun, was ich in Ordnung finde. Jede Zeit hat ihre Lieder, ihre Musik, ihre Musikanten.
Da wäre ein gewisses Erbe, das sie von den Liedermachern der ersten Stunde übernommen haben. Man weiß noch nicht genau, wie es aussieht - aber sie haben es übernommen. Und das ist in meinen Augen und Ohren schon mal eine gute Sache

Gruß
Skywise
christliche Liedermacher
Verfasst: Mo 19. Jun 2006, 14:30
von Rex2005
Hallo,
Xantippe schrieb:
Hannes Wader ist neben Degenhardt und Mey Liedermacher der 1. Stunde.
Da frage ich mich ganz spontan: Wann war die erste Stunde? Kann/muss man die Liedermacherei vor dem 2. Weltkrieg anders beurteilen als die danach?
Von diesen Liedermachern sind eigentlich nur Wader und Mey übriggeblieben, so dass ich sagen würde "es gibt keine Liedermacher mehr".
Doch, die gibt es noch, nur dass sie auf Grund von veränderten Bedingungen in Politik, Gesellschaft, Medien usw. und durch andere Lebenssituationen ihrer Zuhörer ihre Inhalte zum Teil anders - der Zeit angepasst - ausdrücken. Wenn es nicht so wäre, wären Liedermacher eine Gattung Künstler, denen jegliche Veränderung an stilistischen und inhaltlichen Mitteln "untersagt" wäre
Irgendwo steht in diesem Forum eine Definition die mir ganz gut gefällt: Liedermacher texten, komponieren und singen ihre Lieder selbst. Ob nun mit politischen, christlichen oder kabaretistischen Inhalten ist eigentlich egal. Eine eindeutige Abgrenzung dürfte sowieso mehr als schwierig sein und wozu auch? Wichtig sind Inhalte, wie Sky sie schon beschieb. Deshalb hab ich kein Problem damit, einen Mey, Degenhardt aber auch einen Timon Hoffmann oder Micha Günther als Liedermacher zu bezeichen.
Aber wer darüber eine Dokumentation zu schreiben hat, der hat´s nicht leicht :gruebel: .
Gruß
Rex2005
christliche Liedermacher
Verfasst: Mo 19. Jun 2006, 16:25
von Michael
Hallo Ihr,
spannende Diskussion, die sich da entwickelt hat.
Als ich das ursprüngliche Posting las, war ich etwas befremdet, denn ehrlich gesagt, auf die Idee, die christliche Liedermacherszene in ein Schulprojekt über die Entstehung der Liedermacherszene in Deutschland mit einzubauen, wäre ich nicht gekommen. :gruebel:
Ich hatte seinerzeit das Vergnügen, meine Magisterarbeit über F. J. Degenhardt zu schreiben und habe da auch ausführlich über Grundlagen, Entstehung und verschiedene Strömungen von Liedermachern gesprochen - aber die christlichen habe ich völlig ignoriert. (hm, vielleicht war's deshalb auch keine eins).
Ich glaube auch, dass man sie als Nische betrachten kann, die relativ unbehelligt vom Rest existiert. Somit sollte man aufpassen, dass man sie nicht überbewertet (im Westen - was die DDR angeht, ist die Bewertung sicher deshalb anders, weil die Kirchen ja der einzige relativ freie Ort für Künstler waren und da konnte sich eine ganz andere Szene entwickeln - die dann automatisch auch oppositionell war.). Also beim Thema "Entstehung der Liedermacher" sollten sicher andere Punkte im Vordergrund stehen.
Was die Frage nach Dogmen oder Ideologien angeht: Die hat jeder Mensch im Kopf, weil es Ideologiefreiheit nicht gibt, auch ein Liedermacher, weil er ja immer "eine Botschaft" hat - und die muss er sich ja vorher ausdenken. Und da ist gerade die erwähnte Botschaft von Werten wie Toleranz, Frieden und Menschlichkeit so allgemein, dass sie heute jeder vor sich herträgt. Dieser kleinste gemeinsame Nenner sollte in einer zivilisierten Gesellschaft ja so selbstverständlich sein, dass er mir (für meinen Geschmack) als "Botschaft" viel zu dünn und zu platt ist. Die guten Liedermacher (ich denke mal auch die sogenannten"christlichen") haben doch wohl mehr zu bieten.
Ansonsten ist es ja so, dass Dogmen und Ideologien etwas sind, was nur der Gegner hat und was ihm die Sicht auf die Wahrheit versperrt.
Liebe Grüße
Michael
christliche Liedermacher
Verfasst: Mo 19. Jun 2006, 17:15
von Clemens
Hallo Michael,
ein schöner zu Widerspruch reizender Satz das:
Ansonsten ist es ja so, dass Dogmen und Ideologien etwas sind, was nur der Gegner hat und was ihm die Sicht auf die Wahrheit versperrt.
Hingegen wir dem Satz:
Freiheit ist immer die Freiheit des anders Denkenden.
sofort zustimmen, obwohl... 8-)
Was sind wir Menschen doch paradox veranlagt (und das nicht nur beim Fiskus).
Liebe Grüße von Clemens

christliche Liedermacher
Verfasst: Di 20. Jun 2006, 10:58
von Gast
Um nochmal zum Anfang der interessanten Diskussion zurückzukommen. Glamour fragte nach der Entstehung der Liedermacherszene in Deutschland. Ich nehme an, dass die Szene gemeint ist, die nach Burg Waldeck Anfang der 60-er Jahre aus einem Folklorefestival entstand, und aus der unter vielen anderen auch Hannes Wader und Reinhard Mey hervorgegangen sind und die auch heute noch nach über 40 Jahren bekannt sind. Alles ohne Wertung. Den "Stempel" Liedermacher soll Wolf Biermann um 1960 herum geprägt haben. Vorm Krieg (auch danach) gab es auch Menschen, die Lieder "machten", die wurden aber nicht "Liedermacher" genannt. Auch Schlagersänger (Kristina Bach) schreiben ihre Lieder manchmal selbst, ohne dass man ihnen den "Stempel" Liedermacher aufdrücken würde. Es ist ein Etikett. Wenn es um die Arbeit von Glamour geht, sollte man schon genau recherchieren (Google "Liedermacher"), ohne Lehrer und Zeugnis im Nacken kann jeder unter das Etikett Liedermacher packen, was er möchte. Hauptsache, die Lieder sind schön!
X.
christliche Liedermacher
Verfasst: Di 20. Jun 2006, 22:03
von Carsten K
Na ja, ist ja auch einfach ne Definitionsfrage, was ist ein christlicher Liedermacher?
christliche Liedermacher
Verfasst: Di 20. Jun 2006, 23:13
von Gast
Manfred Siebald nennt sich selbst "christlicher Liedermacher" und singst aus dem Alltag des Glaubens.
X.
christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 21. Jun 2006, 13:51
von Piet
Hallo Xantippe,
Um nochmal zum Anfang der interessanten Diskussion zurückzukommen. Glamour fragte nach der Entstehung der Liedermacherszene in Deutschland.
Und er fragte ganz gezielt nach Informationen über „christliche Liedermacher“.
Wenn es um die Arbeit von Glamour geht, sollte man schon genau recherchieren (Google "Liedermacher"), ohne Lehrer und Zeugnis im Nacken kann jeder unter das Etikett Liedermacher packen, was er möchte. Hauptsache, die Lieder sind schön!
Glamour fragte ganz gezielt nach christlichen Liedermachern. Und das, weil ihm sein Lehrer geraten hat, diese einzubeziehen.
Wir können uns natürlich weiterhin darüber unterhalten, ob christliche Liedermacher im engen Sinne auch im Zusammenhang mit „Burg Waldeck“ eine Rolle gespielt haben oder nicht oder ob man „christliche Liedermacher“ auch Liedermacher nennen darf.
Das ist eine interessante Diskussion und ich finde es auch toll, wenn sie in diesem thread geführt wird.
Ich kenne Glamour zwar noch nicht so gut, ich bin aber überzeugt davon, dass er die richtigen Informationen aus dieser Diskussion für seine Arbeit nutzt, auch wenn wir hier manchmal ein bisschen vom „eigentlichen Thema abweichen“ abweichen sollten.
Fakt ist: Glamours Lehrer erwartet scheinbar im Zusammenhang mit der Aufgabenstellung „Die Entstehung der Liedermacherszene in Deutschland“ auch ein Kapitel über „christliche Liedermacher“. Sein Lehrer fasst die Liedermacherei scheinbar nicht so eng, wie sie hier von Dir für das Abfassen einer Abi Arbeit "als einzig richtig" vertreten wird oder möchte in dieser Abi Arbeit vielleicht auch hören, dass die „christlichen Liedermacher“ in Bezug auf Burg Waldeck keine Rolle gespielt haben.
In sofern ist die hier geführte Diskussion für Glamour sehr interessant und kann zu einem guten Abschluss seiner Arbeit beitragen.
Der Verweis auf Google und die Eingabe „Liedermacher“ finde ich persönlich nicht so prall. Die hilft Glamour garantiert nicht weiter sondern ist eher verwirrend. Auf jeden Fall kann ich im Zusammenhang mit dieser Suchstrategie nicht von „genauer Recherche“ sprechen. Da gibt es andere Recherchemöglichkeiten, die zu besseren Ergebnissen führen.
Piet
christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 21. Jun 2006, 14:19
von Gast
Lieber Piet, wenn Du nochmal ganz zum Anfang zurückkehrst, wirst Du feststellen, dass es sich bei Glamour um ein weibliches Wesen handelt.
Bei Google findest du, wenn du ein bisschen suchst, alles zu den Liedermachern, mit denen die Szene in Deutschland begann (so hieß ja die ganz zuerst genannte Aufgabe), auch alles zu christlichen, gestern und heute, jene, die das neue geistliche Lied singen.
Wir wollen uns doch nicht streiten. Es geht darum, einer Schülerin zu helfen. Ich will keinem seine (christlichen) Liedermacher madig machen.
Gruß, X.
christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 21. Jun 2006, 15:09
von Piet
Na, hoffentlich verzeiht Glamour mir, dass ich sie in einen Schüler verwandelt habe. 'tschuldigung Glamour!!!
Es war nicht meine Absicht, mich mit Dir zu streiten:roll: , Xantippe.
Liebe Grüße
Piet
christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 21. Jun 2006, 17:21
von Tonski
Lieber Clemens,
leider war ich einige Tage nicht im Internet und kann Dir erst heute antworten:
was Wader und co. betrifft -übrigens auch sehr stark R.Mey -so sind deren ideologische Lieder für mich sicherlich auch deren schwächste und rein politische Liedermacherei war für mich -so wie die sogenannt christliche -immer ein Greuel!
Das wunderschöne Gedicht , eigentlich wohl mehr Gebet -von Bonhöfer, so weit ich weiß von ihm kurz vor seiner Ermordung geschrieben, ist auch mir sehr wichtig. Im Zusammenhang mit den Liedermachern scheint es mir aber unpassend!
Nein ich bleibe dabei, ganz egal ob religiöse oder sonstige "Ideologie", beides taugt nur bedingt für die Kunst!
Oder besser gesagt, nur indirekt: in irgend einem Lied von Mey erwänt er in einem Nebensatz den "Simon von Kyrene", quasi als Beispiel für uneigennützige Hilfe auch in ausweglosen Situationen. Ich erinnere mich gut, daß diese kleine "Randbemerkung" für mich von Jahrzehnten mehr Symphatie für Religiöses ausgelöst hat, als all zu dick
aufgetragene Frömmigkeit. Heißt es nicht irgendwo im NT, daß man so beten soll, daß kein anderer etwas davon bemerkt!
herzliche Grüße
Tonski
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 22. Jun 2006, 07:55
von Clemens
Hallo Tonski,
eigentlich liegen wir mit unseren Meinungen, wie so oft, näher, als es der Faden vermuten ließe.
und rein politische Liedermacherei war für mich -so wie die sogenannt christliche -immer ein Greuel!
Sobald sich ein Künstler von einer Idee vereinnahmen lässt und sie sozusagen propagiert, ergeht es mir genauso. Einem "Transportmittel" kann ich nichts abgewinnen.
Setzt er sich mit derselben Idee auseinander und bezieht möglicherweise dabei auch Stellung, dann sieht es für mich völlig anders aus.
Heißt es nicht irgendwo im NT, daß man so beten soll, daß kein anderer etwas davon bemerkt!
So heißt es zu Recht. Ich glaube, dass D.B. nicht einen Moment lang daran gedacht hat, dass sein Gebet, welches er (auch) zum Trost für seinen Lieben aufgeschrieben hat, jemals ein Lied und öffentlich bekannt würde.
Sehr viele (für mich!) wirklich guten Lieder sind als solche nicht "angelegt".
Ich war mir bewusst, das die Auswahl dieses Liedes durchaus als unpassend empfunden werden würde. Ich wollte sozusagen einen Schubladen aufbrechen.
religiöse oder sonstige "Ideologie", beides taugt nur bedingt für die Kunst!
aber bedingt schon, sie ist die Möglichkeit für den Künstler sich mit dem Rahmen oder aber auch mit dem Inhalt zu befassen. Ein "Ideologie-Transport-Lied" ist wie ein Rahmen ohne Bild. Das Eigentliche fehlt mir.
Kunst um der Sache Willen ist mir notwendiges Brot. Dazu ist es notwendig, dass sie aus dem Kämmerlein heraustritt, mir sichtbar wird. Und es gibt kein Thema, was sie nicht "behandeln" dürfte. Die Frage der Angemessenheit beantwortet sich, wie wir hier immer wieder erfahren, subjektiv weit gefächert.
Liebe Grüße von Clemens

christliche Liedermacher
Verfasst: Do 22. Jun 2006, 10:33
von Klajokas
Hallo,
da bin ich an sich bei einem meiner Lieblingsthemen...
Wie sang H.D. Hüsch...... " Schublade auf und rein mit dir "
Interessant ist in unserer Diskussion zu den christlichen Liedermachern , dass wir dieses Schubladendenken auf alle möglichen Liedermacher anwenden : Mey Schublade gesellschaftskritisch, Wader sozialistisch und und.
Aber ist es nicht gerade das, was wir oder auch die Liedermacher nicht wollen ?
Für mich ist der Unterschied zwischen Schlagergedudel ( Was ich mir manchmal auch ganz gerne anhöre ) und der Lyrik aller Liedermacher doch eben Toleranz, Liebe, Frieden, Gewaltfreiheit und und und... Kann ich da einfach eine Schubladenverpackung vornehmen und typisch deutsch in Ordner packen ?
Ich glaube nicht.
Für mich ist christlich weder katholisch noch evangelisch sondern einfach Inhalt. Und die Aussageunterschiede sogenannter christlicher zu "normalen" Liedermachern
sind da kaum vorhanden. Es sei denn man rechnet moderne Kirchenlieder dazu.
Gruß Klaus
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 22. Jun 2006, 12:00
von Skywise
Klajokas schrieb:
Für mich ist der Unterschied zwischen Schlagergedudel ( Was ich mir manchmal auch ganz gerne anhöre ) und der Lyrik aller Liedermacher doch eben Toleranz, Liebe, Frieden, Gewaltfreiheit und und und... Kann ich da einfach eine Schubladenverpackung vornehmen und typisch deutsch in Ordner packen ?
Ich glaube nicht.
Huuuuh ... vorsichtig ...
Toleranz, Liebe, Frieden, Gewaltfreiheit - das findet man in der Regel auch beim Schlager (den ich auch mitunter ganz gerne mal höre, wenn's jetzt nicht gerade Andy Andres mit "a quadrat mal b mal Wurzel piep" ist oder so was anderes Matschbirniges ...). Es gibt einige Liedermacher, die durchaus schon mal dazu aufgefordert haben, die Ärmel hochzukrempeln und sich zu widersetzen - und auch in diesen Kreisen herrschte nicht immer Schmusekurs. Besonders eindrucksvoll ist das auf Wolf Biermanns "Es geht seinen sozialistischen Gang" in einer Diskussion über russische Panzer festgehalten worden. Auch wenn ein Liedermacher Stücke aus der Pariser Kommune oder dem Spanischen Bürgerkrieg in sein Repertoire aufnimmt, sind das nicht immer die resignierten, sondern auch schon mal die kampflustigen.
Für mich ist christlich weder katholisch noch evangelisch sondern einfach Inhalt. Und die Aussageunterschiede sogenannter christlicher zu "normalen" Liedermachern sind da kaum vorhanden. Es sei denn man rechnet moderne Kirchenlieder dazu.
Gott bzw. die Dreifaltigkeit nimmt in den Liedern der christlichen Liedermacher eine zentrale Rolle ein. Um ihn, seine Güte und seine Macht drehen sich die meisten Lieder. Dabei sind es aber häufig eben keine Kirchenlieder. Es gibt sogar Lieder ("Höchst erbauliche Gedanken" von Manfred Siebald fällt mir da spontan ein), die man definitiv so niemals in irgendeinem Gottesdienst hören wird, weil sie sich nämlich auch ein wenig über die Kirche lustig machen (im Falle dieses Stücks schweifen die Gedanken eines Mannes im Gottesdienst ab und er beschäftigt sich eher mit der Inneneinrichtung der Kirche oder einer knarrenden Bank als mit den Worten des langweiligen Pastors).
Nehmen wir nochmal Manfred Siebald, um den Unterschied deutlich zu machen:
Die Fliege ist tot, ich hab' sie erschlagen,
jetzt habe ich Ruhe, sie nervt mich nicht mehr,
was mußte sie auch um die Lampe jagen,
als wenn sie nicht richtig im Kopfe wär'?
Manfred Siebald, "Die Fliege ist tot", 1. Teil der 1. Strophe
(Zitat erfolgte aus dem Gedächtnis, eventuelle Abweichungen vom Original sind nicht beabsichtigt und sollten dem Verfasser des Beitrags nach Möglichkeit nachgesehen werden

)
Diese Ausgangsposition wird man sicherlich auch bei einigen anderen Liedermachern (und Liedermachings) finden - eine Fliege. Was ein "normaler" Liedermacher aus dieser Ausgangssituation machen würde, weiß ich nicht - es hängt vom Liedermacher, seinem Können und seiner Absicht ab. Ein christlicher Liedermacher dagegen wird nun versuchen, Gott, die Schöpfung oder die Hoffnung auf eine christliche Zukunft oder das Leben nach dem Tode / das Paradies mit in seinen Text einfließen zu lassen.
Tatsächlich liefert Siebald noch eine kleine Überleitung, die ich leider spontan nicht mehr zusammenkriege (die Fliege verschwindet mitsamt dem Mordinstrument - eine Zeitung, wenn ich mich richtig erinnere - im Papierkorb), und der Fliegenmörder fängt sodann an zu sinnieren:
Wie wäre es, wenn Gott so wär' wie ich
und gleich erschlüg', was ihm mißfällt -
wer könnte dann dem Tod entflieh'n?
Er hätte Christus nicht gesandt für mich,
für meine Schuld und die der Welt,
damit ich leben kann durch ihn,
durch ihn.
Manfred Siebald, "Die Fliege ist tot", Refrain
(Auch dieses Zitat erfolgte aus dem Gedächtnis, eventuelle Abweichungen ... nun ja ... siehe oben

)
"Die Fliege ist tot" ist definitiv kein Kirchenlied, aber die Aussage unterscheidet sich meiner Ansicht nach ziemlich deutlich von der, die ein "normaler" Liedermacher wahrscheinlich mit solchen Ausgangszeilen angestrebt hätte.
Gruß
Skywise
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 22. Jun 2006, 12:32
von Petra
Hallo Sky,
danke, endlich mal ein konkretes Beispiel, sehr schön.
Ich dachte, es kommt der Vergleich mit der Fliege von ... Du weißt schon.
Grüßle, Petra
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 22. Jun 2006, 12:54
von Tonski
Lieber Skywise,
aber eigentlich beweist Du mir mit Deinem Zitat
Skywise schrieb:
Wie wäre es, wenn Gott so wär' wie ich
und gleich erschlüg', was ihm mißfällt -
wer könnte dann dem Tod entflieh'n?
Er hätte Christus nicht gesandt für mich,
für meine Schuld und die der Welt,
damit ich leben kann durch ihn,
durch ihn.
worauf ich eigentlich hinaus will. Das ist letzlich doch einfach ein Kirchenlied, kein Lied im Sinne der "Liedermacherei" , kein Chansons, auch kein Volkslied. Es mag einem gefallen, weil man daran glaubt, oder mißfallen, weil man nicht glaubt, beides ist legitim. Aber es ist Propaganda, in diesem Fall eben "proganda Dei". Das ist gut so, aber daher ist es ein Kirchenlied!
Nein es bleibt dabei, es war eine der bleibenden Folgen der europäischen Aufklärung, daß eben hier die Trennung entstanden ist; beides kann im guten Falle friedlich nebeneinander bestehen und sich auch geistig befruchten, aber es bleiben zwei verschiedene Dinge, die Kunst und die Religion!
mlg
Tonski
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 22. Jun 2006, 13:00
von Gast
@Tonski
"... es bleiben zwei verschiedene Dinge, die Kunst und die Religion" -
das ist auch meine Meinung.
Gruß, X.
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 22. Jun 2006, 13:26
von fille
... es bleiben zwei verschiedene Dinge, die Kunst und die Religion" -
das ist auch meine Meinung.
Wieviel ärmer wäre die Welt, wenn es keine religiöse Kunst (Musik, Gemälde, Bauwerke) geben würde! Stellt euch das mal vor!
Gruß, Marianne
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 22. Jun 2006, 14:21
von Petra
Hallo Günter,
Aber es ist Propaganda, in diesem Fall eben "proganda Dei". Das ist gut so, aber daher ist es ein Kirchenlied!
:frage: Ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht, die Definition für 'Kirchenlied' herauszusuchen, aber rein gefühlsmäßig denke ich, das sollte ein Lied sein, das man hie und da in einem Gottesdienst zu hören bekommt. Oder man sollte es in einem kirchlichen Gesangsbuch finden können. Und da plagen mich im vorliegenden Fall gewisse Zweifel. :gruebel:
Liebe Grüße von Petra
P. S. In Deinem Beitrag war drei Mal der Befehl 'Zitat-Anfang' zu finden, aber kein einziges Mal der Befehl 'Zitat-Ende'. Ich habe mir erlaubt, das zu berichtigen, damit es nicht so verwirrend aussieht. Gruß, Petra
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 22. Jun 2006, 14:55
von Clemens
Hallo,
@Tonski
"... es bleiben zwei verschiedene Dinge, die Kunst und die Religion" -
das ist auch meine Meinung.
Ich glaube das steht doch für alle außer Frage. Die Kunst ist nur die Kunst!
Sie ist nie Religion, Politik oder was immer wir in ihr sehen mögen. Wenngleich sie alle Bereiche menschlichen Denkens aufnimmt und nicht selten beeinflusst.
Sie ist einzig das, was ihr Schöpfer uns schenkt.
Ich fände uns auch um vieles ärmer, würden wir es religiösen oder politischen oder überhaupt "andersdenkenden" Menschen absprechen künstlerisch zu empfinden und das befruchtend auszudrücken.
Liebe Grüße von Clemens

christliche Liedermacher
Verfasst: Fr 23. Jun 2006, 13:38
von Tonski
Liebe Petra,
danke für Deine Hilfe, ich war mit der Zitateneinfügerei tatsächlich überfordert!
Zu Deinem Beitrag: es gibt wunderschöne Kirchenlieder, gerade neulich habe ich bei einer Feier in Tirol ein wunderbares protestantisches Kirchenlied gehört, sowohl was den Text, als auch die Melodie betrifft!
In der ganzen Diskussion, die mir ordentliche Freude bereitet, wollte ich eigentlich nur die beiden Dinge auseinander halten. So wie ich die Trennung von Religion sprich Kirche und Staat für wichtig halte, so auch religiöse Kunst (etwa Kirchenlieder) und Kunst allgemein (also etwa ein Lied wie "Viertel vor sieben" von Mey)!
Ich hoffe se geht Dir so gut als irgend möglich,
liebe Grüße aus Wien
Günter, vulgo Tonski
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 6. Jul 2006, 20:39
von ArnoKrumm
Hi,
bin eigentlich zufällig auf diese homepage gestoßen,
denn ich bin seit über 30 Jahren christlicher Liedermacher.
Aber Liedermacher mit christlicher Botschaft.
Die ist nunmal kompromislos. Siehe Neues Testament.
Habe aber "komischerweise" selten ein Konzert im kirchlichen Umfeld gegeben. Meistens in Teestuben, Gefängnissen,
Zelten, auf der Straße usw. usw.
Meine persönliche Erfahrung ist: Man hört gern christlich religiöse Lieder von Gott oder christlich soziale Ansätze, aber nicht herausfordernde Lieder mit Jesus im Mittelpunkt.
War um 1970 als Jugendlicher politisch orientiert. Habe auch entsprechende Lieder gemacht. Bis ich einen Freund traf, der vormals in der DKP war. Er erzählte mir von Jesus. Später änderten sich meine Lieder.....
Gott segne Euch
Arno Krumm
www.folkfish.de
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 6. Jul 2006, 22:05
von Carsten K
Hallo Arno,
erstmal herzlich willkommen hier! Du kannst sicher eine Menge dazu sagen und schreiben, was es für dich bedeutet, christlicher Liedermacher zu sein. Du hast bestimmt gelesen, wie hier über Dein Genre gedacht wird, und ich würde mich freuen, wenn Du hier aus Deiner Sicht Stellung dazu beziehen würdest...

Erst dachte ich ja, Du wärst der berühmte Arno von "Arno & Andreas", den Idolen meiner Jugend

, aber jetzt, wo ich gerade Deinen Song "Du kannst die ganze Welt bereisen" höre, weiß ich natürlich, dass Du ein anderer bist...

Ich bin zwar schon lange keiner mehr, aber ich hab auch meine Erfahrungen als christlicher Liedermacher gesammelt, und Teestuben, Zelte (Zeltmission) und die Straße (missionarische Straßeneinsätze) sind doch durchaus ein sehr christliches Umfeld, oder?
Auf alle Fälle hezlich willkommen hier, und ich würde mich freuen, mehr von Dir hier zu lesen.
Liebe Grüße
cARSCHti
christliche Liedermacher
Verfasst: Fr 7. Jul 2006, 16:15
von Michael
ArnoKrumm schrieb:
Bis ich einen Freund traf, der vormals in der DKP war. Er erzählte mir von Jesus.
Die Wege des Herrn sind unergründlich... :gruebel:
christliche Liedermacher
Verfasst: So 9. Jul 2006, 18:18
von ArnoKrumm
Hallo cARSCHti,
ich möchte hier mit einem kurzen Überblick über christliche Liedermacher antworten. Vielleicht wird alles ein wenig technisch, aber sonst würde es wohl zu lang werden.
Auch werde ich alles vereinfachen und mich fast nur auf das musikalische beschränken. Nagel mich auch nicht auf Aussagen wie z.B. weltliche Musik/christliche Musik fest,
das dient nur zur Verständlichkeit.
1.)Amerika
Wie vieles in der Musik begann alles Ende der 60er Jahre in den USA. Aus der Hippie-Bewegung heraus entstand die Jesus-Bewegung. Bekannte und weniger bekannte Musiker die weltliche Musik gemacht hatten, begannen nun christliche Texte zu schreiben, nachdem sie sich zu Jesus bekehrt hatten.
Lass mich das die Liedermacher -Linie A- nennen. Also Leute, die früher weltliche Musik gemacht hatten, machten jetzt christliche Musik. Einige bekannte Vertreter:
A) Barry McGuire (bekannter song: eve of destruction), Richie Furay (Bufferloh Springfield/Poko), Paul Stookey (Peter, Paul and Mary), Dan Peek (America), John Michael Talbot (Mason Proffit).....
Kirchliche Jugendliche sprangen später auch auf den Zug auf, und wurden besonders in den USA zu bekannten Stars. Ich nenne das mal die Liedermacher -Linie B-. Sie hatten keine
weltliche Musik gemacht, wurden aber jetzt durch Linie A animiert moderne christliche Musik zu schreiben. Bekannte Musiker:
B) Amy Grant, Michael W. Smith, Michael Card....
Die Texte der Linie B waren nicht mehr so direkt und sprachen mehr ein kirchliches Publikum an. Später ging die Linie A mehr oder weniger in der Linie B auf oder unter.
Seichtes oder religiöses Vokabular sind auch im kirchlichen Bereich eher auszuhalten.
2.)Deutschland
Die Jesus-Bewegung schwappt nach Europa über, hat aber nicht die Größe und den Einfluss wie in den USA. Der „Boden“ ist hier anders. Christliches hat hier nicht den Stellenwert
und ist auch negativer besetzt. Was Erziehung so alles ausmacht. Auf christliches wird hier oft mit Zynismus reagiert, als eine Art Schutz. So ist das in Deutschland eigentlich
umgekehrt. Linie A sind Wenige und Linie B Viele. Bekannte Musiker in Deutschland:
A.) Markus Egger (spielte im Musical Hair), Inge Brück (Schlagersängerin und Schauspielerin), Rolf Sprave, Rockgruppe Eden......
B) Manfred Siebald, Arno&Andreas, Clemens Bittlinger, Christoph Zehendner, Harmut Nitsch, Jürgen Werth...
Zur Linie B könnte ich noch viele Namen hinzufügen. Zur Linie A nur noch ganz Unbekannte oder ich habe sie vergessen. Linie A hatte keine große Lobby, da das kirchliche Publikum eher zur Linie B neigte.
Jetzt ist es fast schon zuviel geworden. Na ja, und heute ist wieder alles ganz anders.....
Gottes Segen
Arno Krumm
www.folkfish.de
christliche Liedermacher
Verfasst: Mo 10. Jul 2006, 13:59
von Pepita
Jesus - der 1. liedermacher überhaupt!
Pepita
christliche Liedermacher
Verfasst: Di 11. Jul 2006, 12:19
von fille
Hallo liebe Leute!
Er ist zwar kein Liedermacher, passt aber doch zum Thema:
Der rockende Abtprimus Wolf (66), oberster Benediktiner und Sprecher von rund 7500 Mönchen und 17000 Ordensfrauen.
Seine Band "Feedback" hat er gegründet als er noch Erzabt von St. Ottilien war - die Bandmitglieder hatten das Internat besucht.
Er steht im Ornat auf die Bühne, spielt E-Gitarre und Querflöte. Außerdem spielt er auch "highway to hell" - ein Lied vor dem viele Eltern Höllenangst haben, da es wohl ihre Kinder verderben könnte

(Wie die kleine Hexe

)
Liebe Grüße
Marianne
christliche Liedermacher
Verfasst: Di 11. Jul 2006, 14:16
von Gast
Hallo Glamour!
Am 16. Juli kommt - sicher zu spät für Deine Arbeit - eine Sendung für Dich: 20.05 Uhr Deutschlandfunk über die Liedermacher der Burg Waldeck.
Gruß, X.
christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 12. Jul 2006, 15:02
von Pepita
hallo
und am 14. + 15. juli gibt es in bad staffelstein in klostr banz
songs an einem sommerabend
mit vielen liedermachern (hannes wader, reinhard mey, klaus hoffmann, konstantin wecker, ludwig hirsch, haindling)
das ganze wird auch im fernsehen zu sehen sein, 15., BR.
viel spaß
pepita
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 13. Jul 2006, 10:04
von Petra
das ganze wird auch im fernsehen zu sehen sein, 15., BR.
:frage: :frage:
Das würde mich sehr wundern. Nicht, dass es im Fernsehen gezeigt wird, aber wenn es am 15.7. gezeigt werden würde. Die Songs an einem Sommerabend wurden noch nie live übertragen, und in meinem Fernsehheft gibt es auch keinen Hinweis darauf.
Viele Grüße von Petra
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 13. Jul 2006, 15:25
von Doro1100
Petra hat natürlich Recht..
Ein Mitschnitt der Konzerte wird am
Sonntag, 6. August 2006 in Bayern2 Radio
von 15.05 Uhr bis 17.00 Uhr und am
Dienstag, 15. August 2006 im Bayerischen Fernsehen von 23.00 Uhr bis 1.00 Uhr ausgestrahlt
Info von BR-Online - Studio Franken
Mehr Infos zu 20 Jahren "Songs an einem Sommerabend" auch: hier
Gruß Doro
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 13. Jul 2006, 16:54
von Petra
Petra hat natürlich Recht..
Nun ja, so halbwegs.

Da stand ja nur 15.. Ohne weiteren Zusatz bin ich halt davon ausgegangen, dass der 15. des laufenden Monats gemeint ist, ansonsten könnte es ja jeder beliebige andere Monat sein. Aber immerhin - der 15. August ist ja auch ein 15.
Vielen Dank, Doro, für die genauen Daten, diese Sendungen interessieren mich natürlich sehr.
Viele Grüße von Petra
christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 9. Apr 2008, 21:55
von Reino
Skywise schrieb:
Sœur Sourire, die Frau, die mit "Dominique" wahrscheinlich einen der erfolgreichsten geistlichen Titel verbuchen konnte, trat aus dem Kloster aus und sang später auch ziemlich belanglose Schlager.
Das ist eine traurige Gechichte. Erst spendete sie alle Einnahmen aus ihrer Musik dem Kloster, da sie das Armutsgelübde abgelegt hatte, dann ließ die Kirche sie hängen, als das Finanzamt horrende Nachforderungen stellte. Später trat sie möglicherweise nicht ganz freiwillig aus dem Kloster aus, als sie sich als Lesbe outete.
Am 30. März 1985 begingen Jeanine Deckers (Luc-Gabrielle/Soeur Sourire/Luc Dominique) und ihre Lebensgefährtin Annie Pecher mit Schlaftabletten in ihrem Haus in Wavre, in der Nähe von Brüssel, Selbstmord.
http://de.wikipedia.org/wiki/Soeur_Sourire
Skywise schrieb:
Erstens ist mir nicht ein einziger rein "christlicher" Liedermacher bekannt, der von seiner Kunst leben könnte

Selbst die populärsten christlichen Liedermacher gingen oder gehen nebenher noch anderen Berufen nach.
Mir wurde mal vor Jahren erzählt, daß die Plattenverkäufe nach Konzerten bei christlichen Konzerten (vielleicht gings da auch um christlichen Pop) locker reichen würde, um in den Charts vertreten zu sein. Vielleicht werden da ja auch alle Einnahmen gespendet ...
christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 27. Jul 2016, 17:22
von Liedertom
Hallo,
wenn Du noch immer auf der Suche nach "christlichen Liedermachern" bist, solltest Du auch mal den hier noch nicht erwähnten Jonathan Böttcher googeln.
Der war zur Hoch-Phase der christlichen Liedermacherei, die aber schon deutlich im letzten Jahrhundert lag, noch mit seinem Partner Laurent Quiros als "Jonathan & Laurent" unterwegs und zählte damals neben den erwähnten Herren Clemens Bittlinger und Arno & Andreas zu den Top - Acts der Szene.
Jonathan ist noch heute eifrig unterwegs und macht das auch hauptberuflich. Was mir an vielen seiner Lieder gefällt, ist, dass er seinen Glauben in seinen Texten nicht wie viele andere christliche Liedermacher in frommen Worthülsen verpackt, nach dem Motto: Wenn nicht möglichst viel "Gott", "frohe Botschaft", "Lobpreis" im Text vorkommt, ist es kein christlicher Text. So etwas macht Jonathan wie gesagt nicht, und das ist gut so.
Jonathan hat auch eine Homepage, über die Du ihn auch kontaktieren kannst. Ich bin mit ihm befreundet und kann Dir sicher vorhersagen, dass er sich gern die Zeit nehmen wird, mit Dir in Kontakt zu treten und dir für Deine Arbeit ggf. Fragen zu beantworten. Kannst ihm ja einen Gruß von Thomas aus Aalen sagen. Dann erst recht ...
Viel Erfolg und liebe Grüße
Thomas
christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 27. Jul 2016, 19:08
von Petra
wenn Du noch immer auf der Suche nach "christlichen Liedermachern" bist, solltest Du auch mal den hier noch nicht erwähnten Jonathan Böttcher googeln.
Naja, die Anfrage war vom 14. Juni 2006. Innerhalb dieser gut zehn Jahre wird die Abipräsentationsprüfung hoffentlich irgendwann über die Bühne gegangen sein.

LG Petra
christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 27. Jul 2016, 20:52
von Carsten K
Wenn Ihr Euch für christliche Liedermacher(innen) interessiert, kann ich Euch wärmstens Stephanie Heinen empfehlen, eine liebe Freundin und Kollegin aus Schul- und Jugendgruppenzeiten, mit der ich damals Anfang der 80er viel zusammen gemacht habe, und für die ich mich umso mehr freue, dass sie in den letzten Jahren wieder verstärkt mit ihrer einzigartigen Gesangsstimme als Musikerin unterwegs ist, und mit ihren Gedichten, die echt unter die Haut gehen...
Ihr könnt Steffi und ihren Ehemann Marc nicht nur für Gottesdienste oder sonstige christliche Veranstaltungen engagieren, sondern auch ganz privat zu Euch nach Hause (z. B. zum "Hauskonzert") einladen...
Und natürlich zum nächsten LT, was ich selbstverständlich ebenso tun werde...

LG Carschti
christliche Liedermacher
Verfasst: Do 28. Jul 2016, 10:54
von Liedertom
UUUPS, OK ...

Da, wo in der Jahreszehl die Null stand, hab ich eine 1 gesehen, also 2016, und dachte, da kann man ja mal drauf antworten ...
Lesen sollte man können ... :kopfkratz:
Liebe Grüße von
Thomas
christliche Liedermacher
Verfasst: Fr 29. Jul 2016, 13:03
von Reino
Gast schrieb:
Um nochmal zum Anfang der interessanten Diskussion zurückzukommen. Glamour fragte nach der Entstehung der Liedermacherszene in Deutschland. Ich nehme an, dass die Szene gemeint ist, die nach Burg Waldeck Anfang der 60-er Jahre aus einem Folklorefestival entstand, und aus der unter vielen anderen auch Hannes Wader und Reinhard Mey hervorgegangen sind und die auch heute noch nach über 40 Jahren bekannt sind. Alles ohne Wertung. Den "Stempel" Liedermacher soll Wolf Biermann um 1960 herum geprägt haben.
Irgendjemand hat doch mal das SPIEGEL-Archiv nach der ersten Nennung des Begriffs "Liedermacher" durchsucht. Das muß so etwa 1967 gewesen sein. Die Liedermacherszene ist also älter als der Gebrauch dieses Begriffes. Und schon lange vor Degenhardt gab es ja Hanns Dieter Hüsch, Heinz Erhardt (der trat zu Beginn seiner Karriere als Sänger lustiger Lieder auf und begleitete sich recht virtuos am Klavier) und Walter Andres Schwarz, der Deutschland mit seinem Chanson "Im Wartsaal zum größen Glück" beim Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea vertrat. Und auch Kaplan Fluy nahm wohl schon vor dem Waldeck-Festival (auf dem er natürlich nicht auftrat, das war eine bündische Veranstaltung) seine erste Schallplatte auf.
Re: christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 5. Sep 2018, 21:33
von LiedermacherLukas
Ich glaube ja (das ist jetzt schon wieder zweideutig), dass sich christliche Liedermacher nicht so scharf von säkularen Liedermachern trennen lassen. Aus meiner christlichen Sicht ist alles besingbare auch Teil von Gottes Schöpfung.
Ich bezeichne mich als christlichen Liedermacher, weil ich u.a., aber eben sehr deutlich, von meinem christlichen Glauben singe. Das widerspricht auch nicht der Wikipedia-Definition des Liedermachers. Natürlich vertone ich nicht nur Psalmen und Bibelgeschichten, sondern ich greife auch gesellschaftliche Missstände auf (taten Nehemia (altes Testament) und Jesus (neues Testament) im übrigen auch, und ich singe viel von Liebesdingen (aus meiner Überzeugung ein absolut göttlich Ding.
Re: christliche Liedermacher
Verfasst: Mi 5. Sep 2018, 22:50
von Carsten K
LiedermacherLukas hat geschrieben: Mi 5. Sep 2018, 21:33
Ich glaube ja (das ist jetzt schon wieder zweideutig), dass sich christliche Liedermacher nicht so scharf von säkularen Liedermachern trennen lassen.
Stimme ich dir zu, Lukas, und nicht wenige meiner "sekulären" Liedermacher-FreundInnen sind christlichen Glaubens, ohne dass sie sich deswegen als "christliche LiedermacherInnen" bezeichnen würden, manche dagegen schon, zugegeben, aber als "sekuläreR" LiedermacherIn hat sich mir bislang noch keineR meiner KollegInnen vorgestellt...
