Pressemitteilung: https://www.promusikverband.de/post/musikerinnen-erheben-ihre-stimme-wir-fordern-von-der-bundesregierung-wucher-tickets-zu-verbieten/Der Ticketzweitmarkt entwickelt sich zunehmend zu einem unregulierten Parallelmarkt mit erheblichen Folgen für Fans und die gesamte Livebranche. Tickets werden automatisiert aufgekauft und anschließend zu unsittlichen Wucherpreisen weiterverkauft. Ticketpreise von bis zu 5.500,- € sind auf den einschlägigen Seiten zu finden.
Gemeinsam mit dem Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) haben wir als PRO MUSIK einen Offenen Brief an die Bundesregierung initiiert, der von einem breiten Bündnis aus namhaften Künstler*innen, Veranstalter*innen und Branchenverbänden unterzeichnet wurde.
Offener Brieg im Wortlaut: https://www.promusikverband.de/wp-content/uploads/2026/05/Offener-Brief_Ticketzweitmarkt-Gegen-Wucher-und-Betrug-PRO-MUSIK.pdf
Zu den Unterzeichnern gehören u.a. (die großen Namen der obersten Zeile):
Die Toten Hosen, Nina Chuba, Die Ärzte, AnnenMayKantereit, Johannes Oerding, Ikkimel, ...
... und wenn man jetzt mal nach Liedermachern im weitesten Sinne Ausschau hält:
Stoppok, Miss Allie, Chrstina Lux, Faber, Johannes Oerding, Thees Uhlmann, Element of Crime, Bernd Stelter, ...
... und unter den Firmen sticht mir insbesondere die
Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH ins Auge (die Touren für Herman van Veen und für Klaus Hoffmann macht) sowie natürlich manche Ticketing-Konkurrenten der Marktriesen:
Tickettoaster GmbH (darüber macht z.B. Dota ihren Ticketshop), Reservix GmbH, TixforGigs/Fluffy Clouds, ...
Was sagt Ihr zu alledem?
Ich selbst halte es für ein wichtiges Thema (das aber insbesondere größere Künstler betrifft) und begrüße es, daß ein Ruf nach Veränderung laut wird.
Allerdings halte ich "Kernelement" Nummer 1 für übers Ziel hinaus geschossen, schaut mal:
Manche Künstler machen das schon so, z.B. die Broilers. Deren Tickets darf man nur über die Plattform "re:sale" zurückgeben. Aber "zurückgeben" heißt natürlich, es muß erst einmal ein Käufer gefunden werden. Und man darf den Preis nicht selbst festlegen (Originalpreis ist ja löblich, aber hat auch seine Tücken). Und es werden wieder Gebühren abkassiert. Einfach als Privatperson bei Kleinanzeigen jemanden finden? Verboten. Tja, vielleicht hätte man das mehrmalige Gebührenzahlen, also den de-facto-Verlust, umgehen können. Oder man hätte lieber selbst einen superniedrigen Preis angesetzt nach dem Motto "besser irgendwie loswerden als Ticketverfall". So viel freier Markt sollte einer Privatperson doch erlaubt sein, oder?Veranstalterrecht auf Weiterverkaufskontrolle: Veranstalter*innen sollen gesetzlich das Recht erhalten, festzulegen, auf welchen Plattformen Tickets weiterverkauft werden dürfen und Angebote außerhalb autorisierter Kanäle per „Notice and Takedown“ löschen lassen zu können.
Für Liedermacher, deren Tickets in den meisten Fällen nicht super-begehrt sind, wäre ein Klima, in dem Ticketkäufer sich denken "wenn ich bis dahin krank werde, muß ich mich mit Plattform XY rumschlagen", sicherlich nicht förderlich, um die ach-so-wichtigen Vorverkäufe anzukurbeln.
Die wahren Geschäftemacher sollte man ins Visier nehmen.
Beste Grüße
