Maren schrieb:
ich habe aus Versehen aus dem B ein D gemacht und so wurde aus Bodo ein Dodo. Ich habe keinen Ahnung, ob es diese Vögel wirklich je gegeben hat. Aber wer immer "Ice Age" geguckt hat, weiß, warum es sie auf jeden Fall jetzt nicht mehr gibt.
Ja, die Dodos gab es. Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet Raphus cucullatus (auf deutsch: "Kuckucksähnlicher Rettich").
"Dodo" wurde er genannt, weil die Portugiesen diesen Vogel "doudo" schimpften (= "Einfaltspinsel").
Der Hintergrund war sehr einfach: der Dodo hatte auf Mauritius, seiner natürlichen Heimat, keine Feinde. Sprich: er brauchte nicht fliegen zu können, Rennen war auch nicht an der Tagesordnung, Futter fand er im Übermaß, weil es auch Bäume gab (sogenannte "Dodonußbäume"), deren Früchte nur sein harter Schnabel knacken konnte ... mit anderen Worten, der Vogel lebte wie im Paradies. Bis die Seefahrer kamen, die Hunger hatten und auf Mauritius höchstens mal einen Zwischenstop einlegten, um sich mit Nahrung zu versorgen. Dodos zu fangen war leicht, weil sie ja keine natürlichen Feinde hatten und somit nicht auf Defensive eingestellt waren. Also konnte es passieren, daß ein Matrose sich nur hinsetzen und einen originellen Eindruck machen mußte, um einen Dodo zu fangen - der kam dann nämlich neugierig rüber. Ein bequemer Fang also. Aber einer, der seinen Preis hatte: das Fleisch des Dodo war zwar ungefährlich, aber ziemlich ungenießbar. Daher nannten die holländischen Seefahrer das Viech auch "Walgvogel", also "ekelhafter Vogel".
Der Vogel wird übrigens erstmals Ende des 16. Jahrhunderts erwähnt (von Seeleuten, wer hätt's gedacht ...). Hundert Jahre später gab es ihn offiziell nicht mehr.
Daß es den Dodo aber gegeben hat, ist unbestritten. Einige der Vögel wurden nämlich gefangen und als Sensation nach Europa gebracht, wo sie von Künstlern gemalt oder skizziert wurden, es wurde viel über sie diskutiert etc. Allerdings scheinen sich die Vögel in der Gefangenschaft noch einmal intensiv über die eigene Vermehrung Gedanken gemacht zu haben - jedenfalls gab es kurze Zeit später keine gefangenen Vögel mehr. Man weiß von einem Exemplar, das nach Oxford kam und dort präpariert wurde. Aber weil offensichtlich ein Stümper am Werk war, hat man die mottenzerfressenen Reste etwa 100 Jahre später entsorgt. Nur der Kopf und ein Fuß sind von diesem Präparat erhalten geblieben. Erst im Jahr 1848 entstand das erste wissenschaftliche Werk über den Dodo, das auch heute noch mangels neuer Erkenntnisse als Maßstab gilt.
(Wissensquelle: Cécile Curtis, Imme Dros, Harry Geelen, Michael Jupp, Eva Marder "WWF - Im Tal der Tiere", Bertelsmann Verlag, 1980)
Übrigens konnten die Dodos weder dichten, komponieren, singen noch Klavier spielen, von daher ist eine Verwechslung mit Bodo unter natürlichen Umständen nicht gegeben, zumal sich Herr Wartke auch noch des Lebens erfreut und aus weit mehr besteht als nur Kopf und Fuß

Gruß
Skywise
P. S. Weitere Informationen zum Dodo finden sich im Dodohaus.