Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?
Nun reicht`s Mal – schlimmer geht’s nimmer!
Vor einem Jahr rief mich der deutsche Schallplattenpreis an, lobte meine CD-Produktion und empfahl mir unter anderem, den Kontakt zu „Ein Achtel Lorbeerblatt“ herzustellen. Ich bewarb mich für eine Rezension zur CD des Monats und für die Liederbestenliste. Nachdem ich zwar mit „Tausend alte Lieder“die meisten Klicks verzeichnen konnte, entschied die Jury anders – darf, kann, soll sie. Meine Anfrage daraufhin, doch noch eine CD-Besprechung ins Netz stellen zu dürfen, wurde dahingehend beantwortet, dass man nicht genug Rezensenten habe und ich deshalb noch warten müsse. Zu diesem Zeitpunkt habe sich niemand gefunden.
Angesichts ihres Mangels an „Schreibern“ habe ich mehrfach meine Dienste angeboten – keine Reaktion. Jetzt war Anne so freundlich „Mein Herz will tanzen“ zu besprechen und der EAL-Redaktion zu zu leiten. Sie lehnten die Veröffentlichung mit der Begründung ab, dass es jetzt doch ein bißchen spät sei – und ich „könnte mich mit einem künftigen Album gerne wieder melden“.
Auf mein Angebot, für die EAL Rezensionen bzw. Besprechungen zu fertigen, erfolgte ein Jahr lang keine Reaktion. Jetzt, auf meine Nachfrage hin, war die Begründung, dass man im Team „das Gefühl haben müsse“, dass die „Schreiber gut in unser Team passen“ …. .
… was sie alles tun wollen für Liedermacher – die Lockstoffe ihrer Ausschreibungen riechen ziemlich übel und verführen bestenfalls, allzu naive „Newcomer“ sich auf E inen A lten L obbyistenhaufen einzulassen, der sich bei näherem Hinsehen als reine Ver - sprecher entpuppen.
Nach diesem Akt habe ich mich zu einem „Log out“ entschieden. Nur gut, dass ich ihren weinerlichen Mitfinanzierungsanfragen nicht nachgekommen bin – so hält sich der Schaden in Grenzen. Ich habe nicht nur „das Gefühl“, dass bei EAL Anspruch und Wirklichkeit weit auseinanderliegen, sondern nun mehr die belegbare Erfahrung.
Lieber Matthias, liebe Mitlesendinnen und -de,
vorweg: Bitte um Nachsicht für die Ausführlichkeit, aber eine Kürzung war mir zu mühsam... hab länger überlegt, ob ich den fertigen Brief ins Forum setzen sollte, dann aber den Wunsch gehabt, auch weiterhin in den Spiegel schauen zu können und mich an Leuten orientiert, die in anderen Zusammenhängen auch nicht gekniffen haben. Einer davon - Moßmann - ist inzwischen von uns gegangen und fehlt seither.
Ich halte es für ungut, wenn jemand, der aus seinem Herzen keine Mördergrube macht, auf seine Kropfleerung so gar keine Reaktion erhält - auch nicht von denjenigen, die sich angesprochen fühlen sollten oder die vielleicht an der Kropfleerung Anstoß nehmen oder sie zumindest teilweise gutheißen. Da wundere ich mich. Aber vielleicht ist Verwunderung ja auch überzogen, und möglicherweise stellt sich diese auch erst ein, wenn man selbst erstaunlich-befremdliche EAL- Erfahrungen sammeln konnte. Eine nachträgliche Einordnung verhilft dann unweigerlich zur Erkenntnis, dass es einfach nicht lohnt, sich drüber aufzuregen.
Ich hatte auch EAL-Irritationen und will sie jetzt mal als Antwort für Dich aus der Erinnerung holen, damit Du merkst, Du stehst mit Deinen Irritationen rund ums EAL nicht allein da. Und ich schreib sie auch mal ausführlicher auf, damit vielleicht der/die eine oder andere, der/die in Versuchung geraten könnte, einer EAL-Verlockung zu erliegen, zumindest erahnen könnte, auf was er/sie sich vielleicht einlässt. Vielleicht sind wir, lieber Matthias, ja die einzigen "Irritierten", vielleicht aber auch nicht. Vielleicht haben andere ihre Irritationen inzwischen längst nach unangenehmem Drauf-Herum-Kauen bei schlechtem Geschmack nur hinuntergeschluckt, um nicht zu sagen gewürgt, damit der Hals wieder dünner wird. Oder aber sogar gute Erfahrungen machen können - wobei mich dann das Erwartungsniveau interessieren würde...
Vorausgeschickt sind allerdings zwei Erfahrungen, die zumindest bei mir den zuversichtlichen Eindruck erweckt hatten, es könnte beim "Magazin für "Liedermacher, Chansons und Kleinkunst" Grund für die Hoffnung geben, dort auf breites Interesse an der doch so breiten Liedermacherszene zu stoßen. In meinem Falle gab es 2013 einen Artikel von Helmut, der seine ersten Konzerterlebnisse mit mir positiv bilanzierte (noch auffindbar und damit nachlesbar), und es gab - soweit ich mich erinnere - nach dem LT 2014 eine Rezension, die Anne zu meiner "Momentaufnahme 1" verfasst hat und die zumindest eine Zeit lang nachlesbar gewesen ist. Inzwischen ist sie verschwunden, warum auch immer (weil die CD kein eingeschweißtes Industrieprodukt war? Oder wegen ausgebliebenem Devotismus?)
Vor deutlich mehr als Jahresfrist fanden sich im EAL werbende Hinweise auf Möglichkeiten für Liedermacher, in Berlin Konzerte zu geben: Einmal monatlich donnerstags im Cafe Budzinske und gelegentlich samstags an einem anderen Ort mit "Liederlich-Konzerten", wo dann auch Video-Clips erstellt werden könnten. Alles unter organisatorischer Beteiligung, wenn nicht gar Federführung des EAL oder seines Primär-Protagonisten. Dies ließ mich neugierig anfragen, aber bis zur Mitteilung, man habe meine Interessenbekundung gerne in einem Ordner abgeheftet und bitte nun unter Umständen um viel Geduld, verging ein knapper Monat. Immerhin war die Beteuerung dabei, man freue sich darüber, dass man mich nun in diesem Ordner abgeheftet habe. Dies lesend drängte sich mir die Frage auf, ob es den EAL-Machern weniger um Konzerte, sondern eher um eine Ordnerfüllung gehen mochte...
Nach geraumer Zeit erhielt ich dann aber tatsächlich eine ganze Reihe möglicher Termine vorgeschlagen, von denen ich mir einen aussuchen sollte. Zwar nicht für ein "Liederlich"-Konzert am Wochenende mit Video-Aufzeichnungen, das ich eigentlich interessanter fand und dies auch geschrieben hatte, sondern fürs Cafe Budzinske mitten in der Woche. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, wählte ich aus den vorgeschlagenen Terminen den nächstbesten unbesetzten (hab ja Zeit... bin ja Rentner...), der bereits wenige Wochen danach anstand, bekam tatsächlich die Zusage und informierte umgehend über meine eigene Mailingliste meinen Bekanntenkreis in Berlin über das vereinbarte Konzert im Cafe Budzinske.
Mein nächstes Erstaunen betraf die anschließenden Werbeaktivitäten des EAL für dieses Konzert in einer Konzertreihe, die als eigene des EAL angepriesen worden war. Da passierte auf der EAL-Seite im Netz nämlich zunächst einmal wahrnehmbar so gut wie kaum was. Erst ausgesprochen zeitnah - also für Langzeitplaner unter möglichen Interessenten reichlich spät - gab es einen Hinweis, mit dem ich kaum noch gerechnet hatte. Immerhin im wesentlichen ein von mir empfohlener, eigener Text... stand also schon mal nix Falsches drin...
Über die Gründe dieser Werbezurückhaltung lässt sich nachträglich nur spekulieren: Vermutlich wird bei Nachfrage auf die beschränkte Personalkapazität verwiesen, die mehr Werbung nicht möglich gemacht habe... Ja, so ist das. Eigene Veranstaltungen, wenn man sie zur Zufriedenheit aller Beteiligten durchführen will, machen Arbeit. Ich spreche aus 16-jähriger Erfahrung nach knapp 300 Hauskonzerten, parallel zum Berufsalltag... Wenn man die Mühen scheut, sollte man es lassen.
Hätten sich nicht knapp anderthalb Dutzend Leute über meine eigene Mobilisierung eingefunden (zum offensichtlichen Erstaunen der Veranstalter, die vernehmbar darüber spekulierten, wie dies denn nun zu erklären sei...), wäre das Cafe mit nicht mal einem halben Dutzend Zuhörern recht übersichtlich ausgelastet gewesen. Aber auf dieses Risiko hatte der Repräsentant des EAL mich immerhin vorher ja auch hingewiesen (allerdings nicht darauf, dass man sich werbemäßig selbst im eigenen Medium kaum ins Zeug zu legen beabsichtigen würde...) Alles in allem war es doch ein schönes, wenn auch nicht üppig besuchtes Konzert, von dem sogar die GEMA profitiert hat.
Das nächste Erstaunen betraf die "Nachbesprechung" meines Konzertes, denn obwohl es ja in dieser EAL-Veranstaltungsreihe stand, passierte nichts, nicht mal eine Erwähnung in einer Liste der stattgefundenen Konzerte, als ob es - im Unterschied zu anderen Konzerten dieser Reihe - nie stattgefunden hätte. Dies könnte mehrere Rückschlüsse erlauben:
1. Mein Konzert wäre so dermaßen schlecht gewesen, dass es auch nicht mehr der Rede wert gewesen wäre. Die mündlich eingesammelten Reaktionen haben aber das Gegenteil angedeutet.
2. Das Konzert wurde von einem Künstler gegeben, den man eher ungern präsentiert hatte. Warum hat man dann?
3. (könnte sich an 2. anschließen) Es gab bei demjenigen, der als offizieller Repräsentant bzw sogar ja eigentlich als Gastgeber vom EAL zugegen war, offenkundig nicht die Spur einer Lust, sich nachträglich mit dem Konzertgeschehen nachlesbar auseinanderzusetzen. Jedenfalls vernahm ich auf meine Nachfrage, ob da was erwartet werden könne, nur ein "Och nööö, ich glaub mal eher nicht..."
Fazit: Engagement und Interesse der Veranstalter an zumindest dem konkreten Konzert mit mir in ihrer eigenen Veranstaltungsreihe war offenkundig nahezu Fehlanzeige. Übrigens: Nicht mal im EAL-Künstler-Archiv der alphabetisch aufgelisteten "Liedermacher" findet sich bis heute mein Name, trotz der oben erwähnten beiden Artikel, die immerhin eigentlich beide im Beitrags-Archiv vorhanden sein müssten, und trotz des Konzertes in der eigenen Veranstaltungsreihe... ein Schelm, der Zufall ausschließt???
Bliebe die Frage: Warum veranstaltet man Veranstaltungen, an denen einem offensichtlich nichts liegt? Eine schlüssige Antwort ist nicht erkennbar - eine mutmaßliche Erklärung könnte mir dämmern, obwohl mir der Zusammenhang nicht einleuchten mag: Ich hatte auf eine Crowdfunding-Anfrage des EAL-Chefs Mitte letzten Jahres nichts von mir hören lassen. Diese Anfrage war nicht zugunsten des EAL, sondern der Liederbestenliste. Diese hatte allerdings für mich, der ich jahrelang als "Nebenerwerbskünstler in kompletter Unabhängigkeit" unterwegs war, also ohne aus Eigeninteresse geblasenem Rückenwind einer Firma oder Agentur und ohne Lust auf unrentable Investition in eine teure Studio-Produktion, schon einige Jahre zuvor ihre Attraktivität verloren. Auch singuläre CD-Erstellungskosten und Porto für den Versand an die Jury-Mitglieder läppern sich zusammen, und ich mag mich auch ungern einem Vergleich zwischen Äppeln und Birnen aussetzen. Ich konkurriere eher mit Bootleg-Produktionen. Von eigenen Crowdfundraising-Aktionen des EAL oder Mitfinanzierungsanfragen, vulgo "Bettelbriefen" hab ich nie was mitbekommen... Ist mir da was entgangen?
Bliebe der Rückschluss für eigene künftige Erwartungen ans EAL: Besser gar keine zu hegen. Genährt wird diese ernüchternde Feststellung nicht zuletzt auch durch die Fehlanzeige in der Würdigung des verstorbenen Liedermachers Walter Moßmann, bei dem sich die Redaktion des EAL nicht nur nicht in der Lage sah, selbst (mit z.B. wenigstens der Hilfe von Wikipedia) einen Nachruf zu verfassen (was noch mit Nachsicht entschuldbar wäre), sondern es nicht mal fertig gebracht hat, für den Nachruf auf einen der wichtigsten deutschsprachigen Liedermacher des letzten halben Jahrhunderts, auf den aus Anlass seines Todes alle wichtigen Feuilletons eingegangen waren, einen anderen, kundigen Autor zu verpflichten. Man hätte es ja wenigstens mal bei demjenigen versuchen können, der die Todesnachricht ins Liedermacherforum gesetzt hatte. Ich hätt's gern gemacht, auch ohne Zeilenhonorar...
Oder einfach in die recht ausführliche "Geschichte der Liedermacherei" von Philipp Schmidt-Rhaesa zu schauen brauchen, die als mehrteiliger Artikel auf den Seite des EAL zu finden ist (jaja... man kennt offenbar seine eigenen Veröffentlichungen nicht...). Dort steht allerhand, im Kapitel zur Waldeck-Zeit auch über Walter Moßmann, und am Anfang von Teil zwei der Abhandlung steht sogar ein Foto von ihm und im Text gibt es einen ganzen Absatz über seine Rolle im Widerstand gegen das damals geplante Atomkraftwerk Wyhl am Kaiserstuhl. Man wäre also sogar bei sich selbst fündig geworden. Für eine Nachruf-Würdigung allemal ausreichend.
Aber statt dessen: Beredtes Schweigen, das nun Mutmaßungen über Kompetenzgrenzen und Ignoranzfülle erlaubt, auf die allerdings wohl eher bestenfalls Kapazitätsentschuldigungen und Verschnupftheit wegen unverfrorener Anpinkelei zu erwarten sind. Aber sorry: Wenn man's nicht leisten kann, sollte man es besser gleich ganz lassen oder zumindest keine vollmundigen Ansprüche erheben, die man nicht zu erfüllen gewillt scheint, nämlich ein wirklicher Spiegel der Liedermacherszene zu sein, "DAS Liedermacher- Chanson- und Kleinkunstmagazin", also das Fachmagazin schlechthin. Die vollzogenen Selektionen, die die breiten Lücken im Spektrum erklären, erlauben höchstens eine Anspruchsherleitung aus einem Achtel eines Achtel Lorbeerblatts... wenn überhaupt... und dann auch bestenfalls mit gaaanz kleinen Löffelchen...
Also, lieber Matthias, klappe den rechten Unterarm nach oben, wirf die Fingerspitzen quasi über die Schulter hinterher und verschwende keine Zeit im Zorn, sondern schreib lieber weiter gute Lieder, statt Dir selbst die Zeit zu stehlen. Und ob beim EAL Lobbyisten am Werke sind oder nicht - geschenkt. Berlin ist voller Lobbyisten, und sollten welche von ihnen tatsächlich an irgendwen "weinerliche Mitfinanzierungsanfragen" verschicken, wäre die runde Ablage nicht die schlechteste. Ansonsten hätte man sich zum Schaden auch noch dem Spott ausgesetzt.
Herzlich
Gerd
Dieser Beitrag enthält 1786 Wörter
Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.
Lieber Gerd,
eine überraschende Reaktion - an und für sich hatte ich vermutet, dass es auf meine EAL - Erfahrung mehr Kommentare gäbe - weiß ich doch, dass es im Forum einige gibt, die sich dort engagieren oder zumindest gute Verbindungen haben.
Vielen Dank also, dass du aus der "Null" eine "Eins" gemacht hast (ohne zwei private Rückmeldungen dabei unterschlagen zu wollen, die übrigens letztlich auch in die Richtung zeigen, die du/wir beschrieben haben)
Nicht auszudenken, wenn hieraus noch eine kontroverse Diskussion entstände, an der sich auch Herr W. beteiligen würde.
Im Ernst halte ich die Grundidee des Achtel Lorberblattes für gut und glaube, käme es zu einem "Hallo wach Effekt", wären Renovierungsarbeiten eine gute Möglichkeit, dem wieder näher zu kommen, was man sich ursprünglich dabei gedacht hat. Wenn" man" sich allerdings bereits durch eine einzelne Kritik gleich "beleidigt fühlt", gibts keine Entwicklung und auch keine Unterstützung. Schade... M.
Ihr Lieben,
ich bin kein Liedermacher, aber als Liebhaber und - ich denke, das behaupten zu können - Kenner der Liedermacher-Szene fühle ich mich zur Zielgruppe des Achtel Lorbeerblatts durchaus gehörig. Als solcher verfolge ich das Achtel Lorbeerblatt von Anfang an skeptisch.
Wie Ihr, Bardou und Gerd, wünsche ich mir ein gut recherchiertes Online-Magazin für die deutschsprachige Liedermacher-Szene. Diese Lücke versucht das Achtel Lorbeerblatt meiner Einschätzung nach seit Dezember 2011 zu füllen. Ich bin der Meinung, dass der Blog (der Begriff "Magazin" trifft meines Erachtens in keinster Weise zu) an seinem Anspruch, das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin zu sein, selbstverliebt scheitert.
Warum? Von einem "richtigen" Magazin erwarte ich eine gewisse professionelle beobachtende Distanz. Wenn Musikliebhaber laienhafte Berichte (die Links führen Euch nachfolgend zu konkreten Beispielen) für andere Musikliebhaber schreiben, hat das durchaus seine Berechtigung - aber mit einem ernstzunehmenden Magazin hat das meines Erachtens nichts zu tun. Dass die wortgenaue Übernahme von offiziellen Pressetexten für ein Magazin ein absolutes No-Go sein sollte, halte ich für selbstverständlich.
Konstruktive Kritik ist für mich ein wichtiges Merkmal eines guten Magazins. Damit einher geht für mich die größte Schwäche des Achtel-Lorbeerblatt-Blogs: Jede Veröffentlichung und jedes Konzert wird mit den großartigsten Superlativen überstülpt. Wird mal zaghafte Kritik geäußert, dann nur, um sofort wieder positiv gewendet zu werden, sodass die Kritik geradezu liebenswert erscheint. Auch das hat durchaus seine Berechtigung, wenn man beispielsweise das hehre Ziel verfolgt, für Künstler die Werbetrommel rühren zu wollen. Aber mit einem ernstzunehmenden Magazin hat auch das meines Erachtens nichts zu tun.
Radiomoderatoren und solche, die sich dafür halten, gibt es im digitalen Zeitalter wie Sand am Meer. Die Art und Weise, wie man einen Podcast oder eine Radiosendung moderiert, ist sicherlich Geschmacksache. Wenn floskelhafte Phrasen und vor Schmelz triefende Formulierungen wie im "Herbstgewitter" Überhand gewinnen, überkommt mich jedoch ein regelrechtes Schaudern (bei dieser Gelegenheit sei auf die wirklich hörenswerten Gespräche von Heiner Knapp hingewiesen, die er für Radio Berlin 88,8 von Zeit zu Zeit auch mit Liedermachern führt).
Schließlich lese ich ein Magazin nicht wegen der Radio- und TV-Tipps, die manchmal ganz nett, oft aber eben nicht die versprochenen "Juwelen" aus der "Schatztruhe" liefern.
Ich vermute, dass David Wonschewski über der Kritik an seinem Blog stehen wird - oder provokativer formuliert: Dass er über der Kritik schweben wird. Vielleicht liegt genau da das eigentliche Problem des Lorbeerblatts. Und das zukünftige Problem der Liederbestenliste...
Das Achtel Lorbeerblatt kann aber auch Vergnügen bereiten, nämlich dann, wenn man es als Leser nicht ernst nimmt, zumindest nicht so ernst wie David Wonschewski. Letztlich ist das Achtel Lorbeerblatt ein netter, kleiner Blog und somit eine Zeiterscheinung von ungewisser Lebensdauer. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Als Künstler sollte man das vielleicht bedenken, um nicht enttäuscht zu werden.
Lieben Gruß!
Marc
Gedanken eines Webseiten Betreibers, der sich ehrenamtlich um ein Liedermacher Forum kümmert:
Ich persönlich bin immer für Kritik offen und sicher, dass es den Betreibern von www.achtellorbeerblatt.de auch so geht - das ist nämlich die Seite, die hinter EAL steht. Nichts desto trotz kann ich gut verstehen, dass sich Künstler hier dazu äußern, wenn sie negative Erfahrungen gemacht haben.
Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass es nicht immer leicht ist, eine Webseite ehrenamtlich so zu betreiben, dass die Erwartungen aller Besucher zu jeder Zeit erfüllt werden können. Das ist scheinbar auch den Betreibern von EAL bewußt, denn unter dem Link "EAL unterstützen/Kontakt" findet sich folgende Erklärung:
...wichtig ist es darauf hinzuweisen, dass dieses Magazin akommerziell ist. Das bedeutet, dass sämtliche Anstrengungen “ehrenamtlich” erfolgen, an den Abenden oder in den frühen Morgenstunden, in unserer Freizeit und oftmals inmitten eines Lebens aus Job, Familie und anderen Verpflichtungen. Wir bekommen weder Geld von Musikern, noch von Verlagen oder Plattenlabels. Und auch gegen das Schalten von Werbung haben wir uns entschieden, obwohl es uns zuletzt bereits ab und an angeboten wurde.
und etwas weiter unten habe ich noch folgendes gefunden
Bedauerlicherweise erhalten wir bereits wesentlich mehr Einsendungen als wir besprechen können. Der Grund dafür ist simpel: Es scheint inzwischen mehr Leute zu geben, die CDs veröffentlichen, als solche, die über diese Veröffentlichungen schreiben, sich damit auseinandersetzen möchten. Solange dieses Missverhältnis besteht, hat es sich unser Redakteurs-Team daher zur Aufgabe gemacht in erster Linie solche Werke zu besprechen, die aus unserer Sicht dringend verbreitet und gehört werden sollten. Verrisse wird es dementsprechend vorerst nicht geben bei uns, wie auch nicht alle Alben, die wir gut finden, ihren Platz finden werden in unseren CD-Rezensionen.
Sicher ist der Anspruch, den David mit dem Titel "Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin" für seine Seite erhebt gleichzeitig auch eine Verpflichtung und weckt beim Besucher eine gewisse Erwartung. Verständlich, wenn die Enttäuschung und der Ärger dann eintreten, wenn diese Erwartung nicht erfüllt wird.
Ich möchte aber darum bitten, zu bedenken, dass es sich bei der Seite und dem Projekt um ein ehrenamtliches Engagement handelt und die Qualität aus meiner Sicht zumindest semi-professionell und absolut TOP ist!
migoe
Dieser Beitrag enthält 388 Wörter
Liebe Grüße aus Rothenburg
migoe | www.liedermacher-forum.de | 2003-2024
... Alles ist vorstellbar! Leider oder zum Glück? ... Es kommt darauf an was DU daraus machst!
Lieber Migoe,
ich habe eben einen ziemlich ausführlichen Kommentar geschrieben - abgeschickt und irgendwie ist er im Cybernetz verschwunden.
So schreibe ich jetzt zu vorgerückter Stunde nur noch: Du bist gut - das macht den Unterschied! Wer sozialkompetent, deeskallierend und achtungsvoll ein Forum "mastered," ist ehrenamtlich oder professionell
verantwortungsvoll und hat die Sache im Blick! Du machst keine Versprechungen, stehst zu Unzulänglichkeiten und hütest den Schatz derer, die ich entsprechend beim LT erlebt habe. Dafür lohnt es - Knete ist nur zum Überleben!
EAL hat an entscheidenden Stellen, wie ich finde, Fehler gemacht. Mein Einspruch war ihnen zu heftig - dafür habe ich mich entschuldigt, nicht aber für die inhaltliche Kritik.
Das Liedermacherforum hat Glück, so viele fitte Leute versammelt zu haben die sich jede(r) auf eigene Weise einbringen und wohlwollend und achtend miteinander umgehen. DAS gibt mehr Kraft, als man verbrauchen könnte... Vielen Dank an dich!
Okay, ich hatte mich mit einzelnen bzw. Betroffenen zu diesem Thema ausgetauscht und darin gesagt, dass ich mir die in diesem Thread geäußerte Kritik nicht persönlich anziehe, da mein Hauptanliegen ist, über gute Musik und Kleinkunst zu schreiben, ob es nun im Achtel Lorbeerblatt und/oder woanders veröffentlicht wird oder nicht und dann einfach ein Vergnügen ist, um den Musikern/Liedermachern positives Feedback zu geben. Das wiederum gibt doch Kraft und vielleicht sogar Inspiration zu weiteren Liedern!
Aber wo es jetzt mehrere Antworten gibt, will ich hier dazu auch etwas sagen bzw. ein paar Nachfragen stellen.
1.) Die neue Überschrift trifft es ziemlich genau - bei EAL läuft alles ehrenamtlich und in der Freizeit der Beteiligten. Gerd, es gibt kein Zeilenhonorar! Ich schreibe gerne und nehme mir dafür richtig viel Zeit - höre die CDs mehrmals, mache mir Notizen, recherchiere über die Künstler (was natürlich einfacher geht, wenn ich sie schon vom Liedertreffen kenne). Es gibt aber eben auch zahlreiche berufliche und private Verpflichtungen, sodass den Künstlern eins klar sein muss: Mit einer Rezension kann es dauern, sofern die Veröffentlichung nicht gerade mit der Urlaubszeit eines Schreibers zusammenfällt.
2.) Ich bin froh, dass es EAL gibt, ich wäre bislang auf kein vergleichbares Kleinkunstmagazin gestoßen. Es geht über unser Forum hier noch hinaus und ich habe Musik und Künstler kennenlernen können, die mir - und bestimmt vielen anderen auch - sonst überhaupt nicht bekannt wären, obwohl ihre Lieder klasse sind. Ich finde es richtig, dass wir keine Verrisse schreiben, sondern die Lieder mit Wertschätzung besprechen und unsere Begeisterung teilen. Es wird sicherlich auch Kritik geäußert, aber ich empfände es als anmaßend, meine subjektiven Eindrücke als den Bewertungsmaßstab anzusetzen. Es kam z.B. einmal vor, dass ich ein Lied, das von vielen als das absolute Lieblingslied empfunden wurde, gegenüber anderen Liedern auf dem Album schwächer fand und dies auch schrieb. Danach war dann aber keiner beleidigt, sondern es wurde sich über das Lied über die Rezension hinaus ausgetauscht, was für alle eine Bereicherung war. Daher irritiert mich dein Beitrag ziemlich, Marc. Wie sollte konstruktive Kritik deiner Meinung nach in Rezensionen denn anders aussehen? Und, wenn wir schon mal bei Feedback sind: Ich habe ja schon ziemlich viele Rezensionen und Konzertberichte für EAL geschrieben - findest du diese tatsächlich laienhaft oder von Lobhudelei überzogen? (Ist eine ernstgemeinte Frage und du hast meine Versicherung, dass ich nicht beleidigt reagieren werde!)
Als Fazit ziehe ich für mich, dass wir wahrscheinlich einfach alle ganz unterschiedliche Ansprüche und Erwartungen haben - das ist auch absolut okay, solange man den anderen respektiert und Engagement wertschätzt. Wem EAL nicht kritisch genug ist, den hindert ja keiner, selbst ein Magazin aufzumachen, oder? Ich meine, meckern geht schnell, aber es selbst besser zu machen...
Ich schreibe gerne und werde mir die Freude daran von keinem verderben lassen. Manches passt bei EAL nicht rein, oder die Redaktion entscheidet sich dagegen - na und? Das kann mich nicht ausbremsen. Genauso sollten Liedermacher ganz unabhängig von Rezensionen o.ä. weiter Lieder schreiben und singen. Fertig.
Ganz liebe Grüße,
Anne
Liebe Anne, liebe Mitschreibendinnen und -de,
ich hatte nicht angenommen, dass irgendwer ein Zeilenhonorar für seine Arbeit bekommt, die er/sie sich macht, um seine Wertschätzung für das Genre Liedermacherei auszudrücken. Und finde es ausgesprochen toll, dass sich Leute diese Mühe machen. Gleichwohl hab ich auch ein gewisses Unbehagen, in diesem Zusammenhang das Wort "ehrenamtlich" zu verwenden.
"Amtlich" nach Art von beispielsweise Kinderbetreuung oder Flüchtlingshilfe oder so, wo es auch um die Übernahme einer gewissen Verantwortung ginge gegenüber Leuten, die auch eine gewisse Abhängigkeit haben, ist schließlich im Zusammenhang mit der Arbeit für ein Liedermacher, Chanson und Kleinkunstportal im Internet, das sich als DAS Fachmagazin zu verstehen scheint, relativ wenig - um nicht zu sagen nix. Was hier eher passiert, ist ein Freizeit-Vergnügen (neben dem Beruf, der einem den Lebensunterhalt sichern muss, zumal es ja auch kein Zeilenhonorar gibt...), in das man Zeit und unter Umständen sogar Geld investiert, um es ausüben zu können.
Durch diese Einordnung quasi als "Hobby" will ich keinesfalls die Leistungen, die so erbracht werden, schmälern, aber für mich wird dabei deutlicher, dass ich das Ausmaß an Professionalität, das man vielleicht bei tatsächlicher "Ehrenamtlichkeit" voraussetzen könnte, bei Hobbyaktivitäten nicht erwarten darf. Irritierend ist es dann allerdings, wenn die Ansprüche an die Anerkennung der Leistung (nicht an die Leistung selbst!!!) auf ein so hohes Niveau geschraubt werden, dass es gelegentlich jeder Beschreibung spottet - zumindest dann, wenn diese Ansprüche mit der Leistung nicht eingelöst werden. Klar verdienen diejenigen, die sich reinknien und Zeit und Mühen aufbringen, Anerkennung - aber irgendwie will ich das nicht ganz losgelöst von der Qualität der Leistung sehen - wobei wir wiederum bei der Frage wären, wonach sich Qualität bemessen lässt... da liegen dann die Kriterien sicherlich individuell wieder unterschiedlich hoch...
herzlich
Gerd
Dieser Beitrag enthält 316 Wörter
Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.
Danke, Gerd, seit Tagen ringe ich nach Worten, um so ziemlich genau das auszudrücken. Ich habe gekämpft mit dem Unterschied zwischen 'nicht professionell' und 'unprofessionell'. :schwitz: Es ist nicht Ehrenamt, es ist Hobby, das ist der Knackpunkt.
Viele Grüße von Petra
Dieser Beitrag enthält 44 Wörter
Man würde nie mehr Waffen schärfen,
wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
(Christian Grote - Chrizz)
Hallo Gerd,
ich hatte deinen ersten Beitrag so verstanden, dass du davon ausgingst, wir festen Schreiber von EAL bekommen einen Zeilenhonorar, während du für einen Nachruf, der dir wichtig ist, darauf verzichtet hättest... so schnell entstehen Missverständnisse!
Was jetzt an dem Begriff "ehrenamtlich" falsch sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Zum einen hat es migoe zum ersten Mal eingebracht, und der weiß als Forumsbetreiber, wovon er spricht. Ehrenamt gibt es nicht nur im sozialen Bereich, sondern auch im kulturellen, im Umweltschutz und sicher auch in anderen weiteren Bereichen, das ist zumindest meine Haltung. Von den Rezensionen/Konzertberichten können die Künstler profitieren (und tun dies auch, sonst würden sie die Beiträge ja nicht mit ihren Homepages verlinken oder sich überhaupt mit ihrer Musik an EAL wenden) und die Leser letztlich auch (s.o. manche Liedermacher würde ich sonst bis heute nicht kennen!).
Ich verstehe EAL nicht als DAS Fachmagazin, aber als tolle Möglichkeit, und nehme meine Schreibarbeit ernst (wie die anderen Rezensenten sicherlich auch). Ich sehe diese Arbeit, die mir eben auch Vergnügen bereitet, als Ehrenamt, weil sie mir und anderen nützt und der Verbreitung von Kleinkunst dient. Was daraus gemacht wird, also ob darüber hinaus darüber diskutiert wird, ob Konzerte mehr besucht werden... das liegt in der Hand und Entscheidung jedes einzelnen. Da mache ich mir auch nichts vor oder nehme mich deshalb wichtig. Ich habe nicht den Anspruch, dass die Besprechungen der CDs usw. perfekt sind, aber ich bemühe mich um Authentizität und finde es spannend, mich mit den Künstlern darüber auszutauschen.
Es ist nicht mein Beruf - dann würde tatsächlich die Qualität zu leiden haben, weil ich dann fristgerecht schreiben müsste. Und das ginge mit Sicherheit schief! In diesem Sinn ist mein Schreiben "nicht professionell". Aber dann nenne mir doch mal konkret professionelle Rezensenten und zeig mir, was die so viel besser machen! (Bzw. werd selbst einer, das wäre doch am einfachsten!).
Irgendwie hab ich das Gefühl, wenn ich mich hier auf eine Diskussion einlasse, dreht sich das irgendwann nur noch im Kreis. Ich hab keine Lust mehr, brauche meine Energie für was anderes. Ich nehme auch mal an, du legst keinen Wert mehr auf die Besprechung deiner aktuellen CD - oder sollte ich mich da täuschen? Im Moment feht's mir dafür an Motivation...
Gruß,
Anne
Liebe Anne und ihr,
...was habe ich da los getreten. Im Prinzip ist mein Ärger ja nur dadurch entstanden, dass mir vor einem Jahr gesagt wurde, "wenn du jemanden im Forum findest, der dir eine Rezension schreibt, weil er/sie dich auch kennt, werden wir sie gerne auf unserer Seite präsentieren."
Nun hattest du ja von dir aus angeboten zu schreiben, was mich sehr gefreut hat und was dir gut gelungen ist - so auch die Rückmeldungen derer, die meine Musik schon länger kennen. Darüberhinaus freue ich mich schon jetzt auf weitere Gespräche mit dir über das eine oder andere die Musik und deine R.-Arbeit Betreffende.
Ehrenamt, Professionell, Hobby.... ist nur in soweit Thema, als dass der Satz "wir machen das alle nur ehrenamtlich" selbst abwertend ist. Seit wann entscheidet das Geld über Qualität oder Zertifikate und Urkunden über Fähigkeiten. Bestenfalls sind es Merkmale, bestimmte Erwartungen auszulösen - etwa "na wenn die das nur ehrenamtlich machen, dann kann man ja auch nicht so viel erwarten" .... ganze Vorstandsriegen hochdotierter Manager werden ehrenamtlich geleitet oder begleitet...
Wenn jemand, wie du, sich in die Materie einarbeitet, eine klare Linie findet, recherschiert, eigene Meinung kennzeichnet, fachliche Kenntnisse verwendet und die eigene Kunst benutzt, anderen Chancen zu eröffnen, gehört zu werden, ist das einfach eine erfreuliche konstruktive Arbeit. Davon habe ich profitiert!
Meine Kritik an dem EAL bezieht ausschließlich darauf, dass es nicht ok ist, Leute zu locken oder Versprechungen zu machen, und sie dann nicht einzuhalten. Ein Liedermacher, der mehr Öffentlichkeit haben möchte, Auftritte braucht, sucht nach Unterstützung, nach Management. Wenn das freigiebig angeboten wird sollte es auch umgesetzt oder in den öffentlichen Formulierungen neu überdacht werden. Rezensenten suchen und dann nicht auf Angebote zu reagieren - in welcher Form auch immer - ist unglaubwürdig. Veröffentlichungen zusagen, und Rezensenten aus den eigenen Reihen dann auszubremsen ist ebenfalls nicht ok. Ob das jetzt einen professionellen, ehrenamtlichen oder Hobbyhintergrund hat, ist bedeutungslos. - Als Profi habe ich Jahre lang Ehrenamtliche geschult, damit sie ihre Aufgabe verantwortungsvoll erledigen können.Wenn sie dann loslegen, tragen sie Verantwortung - kaum weniger als die Profis. Ein Ehrenamtlicher, der in pädagogischen Zusammenhängen seine Aufsichtspflicht verletzt, ist genauso haftbar zu machen und in die Verantwortung zu nehmen, wie ein professioneller Mitarbeiter bzw. eine Mitarbeiterin.
Internet ist Öffentlichkeit - also nicht Spielplatz für "kommt ja nicht so drauf an" - das genau ist das Gefährliche, weil eben Jeder und Jede weitgehend ungeschützt Zugang hat und je nach Sozialkompetenz ungefiltert agiert.
Von Leuten, die so eine gute Idee wie das EAL auf den Weg bringen, erwarte ich, dass sie Kritisches, sei es auch etwas schärfer formuliert, konstruktiv behandeln und sich der Diskussion stellen. Sich "beleidigt fühlen" ist kein weiterbringendes Mittel.
Schreib doch Gerd mal einen richtigen Verriss mit Vorankündigung, so wie ich ihn einschätze, wird er Spaß an der Auseinandersetzung haben und die Forumsseiten mit wohlgesetzter Rhetorik zu füllen wissen. Viel mehr weiß ich aber, dass du das schreiben wirst, was du tatsächlich denkst, recherschiert hast und herausheben willst. Und warum solltest du dein Vorhaben wegen ein paar mißverständlicher Äußerungen aufgeben - ich verfolge ja auch weiterhin, was bei den E hren A mt Lichen passiert ... Herzlich und nochmal laut mit einem großen Danke für deine Arbeit und dein Engagement!
Bardou
Liebe Anne,
ja, so rasch entstehen Missverständnisse. Es hatte schlicht meine Vorstellungskraft überstiegen, das EAL könnte überhaupt Zeilenhonorar anbieten - wem auch immer.
Was die Klarheit der Begrifflichkeiten angeht, empfehle ich - ausnahmsweise mal - Wikipedia, wo unmissverständlich, und ich denke mal in Übereinstimmung mit gängigen Vergleichslexika (wenn auch vielleicht nicht mit dem Sprachgebrauch des einen oder anderen im Forum) das Ehrenamt erklärt wird, woraus sich eine klare Definition ableitet, die mit dem, was Rezensenten machen, aber auch nicht die geringste Berührung hat, ganz gleich ob Freizeitgestalter oder Professioneller oder Freizeitrezensent mit professionellem Anspruch oder dem Anspruch, Liedermachern zu größerer Wahrnehmbarkeit zu verhelfen. Das ist zwar ehrenwert, aber nicht die Aufgabenstellung eines unentgeltlichen Ehrenamtes, also auch nicht ehrenamtlich, sondern ganz einfach Freizeitvergnügen oder Hobby.
Nun mag es immer irritieren, wenn das, was man tut, tatsächlich doch nicht das ist, was man zu tun glaubt. Natürlich kann man zu einer enger gefassten Begrifflichkeit seine eigene "Haltung" entwickeln, geht dann allerdings das Risiko ein, wegen begrifflicher Unschärfe auf Unverständnis zu stoßen. Begriffliche Trennschärfe ist immer hilfreich, um eine Basis zu finden, auf der man unmissverständlich kommunizieren kann.
Dass Du das EAL nicht als DAS Fachmagazin für Liedermacher, Chanson und Kleinkunst verstehst, zeugt - im Unterschied zu den Machern desselben - von Deiner Bodenhaftung. Auf den Seiten des EAL findest Du dagegen ausdrücklich formuliert, dass dieser Anspruch erhoben wird. Aber auch ohne diesen Anspruch wäre das EAL tatsächlich eine tolle Möglichkeit, und wenn Du Deine Schreibarbeit ernst nimmst, wird sich jeder freuen, der davon profitieren kann. Dass Du Deine Tätigkeit als Ehrenamt ansiehst, kann ich Dir nicht verwehren, halte es aber für überzogen und fast schon für eine Entwertung ehrenamtlicher Tätigkeit im Sinne der gängigen Definition eines Ehrenamtes, das man als öffentliches Amt auf eigenen Wunsch übertragen bekommt und ausüben darf. Näheres steht bei Wikipedia.
Was die Rezensionen angeht - die freiwillige Freizeitbeschäftigung zum Nutzen von Liedermachern, denen Du dabei helfen möchtest, bekannter zu werden oder Konsumenten zu finden - gibt es in der Tat professionelle Rezensenten - z.B. arrivierte und auch honorierte Fachleute, die über Jahre hinweg entweder festangestellt in den Redaktionen der Fachpublikationen arbeiten (Rolling Stone, Folker, Akustik Gitarre, Musik Express, aber durchaus auch Feuilletons von Tageszeitungen oder bei Stern oder Spiegel...) oder als freie Honorarkräfte ihre Beiträge zuliefern. Bei ihnen ist man in der Regel einen gewissen Standard gewöhnt, formell und inhaltlich, beispielsweise sind deren Rezensionen üblicherweise in der Länge deutlich kürzer gehalten und zusammenfassender, weniger detailverliebt und nicht auf vollständige Erwähnung aller Liedertitel bedacht. Ausgehend davon, dass eine Rezension ja immer nur eine Einzelbewertung (in diesem Falle) eines Tonträgers ist, die keinen Anspruch auf Objektivität haben kann, ist zumindest in Printmedien bei begrenzter Platzkapazität eher eine übersichtliche Kürze zu erwarten. Das kann auch von Vorteil sein. Aber was schreib ich... Beteiligungen an der Volontärsausbildung hab ich hinter mir.
Ich habe in meinem Beruf, als ich noch bei einer Zeitung angestellt war, Konzertkritiken geschrieben (unter anderem auch über Reinhard Mey), dies dann später, als ich im Radio für das politische Ressort gearbeitet habe, wiederaufleben lassen und meine Homepage jahrelang mit "Daumenkritiken" über Konzerte gefüllt (es gab im Forum sogar mal einen empfehlenden Link auf meine "Daumenkritiken" bevor ich überhaupt Mitglied wurde), ohne die Fragwürdigkeit meines Unterfangens zu hinterfragen, weil ich ja schließlich als "Nebenerwerbsliedermacher mit professionellem Anspruch" mir erlaubt habe, Kollegen zu bewerten, und zwar mit "Daumen rauf" und "Daumen runter", als es die "likes" von Facebook noch gar nicht gab. Ich hab über Konzerte geschrieben, die ich sowieso besucht habe und damit die Fragen danach, wie ich's denn gefunden hätte, beantwortet. Irgendwann war es dann genug.
Inzwischen schreib ich lieber Lieder, die sogar gelegentlich positiv besprochen werden. Wenn's Dir nun im Moment an Motivation fehlen sollte, meine Doppel-CD "abgelaufen" zu besprechen, mit der ich Dich in Görlitz "bemustert" habe, dann lass es einfach. Fehlende Motivation sind denkbar schlechte Voraussetzungen. Es wird andere geben, die motiviert sind, und vielleicht wird Dir die CD ja doch noch gefallen.
Herzlichen Dank für Dein Engagement und sorry für die Deutlichkeit
herzlich
Gerd
Dieser Beitrag enthält 715 Wörter
Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.
Anne schrieb:
Daher irritiert mich dein Beitrag ziemlich, Marc. Wie sollte konstruktive Kritik deiner Meinung nach in Rezensionen denn anders aussehen?
Gute Frage! Vielleicht so: Eine Rezension ist für mich dann gut und konstruktiv, wenn sie mich dazu anregt, mir eine eigene Meinung zu bilden oder meine eigene Meinung zu überprüfen. Wenn ich eine Rezension im Achtel Lorbeerblatt lese, weiß ich, dass das Fazit überaus positiv ausfallen wird (schließlich hat sich das Achtel Lorbeerblatt das Ziel gesetzt, "in erster Linie solche Werke zu besprechen", die "dringend verbreitet und gehört werden sollten"). Das ist okay so, reizt mich als Leser aber nicht - na ja, fast nicht: Ein Mal regte mich eine dieser überaus positiven Besprechungen des Achtel Lorbeerblatts dazu an, leidenschaftlich zu widersprechen (>>hier nachzulesen). Leider wurde meine persönliche Meinung knallhart zurückgewiesen. Ein Blog, der keine Meinungsbildung zulässt, reizt mich nicht.
Anne schrieb:
Und, wenn wir schon mal bei Feedback sind: Ich habe ja schon ziemlich viele Rezensionen und Konzertberichte für EAL geschrieben - findest du diese tatsächlich laienhaft oder von Lobhudelei überzogen?
Du weißt, dass ich insbesondere alles, was Du über Katja Ebstein schreibst, mit großem Vergnügen und mit großem Interesse lese - für mich gibt's schlichtweg keine größere Ebstein-Expertin als Dich! Deine Ebstein-Rezensionen sind liebevoll und leidenschaftlich und ich finde mich in Deiner Begeisterung wieder. Aber: Dem journalistischen Anspruch, den David Wonschewski an das Achtel Lorbeerblatt stellt, können solche Rezensionen von Liebhabern für Liebhaber meines Erachtens nicht gerecht werden.
Lieben Gruß!
Marc
Lieber Bardou,
also erst mal vorneweg: Die Eröffnung dieser "Diskussion" nehme ich dir nicht übel - ich glaube auch, dass sie eine gewisse Eigendynamik bekommen hat. Der Beitrag war mir erst etwas befremdlich, zumal ja im Internet für alle zugänglich, so meine Kritik zu üben (mir kam's auch eher vor wie Ärger auskotzen) wäre einfach nicht mein Ding. Trotzdem kann ich deinen Ärger gut verstehen, aus meiner Perspektive ist da einiges richtig blöd gelaufen (woran dann auch jeder seinen Anteil hat, denke ich, und schließe mich selbst nicht aus: Mir wurde von der Redaktion schon vor dem Schreiben gesagt, dass es Klinsch gab und so die Entscheidung gegen eine Veröffentlichung der CD-Rezension gefallen wäre. Meine Devise: Okay - hab ich aber nichts mit zu tun, ich möchte darüber schreiben, vielleicht überlegt sich EAL bei dem Ergebnis auch noch mal anders, wenn nicht - egal,gibt ja noch weitere Möglichkeiten einer Veröffentlichung. Da bin ich doch frei in meinen Entscheidungen und da hätten die Kollegen von EAL mir auch nie reingeredet.)
Was mich dann aber ärgert und frustriert (okay, jetzt kotze ich doch auch mal ein wenig), ist dieses - aus meiner ganz subjektiven Sicht - überhöhte Anspruchsdenken gekoppelt an Unmut und Unzufriedenheit, wo ich für meinen Teil (und soweit ich die anderen von EAL kenne, wird es ihnen wahrscheinlich ähnlich gehen!) wirklich viel Mühe und Zeit in etwas stecke, was der Musik und den Leuten, die sie machen und die sie hören, zugute kommt. Frei nach dem Motto: Das ist doch jetzt der Standard, eine Selbstverständlichkeit, und wenn es beim nächsten Mal nicht genauso oder genauso schnell geht, ist das Anlass, zu motzen, sich zu beschweren... so kommt es jedenfalls bei mir an (im Endeffekt: Ihr habt doch gute Rezensionen bekommen und es steht euch doch frei, diese für euch zu nutzen, bin ja froh, wenn ich dadurch noch mehr Leuten eine Freude bereiten kann. Reicht das nicht? Kann es damit nicht einfach mal gut sein ?!? Angebote hängen von beiden Beteiligten ab, demjenigen, der es macht, und demjenigen, der es annimmt. Und manchmal müssen Angebote eben auch (nachträglich) begrenzt werden oder zeitlich aufgeschoben... wichtig finde ich, dass man dann die Verantwortung übernimmt und den anderen darüber informiert. "Es geht jetzt gerade nicht" - da hat der andere doch dann wieder die Chance, sich Alternativen zu suchen. Sicher auch das Recht, sich zu ärgern, dass die Vorstellung, die er von dem Angebot hatte, so nicht eintrifft, aber Motzen ändert auch nichts an der Sache, ODER?)
Jetzt möchte ich mich lieber darauf freuen, mich mit dir über das eigentlich Wesentliche zu unterhalten - deine Musik! (besser aber nicht in diesem Thread).
Viele liebe Grüße,
Anne
Lieber Marc,
danke für das konkrete Beispiel, jetzt verstehe ich (glaub ich), was du meinst, kann es zumindest einordnen! Mir ist es genauso wichtig, dass unterschiedliche Meinungen respektiert werden, und bei Zurückweisung hätte ich auch keine Ambitionen mehr, mich groß weiter damit zu beschäftigen.
Mit Rezensionen von Liebhabern für Liebhaber kann ich mich gut anfreunden, das passt. Mehr braucht's für mich persönlich auch nicht zu sein...
Liebe Grüße zurück!
Anne
Ihr Lieben,
nachdem ich eure Beiträge zu dem Thema gelesen hab, will ich doch auch ein bisschen was rauslassen.
Vorab, ich war und bin KEIN interessierter Leser des EAL´s, weil dort einfach kaum Themen und Musiker behandelt werden, die mich persönlich interessieren. Auch die Art der Berichterstattung ist nicht so meine. Das ist aber vermutlich eine reine Geschmackssache.
Was mich aber tatsächlich bei dieser ganzen Geschichte stört ist, dass zwei Künstler aus unserem Forumskreis -wie ich finde – nicht ganz unerheblich schlechte Erfahrungen gemacht haben, von denen sie uns berichten. Das mindeste was ich erwartet hätte, wäre eine Stellungnahme dazu von dem Herausgeber des EAL gewesen. Wie kann es denn sein, dass da gar nichts kommt, wo man doch so große Stücke auf sich hält? Wie schäbig, sich darauf auszuruhen, das ein kleines EAL-Licht wie Anne (Sorry Anne, du weißt hoffentlich genau, wie das gemeint ist) das schon richten wird.
Allerdings verstehe ich auch nicht so recht, warum gerade du Anne dich angegriffen fühlst. Wenn ich das alles richtig gelesen habe (Sorry, aber bei dem Wust von Beiträgen kann mir auch was durchgegangen sein) sind doch alle zufrieden mit dem, das und was du über die CD´s geschrieben hast und Matthias und auch Gerd haben sich doch sehr positiv darüber geäußert. Hm....rätsel.......
Was mir als letztes doch noch aufgestoßen ist und nun doch noch mal dringend raus muß, ist die Sache mit dem Ehrenamt. Wenn auch schon eigentlich deutlich von anderen beschrieben........
Ich arbeite seit 12 Jahren ehrenamtlich, mit allem was dazu gehört. Einem gemeinnützigen Träger/Verein, der mich berufen hat, dieses Ehrenamt auszuführen, Workshops, Seminare, Weiterbildungen, Reflektionsabende, private finanzielle Aufwendungen und jeder Menge anderer Dinge. Dabei habe ich folgende Erkenntnis gewonnen....... Ein Onlinemagazin zu führen und Beiträge oder Rezensionen zu schreiben ist ein Hobby. Zugegebenermaßen, eines, in das man wie in vielen anderen Dingen auch ne Menge Zeit investieren kann, aber eben ein Hobby.....
Und als allerletztes: Matthias, ich finde daran gar nichts schlimm, was du „losgetreten“ hast.
Wir sind doch ein Kreis von guten Bekannten und Freunden, in dem man absolut JEDES Thema diskutieren kann. So jedenfalls habe ich das Forum in den letzten Jahren erlebt und ich fände es Schade, wenn wir uns nur auf die einfachen, schönen und unkomplizierten Themen beschränken würden........
Alles Liebe
Nicole
Dieser Beitrag enthält 412 Wörter
...sag nichts, ich seh's dir an, Kinder erkennen sich am Gang...
Liebe Nicky,
lange nichts von dir gehört, Liederschwester! Ich hoffe, es geht dir gut.
Ich erkläre dir gerne, warum ich mich in diese Diskussion überhaupt eingeklinkt habe: Anfangs hielt ich das nicht für nötig, ich konnte Matthias' Ärger über EAL nachvollziehen und hab ihm das auch persönlich rückgemeldet. Ich finde nicht alle Entscheidungen der Redaktion gut (z.B. würde ich auch gerne internationale Liedermacher integrieren), respektiere sie aber, weil ich zunehmend mitkriege, wie sich ins Zeug gelegt wird, was es alles für Anfragen und teilweise unrealistische Forderungen/Ansprüche gibt... da muss es auch Absagen geben, ich bin froh, dass ich als "freie Schreiberin" die Möglichkeit habe, in Fällen, wo mir Künstler und Musik am Herzen liegen, dies dann eben auf privater Ebene zu tun. Soweit so gut.
Dann kamen aber noch weitere Beschwerden (oder wie ich das nennen soll) und eben auch Statements, die ich nicht einordnen konnte (hat sich inzwischen schon ziemlich gut geklärt), und deshalb wurde es mir wichtig, mich dazu zu äußern. Zwischendrin hab ich gedacht: Hättest du's mal besser gelassen! Aber dann würde ich mich immer weiter und weiter ärgern und ich bin jetzt in einer Phase, wo ich das nicht mehr zulassen will (ist auch nicht so, dass das hier meine einzige "Baustelle" ist, da gibt's beruflich und privat noch einiges mehr - aber das gehört nicht hierher!)
Ich fühle mich insofern "angegriffen", als dass hier etwas niedergemacht werden soll (wenn dem nicht so ist, also das anders gemeint ist, umso besser, dann ist, was mich betrifft, alles geklärt!), was mir viel bedeutet: Es ist mir wichtig, für EAL zu schreiben, dass es EAL überhaupt gibt -geschrieben habe ich immer schon, aber dann eben nur für mich oder einzelne, aber es wäre nie auf mehrere Leser oder Interesse gestoßen oder hätte zu so vielen Kontakten geführt, die bislang geknüpft sind. Ich habe mich über EAL weiterentwickeln können, bestimmt nicht journalistisch oder so (das wäre auch gar nicht mein Ziel!), aber durch die entstandenen Kontakte, den Austausch... und vielen hat es ja "was gebracht" Es macht mir nichts aus, wenn dich oder auch andere hier im Forum die Inhalte nicht interessieren, ihr braucht es mir zuliebe nicht zu lesen und ich mag euch noch genauso wie vorher auch, aber, was ich auch nicht begreifen kann: Dann lasst euch EAL doch egal sein oder nehmt es, wie Marc, einfach nicht so ernst - steckt doch die Energie in konstruktive Ideen und Projekte, statt rumzuwettern, hakt das ab (EAL ist nichts für mich!).
Für mich ist es schon etwas, natürlich nicht das Non-plus-ultra, aber eben ein Teil meiner mir wichtigen Schreibarbeit. Dir ist das Ehrenamt sehr wichtig, habe ich verstanden - okay, für mich fasst sich der Begriff wohl bisher auf jegliches freiwillige Engagement und auf mehr Bereiche. Wir können meine Tätigkeit gerne in "kulturelles Engagement im Bereich Schreiben" umbenennen (bin ja auch schon hauptberuflich im sozialen Bereich! ) , für mich ist Schreiben jedenfalls mehr als ein Hobby (und hier ist Schreiben aber auch wieder als weiter Begriff gefasst! ) Ich hoffe, dass das hier verstanden und respektiert wird, dann ist - aus meiner Perspektive - alles im grünen Bereich.
Viele liebe Grüße,
Anne
Liebe Anne, meine Liederschwester,
das EAL ist deine "schreibe-heimat", die dir wichtig ist und die du deshalb auch
gerne verteidigen willst. Das verstehe gut. Ich schreibe seit einiger Zeit ja auch,
bin da aber eher "heimatlos", wenn nicht gar "obdachlos"...
Was ich mir aber nicht wirklich vorstellen mag, ist die Tatsache, dass du voll hinter
den Entscheidungen stehst, die dort getroffen werden....oder eben auch nicht
getroffen werden, wie von Matthias und Gerd geschildert.
So geht man einfach nicht mit Künstlern (oder Menschen im allgemeinen) um.
Schon gar nicht, wenn man eine Plattform sein will, die Künstlern ein mediales
Zuhause bietet. Aber ich könnte mir vorstellen, dass wir uns da schon einig sind.
Was das Wort „Ehrenamt“ angeht, anbei nochmal ein Beispiel, warum mich der
Missbrauch von dem Wort so wütend macht. Eine Kollegin- im Betriebsrat tätig-
behauptet auch immer, das sie dies ehrenamtlich machen würde.
Das dies während der Arbeitszeit, bei voller Bezahlung geschieht, während
ich noch ihren Job mitmachen muss, während sie sich ihren "Heiligenschein"
verdient, wird dabei nicht so wirklich bedacht......Daher vermutlich meine
Empfindlichkeit……;-)
Alles Liebe
Nicole
Dieser Beitrag enthält 191 Wörter
...sag nichts, ich seh's dir an, Kinder erkennen sich am Gang...
Liebe Nicky
"Schreibheimat" trifft es ziemlich genau, danke, dass du das so verstehst! Umso bedauerlicher finde ich deine "Schreibobdachlosigkeit" - ich würde mich sehr für deine Texte/Entwürfe interessieren und mich herzlich gerne mit dir darüber austauschen... auch wenn es natürlich nicht dasselbe ist wie eine ganze Leserschaft oder Veröffentlichung... Dein Lied beim LT hat mich sehr berührt! Schick mir doch mal was, wenn du magst! :lichtaufgeh: Schau, Matthias, noch was Positives losgetreten!
Du vermutest schon ganz richtig: Was sollte ich hinter Entscheidungen "stehen", die gar nicht meine eigenen sind?! Darum ging und geht es mir hier nicht. Im Grunde habe ich doch gleich für mich persönlich die Entscheidung (wie soll ich sagen?) umgemünzt oder abgeschmettert(?)- egal!, indem ich bei einem Nein der Redaktion, ganz gleich mit welcher Erklärung/Begründung überhaupt, trotzdem Besprechungen geschrieben und verbreitet bzw. den Künstlern zur Verfügung gestellt habe. Darüber hat sich bei EAL keiner aufgeregt oder versucht, mir Steine in den Weg zu legen - wozu auch? Auch hat EAL mich in keinster Weise beauftragt oder zu beeinflussen versucht, dass ich hier in diesem Thread etwas schreibe.
Nur, wenn ich irgendwo mitmache, dann muss ich neben all dem, was gut funktioniert und wo man sich einig ist, eben auch Kompromisse eingehen oder eben für mich Konsequenzen ziehen, wie man damit umgeht, wenn Ansichten komplett auseinander gehen. Ich glaube, ich bin da ziemlich pragmatisch. Ich hänge mich rein, frage dann nach, und wenn man nicht auf einen Nenner kommt oder etwas abgelehnt wird, bin ich kurzzeitig vielleicht etwas sauer/enttäuscht, aber dann versuche ich ziemlich schnell, aus dem, was entstanden ist, das Beste zu machen und probiere es über einen anderen Weg. Wenn dem nicht so wäre, würde ich mich ziemlich abhängig fühlen, und das mag ich nicht. Demgegenüber steht aber meine ziemlich große Loyalität zu den Menschen, mit denen mich Freundschaft verbindet, und die gibt es sowohl bei EAL als auch hier im Forum (natürlich nicht jeweils mit allen, es gibt auch eine ganze Reihe Leute, die ich überhaupt nicht kenne oder mit denen ich noch kein einziges Wort gewechselt habe). Und das ist dann ein ziemlicher "Balanceakt": Ich stehe so dazwischen und kann die verschiedenen Positionen (zum größten Teil) nachvollziehen. Wie aber auch schon erwähnt, denke ich, dass ALLE ihren Anteil an den Spannungen haben. Man kann nicht nicht reagieren. Jemanden auflaufen zu lassen oder zu ignorieren ist auch eine Reaktion und würde für mich bedeuten: Nein (plus keine Diskussion!). Das ist sicher nicht die feinste Art, aber wie ich aus meinem eigenen Berufsalltag kenne, weiß ich mir manchmal auch nicht anders zu helfen: Da habe ich mich engagiert, den Mund fusselig geredet, und da kommt beispielsweise ein Vater daher und macht mal eben alle geschaffene Motivation bei dem Kind mit einem Schlag zunichte. Egal, wie oft ich berate und zu vermitteln versuche (die Schule ist natürlich auch alles Schuld! *augenverdreh*), es kommt zu keinerlei Einsicht oder Zubilligung oder Kompromissbereitschaft, nur immer und immer wieder zu Forderungen (dann auch so was wie Nachholstunden für den Feiertag!). Was soll ich da machen? Ich hab's aufgegeben und halte mir diese Person möglichst vom Hals. Eine zufriedenstellende Lösung? Sicher nicht. Aber die, die am ehesten noch meiner eigenen Gesundheit zuträglich ist.
Ich weiß gar nicht und will es auch nicht genau wissen, wer wann von wem gerade angenervt oder beleidigt war - aber meine Vermutung geht dahin, dass so etwas gelaufen ist.
Eigentlich müsste es neben den zwei Negativerfahrungen hier im Forum aber auch zahlreiche Positiverfahrungen geben, dessen bin ich mir ziemlich gewiss. Und so versuche ich, das Ganze von hier an loszulassen - mitmischen und reinsteigern bringt mich nicht weiter, sondern zieht mich nur runter. Von daher: Macht's gut, ihr Lieben, ich steig aus diesem Thread aus, freue mich aber darauf, mit euch in Kontakt zu bleiben und über andere Themen und verschiedene Kanäle zu kommunizieren!
Liebe Grüße,
Anne
Hhm, gerade erst den ganzen langen Thread hier gelesen...
Ein Achtel Lorbeerblatt - Ich muss zugeben, ich bin nicht oft auf der Seite und ich fühle mich da auch bei weitem nicht so zu Hause wie z. B. hier im Liedermacher-Forum. Aber ich habe größte Hochachtung, wie Ihr, Anne und Rike, Euch für dieses Projekt engagiert, indem Ihr Rezensionen schreibt, ebenso wie für David Wonschewski, der das Projekt ins Leben gerufen hat und es betreibt, ohne auch nur einen Cent daran zu verdienen. Hobby, na ja, es steckt eben auch viel Leidenschaft drin, wenn man sich für so etwas engagiert...
Der Grund, warum ich mich bei EAL nicht so zu Hause fühle, liegt aber nicht bei den engagierten MacherInnen und AutorInnen, sondern darin, dass leidenschaftliche Hobby-Liedermacher wie ich auf so einer Seite so gut wie gar nicht vorkommen. Man muss es vorher in irgendeiner Weise schon mal zu was gebracht haben oder eben die entsprechenden Kontakte geknüft haben... (Können auch LTs sein... )...
Und bevor ich widerlegt werde, tue ich es gleich selbst: 2013 war ich bei einem tollen Stephan-Graumann-Konzert im Café Budzinske, und der ist auch "nur" einer dieser leidenschaftlichen Hobby-Liedermacher, mit denen ich mich so verbunden fühle...
Dieser Beitrag enthält 211 Wörter
"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
Harry Rowohlt (1945-2015)