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von Carsten K
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Hallo,
das ist ja mal ein Thema, das mich als Liedermacher zeitweise genauso viel beschäftigt wie Live-Auftritte, zeitweise sogar mehr, so daß ich dazu auch ein paar Dinge beitragen kann.
Wenn es tontechnisch möglichst perfekt klingen soll, ist natürlich in der Tat ein professionelles Tonstudio zu empfehlen, es sei denn, man hat die entsprechende Technik zu Hause und weiß diese auch entsprechend zu bedienen, aber auf wen trifft das schon zu? Professionelle Tonstudios werden allerdings in der Regel nach Zeit bezahlt, und wer schon mal Aufnahmen gemacht hat, weiß, daß es für ein Lied, das auf der CD vielleicht 4 Minuten dauert, durchaus mal 4 Stunden oder 4 Tage dauern kann, bis der Song so eingespielt ist, wie man ihn haben möchte, und daß man sich häufiger verspielt und versingt, wenn man weiß, die Aufnahme läuft, das geht ja vermutlich nicht nur mir so, oder? Ein Tonstudio ist jedenfalls eine kostenspielige Angelegenheit und lohnt sich nur, wenn man die CD danach auch entsprechend verkaufen kann, um das Geld wieder reinzukriegen, oder man auch so genug Geld, aber wer hat das schon?
Der Liedermacher-Kollege Fred Erikson hat seine CD an einem einzigen Tag in einem Tonstudio eingespielt, kostenlos, weil er mit dem Studio-Betreiber befreundet ist, das ist natürlich auch eine Möglichkeit... Aber an diesem Tag, an dem das Studio gerade mal frei war, hatte Fred die Grippe, und die Aufnahmen klingen letztlich auch nicht besser, als z. B. die Live-Mitschnitte von Auftritten, bei denen er keine Grippe hatte. Tonstudio allein ohne die entsprechende Zeit und den richtigen Zeitpunkt bringt es also auch nicht, selbst wenn es kostenlos ist...
Ich versuche meine Aufnahmen zu Hause zu machen, nicht weil es tontechnisch die Qualität verbessert (wohl eher das Gegenteil ist der Fall), sondern weil ich gern meine freie Zeit damit verbringe und mit jedem Versuch, auch sei er noch so dilletantisch, etwas dazu lerne. Liedermaching ist halt mein Hobby, das Schreiben von Liedern und das damit Auftreten ebenso wie das Aufnehmen dieser Lieder. Mein Vater verbringt seine freie Zeit im Garten und buddelt, auch wenn ein professioneller Gartenbaubetrieb das bestimmt viel schneller und effektiver könnte, aber es ist sein Hobby, und er ist glücklich, wenn er sich damit beschäftigt und dann sogar noch frische Erdbeeren erntet. Und ich bin glücklich, wenn ich monatelang an Sonudtracks herumbastele und am Ende dabei MEINE CD herauskommt, und mag sie noch so dilletantisch sein, es ist dann eben MEINE...
Ich empfinde es jedenfalls wirklich als positiven technischen Fortschritt, daß ich heutzutage mit dem Computer meine eigene Musik machen, bearbeiten und auf CDs brennen kann, früher, als ich das noch nicht konnte, hab ich meine Lieder mit einem Kassettenrekorder aufgenommen, und das war tontechnisch bestimmt auch nicht besser. Ich finde, gerade in diesem Genre sollte man die tontechnische Seite auch nicht überbewerten. Ein schlechter Song wird durch gute Tontechnik ja nicht besser, und ein guter nicht schlechter, und wenn ein guter Liedermacher einfach so ganz ohne Technik am berühmten Lagerfeuer seine Songs zum besten gibt, was gibt’s schöneres?
In diesem Sinne
cARSCHti
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"Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaßen treu geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie Joschka Fischer."
Harry Rowohlt (1945-2015)