*DER SINN DER POLITIK IST FREIHEIT
Das Leben ist immer ein Leben mit anderen. Der Mensch ist ein „zoon politikon“, ein „staatsentwickelndes Tier“, wie Aristoteles formulierte. Er bedarf zu seiner Vervollkommnung der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Die Frage ist nicht, wie uns heute im Zeitalter des begrenzungslosen Individualismus (und Egoismus) eingehämmert wird: Wie soll ich leben? Sondern: Wie sollen wir leben? - und darüber kann in diesem Forum diskutiert werden!
Hallo
nehmt euch ein paar Minuten Zeit um an einer Unterschriftensammlung gegen den Verkauf von Gewässern teilzunehmen!
Text der Petition
Der Deutsche Bundestag möge ein Moratorium zum Verzicht der weiteren Privatisierung von Gewässern beschließen und durch Schaffung entsprechender Rechtsgrundlagen eine Klarstellung dahingehend vornehmen, dass Gewässer als Verwaltungsvermögen anzusehen sind und der öffentlichen Hand als Eigentum kostenlos übertragen werden können....
mehr könnt ihr hier lesen und auch unterzeichnen:
hier lang
LG
Rex2005
Nun ja, bei Gewässern ist es ja so wie mit den Zuhörern eines Liedermachers - sie wollen unterhalten werden.
In Zeiten leerer Kassen sehe ich die Gefahr, daß manche Kommunen lieber einen See umkippen sehen als ihre Finanzen. Und ich bin mir absolut nicht sicher, ob wirklich alle BürgerInnen und BürgerAußen gewillt sind, zukünftig weitere Abgaben zu zahlen, nur damit eine Handvoll Menschen zweimal im Jahr einem Bootssteg einen Besuch abstatten kann ...
Ich sähe lieber den Punkt der Nutzung in den Verträgen geregelt statt die Gewässer komplett in öffentlicher Hand.
Gegen die Petition. Meine Meinung.
Gruß
Skywise
Dieser Beitrag enthält 105 Wörter
"Ist wirklich wahr - ich hab's in meinen Träumen selbst geseh'n ..."
Herman van Veen - "Die Clowns"
Hallo Sky
Skywise schrieb: nur damit eine Handvoll Menschen zweimal im Jahr einem Bootssteg einen Besuch abstatten kann ...
nun ja, es gibt aber viel mehr als eine Handvoll Leute, die ihre Brötchen damit verdienen, weil sich Tausende eingemauerte Städter zu Erholungszwecken auf, im und um die Gewässer rumtreiben.
Sicher kann man einiges mit Verträgen regeln, nur wie das funktioniert, sieht man an den Wäldern ... Kahlschlag ist verboten, aber es reicht ja wenn 2-3 Bäume auf einen Hektar stehen bleiben, um gesetzeskonform Raubbau an der Natur zu betreiben
Eine Privatisierung hätte außerdem zur Folge, dass Land und Kommunen ausschließlich auf den kostenintensiven Gewässern sitzen bleiben würden, denn es käme wohl kein privaten Käufer auf die Idee einen Graben oder Tümpel zu kaufen, der weder schön noch nutzbar ist und mit dem man auch kein Geld verdienen kann.
Und ob sich private Leute mehr oder besser um die Unterhaltung der Gewässer kümmern, ist noch wieder eine andere Sache - siehe unzählige verfallene Gebäude in Städten und Dörfern, die die Ortsbilder verschandeln, weil Eigentümer bzw deren Erben ihr Eigentum schnurzpiepegal ist oder auf Kosten einer Handvoll Leute in den Orten ihre jahrelange Erbstreitigkeiten ausfechten. Für die bauliche Absicherung zahlt ja eh der brave Steuerzahler, weil die´s Aufgabe der Kommune ist.
LG
Rex2005
Rex2005 schrieb:
Eine Privatisierung hätte außerdem zur Folge, dass Land und Kommunen ausschließlich auf den kostenintensiven Gewässern sitzen bleiben würden, denn es käme wohl kein privaten Käufer auf die Idee einen Graben oder Tümpel zu kaufen, der weder schön noch nutzbar ist und mit dem man auch kein Geld verdienen kann.
Klar, nur fehlt andererseits den Kommunen meistens das Geld, um die nutzbaren Gebiete auch wirklich nutzbar zu machen oder sie auf diese Weise am Leben zu erhalten.
Von daher würde ich sagen: gehuppt wie geduppt ...
Gruß
Skywise
Dieser Beitrag enthält 98 Wörter
"Ist wirklich wahr - ich hab's in meinen Träumen selbst geseh'n ..."
Herman van Veen - "Die Clowns"
Hallo Sky
in den letzten Jahren haben die Kommunen hier sehr viel in die Seen, Flüsse und Bäche investiert, weil es gar nicht anders geht, wenn Urlauber in die Region kommen (und wiederkommen) sollen. Und erfreulicherweise muss man sagen, dass mit Fördergeldern, ABM, Naturpark und Geldern aus dem Stadtsäckel richtig gute sinnvolle Projekte entstanden sind, worüber sogar Fischlein, Menschlein und Grüne gleichermaßen zufrieden sind. Im Zuge dessen kam es zu Firmengründungen und Schaffung von Arbeitsplätzen.
Einem privaten Seebesitzer wird es in der Regel völlig wurscht sein, ob ein Verbindungsbach vom Nachbarsee für Paddler oder Ruderer nutzbar ist oder nicht und welche Vorteile dies für Urlauber, Kommune und Natur gleichermaßen hätte.
Solange Seen und Wälder in kommunaler bzw. staatlicher Hand sind, kann man wenigstens davon ausgehen, dass unterschiedlichste Interessen bei der Erhaltung und Nutzung berücksichtigt werden können. Das sollte man nicht einfach aus der Hand geben, denke ich.
LG
Rex2005
Rex2005 schrieb:
in den letzten Jahren haben die Kommunen hier sehr viel in die Seen, Flüsse und Bäche investiert, weil es gar nicht anders geht, wenn Urlauber in die Region kommen (und wiederkommen) sollen.
Schon, aber nicht jede Region ist auf Seen, Flüsse und Bäche als Touristenmagnet angewiesen. Warum soll ich einen Tümpel, der höchstens für einige Schmetterlingssammler oder Forscher interessant ist, unter die Aufsicht der öffentlichen Hand stellen, wenn er in der Hand des Clubs des Schmetterlingssammlers, eines Tierzüchters oder eines Forschungsinstituts ebenso gut, wenn nicht vielleicht sogar besser aufgehoben ist?
Eine Viertelstunde zu Fuß von hier gibt es einen See, der auf dem Gelände eines ehemaligen Zementwerks liegt. In diesem See angelt ein Angelverein, ansonsten ist er für den Zugang gesperrt, weil die Verletzungsgefahr für die Allgemeinheit zu groß ist, es kommen höchstens mal ein paar Vogelkundler vorbei und legen sich auf die Lauer. Was wäre an diesem See so interessant, daß sich die öffentliche Hand für ihn interessieren könnte? Er ist kein Touristenmagnet - ich meine, wer begibt sich schon gerne zu einem See, an den man nicht heranfahren kann, begibt sich an ein Ufer, an dem man leicht ausrutschen und sich verletzten kann, und läßt dann freudestrahlend seinen Blick über eine eher traurig zugerichtete (wie gesagt: ehemalige Zementfabrik) Landschaft gleiten? Der See gehört der Zementfabrik, die hat zwei ihrer Tore geöffnet, der Angelverein hat einen Schlüssel fürs Gatter - wozu braucht man hier die öffentliche Hand?
Um auf die Petition zurückzukommen - warum soll man der öffentlichen Hand grundsätzlich die Entscheidung abnehmen, um welche Gewässer sie sich zu kümmern hat? Warum soll man bereits im Vorfeld eventuelle kreative, reizvolle Vorschläge von Privatleuten unterbinden? Nicht alles, was ein Privatmensch sich für ein Gewässer ausdenkt, muß schlecht sein, ebenso wenig wie alles, was sich eine Kommune für ein Gewässer ausdenkt, automatisch gut sein muß.
Gruß
Skywise
Dieser Beitrag enthält 334 Wörter
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Herman van Veen - "Die Clowns"