Hm. Nun ja.
Zunächst mal zur Schriftform - "Träumerein" erweckt in mir irgendwie den Eindruck, daß es auch an anderer Stelle "Träumeraus" geben muß. "Träumereien" sind aber anscheinend gemeint. Alternativ, um Mißverständnisse zu vermeiden, kann man auch mit Apostroph arbeiten: "Träumerei'n". Wäre zumindest eleganter, auch wenn man's nicht hört ... das ist aber ehrlich gesagt das kleinere Übel.
Träume Leben, sich Gedanken besinnen
Tage der Trauer in der mächtigen Welt
Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, aber ich habe das Gefühl, daß an diesen beiden Zeilen wirklich gar nichts stimmt. Das geht bei der Zeichensetzung los und endet letzten Endes damit, daß ich nicht weiß, wo ich die "Tage der Trauer in der mächtigen Welt" hinstecken soll. Ein erstes Gefühl sagt mir, daß es direkt zu den "Träumereien" aus der ersten Zeile gehört, eine Ausführung dieser Idee ist, aber das würde inhaltlich nicht passen. Ein zweites Gefühl sagt mir, daß der Bezug so herzustellen wäre, daß man sich der Gedanken an die Tage der Trauer in der mächtigen Welt besinnen sollte. Würde einen Sinn ergeben, aber dann wäre der Anschluß zu der Aufforderung, das Leben zu träumen nicht mehr sinnvoll. Hm.
Den Glauben in uns man kann alles zerstören
Auch hier fordert der Deutschfanatiker eine Aufklärung mangels Satzzeichen. "Den Glauben in uns" - soweit kapier' ich's - "man kann alles zerstören".
Möglichkeit 1:
"Den Glauben in uns (hier wahlweise ein Punkt, ein Semikolon, ein Bindestrich ...) man kann alles zerstören."
Das würde aussagen, daß "man" auch den Glauben in uns zerstören kann.
Möglichkeit 2:
"Den Glauben in uns, man könne alles zerstören."
Das würde aussagen, daß wir den Glauben in uns tragen, daß man alles zerstören könne. Würde mehr Sinn ergeben als Möglichkeit 1.
An dieser Stelle denke ich auch an das gesungene Wort, denn momentan schimmert an dieser Stelle eher Variante 1 durch.
Und nicht um es zu leben in dieser Welt.
Was für ein "es"? Dieses "es" läuft ziemlich ins Leere, weil es außer "alles" kein Bezugswort im Refrain hat, und sowohl das als auch alle Möglichkeiten in der vorherigen Strophe keinen Sinn ergeben.
Und nicht um zu leben in dieser Welt.
Hier ist das "es" plötzlich weg
Sonnenlicht nach einer dunkel Nacht leuchtet und vergeht
Mensch in der Sonnenflut, lächelt und versteht
Tanzt in der Silbernacht voller Reinheit und Magie
Lebt in dieser Silbernacht voller Harmonie
Keine richtige Kritik (jetzt mal abgesehen von der Zeichensetzung), eher ein Gefühl: das Präsens tut dieser Strophe meines Erachtens irgendwie nicht gut. Wenn Du schon in den nächsten Zeilen etwas forderst, warum diese Forderung nicht als utopischen Gedanken oder als Idealvorstellung hierher vorziehen?
"Sonnenlicht nach einer dunklen Nacht, leuchte und vergeh'
Mensch in der Sonnenflut, lächle und versteh'
Tanz' in der Silbernacht voller Reinheit und Magie,
leb' in dieser Silbernacht voller Harmonie."
Wie gesagt - nur so eine Idee, keine Kritik.
Und dann zur akustischen Umsetzung:
Du glaubst ja gar nicht, wie schnell mir dominante Synthi-Streicher auf den Sack gehen können, wenn sie nichts zu bieten haben. Es ist nichts dagegen zu sagen, wenn sie im Hintergrund eine Art Basis bilden und nicht größer auffallen. Nur - wenn sie gleichberechtigt neben einem Klavier auftauchen, dann erwarte ich eigentlich schon, daß sich im Laufe der Zeit etwas tut, sei es durch entsprechende Streicherarrangements, eine begleitende Violinstimme (wobei ich ja auch gleich einschränkend sagen muß, daß es sehr, sehr viele sehr, sehr schlechte Violin-Samples in dieser, unserer so grausamen Synthi-Welt gibt), entsprechende Cello-Einsätze, Überleitungen zu einzelnen Akkorden oder ähnliches. Aber gut, ist ja nur ein "Rohentwurf" ... unter Umständen wäre auch eine kleine "Auflockerung" keine schlechte Idee, denn 3:30 Minuten immer im Wechsel Strophe - Refrain - Strophe - Refrain ist auf die Dauer ziemlich ermüdend für den Hörer, wenn auch musikalisch nichts geschieht.
Beim Hören ist mir auch aufgefallen, daß Du anscheinend selbst Probleme damit hast, ein wenig Harmonie aus dem Text herauszuholen, da Du doch ordentlich mit dem Versmaß am Kämpfen bist. Wenn Du von "Träumereien" singst, aber gleichzeitig versuchst, alle ungrad' geschriebenen Silben in eine Sinneinheit reinzuwurschteln, kann sich kein harmonisches Gefühl entwickeln. Reime sind dazu nicht unbedingt notwendig, aber ein gewisses Versmaß, an das man sich zumindest grob hält, schon:
Mal verdeutlicht:
"Träumerein, der Beginn aller Weisheit" - 10 Silben
"Des Lebens und des Glücks, der Furcht und Magie" - 11 Silben
"Lebe doch in Träumen, Realität verschwinde" - 13 Silben
"Hier in dieser mächtigen Welt" - 8 Silben.
Diese krassen Abweichungen innerhalb einer Strophe führen dazu, daß man auch als Hörer darüber stolpert. Klar kann man das musikalisch geschickt lösen, aber das ist leider bei Deiner Umsetzung nicht der Fall.
Aber - immer weitermachen und nicht durch meine persönliche Meinung verunsichern lassen

Gruß
Skywise