Deutschland deine (lebenden) Künstler - wen würdet ihr vorschlagen?

*DER SINN DER POLITIK IST FREIHEIT
Das Leben ist immer ein Leben mit anderen. Der Mensch ist ein „zoon politikon“, ein „staatsentwickelndes Tier“, wie Aristoteles formulierte. Er bedarf zu seiner Vervollkommnung der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Die Frage ist nicht, wie uns heute im Zeitalter des begrenzungslosen Individualismus (und Egoismus) eingehämmert wird: Wie soll ich leben? Sondern: Wie sollen wir leben? - und darüber kann in diesem Forum diskutiert werden!

*Quelle: Webseite Akademischer Verein Kyffhäuser e.V.  | Foto © by Pixabay.com 
Benutzer 63 gelöscht
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Deutschland deine (lebenden) Künstler - wen würdet ihr vorschlagen?

Beitrag von Benutzer 63 gelöscht »

Hi Michael!
Ich hab grad seine aktuelle Platte gehört und es tut mir leid - aber es geht wirklich nicht. Meinst du jetzt vom Handwerklichen-Künstlerischen her, oder vertritt er Standpunkte, die du nicht akzeptabel findest?
LG
Jürgen
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fille hat dieses Thema gestartet
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Deutschland deine (lebenden) Künstler - wen würdet ihr vorschlagen?

Beitrag von fille »

Hallo Michael!
Aber nur wenn die Sendung heißt: "Die allergrößten Deutschen aller Zeiten".

*hihi* Ganz schön böse...:-D
Aber man könnte bestimmt eine interessante Sendung über ihn machen. Sie sollte allerdings kritisch sein.
Man findet ihn ja in Liederbüchern - auch Schulbüchern. Dasselbe trifft auch auf Herrn Mey zu. Allerdings mehr in französischen Schulbüchern (vor 20 Jahren, heute vielleicht nicht mehr so).
Also eine Sendung über Biermann wäre nicht das Blödeste. Aber ich würde bei "Deutschland, deine Künstler bleiben" :-)
Dann könnte man noch eine neue Serie aus der Wiege heben: "Deutschland, deine fragwürdígen Künstler!". Na, da fällt doch jedem was ein, oder?
Liebe Grüße
Marianne
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Michael
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Beitrag von Michael »


JuergenF schrieb:
Meinst du jetzt vom Handwerklichen-Künstlerischen her, oder vertritt er Standpunkte, die du nicht akzeptabel findest?


Hallo,
auch wenn das jetzt vom Thema ablenkt - wenn ich schon so eine Bemerkung mache, dann sollte ich sie wohl wirklich auch erklären.
Irgendwie ist es beides was mich stört, aber irgendwie auch nicht. Sowohl handwerklich-künstlerisch als auch von den Standpunkten her hat sich nicht groß was verändert.
Er spielt jetzt öfter Klavier statt Gitarre und das macht das ganze noch pathetischer als ohnehin. Was mich aber am meisten stört ist dieses ewige um-sich-selbst-kreisen. Das Thema der Platte ist Biermann, Biermann und wieder Biermann. Er erklärt uns zum hundertsten Mal seinen politischen Wandel, er erzählt uns von seinem Urlaub, dass Frankreich schön ist, aber auch nicht besser als Deutschland, ein paar etwas schlüpfrige Verse, ein paar Heine-Zitate, alles ist wie immer. Kurz, die Platte ist irgendwie langweilig. Und bei aller Kritik, die man an Biermann haben kann: gelangweilt hat er mich bislang eigentlich nie.
Dazu kommt, dass ich nicht verstehe, warum man die ohnehin nicht sonderlich schweren Texte noch in einem Booklet-Text erklärt. Und sich da auch noch lang und breit über den Ehrenbürger-Streit von Berlin auslässt, wahrscheinlich um die eigene Wichtigkeit nochmal zu betonen.
Wenn man die Texte übrigens nachliest, sind sie oft gut, manchmal ist einfach der eitle Gesang das Problem.
Zu seinem politischen Standpunkt kann ich nicht viel sagen. Außer einem Vers über die SPD, die mit "IM Notar ins Bett" geht, ist nicht viel zu hören. Und das ist ja auch nicht gerade aktuell. Da er inzwischen aber Laudationes auf Frau Merkel hält ist es vielleicht auch besser so.
Michael
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Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

Benutzer 76 gelöscht
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Beitrag von Benutzer 76 gelöscht »

Hallo zusammen,

fille schrieb:
Man findet ihn [Biermann] ja in Liederbüchern - auch Schulbüchern. Dasselbe trifft auch auf Herrn Mey zu. Allerdings mehr in französischen Schulbüchern (vor 20 Jahren, heute vielleicht nicht mehr so).

Oh, Reinhard Mey ist in deutschen Schulbüchern aktueller denn je! Auf der Suche nach einer Ballade, die ich in einer siebten Klasse behandeln könnte, stieß ich in einem aktuellen Lehrbuch unlängst auf Reinhard Meys "Kaspar". Und ich dachte mir: Warum eigentlich nicht! Die vorgeschlagenen Arbeitsaufträge zu der Ballade, besonders die kreativen Aufgaben, kamen bei den SchülerInnen sehr gut an, z.B.:
1) Versetzt euch in die unglückliche Lage von Kaspar Hauser. Alle stehen um ihn herum, begaffen oder beschimpfen ihn, fassen ihn an. Welche Fragen und Gedanken werden ihm wohl durch den Kopf gehen? Macht euch Notizen und tauscht euch aus.
2) Findet heraus, warum Kaspar Zutrauen zum Dorfschullehrer und seiner Frau fand. Lest die entsprechenden Zeilen vor. Schreibt auch hier die Gedanken von Kaspar auf und sprecht darüber.
3) Verteidigt Kaspar gegenüber den Menschen aus dem Dorf. Welche Argumente findet ihr?
4) Die Ballade von Reinhard Mey eignet sich gut für einen gestaltenden Vortrag. Legt eine Folie auf den Text oder fertigt euch eine Kopie an. Stellt fest, wer uns die Geschichte von Kaspar erzählt. Welche Personen treten in der Ballade auf?
5) Verteilt die Rollen in der Klasse. Sprecht eure Textpassage halblaut, übt sie so, dass sie der Rolle entspricht. Wo wollt ihr z.B. raunen, stammeln, fragen,...?
6) Tragt nun die Ballade mit verteilten Rollen vor. Ihr könnt den Text zu dritt oder viert auch als Rap im Sprechgesang einstudieren.
Naaa, vielleicht kann man das ja mal bei einem Liedertreffen durchexzerzieren, wird bestimmt amüsant ;-)!
Viele Grüße,
Marc
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Reino
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Deutschland deine (lebenden) Künstler - wen würdet ihr vorschlagen?

Beitrag von Reino »

Sowas gewährleistet wenigstens, daß sich die Schüler nie wieder freiwillig Reinhard Mey anhören ...
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Michael
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Beitrag von Michael »


Reino schrieb:
Sowas gewährleistet wenigstens, daß sich die Schüler nie wieder freiwillig Reinhard Mey anhören ...

Na ja, Marc schreibt ja, die Arbeitsaufträge wären gut angekommen.
Und selbst wenn nicht: So ist es doch eine schöne Rache von Reinhard Mey an den Lehrern :-D
Michael
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Franz Josef Degenhardt

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Beitrag von Benutzer 63 gelöscht »

In unserem Schulbuch war auch Mey drin, das ist über *räusper* 30 Jahre her. Und Süverkrüp, der heute fast Vergessene (?). Mey war mit Abscheuliches Lied für abscheuliche Leute vertreten.
Und noch ein Danke an Michael für die ausführliche Antwort. Ja, der Vortrag macht eine Menge aus, vielleicht mehr als einem oft bewußt ist.
Jürgen
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