relayer schrieb:
und ihr glaubt doch nicht wirklich das jeder die gleichen chancen hätte in diesem biz.
Aus dem Alter, das zu glauben, bin ich raus.
die macher solcher sendungen sollten mal wieder in die clubs gehen, wie es früher gang und gebe war. dort sind die wirklichen musiker und künstler.
Aus dem Alter, das zu glauben, bin ich auch raus
Darüber hinaus kann man davon ausgehen, daß kein Mensch eine reine Nachwuchs-Sendung sehen will. Solche Ideen sind in der Vergangenheit beriets mehrmals gescheitert ("Hut ab!" hieß meines Wissens mal so ein Versuch ... die erste Sendung brachte Till & Obel ans Tageslicht, die zweite fand irgendwo im Nirgendwo der Sendezeiten statt und dann verliert sich die Spur auch schon wieder); DSDS ist meines Wissens das einzige vergleichbare Konzept, das sich bis heute trägt ... wenn auch meiner Ansicht nach in erster Linie dank der Möglichkeit, den Kandidaten so grandios beim Versagen zusehen zu können.
Beim Bundesvision Song Contest hat man die Möglichkeit, sich auch mit großen Namen zu messen ... Oomph! oder Jan Delay sind auch heute schon in der Musikszene echte Hausnummern, die auch mal eine größere Publikumsfläche füllen können. Anajo oder Pohlmann sind Leute, die es noch nicht so weit gebracht haben, die sich aber hier Seite an Seite mit den großen Namen präsentieren durften und vielleicht den einen oder anderen Fan hinzugewinnnen konnten. Unbekannt, Fast-unbekannt und Gesicherte-Musikerexistenz nebeneinander auf der Bühne, das Ganze kaschiert als Wettstreit der Bundesländer und schon hat man ein paar offene Augen und Ohren vor der Mattscheibe - ist doch klasse. Nur-unbekannt neben Nur-unbekannt auf der Bühne - ist doch dröge, schaltet man in der Regel dann ab, wenn der erste oder die ersten zwei Interpreten aus lauter Nervosität ihre(n) Auftritt(e) in den Sand gesetzt haben, völlig egal, was da noch für Glanztaten folgen mögen.
ich habe manchmal das gefühl das heute jeder der eine gitarre einigermaßen halten kann und den mund aufbekommt eine chance hat. schade um solche die tiefgang und seele in ihrer musik verarbeiten, oder besser gesagt die wirklich authentisch sind.
Das war auch früher schon so. Der Unterschied ist, daß heute alle ins Fernsehen drängen - früher standen sie bei den Plattenfirmen oder bei den Radiosendern Schlange. Die Bandbreite der Plattenfirmen oder der Radiosender ist allerdings naturgemäß um einiges größer als die der Fernsehsender.
Schlechte Musik oder grottenschlechte Interpreten gab es schon zu allen Zeiten. Da brauch' ich nur mal meine Sammlung zu überfliegen und dann finde ich schon Aufnahmen vom "letzten Kastraten" Alessandro Moreschi aus den 20er Jahren, von der laut Guinness-Buch der Rekorde "schlechtesten Sängerin aller Zeiten" Florence Foster Jenkins aus den 40er Jahren, von der "singenden Hausfrau" Mrs. Miller aus den 60er Jahren oder von Big Brother "Wer ist Schäikspier?" Zlatko aus den 90ern. Schlechter Geschmack oder unmögliche Interpreten ziehen sich durch die gesamte Musikgeschichte. Das "Heute" zeichnet sich eigentlich nur dadurch aus, daß die musikalische Bandbreite größer geworden ist, was ich grundsätzlich begrüße. Daß sich da nicht nur Weizen, sondern auch jede Menge Spreu austobt, ist klar - aber es soll ja auch talentierte Leute geben, die sich von der Spreu inspirieren lassen
Gruß
Skywise
