Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

Der Musikmarkt in Deutschland ist im Wandel und das hat Auswirkungen auf alle Künstler/innen in allen Bereichen.
Diskutiere mit uns über die richtigen Wege und falsche Entwicklungen. Was sollte sich ändern, was darf sich nicht ändern? Welche Rolle spielen wir Konsumenten? Was kann die Politik tun?

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Joerg hat dieses Thema gestartet
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#1

Beitrag von Joerg »

Hallo Leute,
da ich selber ein Liedermacher bin, ist die Idee für dieses Forum nicht ganz uneigennützig, aber vielleicht ist es eine ganz gute Sache, um Auftritte für viele junge Talente zu organisieren.
Gerade heutzutage (zu Zeiten von DSDS, Bohlen, Firmenfusionen etc.) ist es für Nachwuchs schwierig geworden, sich Gehör zu verschaffen. Als Liedermacher ist es nicht leicht, an Auftritte zu kommen, besonders dann, wenn man noch keine Plattenfirma oder Agentur im Rücken hat. Viele Veranstalter wollen hauptsächlich Rock, Pop, Techno usw. Das ist zumindest meine Erfahrung.
Es muss doch Kneipen, Cafes, Theater und dergleichen in Deutschland geben, in denen Liedermacher gern gehört werden. Wenn Ihr einen Veranstalter in Eurer Stadt kennt. Dann tragt ihn bitte in dieses Forum ein. Macht bitte folgende Angaben:
1. Name des Veranstalters (Kneipe, Cafe, Restaurant u.ä.)
2. Anschrift
3. Telefon (Falls bekannt)
4. Ansprechpartner (Falls bekannt)
5. E-Mail Adresse (Falls bekannt)
6. Homepage (Falls bekannt)
Wenn Ihr noch mehr über den Veranstalter mittleilen möchtet, ist das natürlich herzlich willkommen.
Jörg
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Maren
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#2

Beitrag von Maren »

Hallo Joerg,
diese Idee finde ich Klasse. Ich werde mal die Augen offen halten. Allerdings frage ich mich, ob es in Deinen Augen notwendig ist, durch solche Auftritte auch Geld zu verdienen. Das ist bestimmt eine Crux. Wenn man noch nicht bekannt ist, dann kann man auch kein Geld verlangen (oder nur wenig), wenn man aber kein Geld mit seiner Kunst verdient, dann kann man auch nicht lange damit durch die Gegend tingeln. Wie also soll das dann gehen?
Vielleicht fehlt mir ja auch nur eine Prise Intusiasmus? Oder ich habe alle Hoffnung aufgegeben?
Liebe Grüße und Daumendrückerei
Maren
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#3

Beitrag von Joerg »

Hallo Maren,
du hast recht, die Sache mit dem Geld ist so eine Crux. Natürlich muss dabei auch ein bißchen was rumkommen, wenn man auftritt. Da halten es die Veranstalter es ja sehr unterschiedlich, die meisten lassen einen auf Eintritt spielen (Künstler bekommen die Eintrittsgelder prozentual oder zu 100%). Da muss der Künstler halt dafür sorgen, dass die Bude voll ist. Dass man im semi-professionellen Bereich manchmal auch draufzahlt, gehört zum Geschäft, egal in welcher Musikrichtung man aktiv ist.
Meine Idealvorstellung (ja, ich habe noch Hoffnung) ist, dass sich mit dem Forum ein Netzwerk bildet, über das Werbung für Auftritte gemacht werden kann. Beispiel: Jemand aus "Hintertupfingen" kennt einen Auftrittsort in seiner Nähe und trägt ihn ins Forum ein. So besteht auch die Möglichkeit, dass er weiß, welche Zeitungen, Stadtmagazine, Lokalradios etc. in seiner Region wichtig sind, um sie mit Fotos, CD`s und Infomaterial zu bemustern. Damit hätte der Künstler, der in "Hintertupfingen" auftreten will, die Möglichkeiten Werbung für sein Konzert zu betreiben. Das könnte im Idealfall effektiver sein als im Internet zu forschen.
Das alles setzt natürlich voraus, dass sich viele Leute in das Forum eintragen und ein reger Austausch stattfindet, vor allem unter aktiven Musikern. Wenn die Künstler und Bands zusammenarbeiten, könnte so ein Netzwerk genauso effektiv sein wie eine Agentur. Immerhin wären auch gemeinsame Konzerte der Künstler möglich. Die Auswärtsband spielt bei der Heimspielband im Vorprogramm. Und die Heimspielband kümmert sich um die Promotion. Beim nächsten Mal läuft es andersrum. Also Träume, Illusionen, Hoffnungen und Ideen gäbe es genug...
Jörg
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migoe
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#4

Beitrag von migoe »

Liebe Maren,

Allerdings frage ich mich, ob es in Deinen Augen notwendig ist, durch solche Auftritte auch Geld zu verdienen. Das ist bestimmt eine Crux. Wenn man noch nicht bekannt ist, dann kann man auch kein Geld verlangen (oder nur wenig), wenn man aber kein Geld mit seiner Kunst verdient, dann kann man auch nicht lange damit durch die Gegend tingeln.

Wie bitte? Wieso sollte es denn nicht möglich sein, mit dieser Kunst Geld zu verdienen? Wer durch die Gegend tourt und denkt damit besonders viel Geld verdienen zu können, der irrt sicher, aber ganz bestimmt ist es möglich Geld zu verlangen, wenn man vor Publikum spielt.
Dabei kommt es aber sicher auf den Rahmen an:Wer die großen Städte bereist und dort in den Fußgängerzonen seinen Hut auslegt wird vielleicht ein paar Hundert Euro in ein paar Wochen "verdienen" können.Wer aber - so wie Joerg meint - in kleinen Clubs und Bars spielen möchte, muß erst einmal "Beziehungen" und vor allem ein PROGRAMM bieten können, denn schließlich sollen die Gäste unterhalten und nicht gelangweilt werden. So kann bestimmt zwischen 50 und 100 Euro pro Abend verdient werden. Sehr weit kommt man damit natürlich auch nicht, aber gerade, wenn man noch unbekannt ist und sich einen Namen erarbeiten muß ist ja erst mal wichtig überhaupt spielen zu dürfen.
Alle großen Bands und Künstler aus der Musikbranche haben in ihren Anfängen die Welt bereist und jeden Abend in einem anderen Club oder einer Bar gespielt - auch so Menschen wie z.B. Reinhard Mey, Konstantin Wecker, Hannes Wader usw. Das kann man in vielen Interviews und Berichten über sie nachlesen. Wem das Freude bringt und wer es trotz (oder wegen) dem damit zusammenhängenden Streß schafft, sein Publikum immer wieder neu zu begeistern, der wird früher oder später auch die Möglichkeit einer Plattenaufnahme bekommen bzw. heutzutage ist es ja jedem möglich seine eigene CD zu pressen und direkt neben der "Bühne" (wie auch immer diese aussieht) zu verkaufen.
Die Idee von Jörg finde ich auf jeden Fall sehr gut und ich werde mal sehen, ob ich das irgendwie umsetzen kann, damit sich diese Informationen irgendwie besser bündeln lassen, als hier im Forum, wo sie sehr schnell aus dem Blickfeld verschwinden können...
migoe
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#5

Beitrag von Maren »

Migoe, natürlich hast Du Recht!!!
Ich habe das reichlich quer ausgedrückt. Aber da ich selber schon mal Kontakte zu Veranstaltern geknüpft habe, weiß ich, daß das eine der ersten Fragen war. Natürlich weiß ich, daß alle klein anfangen (ich weiß noch, wie unsere Zweijährige der Kellyfamily in Münster was in den Hut geworfen hat und dafür einmal das Baby anfassen durfte).
Da aber inzwischen allen klar sein drüfte, daß ich nicht zur musizierenden Seite gehöre, war für mich die Info, die Joerg mir gegeben hat, schon wichtig, wenn ich mich umhören will.

So, jetzt ins Bett
Gute Nacht allen

Maren
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#6

Beitrag von Joerg »

Hallo,
dann wollen wir mal einen Anfang machen:
Die SchüsselKonstantin Uhde Straße 4D - 38106 BraunschweigTel. +49 (0) 0531 34 63 63email: kontakt@schuessel.info
Ansprechpartner: Adel Dawud
Die Schüssel ist eine in Braunschweig hochfrequentierte Musikkneipe (Uni-Nähe). Hier finden regelmäßig Konzerte in den verschiedensten Musikrichtungen statt. Der Veranstalter zahlt keine Gage, lässt allerdings einen Hut im Publikum rumgehen. An guten Tagen können da aber schon mal ca. 150 Euro bei rumkommen. Das ist nicht viel, aber Ihr werdet ein tolles Publikum haben.
Stay tuned
Jörg
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Carsten K
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#7

Beitrag von Carsten K »

Hallo,
sicherlich ein wichtiges Thema, besonders für die, sie sich selbst als Liedermacher betätigen, aber auch für die, die solche Musik mögen, aber schlichtweg nicht wissen, wo (in ihrer Nähe) es sie zu hören gibt, immerhin sind die meisten Liedermacher ja selbst unter Liedermacher-Fans weithin unbekannt.
Die wenigen Locations, wo ich selbst schon gespielt habe, habe ich auf meiner HP verlinkt, im übrigen lohnt es sich öfter mal in die Terminkalender der KollegInnen reinzuschauen, wo die so spielen, und dann Kontakt zu den Locations aufzunehmen. Dann gibt es mittlerweile einige Liedermaching-Festivals mit "offenen Bühnen" nach dem "offiziellen Programm", wo jeder, der möchte, mit ein paar Liedern auftreten kann. Und schließlich veranstalten einige Locations regelmäßige Open-Stage-Abende, wo es sich auch lohnt, aufzutreten, um Bühnenerfahrung vor Publikum zu sammeln. Mein lokaler Tip:
Der "Marburger Abend" im KFZ, Schulstr. 6, 35037 Marburg, der ca. 5mal pro Jahr Sonntags Abends stattfindet. Da kann man einfach hingehen, sich in eine Liste eintragen, und dann darf man 15 Minuten vor ca. 150 Leuten auftreten. Es ist fast immer voll, die Stimmung ist fast immer super, nur leider gibt's überhaupt kein Geld.
Die Termine stehen immer unter http://www.kfz-marburg.de/
Das mit dem Geld ist natürlich schwierig. Da, wo ich wohne, Publikum zu locken, das kann ich selbst noch beeinflussen, indem ich in meinem persönlichen Umfeld werbe, selbst losziehe, um Plakate zu kleben und Flyer auszulegen, wenn ich in einer anderen Stadt spiele, kann ich das nicht, und die meisten VeranstalterInnen tun da in der Regel auch nicht mehr, als ein Plakat in ihrer Location aufzuhängen, und das reicht nun mal nicht, um den Laden bei einem Konzert von jemandem, den keiner kennt, voll zu kriegen, und ohne Publikum kommt nicht mal das Geld für die Fahrtkosten wieder rein, außerdem ist es auch nicht sehr prickelnd in einem nahezu leeren Raum aufzutreten, mal ganz abgesehen vom Geld.
Trotzdem eine gute Idee, hier Auftrittsorte zu veröffentlichen.
Liebe Grüße
cARSCHti
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#8

Beitrag von migoe »

@ Jörg:
Deine Idee ist wirklich gut, deshalb bin ich momentan am Basteln einer Lösung, werde mich dann per News melden...
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Maren
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#9

Beitrag von Maren »

Ich finde die Idee auch super. Dann kann ich ja mal gucken, wo in der nächsten Umgebung jemand auftritt.
Maren, die das Wort "basteln" aus migoes Mund nun gar nicht gerne hört!!!
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Oliver73
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#10

Beitrag von Oliver73 »

Hallo :-)

also, wenn man z.B in eine Suchmschine (Google oder so) Kleinkunstbühnen oder ähnliches eingibt, kann man schonmal ne Menge Bühnen finden. Allerdings würde ich nicht für kein Geld spielen. Früher hätte ich das gemacht, aber man trifft eben die Leute die einen immer versuchen zu ködern indem sie einem vorgaukeln, das nach einem gespielten Auftritt noch ne Menge Auftritte folgen werden und man daher umsonst oder für wenig Geld spielen soll. Da ich bereits in allen Musikrichtungen tätig war (von Klassik, bis Rock, Pop und eben Liedermacher) sind mir diese Leute immer wieder begegnet. Sie tun sich unheimlich wichtig aber rüber kommt überhaupt nichts! Und das unabängig davon wie der Auftritt war. Und wenn ein Veranstalter Kunst schätzt, wird er auch einen Obulus entrichten, den von Luft und Liebe kann ein Künstler auch nicht leben. Zudem, wenn jemand alleine unterwegs ist, muss die Gage ja auch nicht die Schmerzgrenze übersteigen. Ich denke da an 150-250 Euro. Zu teuer für ein 2stündiges Programm? Ich denke eigentlich nicht, oder?

Gruss

Oliver
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#11

Beitrag von migoe »

Hallo Oliver,
ich bin immer sehr interessiert zu hören, wie die Künstler selbst das sehen freue mich, daß Du ein bißchen von Deinen Erfahrungen erzählst.
Klar sollte jeder Künstler, der es versteht seine Kunst interessant und ansprechend zu machen, auch Geld dafür verlangen können. Das müssen ja nicht gleich Millionen sein. Ein zweistündiges Programm, das mich zum Lachen, Weinen und Nachdenken bringt ist mir aber schon mal 10 Euro wert - meist ist ja noch Geld für Anreise und/oder Verpflegung zu bezahlen, so daß ein Liederabend (für einen Künstler) schnell auf 20 bis 30 Euro kommt. Mehr bezahle ich nur, wenn ich den Künstler wirklich sehr sehr sehr schätze!
Der Vorschlag von Jörg wird aber auf jeden Fall umgesetzt - und zwar NOCH HEUTE!
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#12

Beitrag von Gast »

Lieber Oliver,
ich sehe das grundsätzlich so wie du, dass man seine Kunst nicht umsonst unter die Leute bringen muss. Meine Erfahrungen sind allerdings andere:

Die Anfragen bei den Veranstaltern bleiben oft unbeantwortet,
wenn man Resonanz auf Anfragen bekommt, dann des öfteren Absagen mit dem Hinweis, dass Liedermacherveranstaltungen nicht so gut ankommen und man sich mehr auf Jazz, Folk o.ä. spezialisiert hat,
Veranstalter an interessanten Veranstaltungsorten (also keine Bierzelte, Autohäuser oder Möbelkaufhäuser) haben viele Anfragen von Künstlern, dass die (Warte-)Listen voll sind,
Interessenten für die Musik sind oft kleine Vereine, die ein sehr beschränktes Buget haben,
die Finanztöpfe für kulturelle Veranstaltungen sind leer oder werden stark gekürzt,
Veranstalter befürchten die Kosten für die Veranstaltung nicht decken zu können; nur wirklich bekannte Größen werden genommen,
das Liedermachergenre hat aus unterschiedlichsten Gründen ein Schmuddel-image, das die Veranstalter und auch das Publikum abschreckt und die Bereitschaft senkt, dass man sich vom Gegenteil überzeugen kann...
Das nur einige Anmerkungen, die mir spontan einfallen. Unter diesen Umständen ist es natürlich noch schwerer an Veranstalter zu kommen, die Geld für den Auftritt locker machen bzw. machen können. Auch deshalb bin ich der Meinung und habe die große Hoffnung, dass man das Liedermachergenre mehr in den Bereich der Kleinkunst rücken kann und muss.
In Berlin gibt es eine ganze Reihe von Lesebühnen. Dort wird sehr kreativ gearbeitet, von vorgetragenen Texten über Kabarett bis hin zu musikalischen Beiträgen der unterschiedlichsten Art. Ich vermute, dass Künstler viel mehr miteinander arbeiten müssten, um sich selbst eine Lobby zu verschaffen. Trotzdem finde ich den Vorschlag des Sammelns von Adressen gut, es kann ja nichts schaden.
Hoffnungsvolle Grüße aus Jena, Bianca
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Oliver73
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#13

Beitrag von Oliver73 »

Hallo

@ migoe: Du meinst also 10 Euro Eintritt? Das ist meiner Meinung nach das äusserste. Ich finde die Schmergrenze liegt bei 8 Euro. Kommen 40 oder 50 Leute langt das doch schon. Ich habe es immer so gemacht: 6 Euro für mich, 2 für den Veranstalter und er verdient ja auch zusätzlich an den Getränken. Klar ist so eine Veranstaltung kein grosser kommerzieller Gewinn, aber dann muss er sich eben den Musikantenstadl einladen oder Karaoke im Keller machen. Deswegen spiel ich lieber weniger Konzerte und such mir Leute die das Herz dazu haben so eine Veranstaltung schön zu gestalten und bereit sind so etwas mitzutragen.
Oliver
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Oliver73
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#14

Beitrag von Oliver73 »

Hallo Bianca :-)

ich würde an deiner Stelle schon ein bisschen mehr Hoffnung haben :-) Ich glaube die Leute wollen schon wieder zurück zur handmade musik. Menschen lassen sich nun mal gerne über Emotionen begeistern. Zumindest sind das meine Erfahrungen.

Die Anfragen bei den Veranstaltern bleiben oft unbeantwortet
Gut, manchmal muss man hartnäckig bleiben und ggf anrufen...das ist anstrengend ich weiss :-)
Man will natürlich auch nicht hören, das das Programm für die betreffende Bühne nicht geeignet sei.

wenn man Resonanz auf Anfragen bekommt, dann des öfteren Absagen mit dem Hinweis, dass Liedermacherveranstaltungen nicht so gut ankommen und man sich mehr auf Jazz, Folk o.ä. spezialisiert hat

naja, mit Jazz lässt sich heutzutage auch keine Kohle mehr verdienen, weder für die Musiker noch fü die Veranstalter...ein Kollege von mir hat eine ganz gute Jazzcombo, die hatten in einem Jahr zwei Auftritte, einen davon vor 10 Leuten!

Veranstalter an interessanten Veranstaltungsorten (also keine Bierzelte, Autohäuser oder Möbelkaufhäuser) haben viele Anfragen von Künstlern, dass die (Warte-)Listen voll sind

das stimmt, da helfen wieder nur Referenzen von anderen Bühnen, wo man schon gespielt hat...und die sind schwer zu bekommen. Da hilft meiner Meinung nach nur eins: Hingehen, sich vorstellen, überzeugen. (geht natürlich nur in der näheren Umgebung)

Interessenten für die Musik sind oft kleine Vereine, die ein sehr beschränktes Buget haben

ja, aber ein dankbares Puplikum ist auch was schönes...

die Finanztöpfe für kulturelle Veranstaltungen sind leer oder werden stark gekürzt

das stimmt, das könnte aber sogar eher eine chance für uns nonames sein, weil wir eben nicht soviel kosten....

das Liedermachergenre hat aus unterschiedlichsten Gründen ein Schmuddel-image, das die Veranstalter und auch das Publikum abschreckt und die Bereitschaft senkt, dass man sich vom Gegenteil überzeugen kann

da hab ich leider noch keine Erfahrung....

Abschliessend will ich sagen, das sie grösste Schwierigkeit immer darin liegt, sich selber zu vermarkten, da jede Absage oder Kritik einem natürlich näher geht, als über irgendeine Agentur.
Man muss schon sehr an sich glauben, Erfahrungen sammeln und sich niemals unterkriegen lassen, oder?

Weiter gehts :-)

Liebe Grüsse

Oliver
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Carsten K
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#15

Beitrag von Carsten K »

Hallo Oliver,
klar sind 150-200 Euro Gage wünschenswert, jedenfalls dann, wenn es sich für alle Beteiligten rechnet, das heißt, es müssen dann auch genug zahlende ZuschauerInnen kommen, damit nicht nur diese Gage gedeckt ist, sondern auch der Veranstalter auf seine Kosten kommt.
Als relativ unbekannter Liedermacher ist aber genau das schon ein Problem, jedenfalls wenn ich in einer Stadt auftrete, wo mich kaum jemand kennt, wo ich kein "Heimspiel" hab und auch selbst nicht losziehen kann, um zB Plakate zu kleben und mich um die sonstige Werbung zu kümmern. Ein Konzert mit mir zu machen bedeutet also für den Veranstalter eine Menge Aufwand, um genügend Publikum anzulocken, wesentlich mehr Aufwand jedenfalls als bei einem bekannten Künstler. Das schreckt viele sicherlich ab, jemanden wie mich zu engagieren, zumal das Klischee "Liedermacher" ja wirklich nicht allzu positiv besetzt ist.
Ich habe allerdings andererseits die Erfahrung gemacht, daß meine Songs, wenn ich denn Gegelenheit habe, sie vorzutragen, durchaus gut ankommen, auch bei Leuten, die sich selbst normalerweile nicht als Liedermacher-Fans bezeichnen würden. Und es sind gerade bei den mittlerweile zahlreichen Liedermaching-Festivals junge Leute unter 20, die sich für diese Art Musik begeistern. Die sind zwar vielleicht erst in 10 Jahren in der Lage 10 Euro Eintritt für einen Liedermacherabend zu zahlen, aber da lohnt es sich ja durchaus, auch für 2 oder 3 Euro Eintritt zu spielen, um wenigstens die Fahrtkosten wieder reinzukriegen, oder?
Wieviel Eintritt ein Konzert wert ist, ist relativ. Ob und wieviel Gage ich verlange, hängt vom Veranstalter bzw. der Art der Veranstaltung ab, einen reizvollen Auftritt nur wegen zu geringer Gage abzulehnen, würde mir auch nichts nützen (sofern ich nicht allzu viel draufzahle), andererseits, alles würde ich auch nicht machen, selbst wenn die Gage stimmt.
Aber ich hab auch gut reden, weil ich nicht davon leben muß, das alles doch eher als eine Art Hobby sehe, und manche Auftritte sind dann eben auch eine Art Urlaub, besonders die Festivals, bei denen ich vielleicht ne halbe Stunde spiele, den Rest der Zeit nette KollegInnen treffe und deren Musik genießen kann, selbst wenn ich finanziell dabei draufzahle... Ist ja sogar ein Aspekt, um den mich Reinhard Mey mal beneiden könnte, oder ? ;-)
Liebe Grüße
cARSCHti
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#16

Beitrag von Maren »

Hallo, Ihr Kreativen
beim Lesen Eurer Beiträge stellt sich mir die Frage:
Warum tut Ihr Euch nicht zusammen?? Nicht für ein Konzert oder so. Aber bei den heutigen Möglichkeiten gibt es doch bestimmt einen Weg, Eure persönlichen "Best of's" auf einen Demo-Silbering zu brennen? Und die wäre dann doch eine Reklame für Veranstalter. Und die Produktionskosten für das Scheibchen ginge dann auf alle.
Nur eine Idee. Erschlagt mich nicht.
Maren, mal wieder nicht sooo kreativ
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#17

Beitrag von Gast »

Liebe Maren,
ein netter Einfall! :-) Ich denke auch, dass es grundsätzlich nicht verkehrt ist, sich zusammen zu tun, Carschti macht das ja schon eine ganze Weile mit Liedermaching (gell?!), hier in Jena gibt es jetzt das Liedermacher-Treffen und so werden sich bestimmt weitere Beispiele finden lassen.
Es ist aber die Frage, ob die unterschiedlichen Stile der einzelnen Liedermacher ohne Weiteres zusammenpassen. Ich habe mit Zweierlei eine Erfahrung mit einem Sampler gemacht, die mich vorsichtig sein lässt. Da hatte uns ein Liedermacher die Möglichkeit gegeben, auf einer "Superproduktion" mit einem Stück von uns mitzuwirken ("ganz tolle Leute sind auf der CD!"). Nach mehrmaligem Nachfragen, ob denn unsere Musik passen würde, stimmten wir im Vertrauen auf die Aussage des besagten Liedermachers zu. Nun hat man "Reflektiertes Licht", ein lyrisch getragenes Stück, auf die CD genommen und es zwischen "Spielgeleier" und "Mein Hasi war beim Stasi" (zwei Lieder im Stile "humtata") gesetzt. Mit einer gewissen Selbstironie kann ich darüber lachen... :))
Nun will ich natürlich keinesfalls behaupten, die Liedermacher des Forums würden alle "Humtata-Lieder" schreiben. :-D Aber so eine Referenz-CD kommt sicherlich sehr unterschiedlich an, da die Stile nicht unbedingt zusammenpassen.
Verschmitzte Grüße,
Bianca, die leider mit ihrem Browser immer noch nicht die Möglichkeit der Formatierung hat...
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#18

Beitrag von Carsten K »

So eine Seite wie diese ist sicherlich auch schon eine Form, sich zusammen zu tun, vor allem auch mit Leuten, die nicht unbedingt in der Nähe wohnen, zumidest zum Gedankenaustausch, aber vielleicht ja auch bei so einem Liedertreffen.
Gemeinsame Konzerte sind sicherlich ne prima Sache, auch dann wenn es stilistische Unterschiede gibt. Das kann so einen Liederabend ja auch erst interessant machen, wenn nicht alles gleich klingt, oder?
Zu viele auf einmal sollten es dann aber auch nicht sein, sonst bleiben für jedeN ja auch bloß noch die obligatorischen 3 Lieder, und das ist mir dann auf Dauer doch zu wenig, um dafür hunderte von Kilometern zu fahren. Und das Problem ist ja eher, unsere abendfüllenden Programme unterzubringen. Für Kurzauftritte gibt es ja auch die offenen Bühnen, denke ich.
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Chancen und Möglichkeiten für Nachwuchs

#19

Beitrag von Joerg »

Hallo Oliver,
schön, dass sich jetzt auch "aktive" Liedermacher in die Diskussion eingeschaltet haben.
Natürlich kann jeder für sich googlen und suchen und telefonieren. Aber gerade jene negativen Erfahrungen, von denen du und andere Diskussionsteilnehmer hier schreiben, ließen sich ja mit einer Veranstaltersammlung vermeiden.
Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass Veranstalter bei der Erwähnung des Begriffs "Liedermacher" die Nasen rümpfen ( "Da kommt doch keiner", "zu kopflastig, geht nicht in die Beine" usw.). Ist doch netter, wenn man mit Veranstaltern redet, die ein Ohr und ein Publikum für Liedermacher haben. Könnte ja auch von Vorteil sein, wenn wir untereinander unsere Erfahrungen austauschen können. Gerade weil ja auch eine entsprechende Gage dabei herumkommen soll, ist es doch eine feine Sache wenn wir uns über "lukrative" Veranstalter austauschen oder gegenseitig über Wettbewerbe, Festivals und dergleichen informieren können.
Meine Band "Phrytz" spielt in Trio- oder Quartettbesetzung, von daher rechnet sich die Gage bei Auswärtsauftritten leider nicht immer. Generell spielen wir nur in Ausnahmefällen umsonst, denn Kunst hat nunmal auch seinen Preis. 150-250 Euro sind jedenfalls keinesfalls zuviel Geld als Gage. Das Zahlen leider nur wenige Veranstalter, wenn man noch nicht so bekannt ist.
Grüße
Jörg
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#20

Beitrag von Carsten K »

Ich verschick grad hunderte von "Werbemails" an potentielle VeranstalterInnen, von denen ich im Internet die Emailadressen rausgesucht hab, um mal zu schauen, was passiert. Immerhin kamen bis jetzt 4 Anfragen für meine Demo-CD und meinen Info-Flyer, nicht viel, aber immerhin mehr als nix, und von VeranstalterInnen, wohin ich vorher wahrscheinlich nicht unbedingt das ganze ins Blaue hinein verschickt hätte. Die Emailadressenliste stelle ich gern zur Verfügung, wenn wer ähnliches probieren möchte. Ist ne Excel-Datei, und wer Bedarf hat, kann mir ja mailen.
Liebe GrüßecARSCHti
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