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Das Pandemie Poesie Projekt: Des vom Schweinebrodn

Verfasst: Sa 27. Jun 2020, 14:03
von migoe



Wer mehr über das Pandemie Poesie Projekt erfahren möchte, kann sich auf der Webseite vom Nana Theater im Club Kaulberg über die Hintergründe informieren.

In einem anderen Thema hier auf dem Literaturforum habe ich auf ein weiteres Video aus diesem Projekt aufmerksam gemacht.

Wolfgang Buck beschreibt in seinem Lied eindrücklich und genüsslich seine Liebe zu dem "Schweinebrodn", den es in der fränkischen Tradition meistens Sonntags gibt und der in vielen Familien auch so ähnlich "zelebriert" wird. Diese "Liebeserklärung" ist ein Plädoyer für den respektvollen Umgang mit Lebensmitteln. Wer sich selber als Vegetarier oder Veganer bezeichnet hat vielleicht Schwierigkeiten damit, das so zu sehen, für mich kommt der Text in dieser reduzierten aber von der Betonung und der Mimik her sehr authentischen vorgetragenen Form sehr glaubwürdig und "würdevoll" vor. Liegt aber sicher im Auge des Hörers...

Übrigens hat sich Wolfgang Buck schon früh sehr engagiert zu dem Thema "Tierwohl" geäußert, z.B. in seinem Lied "Fleisch is gsund" von 1991, dass erstmals auf der CD "Schaunerhie" 1993 veröffentlich wurde und seit einiger Zeit als "Songbuck" zum Download auf seiner Seite angeboten wird: Fleisch is gsund . Er thematisiert nicht nur den Umgang mit den Tieren in der Lebensmittelindustrie, sondern beleuchtet in einer Strophe auch, wie es den Menschen geht, die in dieser Branche arbeiten. Reinhard Mey hat sich auch schon einige Male mit diesem Thema auseinandergesetzt wie ich in diesem Thema im Reinhard Mey Forum zusammengefasst und für den einige Zuspruch aber auch Kritik erhalten habe. Ich finde, es ist ok, dass man gerne Fleisch ist und niemand muss sich dafür rechtfertigen. Die Bedingungen, unter denen die Tiere leben und sterben müssen, sind aber meiner Meinung nach "unwürdig" und "verachtenswert" und sollten von uns als Gesellschaft nicht akzeptiert und toleriert werden.

So sehe ich das, und wenn ich mir diese beiden Lieder von Wolfgang Buck ansehen, also einerseits "Des vom Schweinebrodn", in dem er die Freuden und den Genuß des Fleischkonsums beschreibt und andererseits "Fleisch is gsund", welches die "Schicksale" der Tiere und Menschen schildert, die in dieser grausamen Industrie gefangen sind, dann habe ich den Eindruck, dass der Künstler sich klar für einen würdigen Umgang mit den Tieren ausspricht, denen für unsere Ernährung ja ihr Leben genommen wird.

Wer sich das Original anhören möchte, kann dies auf der Webseite wolfgang-buck.bandcamp.com tun. Hier kann das ganze Album auch gekauft werden. Wer den Text beim ersten Hören nicht versteht, für den ist der Text direkt beim Song abgedruckt. Wenn es Unklarheiten bezüglich einiger Wörter/Sätze gibt, bitte hier melden, dann helfe ich gerne :blabla: