Wichtig: Spam-Nachrichten von Bot-Konten – bitte keine Links anklicken!

Hallo zusammen,

in den letzten Tagen haben einige von euch private Nachrichten von unbekannten Konten mit Links erhalten, zum Beispiel mit dem Betreff „Darf ich dich was fragen?".

Vielen Dank an alle, die diese Nachrichten gemeldet haben!

Was passiert ist
Das Forum wurde vor einiger Zeit auf einen aktuellen Stand gebracht. Dabei sind einige Dateien nicht vollständig übertragen worden. Dadurch sind wohl wichtige Sicherheitsfunktionen ausgefallen, unter anderem bei der Abfrage im Rahmen der Neuregistrierung (Captcha). So konnten sich diese Bots anmelden.

Das Besondere: Anders als bei früheren Spam-Wellen wurden keine Beiträge in den Foren erstellt, die ich sehr schnell entdeckt hätte, sondern es wurden wahllos aktive Mitglieder per PN angeschrieben. Das ist eine neue Qualität und lässt sich schwieriger bekämpfen.

Was ich getan habe
- Die Bot-Konten sind gelöscht.
- Die Systemdateien wurde nochmals gecheckt und in 2 Fällen musste tatsächlich korrgiert werden.
- Neue Registrierungen muss ich jetzt zuerst freischalten. So kann ich selbst entscheiden, wie dringlich das Problem noch ist.
- Den E-Mail-Anbieter, über den die Anmeldungen liefen (zum Glück immer derselbe), habe ich gesperrt. Erfahrungsgemäß ist das aber nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Hürde genommen wird.

Was ihr tun könnt
- Klickt auf keinen Fall auf die Links in solchen Nachrichten und gebt dort keine Daten ein.
- Löscht die Nachricht oder meldet sie über die Funktion „Melden".
- Falls ihr doch geklickt und irgendwo Daten oder ein Passwort eingegeben habt, ändert bitte sofort das betroffene Passwort (und überall dort, wo ihr dasselbe noch verwendet).
- Steht als Absender „Anonymous", stammt die Nachricht von einem bereits gelöschten Bot-Konto. Ihr könnt sie einfach löschen.
- Kommt eine verdächtige Nachricht von einem Konto mit einem Namen der Euch "komisch" vorkommt, z.B. MiaAbc23 oder sowas, leitet sie bitte an mich weiter oder meldet sie, dann kümmere ich mich darum.

Und wie immer gilt, auch im Hinblick auf die KI-Technik („neu" ist vielleicht übertrieben ;-) ): Alles kann zum Guten wie zum Schlechten genutzt werden.

Administrative Grüße von migoe aus der KI-Hölle ;-)

Reinhard Mey bei Spotify: Beliebteste und unbeliebteste Stücke nach Studioalben

Ich habe die Klickzahlen analysiert wie ein Wahnsinniger ;-)

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und seit Ende der 1960er Jahre einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.
Quelle: Wikipedia mit Stand vom 20.06.2019 | Foto für Banner und Forum: Sven-Sebastian Sajak Deutsche Wikipedia
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Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella mit der er drei Kinder hat.
Er betreibt eine offizielle Webseite unter https://www.reinhard-mey.de/ die regelmässig mit neuen Beiträgen gefüttert wird
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Aug 2023 10 23:00

Reinhard Mey bei Spotify: Beliebteste und unbeliebteste Stücke nach Studioalben

Beitrag von Viktor

#1

Liebes Forum,

Zahlen und Statistiken machen Spaß, insbesondere wenn es um etwas geht, das einen interessiert. Und hier sind die meisten von uns an Reinhards Liedern interessiert, oder? Ich habe da mal was zusammengestellt.

Alle regulären Alben-Veröffentlichungen unter Reinhards Namen sind per Digitalvertrieb auf Streaming-Plattformen zu finden. Spotify ist Marktführer. Spotify schreibt neben jeden Track die Klickzahlen. Damit kann man doch was machen!

Was sind bei Spotify also die jeweils beliebtesten und unbeliebtesten Lieder der Studioalben?
Ich habe zu jedem Album die drei am häufigsten und die drei am seltensten aufgerufenen*** Tracks anhand ihrer konkreten Zahlen (Stand: letztes Wochenende) zusammengestellt. Ergebnisse siehe unten :-)
*** Spotify definiert jedes Laufenlassen über die 30-Sekunden-Marke hinaus als Aufruf.


Die Aussagekraft der Daten ist aus diversen Gründen nur eingeschränkt, das gilt es natürlich zu beachten, wenn man genau sein will:
Text anzeigen
  • Es ist kein Einblick in das Hörverhalten der Gesamtpopulation, sondern alles dreht sich nur um Spotify-Nutzer. Das ist zwar eine große Gruppe, aber eben eine womöglich ganz andere als Reinhards Kernzielgruppe (die ja möglicherweise noch echte Tonträger kauft), eine, die vielleicht also jünger, technik-affiner ist, wahrscheinlich auch anderen Geschmack und Hörverhalten an den Tag legt. Aber das macht es ja auch interessant!
  • Loslösung vom Album-Zusammenhang: Wenn ein Lied niedrigere Aufrufzahlen hat als seine Kollegen auf dem Album, heißt das nicht unbedingt zwingend, dass jemand das ganze Album am Laufen hatte und das entsprechende Stück übersprang. Vielmehr ist das Anhören von Einzeltiteln unter Streaming-Nutzern ohnehin sehr üblich, sei es durch gezieltes Aufrufen von Lieblingsliedern, die Aufnahme in private oder öffentliche Playlists oder auch Zufallswiedergabe nach Berechnungen des Algorithmus. Aber es gibt einen weiteren Faktor: Aufrufe auf Samplern. Ja, für identische Stücke akkumuliert Spotify tatsächlich die Zahlen: Wenn jemand z.B. „Vaters Nachtlied“ auf „Mein Apfelbäumchen“ anhört, geht die Zahl auch für den Titel auf „Jahreszeiten“ hoch, weil es dieselbe Aufnahme ist. Das könnte man als Verzerrung der Daten betrachten, aber die Frage, welche Stücke es auf diese Weise schaffen, in irgendeiner Form eine vom Album-Kontext losgelöste „Eigenkarriere“ hinzulegen, ist auch irgendwie spannend. Den Einfluss insbesondere der Themen-Sampler erahnt man jedenfalls recht deutlich.
  • Live-Alben habe ich außer Acht gelassen; es wäre eine Welt für sich.
    Meist sind die Aufrufzahlen der Live-Alben ohnehin geringer, aber in Ausnahmen kommt es vor, dass bestimmte Live-Versionen zu nennenswerter Beliebtheit gelangen: So hat beispielsweise „Gute Nacht, Freunde“ von „Mein achtel Lorbeerblatt“ nur gut 4 Millionen Klicks, weil sich wohl irgendwann unter Spotify-Nutzern die „20 Uhr“ Live-Version als Favorit hochgeschaukelt hat, die fast 8 Millionen Aufrufe verzeichnet. Dieses Phänomen kann in der folgenden Analyse also nicht beachtet werden.
    Auch birgt allein schon die Existenz mehrerer Aufnahmen eines Liedes das Potenzial, dass Nutzer, denen es egal ist, welche Version sie hören, sich auf mehrere Versionen verteilen und die originale Studio-Version vielleicht nicht so hohe Zahlen erreicht, wie es sonst möglich wäre. Dieses Phänomen vermute ich beispielsweise für „Weißt du noch, Etienne?“, das auf „Rüm Hart“ zwar der meistgeklickte Song ist, aber dessen Wert vielleicht nicht ausreichend die Beliebtheit widerspiegelt, die sich hinter den ebenfalls guten Klickzahlen auf drei verschiedenen Live-Alben verbirgt.

Farbcodierung: 6-stellige Klickzahlen / 7-stellige Klickzahlen / 8-stellige Klickzahl; seien wir ehrlich: nur „Über den Wolken“

1967: Ich wollte wie Orpheus singen
Am häufigsten gehört...
• 1'027'245 Ich wollte wie Orpheus singen
• 147'057 Hauptbahnhof Hamm
• 86'519 Ich denk', es war ein gutes Jahr
...am seltensten gehört
• 15'184 Novemberlied
• 14'407 Das Lied von der Straßenbahn
• 14'024 Das Lied von der Zeitung
[Viktors Anm.] Auffällig: Die Lieder mit den niedrigsten Klickzahlen stammen ohnehin nicht aus Meys eigener Feder.


1969: Ankomme Freitag, den 13.
Am häufigsten angeklickt...
• 109'091 Kaspar
• 105'237 Ankomme Freitag, den 13.
• 64'934 Diplomatenjagd
...am seltensten angeklickt
• 13'600 Heute noch
• 11'318 Heimkehr
• 11'031 Ein Tag


1970: Aus meinem Tagebuch
Am häufigsten angeklickt...
• 80'988 Komm, gieß mein Glas noch einmal ein
• 61'428 Trilogie auf Frau Pohl
• 52'076 Aus meinem Tagebuch
...am seltensten angeklickt
• 20'451 Vertreterbesuch
• 16'780 Noch einmal hab' ich gelernt
• 16'283 Grüß dich, Gestern
[Viktors Anm.] Seltenheit für diese Schaffensphase: Keine Lieder mit 6- oder 7-stelligen Klickzahlen; das ist erst ab 2002 wieder eine Phase lang der Fall.


1971: Ich bin aus jenem Holze
Am häufigsten angeklickt...
• 948'370 Der Mörder ist immer der Gärtner
• 43'709 Ich bin aus jenem Holze geschnitzt
• 30'806 Das Geheimnis im Hefeteig oder der Schuss im Backofen
...am seltensten angeklickt
• 13'978 Seifenblasen
• 12'832 71 1/2
• 11'898 Maskerade


1972: Mein achtel Lorbeerblatt
Am häufigsten angeklickt...
• 3'027'150 Gute Nacht, Freunde
• 883'331 Annabelle, ach Annabelle
• 536'688 Die heiße Schlacht am kalten Büffet
...am seltensten angeklickt
• 34'648 In Tyrannis (Von Wand zu Wand sind es vier Schritte)
• 32'859 Alles, was ich habe
• 32'121 Musikanten sind in der Stadt


1974: Wie vor Jahr und Tag
Am häufigsten angeklickt...
• 10'153'970 Über den Wolken
• 2'038'551 Ich bin Klempner von Beruf
• 1'909'699 Wie vor Jahr und Tag
...am seltensten angeklickt
• 51'382 Zwei Hühner auf dem Weg nach Vorgestern
• 49'840 Aber deine Ruhe findest du trotz alledem nicht mehr
• 41'351 Susann
[Viktors Anm.] Auffällig: Das am wenigsten geklickte Lied stammt nicht ursprünglich aus Meys Feder, sondern ist quasi ein Übersetzungs-Cover. In anderen Fällen sind Coverversionen allerdings besonders beliebt, siehe neues Jahrtausend.


1975: Ikarus (1987 laut Spotify)
Am häufigsten angeklickt...
• 775'137 Es gibt Tage, da wünscht' ich, ich wär' mein Hund
• 121'215 ... es bleibt eine Narbe zurück
• 68'056 Du bist die Stille
...am seltensten angeklickt
• 19'935 Weil ich ein Meteorologe bin
• 16'660 Mein guter alter Balthasar
• 15'438 Zwischen Kiez und Ku'damm


1977: Menschenjunges
Am häufigsten angeklickt...
• 1'424'324 Menschenjunges
• 1'090'006 Ein Antrag auf Erteilung eines Antragformulars
• 75'022 Der Bär, der ein Bär bleiben wollte
...am seltensten angeklickt
• 22'092 Eh' meine Stunde schlägt
• 19'699 Mein erstes graues Haar
• 17'554 Wem Gott die rechte Gunst erweisen will...


1979: Keine ruhige Minute (1981 laut Spotify)
Am häufigsten angeklickt...
• 3'268'716 Keine ruhige Minute
• 1'578'265 Zeugnistag
• 173'490 Dieter Malinek, Ulla und ich
...am seltensten angeklickt
• 29'611 Erinnerungen
• 23'711 Daddy Blue
• 23'134 Von Luftschlössern, die zerbrochen sind


1980: Jahreszeiten
Am häufigsten angeklickt...
• 1'780'144 Sommermorgen
• 528'182 Beim Blättern in den Bildern meiner Kindheit
• 445'005 Vaters Nachtlied
...am seltensten angeklickt
• 49'521 Jahreszeiten
• 45'086 Unterwegs
• 44'207 Alleinflug


1981: Freundliche Gesichter (2003 laut Spotify)
Am häufigsten angeklickt...
• 466'513 Abends an deinem Bett
• 318'480 Ich frag' mich seit 'ner Weile schon
• 258'790 Abschied
...am seltensten angeklickt
• 43'735 Freundliche Gesichter
• 42'127 Sommer
• 40'612 ... solang' ich denken kann


1983: Die Zwölfte
Am häufigsten angeklickt...
• 627'347 Die erste Stunde
• 234'660 Hilf mir
• 61'152 Du hast mir schon Fragen gestellt
...am seltensten angeklickt
• 32'000 Jahr für Jahr
• 31'036 Ich habe nie mehr Langeweile
• 27'637 Im Berg


1985: Hergestellt in Berlin (2003 laut Spotify)
Am häufigsten angeklickt...
• 455'027 Zu deinem dritten Geburtstag
• 380'630 Und nun fängt alles das noch mal von vorne an
• 56'081 Ich wollte immer mal nach Barbados
...am seltensten angeklickt
• 31'998 Es ist doch ein friedlicher Ort
• 26'896 Frühlingslied
• 23'773 M(e)y English Song


1986: Alleingang
Am häufigsten angeklickt...
• 1'666'516 Mein Apfelbäumchen
• 1'368'475 Nein, meine Söhne geb' ich nicht
• 190'274 Ein Stück Musik von Hand gemacht
...am seltensten angeklickt
• 36'890 Die Schuhe
• 32'479 Asche und Glut
• 28'771 Sonntagabend auf Rhein-Main


1988: Balladen
Am häufigsten angeklickt...
• 1'560'797 Aller guten Dinge sind drei
• 750'268 Lulu
• 232'983 Hab Dank für deine Zeit
...am seltensten angeklickt
• 54'369 Die Body-Building-Ballade
• 54'230 Das letzte Abenteuer
• 46'660 Fünf Gartennelken


1990: Farben
Am häufigsten angeklickt...
• 359'113 Alle Soldaten woll'n nach Haus
• 289'775 Kleines Mädchen
• 198'457 Mein Berlin
...am seltensten angeklickt
• 46'607 Die Kinderhosenballade
• 46'246 Wahlsonntag
• 33'614 Zwischen allen Stühlen


1992: Alles geht!
Am häufigsten angeklickt...
• 2'082'071 Ich liebe dich
• 290'627 Du bist ein Riese, Max!
• 179'043 50! Was, jetzt schon?
...am seltensten angeklickt
• 44'543 Peter
• 35'782 Ich liebe dich - Piano-Version
• 34'001 3. Oktober '91


1994: Immer weiter
Am häufigsten angeklickt...
• 157'163 51er Kapitän
• 91'015 Selig sind die Verrückten
• 69'426 Die Kinder von Izieu
...am seltensten angeklickt
• 21'295 Willkommen an Bord
• 11'628 Ich möchte!
• 10'163 ... und tschüss!
[Viktors Anm.] „... und tschüss!“ ist der am wenigsten angeklickte Studiotrack überhaupt.


1996: Leuchtfeuer
Am häufigsten angeklickt...
• 140'100 Irgendein Depp bohrt irgendwo immer
• 121'223 Lilienthals Traum
• 109'480 Gib mir Musik!
...am seltensten angeklickt
• 48'089 Tierpolizei
• 35'993 Alle rennen
• 35'979 Ohne dich


1998: Flaschenpost
Am häufigsten angeklickt...
• 4'576'188 Das Narrenschiff
• 299'238 What A Lucky Man You Are
• 241'944 Viertel vor sieben
...am seltensten angeklickt
• 56'007 Hipp hipp hurra!
• 53'564 Der Nasenmann
• 48'518 Deine Zettel
[Viktors Anm.] „Das Narrenschiff“ ist nach „Über den Wolken“ der am meisten angeklickte Studiotrack.


2000: Einhandsegler
Am häufigsten angeklickt...
• 265'581 Ich bring' dich durch die Nacht
• 91'586 Einhandsegler
• 75'457 Wenn ich betrunken bin
...am seltensten angeklickt
• 27'096 Der Marder
• 26'480 Kurti
• 18'555 Chet

[Viktors Anm.] Über die nächsten vier Alben hinweg sind die jeweiligen Höchstwerte auffällig niedrig: Kein Stück erreicht über 100'000 Klicks.

2002: Rüm Hart
Am häufigsten angeklickt...
• 44'421 Weißt du noch, Etienne?
• 39'641 Rüm Hart
• 37'796 Immer mehr
...am seltensten angeklickt
• 16'301 Schwere Wetter
• 13'851 Gernegroß
• 12'926 Die Blitzlichter machen uns zu Idioten
[Viktors Anm.] Kein anderes Album hat einen meistgeklickten Song mit solch niedrigem Wert. Zum Vergleich: Selbst der am wenigsten aufgerufene Song von „Balladen“ (1988) hat noch eine größere Aufrufzahl als der Spitzenreiter auf „Rüm Hart“.


2004: Nanga Parbat
Am häufigsten angeklickt...
• 73'681 Ich glaube nicht
• 67'656 Die Waffen nieder!
• 43'710 Douce France
...am seltensten angeklickt
• 21'886 Sven
• 21'084 Spider Man
• 20'304 Kennst du die kleinen, nicht wirklich nützlichen Gegenstände?


2007: Bunter Hund
Am häufigsten angeklickt...
• 92'945 Drei Jahre und ein Tag
• 88'237 Kai
• 76'428 Der Fischer und der Boss
...am seltensten angeklickt
• 27'480 Ich brauche einen Sommelier
• 26'094 Wotan und Wolf
• 22'474 Schraders Filmpalast


2010: Mairegen
Am häufigsten angeklickt...
• 80'354 Was keiner wagt
• 77'237 Drachenblut
• 71'990 Gegen den Wind
...am seltensten angeklickt
• 40'254 Rotten Radish Skiffle Guys
• 33'779 Spring auf den blanken Stein
• 32'368 Larissas Traum

[Viktors Anm.] Mit den folgenden Alben zeigt sich eine enorme Steigerung der Zahlen in Vergleich zu den vier Vorgängern, sowohl bei den am häufigsten als auch den am seltensten angeklickten Tracks.

2013: Dann mach's gut
Am häufigsten angeklickt...
• 810'797 Lass nun ruhig los das Ruder
• 355'503 Wenn du bei mir bist
• 207'426 Dann mach's gut
...am seltensten angeklickt
• 84'270 Das Taschentuch
• 80'273 Lieber kleiner Silvestertag
• 75'729 Tiergarten


2016: Mr. Lee
Am häufigsten angeklickt...
• 1'467'535 Zeit zu leben
• 807'367 So viele Sommer
• 734'025 Lavender's Blue
...am seltensten angeklickt
• 151'410 Hörst du, wie die Gläser klingen
• 132'898 Heimweh nach Berlin
• 112'792 Wenningstedt Mitte
[Viktors Anm.] Dies ist das einzige Album, auf dem alle Tracks mindestens 6-stellige Aufrufzahlen haben. Entsprechend ist also „Wenningstedt Mitte“ von allen Schlusslichtern auch dasjenige mit dem höchsten Wert.


2020: Das Haus an der Ampel
Am häufigsten angeklickt...
• 301'170 Das Haus an der Ampel
• 216'151 Das Vater und das Kind
• 179'250 Im Hotel zum ewigen Gang der Gezeiten
...am seltensten angeklickt
• 78'063 Ich liebe es, unter Menschen zu sein
• 73'031 Wir haben jedem Kind ein Haus gegeben
• 61'819 Zimmer mit Aussicht


2020: Das Haus an der Ampel (Skizzenbuch)
Am häufigsten angeklickt...
• 48'144 Im Hotel zum ewigen Gang der Gezeiten
• 45'585 Das Haus an der Ampel
• 42'828 An meinen Bleistift
...am seltensten angeklickt
• 26'039 Wiegenlied
• 25'777 Was will ich mehr
• 25'548 Zimmer mit Aussicht
[Viktors Anm.] Wenn man das „Skizzenbuch“ eigenständig betrachtet, ist es das Album mit der geringsten Spannweite: Die Differenz vom meistgespielten zum am wenigsten angeklickten Track ist gering, da in keine Richtung auffällige Extremwerte vorliegen.


Was mir beim Betrachten der Zahlen so durch den Kopf geht:

Mir fällt auf, dass manchmal die am wenigsten gehörten Lieder eines Albums ausgerechnet zu denen gehören, die Reinhard nie in Live-Versionen veröffentlicht, womöglich nie live gespielt hat. (So z.B. „Asche und Glut“ und „Sonntagabend auf Rhein-Main“ von „Alleingang“.) Es stellt sich die Frage, was wohl die Kausalkette ist: Hat er weise geahnt, dass diese Stücke nicht so viele Leute ansprechen, und sie deshalb live ausgespart? Oder finden sie auf Dauer gesehen weniger Hörer, gerade weil es keine Live-Versionen gab und sie also niemand im Konzert oder auf einer Live-Platte liebgewinnen konnte?
Falls das zweitgenannte Phänomen vorliegt und Live-Darbietungen Favoriten formen können, so scheint es aber nicht immer zu greifen, denn es gibt umgekehrt auch ein paar beliebte Live-Stücke, deren Studio-Versionen für mein Empfinden überraschend schlecht abschneiden, so etwa „Alle rennen“ oder „Musikanten sind in der Stadt“.

Eröffnungslieder schneiden, wohl aus ihrer vorteilhaften Position heraus, insgesamt eher mit guten Klickzahlen ab, aber überraschenderweise ist in den 1970ern auf drei Alben zu verzeichnen, dass ausgerechnet der Opener das am wenigsten abgespielte Stück ist, nämlich auf „Mein achtel Lorbeerblatt“, „Ikarus“ und (hier trifft Lied 2 sogar der gleiche Fluch) „Menschenjunges“.

Die relative Beliebtheit der Cover-Stücke im neuen Jahrtausend überrascht mich, insbesondere die knapp anderthalb Millionen Aufrufe, die „Zeit zu leben“ zum Spitzenreiter seines Albums machen.

Humorvoll vs. melancholisch: Es scheint von Album zu Album zu variieren, ob ernste oder lustige Themen besonders erfolgreich sein. Auf „Ich bin aus jenem Holze“ sind beispielsweise „Der Mörder ist immer der Gärtner“ und „Das Geheimnis im Hefeteig“ besonders beliebt, während man auf „Immer weiter“ nur Nachdenkliches in den Top-3 findet (z.B. „Die Kinder von Izieu“) und die letzten Plätze von unbeschwerten Stücken wie „Willkommen an Bord“ belegt sind. Manchmal punkten auch insbesondere die Stücke, in denen Reinhard Stellung bezieht, etwa in den „Nanga Parbat“-Spitzenreitern „Ich glaube nicht“ und „Die Waffen nieder!“ zu spüren.

Die Phase von 2002 bis 2010 ist seltsam: Einerseits gibt es keine richtig hervorstechenden Stücke mit extremer Beliebtheit wie zuvor eigentlich immer, andererseits weisen die jeweils am wenigsten gehörten Tracks doch höhere Werte auf als ihre Gegenstücke auf den Alben der 1960er bis 1990er. Es wirkt also wie eine Phase ohne Extreme, sondern mit Tendenz zu konstantem Mittelmaß der Klickzahlen.

Die rasante Steigerung zu sehr hohen Aufrufzahlen ab „Dann mach's gut“ 2013 (Platz 1 ist über 10fach so häufig angeklickt wie der Platz 1 des Vorgänger-Albums) gibt mir ein Rätsel auf. Hängt es vielleicht mit dem Durchsetzen der Streaming-Services als Medium zusammen? Ich könnte mir vorstellen, dass in der Phase, in der Menschen zu Spotify wechselten, dieses Album ganz oben unter „Reinhard Mey“ stand und entsprechend viele Klicks erhielt. Danach dürfte definitiv die neue Ära eingeläutet sein, in der man neue Alben massenhaft auf dem Wege des Streamings kennenlernt. Oder irre ich hier im zeitlichen Ablauf?


Ich hoffe, es ist klar, dass es mir nicht darum geht, den Liedern einen unnötigen Wettbewerb aufzuzwängen, sondern ich vielmehr anhand der konkreten Zahlen ein paar Kuriositäten herausstellen wollte. Vielleicht dient es ja als Gesprächsanstoß.

Was fällt Euch denn auf, wenn Ihr die Zahlen seht? Irgendetwas Unerwartetes?

Und deckt sich der Massengeschmack der Spotify-Nutzer mit Eurem?
Bei mir muss ich gestehen: Manchmal ja. Etwa dass „Kennst du die kleinen, nicht wirklich nützlichen Gegenstände?“ oder „... und tschüß!“ recht selten aufgerufen worden ist, kann ich total nachvollziehen (sorry, Reinhard, aber nicht alle Songs können Favoriten sein, hehe). Oder aber die drei Spitzenreiter auf „Immer weiter“ würde ich so direkt unterschreiben. Aber andere Male aber sehe ich erstaunlicherweise etwas in den „Flop 3“, das nach meinem persönlichen Geschmack eher in die „Top“-Kategorie gehörte, etwa „Jahreszeiten“ oder „Es ist doch ein friedlicher Ort“. Aber auch mancher Spitzenreiter überrascht mich; etwa habe ich „Zu deinem dritten Geburtstag“ wahrscheinlich nur zweimal im Leben angehört und zu der knapp halben Million Spotify-Aufrufe garantiert nichts beigetragen.



Viele Grüße
Viktor
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Aug 2023 11 00:07

Reinhard Mey bei Spotify: Beliebteste und unbeliebteste Stücke nach Studioalben

Beitrag von Westwind

#2

Lieber Viktor,

beim ersten Blick auf Deinen Beitrag fiel mir ein Zitat von Petra ein aus einem inzwischen uralten Thread: "Du bist schon ein kleines bißchen verrückt, oder ?" ;-).
Damals war es Petras Ausdruck der Bewunderung, wie akribisch und scheinbar vollumfassend Du ein Thema seziert hast. Es ging um Inhalte von Reinhard-Mey-Liedern, aber den genauen Beitrag habe ich jetzt noch nicht versucht wiederzufinden.

[Nachtrag: ich habe gesucht und gefunden: https://www.liedermacher-forum.de/viewt ... ckt#p48539]

Diese Zusammenstellung ist wieder einmal ein Knaller, Wahnsinn ! :super:
Vielen Dank dafür ! Auch wenn viele Zeilen vielleicht einfach nur zusammenkopiert sein mögen, aber sie müssen ja auch immerhin hier formatiert werden und Du hast ja Deine Einschätzung zu den Klicks auch noch beschrieben. Insofern schon ne tolle Leistung !

Zum Inhalt: wie so oft in meinem Leben: ich finde mich selten in Umfrageergebnissen mit meiner Meinung repräsentiert. Bei der Schnelldurchsicht habe ich den Eindruck, daß bei vielen Alben Titel, die in der Reihenfolge unter den ersten 3 waren, mir gar nicht gefallen (u.a. "Lulu","Gegen den Wind", "Lavender's Blue" ) oder die für mich inzwischen zu oft gespielt wurden ("Über den Wolken", "Menschenjunges", "Nein, meine Söhne geb ich nicht") und andersrum Titel am Ende waren, die zu meinen jeweiligen Alben-Highlights gehör(t)ren (u.a. "Erinnerungen", "Von Luftschlössern, die zerbrochen sind", "Eh meine Stunde schlägt", "Hörst Du, wie die Gläser klingen").

Bei den Alben "Rüm Hart", "Flaschenpost" und "Orpheus" hingegen finde ich meine Meinung gut widergespiegelt. Und natürlich trifft bei manchen Alben der erste und/oder letzte Platz der Klicks auch meinen Beliebtheitsgeschmack.

Vor allem der Spitzenplatz für "Weißt Du noch, Etienne" bei "Rüm Hart" freut mich. Reinhard Mey hat irgendwo mal geäußert, daß er immer noch auf der Suche nach dem "perfekten Chanson" sei. Ich glaube, das war in dem Buch "Was ich noch zu sagen hätte". Für meinen Geschmack ist er mit "Weißt Du noch, Etienne" von allen seinen Liedern diesem Wunsch am nächsten gekommen.
Für mich ist das Lied eines meiner Favouriten seines gesamten Werkes, auch wenn ich immer sage, daß ich generell seine Schaffenszeit von 1974 ("Ikarus") bis 1981 ("Jahreszeiten") am besten fand und immer noch finde, hinzu kommt noch das Album "Farben" (Mein Geschmack eben).

Daß der Titel weniger Klicks als der letzte Platz des Albums Balladen hatte, wie Du, Viktor, es herausgestellt hast, lasse ich jetzt mal komplett außer Acht. Ich interpretiere die Statistik eben nach meinen Wünschen ;-).

Interessant fand ich bei "Haus an der Ampel" die Unterschiede zwischen Studio- und Skizzenversion. Ich habe vergeblich ganz krasse Missverhältnisse gesucht. Wenn ein Lied bei einer Version unter den ersten 3 und bei der anderen Version unter den letzten 3 gewesen wäre, hätte ich auf die ganze Statistik nichts gegeben bzw. wäre sie mir ziemlich egal gewesen und meine Vorurteile bzgl. der Meinungen von Spotify-Konsumenten hätte neue Nahrung erhalten ;-).

So aber eine sehr interessante Zusammenstellung ! Da könnte ich noch soviel zu sagen, aber kurz vor meinem Urlaub bin ich da ehrlich gesagt jetzt doch etwas tippfaul.

Eine Sache noch: etwas schade finde ich den Umstand, dass der Trend bei jungen Menschen eher dahingeht, Alben nicht mehr komplett zu hören, sondern sich einzelne Titel rauszupicken. Sie werden sich kaum Gedanken machen, warum sich Plattenfirma und/oder Künstler eine bestimmte Reihenfolge der Titel ausgedacht haben. Und werden manche Zusammenhänge zwischen zwei oder mehreren Titeln nicht so nachvollziehen können.

Zum Beispiel die Jahreszeiten-Trilogie, die ich am liebsten komplett höre, ohne nur einen Titel herauszugreifen.
Oder, was glaube ich auch hier im Forum noch nie zur Sprache kam, der Umstand, daß direkt nach "Seifenblasen" der Titel "Sie ist zu mir zurückgekommen" auf dem Album "Ich bin aus jenem Holze" platziert wurde. Diese Reihenfolge der beiden Titel am Ende des Albums finde ich wirklich bemerkenswert. Als hätte Reinhard auf dem Album chronologisch aufbereitet sein Leben erzählt, mit (damaligem) Happy End.

Soweit erstmal meine ersten Gedanken dazu. Und ja, auch ich muß sagen: manchmal wünscht' ich, meine Gedanken wär'n ein Buch :-).

Liebe Grüße von
Georg

Noch ein Nachtrag:
mir scheint, daß viele Klicks durch Mund- bzw. inzwischen Soziale-Netze-Propaganda oder sonstige Tipps zustandekommen. Beachtlich finde ich "Lass nun ruhig los das Ruder", wo ich den Eindruck habe, daß das auf Zuruf durch Dritte aufgerufen wurde, wenn jemand gestorben ist, oder bei Geburten "Menschenjunges", "Die erste Stunde" oder "Mein Apfelbäumchen" entsprechend.
Ein Pärchen aus meinem Bekanntenkreis bekam jetzt Nachwuchs. Ich habe natürlich das Album "Mein Apfelbäumchen" verschenkt, aber auf der Karte, wo über die Geburt informiert wurde, war schon das Zitat zu lesen "So lange wie ich denken mag, werd' ich die Stunde und den Tag, den Augeblick vor Augen haben........." und die anschließende Zeile.
Die beiden kannten das Lied noch gar nicht, aber das Zitat wurde ihnen empfohlen. Das meine ich mt "Klicks durch Zuruf".

Durch die Verlinkung (geht das bei Spotify ?) oder eben auf Zuruf wird da ggf. oft reingeklickt. Leider gibt es natürlich keine Aussagen, ob die Lieder dann auch komplett gehört wurden.
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"Ja, ich hab einen Traum von einer Welt und ich träume ihn nicht mehr still:
Es ist eine grenzenlose Welt, in der ich leben will"
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Petra
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Aug 2023 11 16:42

Reinhard Mey bei Spotify: Beliebteste und unbeliebteste Stücke nach Studioalben

Beitrag von Petra

#3

Lieber Viktor,

ich stehe dazu und fühle mich bestätigt:
ein kleines bisschen verrückt bist Du schon, oder? ;-)
Aber liebenswert verrückt. Jetzt hast Du Dir so viel Arbeit gemacht und ich muss feststellen, dass mein Allzeit-Lieblingslied nicht einmal unter den ersten Dreien seines Albums rangiert. Aber - was will man machen - das Lied hatte auch enorme Konkurrenz.

Ich muss Deine Erkenntnisse noch einmal genauer studieren und sacken lassen, Du hast Dir so viel Kreuz-und-quer-Gedanken gemacht, da muss man erst mal durchsteigen. Ich fühle mich auch nicht unbedingt repräsentiert, aber ich gehöre auch nicht zur Generation Spotify-Nutzer und gucke mir die Sache eher von außen an. Immerhin ist Mein Berlin auf Platz 3 seines Albums, ich hatte schon befürchtet, dass das die jungen Leute überhaupt nicht mehr interessiert.

Danke erstmal und viele Grüße von Petra
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Aug 2023 11 20:12

Reinhard Mey bei Spotify: Beliebteste und unbeliebteste Stücke nach Studioalben

Beitrag von Nicky

#4

Hahaha Viktor, letzte Woche noch habe ich geschrieben:
Wie oft hab ich schon gedacht "Mann, ist der Irre" (natürlich im positiven Sinn) wenn ich gelesen habe, wie tief du in den Wader und Mey Themen drin steckst und was für ein Hammer Wissen du dazu hast.
und ich scheine mich mit meiner Meinung in bester Gesellschaft zu befinden. :-)

Ich bin ja sehr altmodisch bei so ziemlich allen technischen Dingen und so habe ich auch kein Spotify.
Ich gehöre noch zu den Leuten, die Schallplatten und CD´s hören. Am liebsten die kompletten Alben. Und einen MP3 Player habe ich auch. Aber dann hört es auch schon auf. ;-)

Nach Betrachtung deiner Auflistung denke ich, dass die meisten Lieder, die eine hohe Klickzahl haben nicht unbedingt von Reinhard Mey Fans angeklickt werden, die sich sonst vielleicht ein Album anhören würden, sondern wie von Georg auch schon beschrieben eher Situationsabhängig. "Mein Apfelbäumchen" zur Geburt. "Wie vor Jahr und Tag" bei Hochzeitstagen usw. Na, und dann natürlich die typischen Gassenhauer, die jeder irgendwie mal gehört hat.

So wirklich repräsentiert fühle ich mich mit meinen Lieblingsliedern auch nicht, aber immerhin sind "Ich bring dich durch die Nacht" und "Einhandsegler" unter den beliebtesten drei des Albums. Das versöhnt mich ein bisschen. ;-)

Wenn ich doch einfach nur ein bisschen mehr Zeit gerade hätte, dann würde ich zu dem Thema auch noch mehr schreiben. Das ist ja echt eine Aufstellung, die einiges an Informationen hergibt. Aber um 3:30 Uhr klingelt der Wecker. Also ab ins Bett.......

Liebe Grüße
Nicole
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Aug 2023 11 20:58

Reinhard Mey bei Spotify: Beliebteste und unbeliebteste Stücke nach Studioalben

Beitrag von Benutzer 76 gelöscht

#5

Lieber Viktor,

wenngleich es, wie Du schreibst, nicht Deine Absicht war, „den Liedern einen unnötigen Wettbewerb aufzuzwingen“, tun mir die Lieder, die auf den hinteren Plätzen landen, auf eigentümliche Weise leid. Nun überlege ich, mir Spotify zuzulegen, und nur noch diese Lieder anzuhören, frei nach dem Motto: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Während ich auf den vorderen Plätzen wenige Titel finde, die mich dort überraschen, finde ich auf den hinteren Plätzen Lieder, die ich persönlich ganz vorn sähe (z. B. „Tiergarten“ - für mich ein perfektes Lied!) und die ich mit Blick auf's Gesamtwerk wichtig finde (allen voran „3. Oktober 1991“)!

Ich frage mich, wie meine persönliche Statistik über die letzten Jahre aussähe. Ich vermute, ausgeglichener: Trotz digitaler Möglichkeiten, die ich (natürlich) auch (mal) nutze, bin ich eher ein konservativer Von-Anfang-bis-Ende-Album-Hörer. Gerade bei Reinhards späten Alben habe ich den Eindruck, dass jedes Lied seinen festen und richtigen Platz auf dem Album gefunden hat und im Kontext oftmals eine (noch) größere Wirkung entfaltet.

Liebe Grüße aus Hannover
Marc
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Viktor hat dieses Thema gestartet
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Aug 2023 11 21:31

Reinhard Mey bei Spotify: Beliebteste und unbeliebteste Stücke nach Studioalben

Beitrag von Viktor

#6

Hallo miteinander,

falls wir das Forum ins Jahr 2024 retten, können wir dann die Software ein bisschen in seiner Funktionalität auf den Prüfstand stellen? Ich hatte eine ausführliche Antwort an Georg, Petra, Nicky geschrieben, aber die "at least one new post"-Zwischenmeldung (Marc ist schuld :-D ) hat meine Vorschau in eine ewige "Anfrage"-Warteschleife geschickt und mich letztlich den ausformulierten Text gekostet. Ist nicht das erste Mal, dass mir sowas passiert (meist aber wegen irgendwelcher Login-Probleme)!
Der zweite Entwurf ist nie so gut wie der erste, aber here we go:

Petra hat geschrieben:
Ich muss Deine Erkenntnisse noch einmal genauer studieren und sacken lassen, Du hast Dir so viel Kreuz-und-quer-Gedanken gemacht, da muss man erst mal durchsteigen.
Ja, die Datenmasse ist mir bewusst -- und ich hab mir wirklich schon Mühe gegeben, es mit Farbcodierung etc. so aufzuarbeiten, dass man es getrost überfliegen kann und vielleicht über die eine oder andere ins Auge stechende Kuriosität ins Gespräch kommt, das reicht ja auch.... Aber für Grafiken und Diagramme war ich dann doch zu faul :-D

Wie Ihr auch noch einmal betont habt, ist es wohl wirklich so, dass die Zahlen nicht so recht hergeben werden, was die Lieblingssongs derjenigen Mey-Fans sind, die Alben tendenziell als Gesamtwerke aufrufen. Sondern man sieht eben, welche Titel auf irgendwelchen Wegen ihre eigenen Klickzahlen-Karrieren hinlegen. Darüber kann man natürlich herrlich spekulieren. Georg, Deine Anmerkung zum anlassbezogenen Anhören von "Lass nun ruhig los das Ruder" ist da ganz clever gedacht!

Bei allem Hochhalten von Alben als Gesamtkunstwerken -- da gebe ich Euch, Georg und Marc, recht -- muss ich gestehen, dass ich natürlich auch manchmal Lust auf einen Einzeltitel habe, neulich erst "Die Eisenbahnballade" (übrigens auch kein Top-Performer auf seiner Platte, tz tz tz). Insofern will ich der Spotify-Generation da nicht allzu kritisch gegenüber sein; ich habe auch schon früh dazu tendiert, mir MP3s zu ziehen und gezielt anzuklicken (wenngleich vorher mit dem Gesamtkunstwerk vertraut).

Was ich aber fast nie mache (wie ist das bei Euch?), ist das Überspringen einzelner Titel, wenn ich mich erst einmal dazu entschlossen habe, ein ganzes Album zu hören. Dazu müsste das Lied schon arg nerven, was bei Reinhard eher nicht der Fall ist. Na gut, bevor "Immer weiter" in "...und tschüß!" endet, sage ich "und tschüß", wenn ich ausschalte.
Marc hat geschrieben:
Während ich auf den vorderen Plätzen wenige Titel finde, die mich dort überraschen, ...
Echt? Für mich selbst gab es, besonders in den 80ern, eine Überraschung nach der anderen. Aber na gut, ich kann es mir erklären: Ich bin nämlich mit den Themen-Samplern "Mein Apfelbäumchen", "Ich liebe dich" usw. nicht allzu vertraut. Und dann denk ich mir natürlich plötzlich: "Hä? Wieso ist denn 'Abends an deinem Bett' so ein Riesenhit?!"
Ich hab aber auch noch ein Beispiel für ein mir unerklärlich Spotify-populäres Lied: "Ich wollte immer mal nach Barbados". Da hätte ich auf "Hergestellt in Berlin" andere Durchstarter erwartet.

So, wenn der Beitrag jetzt nicht übermittelt wird, schweige ich für immer, ha.

Liebe Grüße in die Runde
Viktor

PS:
Petra hat geschrieben:
ich muss feststellen, dass mein Allzeit-Lieblingslied nicht einmal unter den ersten Dreien seines Albums rangiert. Aber - was will man machen - das Lied hatte auch enorme Konkurrenz.
Jetzt muss ich natürlich neugierig nachfragen, welches denn ;-) -- Ich spekuliere mal, Du redest vom Überflieger-Album "Wie vor Jahr und Tag". Mein eigener Favorit darauf ist ja "Die Zeit des Gauklers ist vorbei", für meine Begriffe etwas aus der Kategorie "perfektes Chanson", die Georg ansprach.

PPS: Georg, die Sache mit dem Skizzenbuch ist nochmal ein interessantes Phänomen. Wohl eh nicht sonderlich geeignet für die Spotify-Zielgruppe. Und meine Arbeitstheorie ist, dass diejenigen, die es von vorn bis hinten hören wollen, dann an begrenzter Aufmerksamkeitsspanne scheitern, denn die Klickzahlen gehen mit chronologischem Verlauf nach und nach runter (wenige Ausnahmen). So erkläre ich es mir auch, dass nämlich das tolle, aber am Album-Ausklang befindliche "Was will ich mehr" dort so wenige Aufrufe verzeichnet --- aufm "echten" Album wäre es Platz 5 der meistaufgerufenen!
Dieser Beitrag enthält 703 Wörter


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Petra
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Aug 2023 12 17:13

Reinhard Mey bei Spotify: Beliebteste und unbeliebteste Stücke nach Studioalben

Beitrag von Petra

#7

Ja, die Datenmasse ist mir bewusst -- und ich hab mir wirklich schon Mühe gegeben, es mit Farbcodierung etc. so aufzuarbeiten, dass man es getrost überfliegen kann und vielleicht über die eine oder andere ins Auge stechende Kuriosität ins Gespräch kommt, das reicht ja auch.... Aber für Grafiken und Diagramme war ich dann doch zu faul :-D
Lieber Viktor, ich sehe das. Georg hat es ja schon geschrieben, nach dem Festhalten der ganzen Daten, war das Formatieren noch einmal eine Herkulesaufgabe - Fettdruck, kursiv, unterstreichen, verschiedene Farben, verschiedene Schriftgrößen, Aufzählung, Zitate, versteckter Text (hab ich alles?) ..... wer Dir da Faulheit unterstellt, soll in der Hölle schmoren. Da kann man sich so leicht vertun, ich vermute mal, dass Du das offline gemacht hast. Das würde ich Dir sogar grundsätzlich empfehlen, halte mich allerdings auch oft nicht daran. Größere Beiträge sollte man offline in einer Textdatei fertigstellen und dann ins Forum kopieren. Es ist tatsächlich so, wie Du sagst: Die zweite Fassung gelingt nie so gut wie die erste, das habe ich schon oft genug selbst erfahren müssen. Ich habe da so ein Tool 'FormSave', damit kann man verloren geglaubte Texte wieder herzaubern. Klappt aber nicht immer. :cry:
Jetzt muss ich natürlich neugierig nachfragen, welches denn ;-) -- Ich spekuliere mal, Du redest vom Überflieger-Album "Wie vor Jahr und Tag". Mein eigener Favorit darauf ist ja "Die Zeit des Gauklers ist vorbei", für meine Begriffe etwas aus der Kategorie "perfektes Chanson", die Georg ansprach.
:daumen: Treffer! Ich hatte schon mal geäußert, dass ich das vielleicht gerne bei meiner Beerdigung 'hören' (*hehe*) würde, aber mein Bruder, der Gitarre studiert hat, meinte: "Wieso? Du spielst doch gar kein Instrument!" Ich dachte da mehr so an das 'Instrument des Lebens', aber meine Familie hat es nicht so mit der Poesie.

Noch eine letzte Anmerkung: Ich finde, Die Schuhe ist ein sehr hübsches Lied. Einen Platz unter den ersten drei Liedern der CD würde ich ihm auch nicht geben, aber so weit hinten würde ich es auch nicht sehen, eher so im 'unsichtbaren' Bereich (zwischen 4 und 9). Aber frag mich nicht, was ich sonst gerne weiter hinten sehen würde. Die Lieder auf den alten Alben sind mir fast alle ans Herz gewachsen. Wo wir gerade dabei sind - Das Foto vor mir auf dem Tisch finde ich auch sehr gelungen, aber auch auf diesem Album ist die Konkurrenz sehr groß.

Viele Grüße von Petra
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Viktor (Di 15. Aug 2023, 21:12)
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Man würde nie mehr Waffen schärfen,
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Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
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(Christian Grote - Chrizz)

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