Reinhard Meys Anwalt schreibt der ARD wegen "Über den Wolken"

Bei der Fernsehsendung "Immer wieder Sonntags " vom 02.08.2020 wurde von Stefan Mross ein "Über den Wolken"-Cover mit geändertem Text anlässlich der Ehrung eines Gasts der Sendung ausgestrahlt gegen den Reinhard Mey eine Unterlassung erwirkt hat. Es wurde durch die Umtextung gegen das Urheberrecht verstoßen und die ARD musste diesen Teil der Sendung aus der Mediathek entfernen.

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und seit Ende der 1960er Jahre einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.
Quelle: Wikipedia mit Stand vom 20.06.2019 | Foto für Banner und Forum: Sven-Sebastian Sajak Deutsche Wikipedia
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Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella mit der er drei Kinder hat.
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Reinhard Meys Anwalt schreibt der ARD wegen "Über den Wolken"

#1

Beitrag von migoe »

Radio Farbenspiel, der selbsternannte "Schlagersender mit Herz" berichtet auf seiner Homepage darüber, dass Reinhard Mey über seinen Anwalt erwirkt hat, dass die ARD einen Beitrag aus der Fernsehsendung "Immer wieder Sonntags" aus der Mediathek nehmen muss, weil darin gegen dass Urheberrecht verstoßen wurde.

Es betrifft das Lied
Über den Wolken
Bei YouTube ist die ganze Sendung inklusive dem abgemahnten Teil abrufbar (Stand 07.08.2020)
, welches mit verändertem Text während der Sendung live von Moderator der Sendung, Stefan Kross, gesungen wurde.
Screenshot_20200806-194328.png
► Text zeigen
Es wundert mich ein bisschen, dass gerade einem Fernsehprofi und Musiker wie Stefan Mross so etwas passiert, denn eigentlich sollte es mittlerweile allgemein bekannt in der Branche sein, dass Reinhard Mey stets ohne Ansehen der Person und ohne Ausnahme dagegen vorgeht, wenn jemand eine seiner Lieder textlich oder musikalisch verändert und das Ergebnis veröffentlicht. Es gibt dazu schon einige andere Beispiele und auch eindeutige Aussagen von dem Künstler zu dieser Thematik.

Quellen:
  • Lennart Schilgen erhält Anwaltsschreiben wegen Parodie von Reinhard Mey Lied
  • Mey Cover von "Über den Wolken" mit neuem Text wird abgemahnt
  • anwalt.de informiert über Urheberrecht in Deutschland
    ► Text zeigen
  • Reinhard Mey FAQ auf seiner Webseite
    ► Text zeigen
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Zuletzt geändert von migoe am Fr 7. Aug 2020, 13:21, insgesamt 4-mal geändert. Dieser Beitrag enthält 435 Wörter
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Reinhard Meys Anwalt schreibt der ARD wegen "Über den Wolken"

#2

Beitrag von Viktor »

Hallo migoe und Mitlesende,

tja ja, dieses Thema mal wieder..
migoe hat geschrieben:
Do 6. Aug 2020, 23:29
Es wundert mich ein bisschen, dass gerade einen Fernsehprofi und Musiker wie Stefan Mross so etwas passiert, denn eigentlich sollte es mittlerweile allgemein bekannt in der Branche sein, dass Reinhard Mey stets ohne Ansehen der Person und ohne Ausnahme dagegen vorgeht, wenn jemand eine seiner Lieder textlich oder musikalisch verändert und das Ergebnis veröffentlicht.
^ Das dachte ich eigentlich auch, aber noch nicht einmal so speziell: Vielleicht muss nicht jeder ausgerechnet Reinhard Meys Stellung dazu wissen, sondern allein die Tatsache, dass es bei Umtextungen theoretisch rechtlich Ärger geben kann, hätte ich gedacht, drängt Fernsehmacher und deren Rechtsabteilung zu Übervorsicht -- aber anscheinend nicht.
In einem Artikel zum aktuellen Vorfall las ich auch, dass in derselben Sendereihe es wohl kürzlich das identische Problem mit einem umgedichteten 'Geier Sturzflug' (oder so?)-Song gab, was es noch kurioser macht. (Vielleicht habe ichs mir aber auch falsch gemerkt; diese reißerisch aufgemachten Artikel will ich hier gar nicht verlinken.)

Üüüüübrigens, die "Immer wieder sonntags" Folge 12 vom 2. August ist noch komplett von einem unbeteiligten Dritten bei YouTube eingestellt. Vielleicht müssen Reinhards Anwälte noch einmal nachbessern. :-D
Ich muss aber gestehen, dass ich aus perverser Attraktion heraus reingeguckt habe (es beginnt ca. bei Stunde 1:00:00), solang es noch geht. Text war gar nicht sooo schlimm (darum gehts ja auch gar nicht), nur die Darbietungsweise lässt einen 'fremdschämen', wie es so schön heißt.

Schöne Grüße
Viktor
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Reinhard Meys Anwalt schreibt der ARD wegen "Über den Wolken"

#3

Beitrag von Skywise »

Viktor hat geschrieben:
Fr 7. Aug 2020, 09:06
In einem Artikel zum aktuellen Vorfall las ich auch, dass in derselben Sendereihe es wohl kürzlich das identische Problem mit einem umgedichteten 'Geier Sturzflug' (oder so?)-Song gab, was es noch kurioser macht. (Vielleicht habe ichs mir aber auch falsch gemerkt; diese reißerisch aufgemachten Artikel will ich hier gar nicht verlinken.)
Nö, stimmt schon. "Bruttosozialprodukt" hat da schon mal dran glauben müssen.
Andererseits scheint diese Aktion bereits mehrere Lieder zu umfassen, und solange sich "nur" zwei Urheber dagegen zur Wehr gesetzt haben ...
Ist zwar so ein bißchen wie mit dem Vorschlaghammer durchs Minenfeld, aber wenn man bei der Redaktion Mross meint, daß man sich auf diese Weise Freunde macht ...

Gruß
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#4

Beitrag von migoe »

Viktor hat geschrieben:
Fr 7. Aug 2020, 09:06
Üüüüübrigens, die "Immer wieder sonntags" Folge 12 vom 2. August ist noch komplett von einem unbeteiligten Dritten bei YouTube eingestellt.
Vor 30 Minuten war die Sendung noch online, im Moment nicht mehr (Stand 13 Uhr)
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#5

Beitrag von Rex2005 »

migoe hat geschrieben:
Do 6. Aug 2020, 23:29
Es wundert mich ein bisschen, dass gerade einen Fernsehprofi und Musiker wie Stefan Mross so etwas passiert, denn eigentlich sollte es mittlerweile allgemein bekannt in der Branche sein,
ich denke, dass das auch Sendern und Fernsehmacher bekannt ist aber dann und wann absichtlich "übergangen" wird. Alles was irgendwie Einschaltquote und Aufmerksamkeit bringt, wird doch genutzt. Funktioniert doch auch gut :-D - und selbst wenn die Urheberverletzung(en) ein paar Euros kosten ... zahlt am Ende doch der Gebührenzahler.
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Michael
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#6

Beitrag von Michael »

und selbst wenn die Urheberverletzung(en) ein paar Euros kosten ... zahlt am Ende doch der Gebührenzahler.
Na ja, genau genommen, zahlt es der Sender, der über Gebühren finanziert wird. Für den „Gebührenzahler“ wird es durch solche Sperenzien ja nicht teurer, deshalb ist es auch nicht egal. Das Geld fehlt dann an anderer Stelle.
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#7

Beitrag von migoe »

Eigentlich ist dieses Thema schon vergessen und sollte mich nicht weiter beschäftigen, aber...

...ich bin heute zufällig auf die Webseite extratipp.com gestoßen und dort wurde die Sache so dargestellt
Screenshot-Extratipp.com - Reinhard Mey hetzt Anwälte auf Stefan Mross.jpg
Die Aufmachung und Wortwahl erinnert mich sehr stark an eine bestimmte Boulevard-"Zeitung" und lässt natürlich aufhorchen, denn es ist schon interessant, wie der angebliche Autor des "Artikels"
Phillip Mostaf
Auf der Webseite wird er folgendermaßen beschrieben: Philipp Mosthaf ist Redakteur in der Onlineredaktion in München und Experte für die Themenbereiche TV, Stars, Schlager und Musik.
über diesen Vorfall schreibt und wie tendenziell und schlichtweg verleumderisch hier vorgegangen wird. Zunächst habe ich geprüft, ob es sich hier um eine bewusst satirische Zuspitzung handelt - von dieser Webseite habe ich vorher noch nie gehört. Doch offensichtlich ist die Seite nicht als Satire angelegt, sondern eher eine Art ärmliche Blödzeitungskopie und die Redakteure haben sich wohl vorgenommen blöder als die Blödzeitung zu sein :wand:

Warum ich mich so ärgere?
Diese Auszüge aus dem "Artikel" zeigen beispielhaft, was mich aufregt:
Wie immer in der Rubrik „Die Geschichte deines Lebens“ widmete Stefan Mross auch Uschi Wötzel ein Lied. Welcher Schlager-Hit könnte für die Segelfluglehrerin besser passen als Reinhard Meys „Über den Wolken“. Hierfür schrieb Mross den Text um. Eine tolle Geste des TV-Moderators - mit schlimmen Folgen für ARD und Stefan Mross....

...Denn Schlager-Ikone Reinhard Mey schaltete sich umgehend ein und hetzte seine Anwälte auf die Macher der Schlagershow „Immer wieder sonntags“ mit Stefan Mross. Die ARD reagierte mittlerweile und nahm den Song am Montagnachmittag aus der Mediathek. So ist nur noch das Gespräch zwischen Stefan Mross und Uschi Wötzel zu sehen....

...Und nun erlebt der Schlagerstar ein Déjà-vu. Denn Reinhard Mey sieht es überhaupt nicht gerne, wenn seine Lieder missbräuchlich genutzt werden. Das schreibt der Schlagerstar auch auf seiner Homepage: „Reinhard Mey wird sich weiterhin gegen jedwede missbräuchliche Nutzung seiner Werke mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen.“
Der gesamte "Artikel" ist eine einzige Aneinanderreihung von Clickbaiting-Überschriften ohne Wahrheits- und Informationswert. Die Formulierungen sind so gewählt, dass für die Leser eine bestimmte Denkrichtung vorgegeben wird, und ich befürchte, sehr viele folgen dieser Vorgabe :weissnicht:

Klar ist es "Mittel zum Zweck", dass auf solchen Webseiten durch Verwendung von bestimmten Begriffen (hetzt, Schlager-Ikone, Schlagerstar usw.) die "Zielgruppe" angesprochen werden soll und weil es scheinbar sehr viele Menschen gibt, die völlig unreflektiert solche Dinge lesen und die Behauptungen scheinbar auch glauben, finde ich es gefährlich, dass es solche Webseiten, solche Redaktionen und solche "Zeitungen" überhaupt gibt. Zu diesem Artikel gibt es nur einen Kommentar, aber der zeigt, wie die "Zielgruppe" für solche Artikel zusammengesetzt ist:
Screenshot-Kommentar zu Extratipp.com-Artikel - Reinhard Mey hetzt Anwälte auf Stefan Mross.jpg
*Dies ist der Original-Kommentar, welche auf dem Disqurs-Profil des Kommentierenden noch heute so aussieht, der Kommentar unter dem Artikel selber wurde mittlerweile um ein paar Schreibfehler korrigiert :grübel:

Ist es das wirklich wert, sich darüber aufzuregen?

Ich denke: ja, denn es ist für eines von vielen Beispielen dafür, wie die sich unsere heutige Gesellschaft teilweise in einer nicht mehr erträglichen und nur noch schwer tolerierbaren Art und Weise in Richtung "Schlangengrube" verändert. Das ist ein Sinnbild und soll keine Beleidigung für Schlangen im Allgemeinen sein - die armen Tiere werden ja seit Urzeiten als Symbol für Niedertracht und Hinterlist verwendet :weissnicht:

Natürlich weiß ich, dass es nur Menschen auf diese Art "Newsportal" zieht, die normalerweise auf den Facebook-Seiten der Blödzeitung lesen und durch irgendwelche Clickbaiting-Tricks - also die tendenziösen Überschriften, die einen Inhalt versprechen, der in Wirklichkeit nicht da ist - auf Extratipp.com gezogen werden.

Wie geht Ihr mit solchen "Artikeln" um und ärgert Ihr Euch auch, wenn Ihr so etwas lest oder ignoriert Ihr das einfach (wie ich das bisher auch getan habe), weil Ihr solchen Seiten nicht zusätzliche Aufmerksamkeit geben wollt?
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Michael
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#8

Beitrag von Michael »

Da würde ich mich nicht aufregen. Der Extratipp geht mit jedem so um. Das ist das letzte Rotzblatt. Und bekannt dafür, alte Stories von anderen abzuschreiben und als eigene und neu zu verkaufen.
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#9

Beitrag von Viktor »

Hallo migoe,

das sehe ich wie (der andere) Michael: Nicht aufregen ;-)
Kann den Frust über diese Praktiken verstehen, aber sie sind es wohl nicht wert, Energie darauf zu verwenden.

Was wir jetzt bei der Auseinandersetzung mit Reinhards Presse-Echo oft sahen - da gibt es etwas, was ich persönlich eigentlich noch viel schlimmer finde (oder anders schlimm): Nämlich wenn Publikationen mit zumindest halbwegs seriösem Anschein aus Interviews anderer Zeitungen etwas rauspicken und daraus eine quasi-eigene Story mit fragwürdigem Schwerpunkt machen und dann eben sogar noch den Wortlaut des Künstlers liefern können -- Stichwort "spricht über seinen verstorbenen Sohn" und so --, obwohl es natürlich mal im Kontext eines langen intensiven Gesprächs stand, wovon man dann nichts mehr merkt. (Gabs nicht damals auch "Reinhard Mey vergisst seine eigenen Lieder" oder so? Ähnliche Richtung ;-))

Aber dieser Klatsch-Mist, der schon allem äußeren Anschein nach gar nichts anderes sein will, der ist der Energie des Meckerns für mich nicht würdig.

Schöne Grüße
Viktor

PS: Es ist natürlich auch eine Pest unserer Zeit, dass wir diese Sachen überhaupt zu Gesicht bekommen. Google weiß, dass wir uns für Reinhard interessieren, und setzt uns dann vielleicht solche Schundblätter vor. In alten Zeiten wären wir nicht zum Kiosk gegangen und hätten die Regenbogenpresse durchforscht...
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#10

Beitrag von migoe »

Lieber Viktor,
Viktor hat geschrieben:
Mi 9. Sep 2020, 10:55
Es ist natürlich auch eine Pest unserer Zeit, dass wir diese Sachen überhaupt zu Gesicht bekommen. Google weiß, dass wir uns für Reinhard interessieren, und setzt uns dann vielleicht solche Schundblätter vor. In alten Zeiten wären wir nicht zum Kiosk gegangen und hätten die Regenbogenpresse durchforscht...
da gebe ich Dir einerseits recht, auf der anderen Seite denke ich aber, es gibt viele Menschen, die nicht unseren "Background" haben und vielleicht über Google nur diese eine Quelle von so einer Geschichte finden, eben, weil wir uns damit nicht "abgegeben" haben und die glauben den Mist dann auch noch und bekommen einen völlig anderen Blick auf den Künstler/Menschen, als es vielleicht gewesen wäre, wenn sie auch die "andere Wahrheit" gelesen hätten.

Klar, der Begriff "Wahrheit" ist sehr heikel und unpräzise, denn mir geht es eigentlich um die dargestellte Perspektive, in der wie hier in diesem Fall aus

"Reinhard Mey wehrt sich gegen eine Urheberrechtsverletzung"

doch glatt

"Reinhard Mey hetzt Anwälte auf einen Kollegen"

gemacht wird und damit daraus ganz einfach einen komplett anderen Sachverhalt macht. Ich habe es jetzt mal versucht so darzustellen, wie ich es meine: durch die Wahl der (An)Sprache wird versucht, aus der Farbe gelb die Farbe blau zu machen.

Ich sehe hier die Gefahr, dass wir uns alle daran gewöhnen und dass es irgendwann "normal" wird, diese sogenannten "alternativen Fakten" zu als "gleichberechtigte Sichtweise auf einen bestimmten Standpunkt" akzeptieren, obwohl es sich um eine vollkommen andere Sache handelt!

Klar, hier geht es um keine wichtige politische oder weltbewegende Sache, aber es geht irgendwie schon um das Prinzip, dass es zwar keine "absolute Wahrheit" gibt, aber dass B L A U hat nun mal auch nicht das gleiche ist wie G E L B und wir darauf achten sollten, dass sich die Gesellschaft nicht in die falsche Richtung entwickelt.

(In dem Buch "1984" wird dieser Mechanismus der Manipulation sehr eindrücklich geschildert, nur geht es in der Geschichte darum, dass der Protagonist am Ende so weit gebracht wird, dass er es akzeptiert, dass unter bestimmten Umständen 2+2=5 ergibt anstatt 2+2=4 ...Quelle: Wikipedia -> Zwiedenken. Hier in diesem Artikel werden auch Begriffe wie Hasswoche, Unperson, Neusprech und Gedankenverbrecher erläutert, mit denen wir uns auseinandersetzen sollten, bevor sie tatsächlich in der Gesellschaftsmitte ankommen :-o )
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#11

Beitrag von Skywise »

migoe hat geschrieben:
Mi 9. Sep 2020, 14:49
Ich sehe hier die Gefahr, dass wir uns alle daran gewöhnen und dass es irgendwann "normal" wird, diese sogenannten "alternativen Fakten" zu als "gleichberechtigte Sichtweise auf einen bestimmten Standpunkt" akzeptieren, obwohl es sich um eine vollkommen andere Sache handelt!
Na ja, aber das haben wir doch eigentlich schon, oder?

Zur Erinnerung: wenn zum Singen in den Kitas Noten benötigt wurden, dann war es bis 2010/2011 notwendig, die dazugehörigen Noten im Klassensatz käuflich zu erwerben, denn zwischen der verantwortlichen VG Musikedition und den Kita-Betreibern gab es im Gegensatz zu den Schulträgern lange Jahre keine Einigung, wonach Noten kopiert werden durften. Das hatte auch organisatorische Gründe, denn der VG Musikedition lagen nicht alle Adressen der Kita-Einrichtungen vor. Schließlich kam es zu der Lösung, daß die GEMA im Namen der VG Musikedition die Kitas anschrieb und ihnen einen Rahmenvertrag anbot, der den Kitas das Kopieren von Noten gestattete.
Vor allem die Regenbogenpresse machte seinerzeit daraus solche Aufmacher wie "Kita-Kinder dürfen beim St.-Martins-Umzug dank der GEMA nicht mehr singen". Unter den dazugehörigen Schimpf- und Zeter-Videos, die noch heute auf youtube zu finden sind, wird das gene noch vermengt mit den bis 2016 fehlenden Einigungen zwischen GEMA und Youtube, und sogar aktuell wird deshalb noch auf die GEMA geschimpft bzw. es werden falsche oder nicht mehr gültige Informationen weiterverbreitet oder unhaltbare oder damit nicht in Zusammenhang stehende Behauptungen in die Welt gesetzt.


Wer hat heutzutage noch groß Zeit, sich um Details zu kümmern? Für so was gibt's Juristen.
Die nächste Stufe haben wir sogar mittlerweile schon erreicht, indem Leute, die seriös wirken wollen, in ihren Quellenangaben Material verlinken, das aber nicht als Quelle für die Aussage/eine Herleitung der Aussage herangezogen werden kann. Aber weil sie selbst seriös wirken, werden ihre Aussagen trotzdem weitergegeben und verselbstständigen sich, auch wenn die Quellen selbst für die Tonne sind. Quellenstudium ist bekanntlich öde. Und das alte Arschloch Internet vergißt so schwer.

Gruß
Skywise
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