Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

Im Mai 2019 wurde eine Studie des Allensbach Instituts veröffentlicht, die sich damit beschäftigte, ob es in Deutschland möglich ist, frei seine Meinung zu äußern. Dieses Thema treibt mich auch um, nicht nur aber auch, weil ich ein Forum betreibe und es hier selbstverständlich immer darum geht, den Austausch der Meinungen zu fördern.

*DER SINN DER POLITIK IST FREIHEIT
Das Leben ist immer ein Leben mit anderen. Der Mensch ist ein „zoon politikon“, ein „staatsentwickelndes Tier“, wie Aristoteles formulierte. Er bedarf zu seiner Vervollkommnung der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Die Frage ist nicht, wie uns heute im Zeitalter des begrenzungslosen Individualismus (und Egoismus) eingehämmert wird: Wie soll ich leben? Sondern: Wie sollen wir leben? - und darüber kann in diesem Forum diskutiert werden!

*Quelle: Webseite Akademischer Verein Kyffhäuser e.V. | Foto © by Pixabay.com
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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#21

Beitrag von Eurydike » So 20. Okt 2019, 13:48

Liebe Nicky,

natürlich können und sollten am Besten alle Leute ihr eigenes Verhalten ändern. Das wäre ein riesiger Schritt in die richtige Richtung. Die allerschlimmsten Umweltsünden geschehen aber immer aus rein wirtschaftlichen Interessen. Und leider lassen sich Wirtschaftsbosse durch private Vorbildhaltung nur sehr schwer beeindrucken. Diese können entweder durch die Politik gezwungen werden und/oder selbstverständlich dadurch, dass es an ihre Geldbeutel geht.

Eigentlich müssten weltweit alle Arbeitnehmer am Freitag mit den Kindern streiken. DAS würde die Wirtschaftsmächte ins Mark treffen. Innerhalb kürzester Zeit würden klimaerhaltende Maßnahmen ergriffen, nur damit der Rubel wieder rollt. Leider fehlt den Kindern bei ihren Demos der Wirtschaftsfaktor. Aber sie können zumindest die Politiker ein Stück weit wachrütteln. Denn Freitag für Freitag gehen potentielle Neuwähler auf die Straße ...

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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#22

Beitrag von fille » So 20. Okt 2019, 14:50

Hallo zusammen!
Leider fehlt den Kindern bei ihren Demos der Wirtschaftsfaktor.


Meine Meinung ist, dass sie weder der Wirtschaft noch der Schule schaden, sondern sich selbst.

Bildung kostet den Einzelnen in Deutschland nicht viel. Trotzdem bezahlt jemand dafür.
Es könnte gut sein, dass die Eltern demnächst auch streiken. Vielleicht für die
Erhaltung ihres Arbeitsplatzes. Die Zeichen stehen schon auf rauen Wind. Täglich
kann man wieder von Entlassungen in der Zeitung lesen.
Schade, dass noch immer kein anderes Thema auf den Tisch gekommen ist. bin noch immer neugierig ;-)
Das Thema hieß ja ursprünglich: "Kann man in Deutschland noch offen seine Meinung sagen/schreiben."
Jeder andere hat auch das Recht auf seine Meinung, auch wenn sie diametral der meinen gegenüberstehen sollte. Ich muss also damit rechnen, zu meiner Meinung angefragt zu werden. Bis dahin ist das für mich ganz in Ordnung. Für diese Freiheit haben Generationen vor uns hart und opferreich gekämpft.
Ja, Gott sei Dank, wird man nicht von der Polizei abgeholt. Aber es gibt doch gesellschaftliche Zwänge, lieber den Mund zu halten.

Wie auch immer, ich würde lieber wissen, was ihr für die Umwelt konkret vorschlagen würdet. Wenn man
das seinen Kindern nahe bringt, ist es eigentlich das einzige, was man wirklich tun kann. Wieder mal
meine eigene Meinung. :-)

Für diesen Zweck mache ich jetzt ein neues Thema auf

Liebe Grüße, Marianne
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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#23

Beitrag von Gesch » Mo 21. Okt 2019, 15:09

ihr lieben,
ich konnte durch intensive musikalische beanspruchung von mittwoch bis heute früh durch den besuch meiner multinationalen urlaubsband „elderly brothers and sisters“ samt angehörige und hardcore-fans (knapp 40 leute aus england, schottland, irland nördlich und südlich der eu-grenze, niederlande und deutschland nicht eher schreiben.

ich hab auch keine lust, nachdem ich zeitnah gelegentlich die posts überflogen hatte, alles nochmal zu lesen. erholung sieht anders, zumal ich fast absehen kann, dass ich mich bei der antwort in rage schreibe.

aber wir haben ja im forum meinungsfreiheit, zu der meiner ansicht nach auch die bereitschaft gehört, sich damit zu befassen, welche konsequenzen sich ergeben, wenn man die eigene „meinung“ zuende denkt...

ich nehme wahr, dass manche sich besser fühlen, wenn sie nach der devise leben, sich um sich selbst zu kümmen und es für wirksamer für z.b. die umwelt oder das klima halten, sich selbst in die pflicht zu nehmen, was das eigene handlungsterrain angeht. an sonsten aber wollen sie offenbar diejenigen uneingeschränkt schalten, walten und machen lassen, die hinreichend bewiesen haben, dass es ihnen dazu am wünschenswerten verantwortungsbewusstsein mangelt.

man kann sich zur optimierung der (selbst)zufriedenheit noch ein kissen aufs sofa nehmen und bei der suche nach dem mainstream, von dem
man sich fernhalten will, das fernglas in die hand nehmen.

ich halte das thema noch nicht für erledigt und denke, die risiken, die man hierzulande mit freien meinungsäusserungen eingeht, sind ungleich verteilt, solange rechte terroristen namenslisten mit potentiellen anschlagsopfern führen, die vom verfassungsschutz so unter verschluss gehalten werden, dass selbst diejenigen nichts davon erfahren, die deshalb dort draufstehen, weil sie den rechten wegen ihrer unliebsamer meinungen aufgefallen sind...

da werden klimaschützer als von greta verführte mainstreamfolger belächelt... geht‘s noch? blickt mal auf die zahlen der jugendlichen insgesamt in diesem
meinungsfreidigen land der mainstreamer, auch auf die deutsche population und zählt mal die demonstrationsteilnehmer zusammen...

ich nehme den mainstream bei den sofasitzern wahr, die von schulschwänzern faseln, während die jugendlichen freitagsdemonstranten das erlernte zuende denken und ihr erkenntnisse anwenden, wenn auch vielleicht nicht als ausgewiesene fachleute.

aber immerhin wollen sie mit ihrem unterrichtsboykott endlich mal die allein auf die wählerstimmen aus dem breitärschigen mainstream schielenden politiker auf trab bringen, die nicht annähernd so eifrig die notwendigkeit geregelten unterrichts hochhalten, wenn es um den tatsächlichen unterrichtsausfall durch lehrermangel geht. die politiker sollten endlich auf die ausgewiesenen fachleute hören und sich nicht von lobbyisten die pseudowissenschaftlichen expertisen nach ihren meinungen aussuchen lassen.

wer geht mit welchem verhalten, mit welchen meinungen eigentlich welche risiken ein? gibt es morddrohungen gegen mainstreamige sofasitzer? oder polizeieinsätze mit schlagstöcken gegen diejenigen, die sich verächtlich über greta äussern oder über diejenigen, die generationsübergreifend den erhalt einer bewohnbaren erde anmahnen? wo ist der mainstream? hinter den lesern der zeitungen mit den grossen buchstaben, die nur zu gern die hetze für bare münze nehmen und nachplappern, oder bei denjenigen, die bei wind und wetter, egal ob ferien oder nicht, ausdauernd protestieren.

ich bin gleich zu beginn der klimaproteste, als erste fotos von greta zu sehen waren, die jugendliche dazu veranlasst haben, ihr schicksal protestierend selbst in die hand zu nehmen, ausdrücklich von ihnen gebeten worden, den protest der F4F mit meinen liedern zu unterstützen - sicher nicht, weil ich schöne liebeslieder im repertoire habe.

ich bin der bitte inzwischen sehr häufig und gerne mit ziemlichem zeitlichen aufwand nachgekommen und habe über den protest, weil er mir sehr imponiert, klartextlieder verfasst und werde dies weiter tun.

die schulschwänzer-argumentation halte ich für erbärmlich, und das argument, doch erst mal bei sich selbst im kleinen anzufangen, für einen handlungsansatz, der völlig ausblendet, dass die lindners und poschardts (porsche-fahrender chefredakteur der „welt“, der raserei für freiheitsgenuss hält, den es zu verteidigen gelte) dieser welt ohne gesetzliche vorgaben nicht vom gaspedal gehen. gleiches gilt für andere ministerielle „freiheitsverteidiger“ wie z.b. klöckner oder schulze, die aus angst vor stimmenverlusten aus dem
mainstream nicht zu tun wagen, was notwendig ist. und mit auf-dem-sofa-sitzen werden sie kaum einen anderen weg einschlagen, wie er von wissenschaftlern verlangt wird, die von wählern und finanziers unabhängig sind.

zurück zum thema des theads: die larmoyanz derjenigen, die nicht hinnehmen wollen, dass sie für ihre ansicht kritisiert werden, und deshalb jammern, als ob es einen anspruch darauf gäbe, dass einem nicht widersprochen wird, geht mir gehörig auf den keks. er kommt übrigens auch gerade sehr gerne von denjenigen, die die meinungsvielfalt nur zu gerne drastisch und unter strafandrohung eingeschränkt sähen und nur ihre eigene gelten lassen wollen. fühlt man sich in deren gesellschaft eigentlich besser?

ich sehe darin nur eins: eine blasierte arroganz der bequemen, denen es lästig ist, widerstand zu leisten, und deshalb lieber diejenigen abschätzig kategorisieren, die den mut dazu haben, gegen den mainstream aufzustehen, egal welche konsequenzen drohen.

so - jetzt fühl ich mich auch einfach mal besser... das sofa ist gerade frei...
sorry für den überschwang...

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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#24

Beitrag von Skywise » Mo 21. Okt 2019, 15:11

Hm.
Kann man in Deutschland noch offen seine Meinung sagen? Ja. Ganz eindeutig.
Oft genug wird die Frage, ob man seine Meinung noch sagen kann, oder die Behauptung "Wird man ja wohl noch sagen dürfen" aber in Verbindung mit Meinungen/Aussagen gebracht, die schon arg grenzwertig sind, weil sie meistens mit den Rechten Dritter kollidieren und/oder auf keiner nachvollziehbaren Basis erfolgen. Daß nicht jeder ein abgeschlossenes Jura-Studium in der Schublade liegen hat - geschenkt. Ein Gespür dafür, ob man etwas in Ordnung fände, wenn man eine ähnliche Äußerung über sich selbst vorfindet, ist aber in den meisten Fällen vorhanden. Und das mit der nachvollziehbaren Basis - ich glaube, ich hab' relativ wenig Probleme, eine andere Meinung zu akzeptieren, wenn man sie begründen kann oder entsprechende Quellen vorweist, aufgrund derer eine Entscheidung zustande gekommen ist. Ich kann dann zwar immer noch rummosern, daß mir die Meinung nicht paßt, aber - mit dem Akzeptieren scheint's zu klappen, zumindest kann ich auch mit den örtlichen AfD-Politikern über bestimmte Dinge diskutieren, ohne ihnen gleich an die Gurgel zu gehen ... und ich kann um einige Themen einen Haken schlagen, bei denen ich weiß, daß es gefährliches Terrain ist.

Das mit den "Quellen" wird wahrscheinlich ein interessantes Thema werden in der nächsten Zeit, zumal ich die Entwicklung sehe, daß immer mehr Leute nach einfachen Aussagen oder Lösungen suchen, wo es sie eigentlich nicht gibt. Die Folge ist der Danning-Kruger-Effekt, heißt im Prinzip, daß sich inkompetente Leute für klüger halten als andere, sogar als ausgewiesene Spezialisten. Betrifft im Kern das Klima ebenso wie Verschwörungstheorien der Marke "Die Erde ist eine Scheibe" oder "Das Weltall existiert nicht". Dadurch, daß im Internet Seiten oder Blogs oder Videos existieren, die dem dümmsten Honk solche Theorien vermitteln oder (teils angebliche) Aussagen der Wissenschaft oder der Politik mit Aussagen ad absurdum führen, die aber mit der Realität nichts zu tun haben, gewinnen solche Theorien an Zulauf. Ich hatte es in jüngerer Zeit mehrmals, daß ich bei Rückfragen zu bestimmten Aussagen auf solche Seiten hingewiesen wurde, gegen die allerdings schlecht argumentieren ist. Jedenfalls beobachte ich im Augenblick sehr häufig das Phänomen, daß sich die Leute mitunter extrem fadenscheinige Quellen suchen, die ihre Thesen oder Aussagen stützen, anstatt umgekehrt ihre Thesen und Aussagen aus belastbaren Quellen abzuleiten. Medienkompetenz täte not.

Fridays For Future ... ich finde es mitunter eine Schande, wie angeblich Erwachsene gegen Greta Thunberg wettern oder welche Querverbindungen ihr so alles von dieser Seite unterstellt werden, das geht von den Größen der Wirtschaft bis hin zu den Bilderbergern wirklich einmal quer durch den Katalog. Daß da Wissenschaftler Greta Thunberg und ihren Aussagen zur Seite stehen und diese Aussagen und Prognosen mitunter bedeutend älter sind als Greta Thunberg, scheint in bestimmten Kreisen nicht von Relevanz zu sein.
Abseits von der Person Greta Thunberg stehe ich FFF etwas zwiespältig gegenüber. Ich tu' mich mit FFF ziemlich schwer, weil mitunter gar keine Ziele vorgegeben werden, die zu erreichen sind, teilweise finden sich relativ obskure Aussagen bestimmter FFF-Formationen, und manche Aussagen sind ziemlich überladen oder in der Summe überhaupt nicht während der restlichen Schulzeit der Streikenden zu erledigen, geschweige denn nachzuweisen. Andererseits bekomme ich aber auch mit, daß nicht zuletzt aufgrund von FFF das Interesse an Nachhaltigkeit/nachhaltigen Produkten/nachhaltiger Auftragsvergabe in bestimmten Verwaltungen deutlich angezogen hat und auch im Bereich der Bildung plötzlich ein anderes Gewicht bekommt. Es tut sich also langsam etwas, insofern hat FFF durchaus etwas bewirkt, und ich bin mir sicher, daß auch noch mehr gehen kann. Im Gegensatz zu anderen Vertretern meiner Zunft bin ich der Überzeugung, daß die Hauptverantwortung für einen Umschwung eher beim Verbraucher zu suchen ist und nicht vorrangig bei Politik oder Industrie/Handel; Hilfestellungen und Informationen werden dennoch gerne entgegen genommen. Und ich fänd's schöner, wenn das ein Selbstläufer werden würde und nicht noch weiterhin streikende Jugendliche auf der Straße dafür notwendig wären.

Gruß
Skywise
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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#25

Beitrag von fille » Mo 21. Okt 2019, 17:19

ich nehme den mainstream bei den sofasitzern wahr, die von schulschwänzern faseln
… faseln...
blasierte arroganz der bequemen, denen es lästig ist, widerstand zu leisten
...blasierte Arroganz...

Wobei wir wieder beim Thema wären... Ich glaube jetzt hast du die Antwort auf deine Frage migoe

Schönen Abend euch allen, Marianne
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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#26

Beitrag von Nicky » Mo 21. Okt 2019, 17:50

ich nehme wahr, dass manche sich besser fühlen, wenn sie nach der devise leben, sich um sich selbst zu kümmen und es für wirksamer für z.b. die umwelt oder das klima halten, sich selbst in die pflicht zu nehmen, was das eigene handlungsterrain angeht. an sonsten aber wollen sie offenbar diejenigen uneingeschränkt schalten, walten und machen lassen, die hinreichend bewiesen haben, dass es ihnen dazu am wünschenswerten verantwortungsbewusstsein mangelt.
Hallo Gerd,
ich denke einfach, dass es gut ist, erstmal vor meiner eigenen Haustüre zu kehren und mein eigenes Verhalten zu hinterfragen und zu ändern, bevor ich anderen vorschreibe, was sie an ihrem Verhalten ändern sollen.
Ich finde daran nichts verwerfliches :-) Das ist doch in vielen anderen Lebensbereichen auch so, oder nicht?
Aber wie man bei euch in Köln so sagt......Jeder Jeck ist anders...... :-)

Viele Grüße
Nicole
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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#27

Beitrag von Gesch » Mo 21. Okt 2019, 18:04

liebe alle,
hier noch ein kleiner „ermunterungsbeitrag“ zur sicherung der meinungsfreiheit, ohne dass einem für die auslotung dieser freiheit bautzen oder gar buchenwald droht...



herzlich
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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#28

Beitrag von greymagicvoice » Mo 21. Okt 2019, 20:43

Lieber Gerd,
zu Deinem Beitrag ein paar Meter weiter unten: als Musiker könntest Du es doch wissen - der Ton macht die Musik. Die Bereitschaft zum Dialog verhält sich umgekehrt proportional zur vorgetragenen Verachtung. Und wenn das miteinander Reden aufhört, können wir gleich einpacken ...

Herzliche Grüße
Stephan
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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#29

Beitrag von Gesch » Mo 21. Okt 2019, 22:14

in der tat, lieber stefan,
seit einem jahr werden die fridays for future als unreife kinder desavouiert, ihr protest, ihr einsatz als verstoss gegen schulgesetze kriminalisiert, ihre sympathisanten diffamiert, ihre ängste um die zukunft ignoriert, die zurückweisung dieser anwürfe nicht ernstgenommen... doch wenn man dies mit klaren worten formuliert, zeigt man sich beim einstecken dünnhäutiger als im austeilen.

in der tat, der ton macht die musik, aber manche liedermacher singen schon immer deutlicher klartext als andere, und die musik hat gelegentlich unharmonische klänge...

und, lieber migoe, ja, manches kann man in deutschland sagen, schreiben und singen, was auch dem mainstream widerspricht, nur wenn man dann zu deutlich wird, und nicht die lippen spitzt, sondern öffnet, werden mainstreamer eher schmallippig. es kommt immer auf perspektive und position an...

ich habe - wie helmut - kinder und enkel, und warte nicht auf diplomatische verhandlungen mit dem klima. die zeit läuft davon, und in der situation die kommenden abiturienten in die schule zurückzuschicken und die untätigen politiker weiter schlafen zu lassen, macht inzwischen nicht nur fridays for future fassungslos, sondern parents und grandparents for future und scientist forfure und artist for future genauso. da wird die begleitmusik schon mal dissonant.

miteinander reden - gerne, wenn denn endlich die anliegen der klimaschützer ernst genommen werden, statt sie nach art konservativer, sozialdemokratischer und liberaler politiker als pubertäres theater abzutun.

schönen abend noch
gerd
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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#30

Beitrag von greymagicvoice » Di 22. Okt 2019, 08:23

Lieber Gerd,
schade - hast mich zwar gelesen, offenbar aber doch nicht verstanden ... Das bedauere ich.

Herzliche Grüße
bis bald
hier oder woanders
Stephan
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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#31

Beitrag von Gesch » Di 22. Okt 2019, 10:01

lieber stefan,
wechselseitige verständnisdefizite sind immer bedauerlich, vor allem wenn sie trotz bemühung um klarheit und deutlichkeit andauern.

aber angesichts der komplexheit der welt und ihrer probleme sowie der unterschiedlichen wahrnehmungen derselben und der verschiedenen ansätze zur behebung hab ich für mich akzeptiert, nicht mehr alles verstehen zu müssen, auch wenn hin und wieder noch der widerspruchsgeist in mir zucken sollte.
herzlich
gerd
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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#32

Beitrag von migoe » Di 22. Okt 2019, 11:51

Lieber Gerd,
Gesch hat geschrieben:
Mo 21. Okt 2019, 22:14
und, lieber migoe, ja, manches kann man in deutschland sagen, schreiben und singen, was auch dem mainstream widerspricht, nur wenn man dann zu deutlich wird, und nicht die lippen spitzt, sondern öffnet, werden mainstreamer eher schmallippig. es kommt immer auf perspektive und position an...
die Kunst des Streitens/Diskutierens liegt ja darin, klar und deutlich seine Argumente vorzubringen UND die jeweiligen Argumente des Gegenübers (nicht Gegners, wie ich hoffe) zu respektieren. Sollte die eigene Wucht des Argumentierens den Gesprächspartner verletzen/vor den Kopf stoßen/irritieren/verärgern und man wird sich dem erst im Nachhinein bewußt, dann spricht es aber auch von Größe, wenn es einem gelingt, seine Worte noch einmal so zu formulieren, dass das eigene Argument verstanden/respektiert/toleriert werden kann - im Idealfall sogar überzeugt!

Deine Argumente überzeugen mich und ich fühle mich nicht angegriffen oder vor den Kopf gestoßen durch Deine Form der Auseinandersetzung. Anderen geht das vielleicht aber nicht so und sie ziehen sich aus dem Diskurs zurück, obwohl sie vielleicht sogar teilweise die gleiche/n Meinung/en vertreten, aber es einfach anders "angehen" wollen.

Begriffe wie
mainstreamer
und
sofasitzern
wurden von Dir nicht in Anführungszeichen oder sonst wie markiert, und deshalb gehe ich davon aus, dass Du damit ganz bestimmte Menschen in Deinem Umfeld meinst, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ein so gebildeter und aufgeklärter Mensch wie Du solche Begriffe ganz allgemein und undifferenziert verwenden würde und damit suggeriert, dass ALLE, außer einem selbst damit gemeint sind.

Mainstream ist ein zu ungenauer Begriff, um zu verstehen, was Du damit sagen willst. Es gibt durchaus Themen, bei denen ich wie die Mehrzahl der Menschen denke/handle/fühle - und dennoch bin ich ein Individuum und bin oft vollkommen NICHT mainstreamig unterwegs.

Deine Beiträge und Lieder finde ich erfrischend und aufwühlend. Es gefällt mir, wie Du die Dinge "zuspitzt" und es scheint mir so, als würdest Du das auch sehr ernst meinen und auch ernsthaft danach leben. Doch es reicht mir nicht, die Kritik alleine zu hören, mir fehlt der "Ausweg" oder die "Lösung" aus dem Dilemma.

Nicky hat sich dazu geäußert und geschrieben, wie sie versucht, Dinge in ihrem Alltag und ihrem Leben so zu gestalten, dass sie sich dem "Ideal" (wie sie es empfindet) zu nähern. Solltest Du damit:
ich nehme wahr, dass manche sich besser fühlen, wenn sie nach der devise leben, sich um sich selbst zu kümmen und es für wirksamer für z.b. die umwelt oder das klima halten, sich selbst in die pflicht zu nehmen, was das eigene handlungsterrain angeht. an sonsten aber wollen sie offenbar diejenigen uneingeschränkt schalten, walten und machen lassen, die hinreichend bewiesen haben, dass es ihnen dazu am wünschenswerten verantwortungsbewusstsein mangelt.
wirklich Nicky und Andere meinen, die es wirklich erst meinen damit, etwas "an sich selber" zu verändern anstatt darauf zu bestehen, dass sich erst einmal alle anderen ändern sollen, dann konterkarrierst Du damit wie ich finde Deine eigene Position und Glaubwürdigkeit.

Natürlich muss jede/r für sich erst einmal über das eigene Verhalten und die Folgen daraus nachdenken!

Das ist die Voraussetzung Nr.1, um überhaupt eine Veränderung erwirken zu können. Wer diesen ersten wichtigen Schritt geht, der lebt nicht nach der Devise, wie Du sie wiedergibst sondern handelt - im Gegenteil - besonders verantwortungsbewusst!

Oder sollte ich das falsch verstanden haben?
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Liebe Grüße aus Rothenburg

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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#33

Beitrag von Gesch » Di 22. Okt 2019, 14:34

lieber migoe,
dann will ich mal meine verwendung von begrifflichkeiten erläutern, die - wie „mainstreamer“ - ja eher wortschöpfungen sind als duden-begriffe wie der „mainstream“.

meine wortschöpfung knüpft an die verwendung des bekannten begriffs „mainstream“ in diesem thread an, die an die unterstellung geknüpft schien, dass das, was man mit dem begriff in der klimadiskussion verknüpft, einer mehrheitsposition entspräche, beispielsweise bei den f4f-kids, die greta und damit doch nur einem „mainstream“ nachliefen.

das hab ich, auf grund eigener wahrnehmung der teilnehmerzahlen bei demos und der schätzung, um wie viel erheblich grösser die zahl derjenigen in jeder generation ist, die abseits bleiben, entschieden bestritten.

die tatsächlich dem „mainstream-folgenden“ kriegen nach meiner ansicht den körperschwerpunkt nicht aus den weichen polstern und wollen es vermutlich auch gar nicht. sie brauchen aber vielleicht - zur rechtfertigung ihrer passivität vor sich selbst - den generösen blick „vom hohen ross aus der tiefe bequemer polster“ auf die von greta verführten, irregeleiteten schüler, die schule schwänzend, weil sie es für cooler halten und keinen bock auf lehrer haben, unterricht versäumen und damit nur sich selbst schaden.

ich nehme mal stark an, dass die so denkenden leute sich in übereinstimmung mit dem tatsächlichen mainstream sowie mit politikern wie scheuer und söder sowie der fdp-bildungsministerin von nrw befinden, und sich bewusst nicht in einer phalanx mit den protestierenden schülerinnen und schüler sehen, die sich freitags wind und wetter aussetzen und sich zu rufen wie „wer nicht hüpft, der ist für kohle“ aufwärmen (so hab ich es im letzten frühjahr erlebt, als ich abwechselnd mit klaus dem geiger bei kälte für die kids gitarre gespielt und gesungen habe). im klassenraum wärs wärmer gewesen. übrigens haben kids, die ich persönlich kennengelernt habe, auch freitags keine klassenarbeit versäumt. sie haben bei den demos „entschuldigt gefehlt“...

gleichwohl nehme ich seit monaten aus mündlichen und schriftlichen bemerkungen wahr, wie verbreitet das vorurteil gegenüber den protestierenden schülern ist, als hätten sie ja wohl kaum einen grösseren reifegrad als kleine schulanfänger, wenn sie schule schwänzend auf die strasse gingen, statt trotz unterrichtsausfalls durch lehrermangel in der schule fürs leben zu lernen.

ich finde, da lernen sie freitags auf der strasse beim protest mehr. sie haben auch schon mehr begriffen als manche bildungspolitiker und andere im mainstream, die in aschermittwochsreden wie scheuer von schulschwänzern „faseln“, statt die ängste der kids davor ernst zu nehmen, dass unsere generation ihnen „die zukunft klaut“ und wir deshalb „umgehend“ politische beschlüsse gegen ein „weiter so“ brauchen, weil ein anfangen jedes einzelnen bei sich selbst angesichts der industriellen klimavergiftung nicht mehr ausreicht.

die industrie aber kriegt man nicht vom sofa aus gebremst. aber ich unterstelle auch, dass viele es sich auf dem sofa bequem machen, die nicht mal daran denken, bei sich selbst anzufangen...

ich weiss, dass die zahl derjenigen, die sich auf den strassen zum protest einfinden, erfreulicherweise immer grösser wird. mit der verwendung des begriffs „mainstreamer“ (diejenigen, die sich von den protestierer so deutlich absetzen und deshalb eher zur passiven mehrheit der gesellschaft zählen...) setze ich mich (und bin froh drum) nicht von ALLEN anderen ab, aber deutlich von denjenigen, die den kids den verdienten respekt verweigern.

ich verstehe hier den begriff „mainstream“ auch nur bezogen auf die klimadebatte und ihre angrenzenden themen wie die diskussion über umweltschutz.

die forderung nach „meinen“ rezepten und lösungen für einen ausweg aus den problemen höre ich als politischer liedermacher eigentlich eher selten, verstehe mich auch nicht als vordenker einer partei oder als soziologe oder politologe oder philosoph und setze mich nicht an den stammtisch, um über „mein ideal“ bei diesem oder jenem thema zu fabulieren. ich singe lieder mit reimen und strophen und nehme mir das recht, hier und da missstände oder drohendes unheil anzuprangern, soweit ich es wahrnehme. kassandran hat genauso gesungen. wenn sie sonst keiner wahrnimmt, werde ich alleine sie nicht beseitigen können, aber ohne klaren widerspruch hinnehmen werde ich sie deshalb auch nicht.

ich habe auch nichts dagegen, dass sich manche zuerst nur mit dem befassen, was sie selbst ändern können. ich weiss auch, dass sie allein nur damit nicht zum mainstream gehören. aber wenn zu diesem selbst-was-tun-ansatz noch die respektverweigerung gegenüber den F4F und beispielsweise greta, die mit ihrer beharrlichkeit zumindest nicht nur mir imponiert, noch dazu kommt, dann sehe ich schon eine annäherung an einen gegenwärtigen, von mir abgelehnten mainstream, von dem ich hoffe, dass er kein mainstream bleibt. deshalb singe ich gegen ihn.

herzlich
gerd
Dieser Beitrag enthält 785 Wörter


Damit was geschieht, muss zunächst was passiern.
Muss man, eh sich was ändert, denn erst was verliern?
Eh man sich erholt, bleibt keine Zeit auszuruhn,
denn eh sich was tut, muss man selber was tun.


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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#34

Beitrag von migoe » Di 22. Okt 2019, 21:36

Es ist ein bißchen mühsam der Diskussion zu folgen, weil sich in diesem Thread langsam die Themen vermischen.

Zum Thema "Fridays for Future" habe ich deshalb einen neuen Thread eröffnet und bitte Euch darum, dieses explizite Thema dort weiter zu diskutieren.
Dieser Beitrag enthält 44 Wörter


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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#35

Beitrag von migoe » Mi 23. Okt 2019, 17:57

In Berlin wird zur Zeit unter der Devise "Eine Stadt. Ein Land. Viele Meinungen." von den Redaktionen der Verlage für den Tagesspiegel, der Berliner Zeitung sowie der Bundeszentrale für politische Bildung die Meinungsfreiheit gefeiert. Die Aktion soll über 10 Wochen laufen und in jeder Woche soll es einen anderen Schwerpunkt geben. Diese Woche: Meinungsfreiheit „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen?“ Der Verleger Christoph Links fordert die Auseinandersetzung – auch mit unbequemen Meinungen. Menschen den Mund zu verbieten sei nicht die Lösung.

Dieses Thema treibt im Moment sehr viele Menschen in der Republik um und auch hier tauschen wir uns ja seit Tagen intensiv dazu aus. Aus diesem Grund wollte ich Euch noch darauf hinweisen und den Link zum Artikel weitergeben -> https://causa.tagesspiegel.de/gesellschaft/das-wird-man-ja-wohl-noch-sagen-duerfen/verklagen-sie-mich-gern-im-namen-der-meinungsfreiheit.html
Tagesspiegel-21-10-2019-Meinungsfreiheit-heisst-Auseinandersetzung.jpg
Der Artikel wurde am Montag, den 21.10.2019 veröffentlicht, seitdem sind aber nur 2 Kommentare durch die Redaktion freigegeben worden. Keine Ahnung, ob das am Interesse für das Thema liegt oder ob die eingereichten Kommentare nicht "veröffentlichungswürdig/-fähig" sind.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Dieser Beitrag enthält 200 Wörter


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Re: Kann man in Deutschland eigentlich noch offen seine Meinung sagen/schreiben?

#36

Beitrag von fille » Fr 1. Nov 2019, 20:20

Hallo zusammen,

Weihnachten rückt näher. Darum nochmal zum Thema:

moni hat geschrieben:
Fr 18. Okt 2019, 14:04

Der Weihnachtsstern, Adventkranz, St. Martin usw. bleibt bei mir und in meiner Kita auch weiterhin unter diesem Namen obwohl wir keine konfessionelle Kita sind. Wir feiern auch einen Gottesdienst vor dem Martinsumzug. Wer dorthin kommt macht es, die Anderen laufen danach beim Umzug, mit Pferd und Reiter, mit.
Dieses ändern der Namen ist absoluter Quatsch. Das verlangt überhaupt niemand.

LG Moni
Es ist nicht alles verloren :-). Habe heute mal bei Penny geschaut. Da wird WeihnachtsBeleuchtung
angeboten. Es werden Weihnachtssterne verkauft, usw.

Und heute bekamen wir in der Arbeit eine Einladung zum Weihnachtsessen für unseren Bereich.
Von meiner Abteilungsleiterin, die wohlgemerkt Muslima ist.

Nicki schrieb
Das Lichterfest heißt eigentlich St. Martin und die Jahresendfeier war bis vor einiger Zeit noch eine Weihnachtsfeier. Ich will mir meine Kultur nicht nehmen lassen und dass kann ich auch sagen, ohne dabei Ausländerfeindlich zu werden.
Das Martinsfest ist eines der schönsten Feste für Kinder. Das Laternenbasteln, die Lichter in der
Dunkelheit und vor allem die Geschichte dahinter. Es geht ums Teilen. Teilen mit anderen.
Damals im Kindergarten bei meinem Sohn gab es danach ein Lagerfeuer und eine halbe Breze.
Die Kindergartenleiterin hat sie mit den Worten verteilt: "Heute wird alles geteilt." Wie schade
es wäre, wenn so eine Botschaft verschwinden würde.

Ich habe leider von Kindergärten gehört, die keinen Martinsumzug mehr machen, weil ja kurz
vorher Halloween ist... :-?

Liebe Grüße, Marianne
Dieser Beitrag enthält 256 Wörter


Zuletzt als neu markiert von migoe am Fr 1. Nov 2019, 20:20.


There is a crack in everything
That's how the light gets in

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