Kleiner Konzertbericht

Beiträge, Fragen, Meinungen und Berichte von und über den deutschen Liedermacher Konstantin Wecker haben hier ihren Platz
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Marc hat dieses Thema gestartet
...hat schon mal ein LT organisiert
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Kleiner Konzertbericht

#1

Beitrag von Marc »

Hallo zusammen,
nein, unter "Wecker erneut verurteilt" wollte ich meinen kleinen Konzertbericht nicht setzen, daher setze ich meiner Wecker-Euphorie der letzten Woche mit einem neuen Thema einfach einen... nein, auch keinen Schlussstrich...
Lasse ich meinen Erinnerungen einfach mal freien Lauf (um ehrlich zu sein, in erster Linie für mich, damit ich Details die ich behalten möchte nicht vergesse).
Konstantin Wecker war auf der kleinen Bühne Energie pur, ich finde, er sprühte nur so vor genialer Dichtkunst!
Die Stimmung, das heißt, meine Stimmung, war auf dem Sinti-Festival in Hildesheim zunächst sehr verhalten, zugegeben... die Vorgruppen (ich nenne es mal grob russische Musik) war nicht ganz mein Geschmack, aber das konnte ich gut verkraften!
Wir waren um 19.00 Uhr schon angekommen, wobei Wecker erst um 22.00 Uhr für eine Stunde auf die Bühne trat -Die 15 Euro Eintritt haben sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn die Bestuhlung (Holzbänke) nicht die bequemste war ;-). Dafür war die Kulisse eine sehr schöne, im Vordergrund eines alten Gutes.
Konstantin Wecker wuselte schon lange vor seinem Auftritt etwas verlegen abseits des Publikums umher und unterhielt sich mit den Veranstaltern, also Sintis. Ich erkannte ihn gar nicht sofort, da er die Haare zur Zeit ganz kurz hat und braungebrannt ist! Er wirkte sehr leger in seiner Art, nicht nur wegen seiner Kleidung (Jeans, sportliche Schuhe, helle Jacke...). Er hielt sich meistens an einer Plastikwasserflasche fest und rauchte zwischendurch (hm, hm, hm...) eine Zigarette. Von gerichtsstress war keine Spur.
Neben mir saß eine ganz Verrückte (aber Nette) nach Wecker (es gab also auch noch andere, die nur wegen ihm dort waren). Ich schätze sie war mitte 30, traute sich aber nicht, zu Wecker zu gehen und sich ein Autogramm zu holen (äähm, ich traute mich übrigens auch nicht, ihn anzusprechen). Als ihre Tochter für kurze Zeit verschwand, kam sie mit einem Autogramm für sie zurück -Auf einem kleinen weißen Schnipsel. Die Autogrammjagt hätte sich also nicht großartig gelohnt, da habe ich lieber viele Fotos gemacht (wo mir schon jetzt eine neue Rubrik "Private Liedermacher-Fotos" vorschwärmt) ;-) !
So, unter donnerndem Applaus trat Wecker wie gesagt dann um 22.00 Uhr auf die Bühne. Die bis dahin teilweise noch leeren Bänke (es werden höchstens zwanzig gewesen sein) waren nun rappelvoll und die Menschen standen eng wie eine Traube um die Bühne herum. Mit Wecker auf der Bühne ergab das eine ganz tolle Atmosphäre (allein spielende Kinder im Hintergrund störten ein wenig).
Jetzt das schwierigste, welche Lieder hat er gesungen!? Ich kann mich erinnern an das erste, welches ich noch nicht kannte, nämlich "Weil ich ein Lied hab". Es folgte eines, dass "Sommermorgen" heißen könnte und ein bayerisches, welches ich mit "Ich werde alt" übersetzen würde. Dann folgten einige Lieder, die mir schon gut bekannt waren, weil ich sie von "Mey - Wader - Wecker" kenne: Er sang "Im Namen des Wahnsinns", "Wenn die Börsianer tanzen", "Vaterland", "Stürmische Zeiten mein Schatz" und, wo die Stimmung im Publikum wirklich überschäumte: "Sage Nein!" und "Amerika", wobei er bei "Sage Nein!" offenbar zuuu viel Energie verspürte und ein Fuß am Ende des Liedes auf den Tasten des Klaviers landete. Sehr eindrucksvoll ;-) ! Mir fällt noch ein Lied ein, wo er Hannes Wader grüßte. Hannes Wader selbst soll es mal übersetzt haben ins Deutsche. Die Melodie kam mir bekannt vor, aber den Titel habe ich vergessen.
Ein mal fiel Wecker seine Brille in den Flügel, wo er meinte, so ließe sich schlecht spielen... außerdem erzählte Wecker natürlich, warum er auf dem Sinti-Festival auftrat (wegen eines Streits auf Grund eines Liedes, ach ja, dies über Zigeuner hat er auch noch gesungen! Er spielte es mit Sintis an Geige und Gitarren zusammen). Als Wecker die Bühne gegen 23.00 Uhr unter wieder donnerndem Applaus verließ, sang er noch ein kurzes Stück A-Capella und freute sich auf die "Party danach".
Puh, das hört sich wie ein ganzes Konzert mit Wecker an, dabei war er "nur" der Ehrengast für eine Stunde. Dafür hat er, wie ich finde, aber viele Lieder gesungen. Ich bin wirklich hin- und weg! Ich kann gar nicht verstehen, warum meine Freunde sich nicht für diese Art von Musik begeistern können. Mein Liedermacher-Liebling bleibt Reinhard Mey, aber Wecker ist ganz klar das größere Energiebündel von beiden! Jetzt freue ich mich auf den Dezember, wo ich zu einem Wader-Konzert gehen werde :-) !
Viele Grüße von Marc, der sich mit diesem Beitrag in den einwöchigen Urlaub abmeldet...

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So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.

Hannes Wader

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