Tag 22 - Sei wachsam

Sei wachsam ist ein Lied, welches für Proteste und Revolutionen taugt - und das deshalb KEIN typisches Mey-Lied ist...un

In diesem Unterforum werden die Rezensionen und Gespräche zu den einzelnen Lieder Reinhard Meys zusammengefasst
Forumsregeln
Das Projekt "Jeden Tag ein neues Lied" startete am 01.01.2023 und wurde am 27.01.2023 beendet.

Am 01.02.2023 startete die aktuelle Aktion "Ein Lied - viele Perspektiven" und auch mit diesem Projetk habe ich mir das Ziel gesetzt, mich nach und nach mit allen Liedern von Reinhard Mey zu beschäftigen und über meine Gedanken und Erlebnisse zum jeweiligen Lied zu erzählen.

Ich lade alle ein, die eigenen Gedanken beisteuern. Die Lieder sind es wert.
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Das Lied "Sei wachsam"...

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...mag ich gerne, gehört zu meinen Favoriten
3
33%
...ist heute so aktuell wie damals
2
22%
...hat hohes Missbrauchspotenzial
2
22%
...kenne ich, mag ich aber nicht so gerne
1
11%
...ist überholt und nicht mehr aktuell
1
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...höre ich gerne, ist aber kein Lieblingslied
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...kannte ich noch nicht, finde ich gut
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...kannte ich noch nicht, war besser so
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Keine Stimmen
...skippe ich immer weg, finde ich zu politisch
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...braucht kein Mensch
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Keine Stimmen
 
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Tag 22 - Sei wachsam

#1

Beitrag von migoe »

Was hat es mit dem Projekt "Jeden Tag ein neues Lied" auf sich?
Am 01.01.2023 habe ich mit das Projekt Jeden Tag ein neues Lied gestartet mit dem Vorsatz, ein Jahr lang jeden Tag ein anderes Lied von Reinhard Mey zum Thema zu machen und aus einer eigenen Perspektive zu beleuchten.

Das Prinzip ist simpel und bereits im Namen wird erklärt, was genau ich damit meine: ich werde jeden Tag in diesem Forum ein Lied des Tages posten und in Form eines Videos in den Beitrag einbauen. Die Idee dahinter ist, mich selbst mit den Liedern auseinanderzusetzen, meine Einstellung bzw. meine "Beziehung" zum jeweiligen Lied zu beschreiben UND gleichzeitig alle dazu einladen, die eigene "Geschichte zum Lied" mit den anderen Besuchern des Forums zu teilen.

Zu jedem Lied starte ich zudem eine Umfrage, die je nach Situation einen Tag oder eine Woche laufen soll und bei der alle kurz und knackig ihre Einstellung zum Lied abgeben können, ohne einen eigenen Beitrag dazu schreiben zu müssen - obwohl das natürlich auch erwünscht und geboten ist, schließlich ist das hier ein Forum ;-)
Das heutige Lied des Tages ist:
Sei wachsam

Album Version (Spotify) 1996


Wer Spotify in der Bezahlversion nutzt, kann das Lied mit Klick vollständig anhören. Natürlich kann man sich das Lied auch anhören, indem man sich die entsprechende CD ins Laufwerk schiebt oder andere Streaming-Anbieter nutzen.

Live bei "Songs an einem Sommerabend" 1996

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Bei der Veranstaltung "Songs an einem Sommerabend" im Sommer 1996. Im Chor sing sein Sohn Frederik mit.
Dieses Video habe ich auf dem YouTube-Kanal Lerche48al.WernerS.63 gefunden

Live auf "Lebenszeichen" (Spotify) 1996

Einleitungstext zum Lied während der Tour (Quelle Album "Lebenszeichen" Zitat:
... {Überleitung vom letzten Lied: Bei Hempels unterm Bett} ... Was sind schon die kleinen Hempels von nebenan gegen die großen Hempels in dieser Welt und was sind die kleinen Ferkeleien unserer Hempels gegen die amtlichen Sauereien im großen Maßstab? Peanuts! "Peanuts" ist der amtliche Fachausdruck in den einschlägigen Kreisen von Regierungskriminellen und Wirtschaftskriminellen für "Einzelschicksale" - WIR sind "Peanuts" für die! ... Vielleicht müssen wir den großen Hempels doch noch viel genauer auf die Pfoten gucken und gegebenenfalls ab und zu einmal mit dem Wahlzettel draufklopfen...

Cover von Ezé Wendtoin

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Das Video habe ich auf dem YouTube-Kanal von Just People gefunden
Ab hier bitte nur weiterlesen, wenn Du es erträgst, dass ich das Lied zerfleddere - es wird sehr heftig!
Triggerwarnung
Im nachfolgenden Text übe ich Kritik und nehme ich Stellung zum Lied Sei wachsam und zu einzelnen Begriffen/Versen dieses Textes von Reinhard Mey, die ausschließlich meine eigene Einstellung und Meinung darstellt.
Ich erhebe nicht den Anspruch, allen Aspekten gerecht zu werden, ich möchte den Künstler nicht persönlich angreifen oder diskreditieren. Der Text stammt aus dem Jahr 1995 und sollte deshalb auch nicht 1:1 in die heutige Zeit übertragen werden!
Anstiftung zum Aufruhr und zur Revolution?
Sei wachsam ist KEINE Parodie, keine Satire und kein Spottlied von Mey sondern ein ernsthafter Beitrag zur politischen Situation und Diskussion in Deutschland im Jahr 1996. Aber es ist als Lied/Text immer noch aktuell wie eh und je und wird auch von allen möglichen politischen Lagern für sich vereinnahmt. Auf Seiten von Querdenkern und auch von Rechtsextremen wird das Lied seit Jahren immer wieder missbraucht, um zu Unruhen und Protest gegen "die da oben" aufzurufen. Insofern ist es für mich mittlerweile ein Lied, welches ich in den Playlists skippe, weil es mich ärgert, dass es scheinbar so einfach ist, es im falschen Kontext einzubringen - und es somit scheinbar mühelos von der - aus meiner ganz persönlichen Sicht - "falschen Seite" vereinnahmt zu werden.

Doch damit werde ich dem Anspruch dieses Songs nicht gerecht und im Hinblick auf die aktuellen Themen unserer Zeit und die bevorstehende Wahl(wiederholung) in Berlin und die Kommunalwahlen in Bayern (Herbst 2023), habe ich mir das Lied noch einmal genau angeschaut und mir Gedanken gemacht, ob es heute noch "Gültigkeit" hat oder auf den Schuttabladeplatz der Zeit (kommt auch noch) muss. Aus diesem Grund bin ich bei der (persönlichen! NICHT objektiven oder fachlich begründeten!) Analyse von Sei wachsam hergegangen und habe mir Strophe für Strophe angeschaut und versucht, die Motive und politische Botschaft für mich zu selektieren und auch zu bewerten. Natürlich aus meiner heutigen Perspektive - aber das schadet dem Lied in keinster Weise, wie ich festgestellt habe!

1. Strophe: Skepsis und Misstrauen gegenüber der politischen Elite
Das Lied beginnt mit einem starken Bild: "Ein Wahlplakat zerrissen auf dem nassen Rasen" und der Hörer weiß sofort, worum es geht. Er beschreibt bereits in den ersten Versen seine kritische Haltung gegenüber der Eigendarstellung von Kandidaten in einem politischen Wahlkampf und den Wahlplakaten, die dargestellt werden. Der Text beschreibt alles aus der Perspektive eines (scheinbar) objektiven Beobachters, der sich über die "alten aufgeweichten Phrasen" (schönes Wortspiel btw.) auf den Plakaten und die "auf jugendlich gemachten Greise" (da fällt mir zuerst Phillip Amthor auf, der damals aber nicht gemeint sein konnte!) als Kandidaten beschwert. Die Worte und Personen auf diesen Plakaten werden als hohl und unaufrichtig und erklärt und zudem wird behauptet, dass sie das Volk täuschen wollen, indem sie ihnen falsche Versprechungen machen. Im weiteren werden die politischen Führer beschuldigt, dass sie das Volk unterdrücken, indem sie es "dumm" und "arm" halten. Diese Anschuldigungen zeigen eine tiefgreifende Skepsis gegenüber der politischen Elite und ihren Motiven. Die erste Strophe endet mit einer Aufforderung an die Leser, die Worte der politischen Führer genau zu lesen und zu verstehen, um die wahre Bedeutung hinter ihren Worten zu erkennen und sich nicht von ihnen täuschen zu lassen.

2. Strophe: Mach Dich schlau und kenne Deine Quellen
In der zweiten Strophe wird eine kritische Haltung gegenüber der Rolle der Medien und insbesondere des Fernsehens in der Gesellschaft eingenommen. Der Beobachter beschwert sich über die "guten, alten Werte", die von den Medienvertretern gefordert werden, und behauptet, dass diese Werte "fast immer die verkehrten" sind. Er unterstellt unterschwellig, dass die Medien von einigen wenigen "Medienmogule(n) und Zeitungszar(en)" kontrolliert würden und beschuldigt diejenigen, die in (politischen) Talk-Shows auftreten, dass sie auf allen Werten mit Füßen herumtrampeln würden. Außerdem werden "die Medien" auch beschuldigt, dass sie die Öffentlichkeit verrohen, verdummen und gewalttätig machen würden, indem sie Inhalte ausstrahlen, die auf "Arsch und Titten" ausgerichtet sind und nicht auf den eigentlich positiv konotierten moralischen Werten. Er argumentiert, dass die einzigen Götter der Medien die Auflage und Einschaltquote sind und dass die Medien die Wahrheit verbiegen und das Recht verdrehen, um ihre Ziele zu erreichen. Als Fazit endet diese Strophe mit einer Aufforderung an die Zuschauer/Hörer/Leser, sich von den Botschaften der Medien nicht beeinflussen zu lassen und die Wahrheit zu suchen, anstatt sich von den "guten, alten Werten" täuschen zu lassen, die von den Medien dargestellt werden.

Aus dem Text geht nicht genau hervor, wen die Kritik treffen soll, aber ich gehe davon aus, dass im Kontext der 1990er Jahre Medienunternehmenwie der Axel Springer Verlag, der Burda Medienverlag, Bertelsmann und auch Unternehmertypen wie Leo Kirch (Sat1/Pro7) oder Rupert Murdoch (Fox) und Silvio Berlusconi (Mediaset), der sogar Ministerpräsident von Italien war, gemeint waren, die eine unglaubliche Machtfülle besaßen und ihre politische Agenda durch die Zeitungen und Fernsehsender der eigenen Unternehmen übermittelten.

Leider versäumt es der Text in dieser Strophe, die eigentliche Kritik zu formulieren und belässt es dabei, die Methoden und Ziele nur grob zu benennen. Schade, denn so allgemein formuliert, ist es heute noch schwieriger wie damals, die eigentliche Botschaft herauszuhören, bzw. hier wird ganz allgemein eine problematische Medienkritik geäußert, die dazu neigt, zu pauschal zu sein und damit "alle in einen Sack packt". Was ich damit meine, kommt weiter unten...

3. Strophe: Irgendwas ist für jeden dabei
Nun sind wir ja schon abgeholt und bereit "mit den Wölfen zu heulen", denn so kommt die dritte Strophe mir vor. Beispiele gefällig? Ich habe mir diese Strophe einmal so angeschaut, als würde über mich "geurteilt" werden und welche Fragen oder Gefühle das bei mir auslösen könnte, wenn ich es mal ganz platt und polemisch sehen will:

Vers_im_Lied_mit_Behauptung_("Wolfsgeheul")Was soll mir das sagen?
Es ist 'ne riesen Konjungtur für RattenfängerDer "kleine Mann" ist dann die Ratte? Ratten sind Schädlinge und die will keiner haben!
Für Trittbrettfahrer und SchmiergeldempfängerDer "Ehrliche" ist der Dumme? Korruption gibt es nur woanders? Lobbyismus = Korruption?
'Ne Zeit für Selbstbediener und GeschäftemacherNimm Dir, was Du kannst, ist falsch?
Scheinheiligkeit, Geheuchel und PostengeschacherNur die "Bösen" lügen und wollen Vorteile für sich?
Und sie sind alle hochgeachtet und sehr anerkanntDer "Arme" verachtet den "Reichen", der "Faule" verachtet den "Fleißigen"?
Und nach den Schlimmsten werden Plätze und Flugplätze benanntWer jetzt? Franz Josef Strauß oder Willy Brandt? Wer ist Held, wer Schurke?
Man packt den Hühnerdieb, den Waffenschieber lässt man laufenGleiches Recht für alle? Wer "stiehlt" gerecht?
Kein Pfeifchen Gras, aber 'ne ganze Giftgasfabrik kannst du kaufenEine Frage der Verhältnismäßigkeit?
verpesst' die Luft, verstrahl das Land, mach ungestraft den größten SchadenAuto VS. Bahn? Windrad VS. AKW?
Nur lass Dich nicht erwischen bei Sitzblockaden!Klimaterroristen / Ökofaschisten! VS. Spaziergänger für die Freiheit ("Wir wissen, wo Du wohnst")!
Man packt den Grünfried, doch das Umweltschwein genießt Vertrau'n"Ich lass mir das O Fleischessen / O Autofahren / O in Urlaub fliegen nicht verbieten!" (Zutreffendes bitte ankreuzen ;-) )
Und die Polizei muss immer auf die Falschen draufhau'nACAB, All lives matter!, BayPAG
Gerade in dieser dritten Strophe zeigt sich für mich die Gefahr, welche sich aus der unreflektierten Betrachtung ergeben kann: Einfach jeder fühlt sich angesprochen und kann für sich reklamieren, dass die eigene Sache damit gemeint ist. Ich will das dem Lied und dem Autor nicht zum Vorwurf machen, will aber trotzdem darauf hinweisen, dass vor allem diese dritte Strophe für mich persönlich problematisch ist. Wenn sich die CSU in ihrer Klausurtagung zum Jahresanfang 2023 selbst bescheinigt, eine "Klimapartei" zu sein, wenn EXXON-Mobile behauptet, sich für den Umweltschutz zu engagieren und wenn in Katar eine WM mitten in der Wüste durchgeführt wird, bei der offene Stadien vollklimatisiert als "umweltverträglich" gelabelt werden können, dann greift die Kritik von damals nicht mehr so richtig, weil sich die "Sünder" und "Verursacher" angepasst und das Wording übernommen haben. Aber wie gesagt: dafür kann das Lied nichts und dem Urheber kann das auch nicht vorgeworfen werden.

4. Strophe: Krieg und Frieden(smissionen)
In der nächsten Strophe nimmt der Erzähler eine kritische Haltung gegenüber der politischen Führung und ihrer Haltung zum Krieg ein und klagt an, dass das Grundgesetz, das den Rechtsstaat garantieren soll, von den Regierenden nach Belieben manipuliert wird. Er beschuldigt die politischen Führer, die immer von Friedensmissionen reden, aber unter dem Tisch bereits Krieg vorbereiten und beschreibt auch, dass die Regierung die Bevölkerung immer tiefer in den Krieg hineinziehen würde.

Dies macht das Lied an dieser Stelle durch das Hintereinanderstellen von Zitaten, die beschreiben, wie sich die argumentatorische Kette von Handlungen vollziehen würde:

Es beginnt mit der Forderung von Willy Brandt: "Nie wieder soll von diesem Land ein Krieg ausgehen!" und geht weiter über die Behauptung "Wir müssen Flagge zeigen, dürfen nicht beiseite stehen!", die sich vermutlich auf die Entsendung von 4000 Soldaten der Bundeswehr zur sogenannten Friedenstruppe in Bosnien bezieht, wie ich der Jahreschronik 1995 entnehmen konnte. Das nächste Glied in der Argumentationskette der Regierung von damals wird in wörtlicher Rede direkt im Anschluss gesetzt: "Rein humanitär natürlich und ganz ohne Blutvergießen!", vermutlich sind das Sätze, die im Bundestag sinngemäß von Vertretern der damaligen Regierungsparteien so oder ähnlich ausgesprochen wurden, um den Einsatz zu erklären bzw. zu rechtfertigen. Zum Ende dieser "Beweiskette" kommt er dann noch zum finalen Argument der Anklage: "Kampfeinsaätze sind jetzt nicht mehr so ganz auszuschließen", einer Aussage, die er dem Generalinspekteur Klaus Naumann in den Mund legt, wie ich einem Bericht des SPIEGEL von 1995 entnehmen kann.

Die Strophe schließt ab mit der Zeile Und seit heute früh um fünf Uhr schießen wir wieder zurück, die auf die vorgeschobene Begründung der Nazionalsozialisten im September 1939 abzielt, mit der die Deutschen den Überfall auf Polen am 01.September 1939 gerechtfertigt haben. Es stellte sich im Nachhinein als Täuschung Hitlers heraus, denn die "Opfer" waren zuvor von den Nazis getötete polnische Soldaten, die in deutsche Wehrmachtsuniformen gesteckt wurden, um den Eindruck zu erwecken, Polen hätte Deutschland angegriffen. Sehr detailliert wird das in mehreren Wikipedia Beiträgen zusammengefasst.

Ich persönlich finde, dass diese eine Zeile, die das Ende der 4.Strophe setzt, das gesamte Lied entwertet. Die in den vorangegangenen Strophen aufgebaute Argumentationskette, mit der versucht wird, zu erklären, wie in Diktaturen die Manipulation des Volkes durch Kontrolle der Institute und der Medien das Volk belogen und verunsichert wird und wie durch fadenscheinigste Begründungen der Anschein von Legitimität und Wahrhaftigkeit geweckt werden soll, wird durch diesen Satz gespengt. Der Text bringt somit das Deutschland Hitlers ins "Jetzt und Hier" und wird damit der erst wenige Jahre vorher wiedervereinigten Bundesrepublik Deutschland nicht gerecht. Es zieht den Vergleich zwischen Hitlerdeutschland 1939 und der BRD im Jahr 1995, bei der eine durch freie und unabhängige Wahlen legitimierte Regierung eine Entscheidung für den Einsatz von Bundeswehrsoldaten, die im Bundestag offen und kontrovers diskutiert wurde, und kommt mit dem Abschluss der 4.Strophe zum Ergebnis, dass heute wie damals ein Bundeswehreinsatz aufgrund von Lug und Trug zustande gekommen sein soll. DAS ist mir persönlich viel zu einfach und undifferenziert und wird auch der Situation von 1995 nicht gerecht.

Auch wenn ich die Grundhaltung von Reinhard Mey zum Thema Bundeswehr, Soldaten, Kriegseinsatz, Waffen usw. zu Grunde lege, ist dieser Schluss immer noch viel einfach und die Klammer, welche er bis ins Jahr 1939 spannt, ist vollkommen überzogen und schadet dem Anliegen des Liedes sehr.

Die 5. Strophe: Wunsch und Wirklichkeit
Nun wechselt die Perspektive des Erzählers vom Beobachter bzw. vermeintlich "neutralen" Berichterstatter zum persönlich betroffenen Bürger/Mensch, der sich Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit wünscht in einer Welt, in der Lügen und Betrug an der Tagesordnung sind und beschwert sich darüber, dass die Menschen, denen er begegnet, ihn häufig betrügen und ihm mit jeder Rede die Unwahrheit sagen. Die Formulierung Die falschen Ehrlichen, die wahren Gefährlichen! ist eine geniale und universelle Metapher, die zu den Stärksten politischen Zuschreibungen gehört, weil sie kurz und knapp beschreibt, dass es Politiker gibt, die sich als ehrlich darstellen, aber in Wirklichkeit gefährlich sind, weil sie ihre wahren Absichten verbergen und ihre wahre Natur nicht offenbaren. Sie könnten als "falsche Ehrliche" bezeichnet werden, weil sie sich als aufrichtig und ehrlich präsentieren, aber in Wirklichkeit unaufrichtig und gefährlich sind. Ich bin mir sicher, dass jeder von uns etliche Namen einfallen, denen wir diese Zuschreibung "anheften" könnten. Aber wie bei allem, ist auch hier Kontext und Perspektive wieder wichtig und ich finde es ausgesprochen schwierig, die politischen Akteure SO EINDEUTIG zu verurteilen bzw. abzustempeln.

Natürlich wünscht sich jeder von uns nur Politiker, die anständig sind, die Wahrheit sagen, immer nur das machen, was sie vorher gesagt haben (ohne Rücksicht auf eventuell geänderte Sachlagen!?) und stets "aufrichtig" und "ehrlich" sind. Soweit der Wunsch! Wie bei der Betrachtung von Was kann schöner sein auf Erden, als Politiker zu werden möchte ich auch hier noch einmal auf die hervorragende Frage von Wolfgang Buck zurückkommen, der bei der Anmoderation zu einem seiner Lieder einmal sagte:
Aus der Moderation "Bandnwerbung" vom Live-Album "Nedsulaud" (ohne Dialekt übertragen) Zitat:
... mich wundert's nicht, dass manche Leute sagen: "Ey, Du kannst die Politiker alle in einen Sack stecken und kannst draufhauen und triffst immer den Richtigen!" ... Aber Leut, was wollt Ihr denn? Ein Volk von Steuerhinterziehern, Versicherungsbetrügern und Schwarzarbeitern möchte in Berlin "Mutter Theresa" sitzen haben, oder was? ... Ich glaub, Ihr habt da was falsch verstanden, wir haben im letzten September nicht die Vorbilder des Volkes gewählt, sondern die Repäsentanten ... und ich habe das Gefühl, da sitzt eine ganz repräsentante Mischung drin ... also ein paar wenige so richtig Ehrliche, ein Haufen, die sich halt ein bißchen durchbescheissen - so wie wir hier drin alle - und ein paar wenige, aber dafür richtige Gangster ... Da hätte ich grundsätzlich nichts dagegen ... ich finde nur, die Politiker sollten prinzipiell dazu verpflichtet werden, Trikots zu tragen... so wie der Oli Kahn bei Bayern München ... wenn der im Tor steht ... hat er ein Trikot an ... da steht vorne drauf ... T-Online und es steht drauf Bayern München ... ist eine ehrliche Geschichte ... weiß jeder, von wem der Olli Kahn sein Geld bekommt...
Der Erzähler im Lied sehnt sich nach einem Stück Wahrhaftigkeit und Rückgrat in einer Zeit, die er als verkrümmt beschreibt. Soweit also der Wunsch an eine Realität, die mit Begriffen wie Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit, Tugendhaftigkeit und Rückgrat nicht beschrieben werden kann, bzw. nur sehr wenige Menschen schaffen es, diesen Anspruch wirklich ihr Leben lang durchzuziehen.

Wenn ich z.B. daran denke, wie ich und meine Frau die eigenen Kinder belogen haben, weil wir Ihnen in einem bestimmten Abschnitt ihres Lebens einredeten (also bewusst angelogen haben!), es gäbe einen "Weihnachtsmann" und einen "Osterhasen", der ihnen Geschenke bringt, weil sie so brav und ehrlich wären. Irgendwann hatte unser jüngster Sohn bereits eine Ahnung davon, dass da etwas mit dem Überbringer der Weihnachtsgeschenke nicht stimmen kann und "spielte" nur noch mit, um die Eltern nicht zu enttäuschen, weil es für die ja so wichtig zu sein schien, dass er an den Weihnachtsmann glaubt, obwohl es alles gar keinen Sinn macht, was dazu alles erzählt wird. An diesen Weihnachtsabend kann ich mich noch gut erinnern, weil er damals nach der Bescherung sagte, er wüsste ja, dass es den Weihnachtsmann nicht gäbe, aber er wünschte, es gäbe ihn wirklich. Da wurde meiner Frau und mir einerseits bewusst, dass er nun in seiner Entwicklung einen großen Schritt gemacht hätte, weil er die "magische Welt" hinter sich gelassen hatte, aber gleichzeitig war uns nicht wohl dabei, zu erkennen, wie enttäuscht er auch von uns gewesen ist, weil wir ihn in dieser Sache angelogen hatten.

Was ich damit sagen will? Es ist schwierig, etwas von anderen zu fordern, ohne anzuerkennen, dass man selbst auch (vermeintlich sinnvolle) Gründe vorschiebt, um anderen Menschen etwas vorzugaukeln - also sie anzulügen, um damit ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Ich weiß natürlich, dass ich damit auch wieder einen sehr großen Bogen ziehe, aber nach meiner Überzeugung ist genau hier einer der großen Schwachpunkte an Sei wachsam ... dessen ist sich aber Reinhard Mey sicher bewusst, wenn ich z.B. an das Lied Du kannst nicht immer nur die Wahrheit sagen denke, wo er das Thema Ehrlichkeit aus einem humoristischen Blickwinkel betrachtet oder wieder etwas ernster und politischer bei Füchschen, wo der "alte Reinicke" (Mey) dem Füchschen (seinen Kindern) den Rat gibt: "Glaub mir nicht!" und sie auffordert, ihre eigenen Erfahrungen zu machen ... aber das ist eine andere Geschichte!

Gerade weil Reinhard Mey sonst in seinen Liedern sehr viel differenzierter und ohne Polemik das eigene Anliegen beschreibt, fällt bei diesem Song extrem auf, dass hier mit Methoden der Suggestion und der Aggitation gearbeitet wird, die es aber eigentlich nicht bräuchte. Aber natürlich wird durch diese Art der "Beweisführung" und Argumentation auch offengelegt, wie schnell wir alle dabei sind, "Hurra" und "So isses" zu schreien, wenn Politiker und andere Manipulatoren auf solche Methoden setzen!

Was meint Ihr? War DAS die eigentliche Absicht hinter diesem Lied? Wollte Mey die Methoden aus dem Giftschrank entlarven, indem er sie selbst nutzt und uns damit vor Augen zu führen, wie schnell wir selbst dabei sind zu skandieren und zu übertreiben?

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd!
Wir sind immer noch in der letzten Strophe des Lieds Sei wachsam und nun wird der Showdown eingeleitet: Er warnt davor, die Wahrheit zu sagen, da dies oft negative Konsequenzen für diejenige Person hat, die die Wahrheit ausspricht. Er sagt, dass diejenigen, die die Wahrheit sagen, oft bestochen, erpresst oder mundtot gemacht werden und dass es wichtig ist, schnell zu handeln und die Wahrheit schnell zu sagen, wenn man sie sagt. Die Metapher vom schnellen Pferd geht zurück auf einen Ausspruch aus Armenien, wie Michael Blume auf spektrum.de einmal ausführlich erläuterte. Die Verwendung dieser Redewendung in dem Song ist für mich zum Schluss der letzte Grund, dieses Lied als ernstzunehmenden Kommentar des politischen Geschehens zu sehen, denn es überträgt den bereits überstrapazierten Gedanken von "Heutzutage darf man die Wahrheit nicht mehr sagen" und gefällt dadurch oft Menschen, die gerne in "Verschwörungsmythen" denken und hinter allem Unheil einen "großen Plan" sehen, der zu einem "great Reset" führen soll, um den "Eliten" irgendeinen Vorteil zu verschaffen. Das passt im Jahr 2023 für mich einfach noch weniger zusammen wie 1996, als dieses Lied auf dem Album Leuchtfeuer veröffentlicht wurde.

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn Du sie nicht nutzt!
Nun bleibt aber noch der großartige Refrain dieses Liedes und der ist es wiederum wert, sich mit dem Lied auch heute noch auseinanderzusetzen! Die Aufforderung, dass man wachsam und aufmerksam sein sollte, um nicht von anderen manipuliert oder getäuscht zu werden, ist in Zeiten von "Fakenews" und Internet-Kampagnen durchaus notwendig und berechtigt. Als Mey diesen Text verfasste, gab es zwar schon das WWW, aber die Macht von [button]Medienmogulen und Zeitungszaren[/button] war noch durch politische Maßnahmen zu regulieren. Heute ist das nicht mehr möglich, denn die Menschen holen sich ihre Nachrichten und Informationen nicht mehr nur aus den gedruckten Zeitungen oder den Fernsehnachrichtensendungen und -talkshows, sondern von Twitter, Telegramm, Instagram und aus Facebook!

Den Aufruf, sich die Worte und Gesichter von Menschen zu merken, die man für unaufrichtig oder gefährlich hält und sich selbst den Mut zu bewahren, um eigene Entscheidungen zu treffen und die eigene Freiheit zu nutzen gehe ich mit. Der Text ermutigt die Hörer dazu, auf der Hut zu sein und sich vor Gefahren zu schützen.

Der Satz "Freiheit nutzt sich ab, wenn Du sie nicht nutzt" bedeutet für mich, dass Freiheit ein Recht, z.B. das Wahlrecht, oder eine Möglichkeit, z.B. Recht auf Selbstbestimmung, ist, die man besitzt, aber sie kann verloren gehen oder reduziert werden, wenn man diese Freiheit nicht aktiv nutzt und verteidigt. Ganz konkret beziehe ich diesen Ausspruch im Kontext von Sei wachsam darauf, dass wenn Menschen ihr Wahlrecht nicht nutzen, es dazu führen kann, dass andere Menschen oder Gruppen Macht und Kontrolle über diese Freiheiten erlangen und sie beschneiden. Es impliziert aber auch, dass, wenn man die Freiheit nicht nutzt, man sie auch nicht genießen kann, und dass es notwendig ist, sie aktiv zu nutzen, um sie zu schützen und zu erhalten.

Der Begriff "Freiheit" hatte im Jahr 1996 teilweise eine andere Bedeutung, zumindest hier in Deutschland. Im Jahr 1989 kam es zur sogenannten "friedlichen Revolution" in der DDR und die Menschen wollten aus der Unfreiheit der sozialistischen Diktatur ausbrechen und in Freiheit leben. Freiheit wurde gleichgesetzt mit "nicht mehr gefangen" und "selbst über das eigene Leben und die Gestaltung entscheiden", aber auch die Möglichkeit zu haben, zu reisen oder so zu wählen, wie man es für richtig hält. Etwa ein halbes Jahrzehnt später mussten aber viele Menschen, die sich aus der DDR-Diktatur "befreit" hatten, feststellen, dass "Freiheit" ein relativer Begriff ist, denn zur Freiheit an sich muss noch die Möglichkeit kommen, die diversen "Freiheiten" auch wirklich ausleben zu können. Ganz konkret, fehlte vielen das Geld, ganz einfach, weil sie ihren Arbeitsplatz verloren hatten, die Kosten im Vergleich sehr viel höher waren als zu DDR-Zeiten und sie zwar offiziell "frei" waren, aber dennoch "gebunden an die wirtschaftlichen Zwänge". Das ist natürlich nur eine Sicht der Ereignisse und ich kann da auch nur an der Oberfläche kratzen, aber wichtig ist mir in diesem Zusammenhang der Verweis auf den Begriff "Freiheit" und wie er sich im Laufe der Zeit in Deutschland gewandelt hat. Der Beitrag zum Thema Freiheit in der Wikipedia ist sehr umfassend und beleuchtet viele Aspekte, die mit dem Begriff der Freiheit verknüpft sind, z.B. die individuelle und kollektive Freiheit, persönliche, souveräne und bürgerliche Freiheit sowie die innere und äußere Freiheit. Die Rechte und Pflichten, die sich aus Freiheit ergeben, werden ebenfalls sehr gut dargestellt.

In der Corona-Zeit von 2020-2022 wurde der Freiheitsbegriff ausführlich und ständig bemüht. Aus meiner Perspektive hat sich ein "perversierter Freiheitsbegriff" etabliert, der meiner Überzeugung nach auf eine Verzerrung und Verfälschung des Konzepts der Freiheit hinführt und bei dem die wahre Bedeutung und Absicht der Freiheit verdreht und missbraucht wird. Für mich ist es wichtig, dass bei der Forderung nach "Freiheit" die verschiedenen Aspekte der Freiheit berücksichtigt werden, wie zum Beispiel die Freiheit des Individuums, die Freiheit von Regulierung und Kontrolle, die Freiheit von Verantwortung und die Freiheit von moralischen oder ethischen Prinzipien. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass aufgrund der freiheitseinschränkenden Maßnahmen zu Beginn der Coronapandemie viele Menschen aus Furcht und weil sie eben grundsätzlich für Dinge wie "Verschwörung der Eliten" und einen "Great Reset" offen sind, der differenzierte Blick auf das, was "Freiheit" insgesamt bedeutet, verloren gegangen ist. Es geht mir auch so bei Themen wie dem Klimawandel, dem Individualverkehr, dem eigenen Ernährungsverhalten usw., aber das führt hier zu weit weg vom Lied und den Themen, mit denen Reinhard Mey sein Lied verknüpft hat.

Den Refrain finde ich stark, weil durch ihn wichtigste Prinzipien einer Demokratie auf den Punkt gebracht werden, ohne polemisch oder undifferenziert zu werden. Das gehe ich mit.

Und was gibt es noch zu sagen?
Das Lied hat 5 Strophen die jeweils einen Refrain hintangestellt bekommen. In den Strophen wird das Reimschema des Paarreims genutzt, also aabbccddeeff. Der Refrain verwendet hingegen einen Paarreim mit eingeschlossenem Paarreim, also abab-cc-dedede
Beispiel für das verwendete Reimschema Kreuzreim mit eingeschlossenem Paarreim anhand des Refrains Zitat:
a - Sei wachsam
b - Präg' dir die Worte ein!
a - Sei wachsam
b - Und fall nicht auf sie rein!
c - Paßauf, dass du deine Freiheit nutzt
c - Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
d - Sei wachsam
e - Merk dir die Gesichter gut!
d - Sei wachsam
e - Bewahr dir deinen Mut
d - Sei wachsam
e - Und sei auf der Hut!
Die musikalische Umsetzung des Lieds ist in einem von Manfred Leuchter sehr poppig und "radiotauglich" angelegten Arrangement gehalten. Der Text wird teilweise von Mey in einem gefälligen Rap gesprochen, der "Chor" im Refrain, der Mey bei den Stellen mit "Sei wachsam" unterstützt heißt wohl "Breaking Free" - zumindest bedankt er sich im Booklet für deren Unterstützung bei diesem Lied.
Was sagt Reinhard Mey selbst zu seinem Lied?
Einleitungstext zum Lied während der "Leuchtfeuer"-Tour 1996 (Quelle Album "Lebenszeichen" Zitat:
{Überleitung vom letzten Lied: Bei Hempels unterm Bett}

... Was sind schon die kleinen Hempels von nebenan gegen die großen Hempels in dieser Welt und was sind die kleinen Ferkeleien unserer Hempels gegen die amtlichen Sauereien im großen Maßstab? Peanuts! "Peanuts" ist der amtliche Fachausdruck in den einschlägigen Kreisen von Regierungskriminellen und Wirtschaftskriminellen für "Einzelschicksale" - WIR sind "Peanuts" für die! ... Vielleicht müssen wir den großen Hempels doch noch viel genauer auf die Pfoten gucken und gegebenenfalls ab und zu einmal mit dem Wahlzettel draufklopfen...
Diese Worte Reinhard Meys zu seinem Lied machen deutlich, dass es ihm in dem Lied letztlich um die "ganz großen Fische" geht und dass es ihn frustriert, wie respektlos die "Mächtigen der Welt" mit ihren "Untertanen" umgehen - aber er stellt letztlich auch klar in seinem Lied, dass wir alle diesen Zustand verändern können, wenn wir es denn wollen. Das ist kein Aufruf zur Revolution, wohl aber eine Aufforderung, die "Freiheit" zu nutzen, die jeder hat, um sie davor zu bewahren, dass sie sich abnutzt!

Mit dem Begriff Peanuts verweist er damals auf den Chef der Deutschen Bank Hilmar Kopper, der die hohen Verluste der Bank im Jahr 1994 als "Peanuts" abtat und damit viel Kritik und Widerspruch auslöste - der Begriff selbst wurde damals sogar zum Unwort des Jahres gewählt!

Das Lied Sei wachsam wurde in der Folge von Reinhard Mey auch bei anderen Tourneen gespielt und dabei hat er seine Motive weiter ausgelegt
Wann und wie oft wurde das Lied von Reinhard Mey auf der Bühne gespielt?
Sei wachsam - Analyse Live Performance - setlist.fm.jpg
und so sagte er 2002 auf der Bühne bei der Tournee zu Rüm hart...
Einleitungstext zum Lied während der "Rüm hart"-Tournee 2002 (Quelle Album "Klaar kiming" Zitat:
{Überleitung vom Lied: Heute noch}

... und so können wir unser Augenmerk wieder auf die wirklich wichtigen Dinge lenken ... auf das Herz aller Dinge ... auf die Zeit, die wir auf diesem blauen Planeten haben ... und wie unklug wir mit der Zeit ... und mit unserem blauen Planeten umgehen ... darüber nachdenken, was irgendwann von uns bleiben wird ... von unserer Verantwortung für diesen blauen Planeten ... wenn wir nicht mehr da sind ... für das, was wir davon unseren Kindern überlassen ... und wenn das Stichwort "Kinder" gefallen ist ... ist es bei mir schlagartig vorbei mit der Ruhe ... dann ist es mit der Gelassenheit vorbei bei mir ... dann merke ich, dass ich aktiv werden muss, weil es gibt Dinge ... die man nicht auf Morgen aufschieben kann ... und oft genug muss man den Anfängen wehren ... wenn ich an die Kinder denke, denke ich, wie lange wohl die Wahlversprechen vorhalten werden ... dass wir uns nicht in kriegerische Abenteuer hineinziehen lassen und mit WIR ist natürlich nie derjenige gemeint, der den Befehl erteilt, sondern mit WIR sind immer unsere Kinder gemeint und ich bin mir sicher, dass in den Schubladen und den Ministerien längst Pläne und Szenarien vorbereitet sind ... auf denen sie unsere Kinder wie Spielsteine auf einem Mensch-ärgere-Dich-nicht-Brett hin und her schieben wollen ... und wenn es sein muss für einen Spielzug einfach mal so opfern, aber das sind ja keine kleinen roten, blauen, grünen oder gelben Plastikfigürchen ... sondern Menschen aus Fleisch und Blut ... unsere Kinder ... und dann ist es bei mir mit der Gelassenheit ganz vorbei ... und ich denke, wenn ich morgen noch in Frieden mit meinen Kindern downcoolen und upchillen will ... dann muss ich heute bereit sein, dafür aufzustehen und dafür zu streiten ... und wachsam zu sein auf alle Fälle ...
Hier machte er noch einmal deutlich, wie sehr er der politischen Elite und den Reden der Politiker misstraut und dass er zutiefst davon überzeugt ist, dass diejenigen die Entscheidungen über Einsätze der Bundeswehr treffen schon alle Pläne fertig in irgendwelchen Schubladen haben und die Menschen nur Spielfiguren auf einem Schachbrett sind. Nicht falsch verstehen, das denke ich auch über Diktatoren wie Putin oder Erdogan, nicht aber, wenn ich an die Bundeskanzler der vergangenen 30 Jahre denke. Hier liegt für mich einer der großen Kritikpunkte in der "Argumentation" Meys bzw. seines Lieds (aber habe ich ja schon im Spoiler ausführlich erläutert...)

Die Motive, eine lebenswerte Welt zu erhalten und an unsere Kinder weiterzugeben, sind nachvollziehbar begründet. Die nächste Gelegenheit, um dieses Lied auf der Bühne zu präsentieren, war die Tournee zum Album Mairegen im Jahr 2011:
Einleitungstext zum Lied während der "Mairegen"-Tournee 2011 (Quelle: Album "Gib mir Musik!" Zitat:
{Überleitung vom Lied: Ficus Benjamini}

... ich empfinde eine zärtliche Zuneigung zu all den Zimmerpflanzen, die unsere Zeit mit uns teilen ... ich verspüre eine Dankbarkeit für all die stillen Dulder - seien es auch Tiere oder seien es Menschen, die uns anvertraut sind oder die wir uns vertraut gemacht haben und die sich uns hingeben, die sich uns schenken - und ich empfinde eine ebensotiefe Abneigung gegen alle, die dieses Geschenk, die dieses Vertrauen, missbrauchen oder ausnutzen ... Abneigung ist nicht das richtige Wort, es ist Zorn ... mein Lied erzählt davon ... es ist ein Lied, dessen Refrain, das weiß ich ... über das Wendland hallte {Proteste gegen die Castor Transporte} über den Platz vorm Kanzleramt in Berlin {Proteste gegen Laufzeitverlängerung der AKW in Deutschland - kurz danach kam Fukushima...} und im wilden Süden ertönte, bei den aufmüpfigen Schwaben {Proteste gegen Stuttgart 21} - wo die Wiege der Rebellion steht {Bezug auf den Beginn der Deutschen Revolution 1848, die im Herzogtum Baden ausgelöst wurde} ... und eingefallen ist es mir mal im Berliner Wahlkampf ...
Hier stellt Reinhard Mey sein Lied als bewussten Protestsong heraus, der die Intention hat, eine "Revolution" oder zumindest den Protest und den Widerstand zu begleiten...

Weiter ging es im Jahr 2017 bei der Tournee zum Album Mr. Lee und da sagte er als Ankündigung zum Lied folgendes:
Einleitungsttext zum Lied während der "Mr.Lee"-Tournee 2017 (Quelle: Album "Mr. Lee - live" Zitat:
{Überleitung vom Lied: Goldener Hahn}

... es ist, als bräche das siebte Siegel, habe ich eben gesungen - zur Erinnerung: das Buch mit den sieben Siegeln ist verwirrend, es ist beängstigend es ist voller Rätsel ... es ist das letzte Buch in der Bibel und es ist eigentlich nichts anderes als die ganz klare Vorhersage der Apokalypse, die ja auf uns alle wartet ... mit jedem Siegel, das da gebrochen wird, öffnet sich ein neuer Abgrund des Schreckens ... Kriege, Hundersnöte, Seuchen, Naturkatastrophen - eine immer grässlicher als die anderen - und als das siebte Siegel gebrochen wird, da werden die Meere zu Blut, brennende Berge stürzen ins Meer, Himmelskörper stoßen zusammen und explodieren und giftige Heuschrecken überziehen das Land ... zweihundertmillionen apokalyptische Reiter greifen an ... hört sich an wie eine Science-Fiction-Geschichte ... ist aber eigentlich nichts anderes, als unsere 20.00-Uhr-Tagesschau ... die Polkappen schmelzen, die Eiskappen bersten, die Fluten steigen ... sie ersäufen ganze Inseln ... und Atommeiler explodieren, die Kernschmelze verseucht, verstrahlt auf Jahrhunderte hinaus ganze Länder ... und zwei geistesgestörte Clowns {gemeint sind in diesem Zusammenhang Donald Trump und Kim Jong Un} mit Atomraketen und Atomsprengköpfen... es ist, als bräche das siebte Siegel
Hier nimmt er Bezug auf das Bild der Apokalypse aus dem "Buch der Offenbarung des Johannes" in der Bibel. Hier bin ich ehrlich gesagt nicht mehr durchgestiegen und für mich hätte es im Jahr 2017 dieses Lied nicht noch einmal auf einem Konzert gebraucht, vor allem nicht, in dieser Verknüpfung. Aber es wurde dennoch frenetisch applaudiert, daran kann ich mich noch erinnern und das fand ich damals vor Ort schon merkwürdig, weil für mich die Mahnung Sei wachsam nicht zur Einleitung passte und das Lied für mich insgesamt nicht passte, aber naja, ist halt auch die Entscheidung des Künstlers und das ist auch gut so!

Reinhard Mey hat sein Lied bei der Tournee zum Album Das Haus an der Ampel nicht ins Programm genommen. Ob es eine Entscheidung GEGEN das Lied war oder er nach der ganzen Corona Zeit bewusst den Konzerten lieber eine harmonische Richtung geben wollte, darüber kann ich nur spekulieren. Mir hat das Lied auf jeden Fall nicht gefehlt!

In den Händen von Querdenkern und Rechtsextremisten hat dieses Lied auf alle Fälle nichts zu suchen!

Meine Meinung zum Lied des Tages
Meine Wertung: rating von 5 Sternen und das vor allem aufgrund dem Refrain, der wichtige Prinzipien der Demokratie sehr gut zusammenfasst und nicht so polemisch und undifferenziert wie in den Strophen zur Vorsicht mahnt und zur Wahrnehmung der eigenen Rechte / Freiheit aufruft. Ansonsten ist das Lied für mich zu sehr BILD und zu wenig Tagesschau ;-)

Das Lied Sei wachsam wurde auf dem Album Leuchtfeuer im Jahr 1996 veröffentlicht.

Das Album war das 19. deutsche Studioalbum von Reinhard Mey und erschien im Jahr 1996 bei Intercord. Es enthält insgesamt 15 Lieder mit einer Gesamtspiellänge von 73:40 Minuten und reizt somit die Kapazitäten einer CD ziemlich aus. Produziert wurde das Album von Manfred Leuchter, der auch bei vielen Liedern die Arrangements übernommen hat. Die Aufnahmen entstanden in den Hansa Tonstudios in Berlin. Auf diesem Tonträger ist auch eine Neuaufnahme von Kaspar aus dem Jahr 1969, die das Lied in ein neues musikalisches Kleid steckt. Nach eigenen Angaben war Mey letztlich aber mit dem Ergebnis doch nicht so zufrieden und hat sich deshalb gegen weitere "Neuauflagen" von anderen Liedern aus seinen früheren Schaffensphasen ausgesprochen.

Diese und weiter Informationen zum Album habe ich auf discogs.com und auf offiziellecharts.de sowie der offiziellen Biografie auf Reinhard Meys persönlicher Webseite gefunden.
Titelliste und Cover des Albums "Leuchtfeuer"
Cover - Leuchtfeuer - 1996.jpg
  1. Altes Kind - 3:20
  2. Sei Wachsam - 5:05
  3. Kati Und Sandy - 5:41
  4. Tierpolizei - 3:48
  5. Mein Roter Bär - 5:20
  6. Drei Stühle - 3:21
  7. Pöter - 4:45
  8. Irgendein Depp Bohrt Irgendwo ... - 4:19
  9. Alle Rennen - 3:33
  10. Ein Und Alles - 5:07
  11. Kaspar - 5:52
  12. Gib Mir Musik! - 5:09
  13. Lilienthals Traum - 7:51
  14. Nein, Ich Laß Dich Nicht Allein - 5:21
  15. Ohne Dich - 4:36
Chartverlauf - Leuchtfeuer - 1996_1997.jpg
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Michael
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Tag 22 - Sei wachsam

#2

Beitrag von Michael »

Hallo,

Über dieses Lied haben wir ja schon oft gesprochen. Ich finde es sehr bemerkenswert im positiven Sinne. Auch musikalisch sticht es heraus, aber das Arrangement passt auch. Dass dieses Lied von unangenehmen Zeitgenossen okkupiert wurde, ist nicht nur bedauerlich, es ist auch dem Lied gegenüber ungerecht, denn mag noch die erste Strophe eine etwas platte und in ihrer Pauschalität unangemessene Politikerschelte sein, die folgenden Strophen richten sich so eindeutig gegen eine bestimmte politische Richtung, dass man schon ziemlich schwerhörig sein muss, um das zu ignorieren.

Es ist ein streitbares Lied und das muss ja auch mal sein.

Michael
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Viktor (So 22. Jan 2023, 21:39)
Bewertung: 11.11%


Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

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Viktor
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Tag 22 - Sei wachsam

#3

Beitrag von Viktor »

Hallo miteinander,

meine Gedanken drehen sich heute nur um die Musik:
Meine musikalischen Lieblingspassagen sind die Strophenabschlüsse, wo der Sprechgesang jeweils für die letzten 4 Zeilen in eine tatsächliche Melodie übergeht (z.B. ab "All das Leimen...").
Gerade ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass (in der Studioversion) Strophe 3 da aber eine Ausnahme bildet, weil dieser Effekt ab "Verseuch die Luft" noch gar nicht eintritt, sondern das Melodiöse dort bis "Und die Polizei..." rausgezögert wird. (Warum auch immer?)
Und die 4 Live-Versionen unterscheiden sich in dieser Hinsicht ja auch nochmal, was die Entscheidung zu Rap- vs. Gesangspassagen betrifft. Wenn ichs recht erinnere, wurde 2011 und 2017 jeweils die gesamte erste Strophe durchgängig nur gesprochen (sodass ich um meine geliebte "All das Leimen"-Passage gebracht wurde :-( ;-) ).

Viele Grüße
Viktor

PS: Ich behaupte, dies ist das einzige Lied von Reinhard, in dem das Wort "Titten" fällt - auch mal ein interessantes Alleinstellungsmerkmal. ("Arsch" dürfte es hingegen noch ein paar mal geben.) Nur so ein Gedanke am Rande, weil ich mich neulich über die Bemerkung zu Kraftausdrücken gewundert hatte in dem Artikel beim katholischen Onlinemedium.

PPS:
Wer Spotify in der Bezahlversion nutzt, kann das Lied mit Klick vollständig anhören.
Ich habe nur einen werbefinanzierten Gratisaccount und kann die Spotify-Einbettung im Forum ebenfalls direkt bequem benutzen (zumindest am PC).
Dieser Beitrag enthält 229 Wörter


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Helmut
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Tag 22 - Sei wachsam

#4

Beitrag von Helmut »

Hallo

Dieses Lied ist wohl der Anlass zu vielen widersprüchlichen Debatten.

Das Lied ist -nicht überraschend- der Grund, warum RM nicht mehr nach Banz (Organisator war die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung) kommt.

Im Thread zu Meys Geburtstag zitierte Michael folgenden Artikel von Markus Günther in der Tagespost,
Markus Günther schreibt z.B. über "Sei wachsam" Zitat:
Das Lied "Sei wachsam" von 1996 markiert einen Wendepunkt hin zum Politischen, zum Aggressiven. Wie der Titel schon den floskelhaften Antifaschismus bekennt, so wird auch im Lied selbst kein plumpes Klischee ausgelassen, bis hin zu der schwer erträglichen Zeile: "Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:/,Halt du sie dumm, ich halt sie arm. " Schade, dass Mey sich unter Niveau verkaufte und die klassischen Denkfiguren des Antikapitalismus und Antikatholizismus bediente. Die Herde dummer Schafe, die sich vom Bischof das Denken verbieten lässt? Und das im Deutschland des Jahres 1996? Im Ernst?
Schon damals fiel es mir schwer mich zurückzuhalten, jetzt gelingt es mir nicht mehr:

Schon während meines Studiums lernte ich Kommilitonen kennen, die berichteten, dass ihnen in kirchlichen Schulen naturwissenschaftliche Zusammenhänge mit „Gottes Schöpfung“ erklärt wurden. In Diskussionen hört man auch immer wieder den Begriff „Gottes Wille“. Beides sind Begriffe aus der Zeit der Kreuzzüge bzw. Ketzerverbrennung und sie sind nichts anderes als ein Ersatz für fehlendes naturwissenschaftliches Verständnis bzw. fehlende ethische Argumente.

Mit einem weiteren Bespiel kann ich mich nicht zurückhalten:

Auf einer Votivtafel in der Wallfahrtskirche Tuntenhausen heißt es:
Am 18. August 2003 traf Maxlrain von Südwesten nach sechs Wochen großer Hitze und Trockenheit der gewaltigste Hagelschlag aller Zeiten. Orangengroße Hagelkörner erschlugen Vögel und Wild, zerschlugen alle Fenster und Dächer und hinterließen einen Schaden apokalyptischen Ausmaßes. 2006 nun steht Maxlrain völlig renoviert in neuer Pracht da. Maria sei Dank! Prinz und Prinzessin Lobkowicz
Hier wird die Leistung von Feuerwehr und Versicherung der „Mutter Gottes“ zugeschrieben. Das sind die klassischen Methoden der Volksverdummung, und das im 3. Jahrtausend, Herr Günther. Das wiederum belegt die Arroganz der Kirchenführer, Sie sind so arrogant, dass Sie nicht mal merken, wie arrogant Sie sind.

Ich denke, besser als mit dem zitierten Vers kann man die Volksverdummung der Kirche nicht auf den Punkt bringen. Danke Reinhard Mey.

Allein wegen dieses Verses gebe ich für dieses Lied 6 von 5 Sternen.

Helmut
Dieser Beitrag enthält 405 Wörter


"Ich bin ein Gegner der Religion. Sie lehrt uns, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen." Richard Dawkins

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Heinz
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Tag 22 - Sei wachsam

#5

Beitrag von Heinz »

Hallo,

in meinen Augen ist "Sei wachsam" eines der besten Werke von Reinhard Mey. Ich würde bei weitem nicht so viel hineininterpretieren, wie Michael. RM prangert Zustände an und gibt Denkanstöße. Zugegeben, er pauschaliert und nicht jeder Bischof oder Politiker ist ein schlechter Mensch. Aber so möchte ich dieses Lied auch nicht verstanden wissen.
Ich sehe es als eine Aufzählung von Missständen mit der dringenden Empfehlung, (weiterhin) wachsam zu sein.
Schön, dass er sich mit diesem Lied mal wieder getraut hat, politisch Stellung zu beziehen und anzuecken. Das ist ihm ja auch gelungen, wenn man die zahlreichen Diskussionen dazu bedenkt oder das Ende seiner Auftritte in Banz.
Was die unangenehmen Zeitgenossen betrifft: "Ignorieren!"
Von mir 5 Sterne von 5 möglichen Sternen.

Leuchtfeuer ist für mich eines seiner besten Alben. Wenn ich alleine nur an "Gib mir Musik!" oder "Lilienthals Traum" denke...

Gruß
Heinz
Dieser Beitrag enthält 152 Wörter



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