Tag 21 - Weil ich ein Meteorologe bin

Heute beschäftigen wir uns mit dem Wetter und warum eine Prognose keine Vorhersage ist.

In diesem Unterforum werden die Rezensionen und Gespräche zu den einzelnen Lieder Reinhard Meys zusammengefasst
Forumsregeln
Das Projekt "Jeden Tag ein neues Lied" startete am 01.01.2023 und wurde am 27.01.2023 beendet.

Am 01.02.2023 startete die aktuelle Aktion "Ein Lied - viele Perspektiven" und auch mit diesem Projetk habe ich mir das Ziel gesetzt, mich nach und nach mit allen Liedern von Reinhard Mey zu beschäftigen und über meine Gedanken und Erlebnisse zum jeweiligen Lied zu erzählen.

Ich lade alle ein, die eigenen Gedanken beisteuern. Die Lieder sind es wert.
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Das Lied "Weil ich ein Meteorologe bein"...

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...mag ich gerne, gehört zu meinen Favoriten
3
50%
...kenne ich, mag ich aber nicht so gerne
2
33%
...höre ich gerne, ist aber kein Lieblingslied
1
17%
...kannte ich noch nicht, finde ich gut
0
Keine Stimmen
...kannte ich noch nicht, war besser so
0
Keine Stimmen
...skippe ich immer weg, finde ich albern
0
Keine Stimmen
...braucht kein Mensch
0
Keine Stimmen
 
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Tag 21 - Weil ich ein Meteorologe bin

#1

Beitrag von migoe »

Was hat es mit dem Projekt "Jeden Tag ein neues Lied" auf sich?
Am 01.01.2023 habe ich mit das Projekt Jeden Tag ein neues Lied gestartet mit dem Vorsatz, ein Jahr lang jeden Tag ein anderes Lied von Reinhard Mey zum Thema zu machen und aus einer eigenen Perspektive zu beleuchten.

Das Prinzip ist simpel und bereits im Namen wird erklärt, was genau ich damit meine: ich werde jeden Tag in diesem Forum ein Lied des Tages posten und in Form eines Videos in den Beitrag einbauen. Die Idee dahinter ist, mich selbst mit den Liedern auseinanderzusetzen, meine Einstellung bzw. meine "Beziehung" zum jeweiligen Lied zu beschreiben UND gleichzeitig alle dazu einladen, die eigene "Geschichte zum Lied" mit den anderen Besuchern des Forums zu teilen.

Zu jedem Lied starte ich zudem eine Umfrage, die je nach Situation einen Tag oder eine Woche laufen soll und bei der alle kurz und knackig ihre Einstellung zum Lied abgeben können, ohne einen eigenen Beitrag dazu schreiben zu müssen - obwohl das natürlich auch erwünscht und geboten ist, schließlich ist das hier ein Forum ;-)
Das heutige Lied des Tages ist:
Titel

Album Version


Wer Spotify in der Bezahlversion nutzt, kann das Lied mit Klick vollständig anhören. Natürlich kann man sich das Lied auch anhören, indem man sich die entsprechende CD ins Laufwerk schiebt oder über andere Streaming-Anbieter anhören.

Bühnenversion

Hier erscheint normalerweise ein Video von YouTube. Bitte wende dich an einen Administrator.
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Reinhards Ankündigungstext auf der Bühne (Quelle: Album "Unterwegs") Zitat:
...ein Lied, dass von einer Minderheit erzählt, die nicht so oft mit Beifall bedacht wird, nämlich die Meteorologen ... zwei Erläuterungen dazu, die ich dem Lexikon entnommen habe ... es kommt darin vor in der dritten Strophe der Cumulonimbus, eine Gewitterwolke und in der 4. Strophe ein Nimbostratus, das ist eine gemeine Regenwolke...
Dieses Video habe ich auf dem YouTube-Kanal gebjgbtl576b gefunden

TV-Auftritt

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Dieses Video habe ich auf dem YouTube-Kanal Musicchannel Channelmusic 8066 gefunden
Keine typische Mey-Parodie
Weil ich ein Meteorologe bin ist ein Lied, dass ich als Parodie einordnen würde, welches aber von den anderen, mir bekannten typischen Mey-Parodien vor allem dadurch unterscheidet, dass es sehr ruhig und gediegen daher kommt und die musikalische Begleitung sowie der Vortragsstil sich fundamental von den anderen Parodien unterscheidet. So gibt es auf dem selben Album zwei weitere Lieder, die ich als Parodie ansehe, die sich durch den Takt, den Singstil und die Instrumentalisierung recht eindeutig und erkennbar parodistisch geben. Das ist bei diesem Lied nicht so und ich frage mich, welche Absicht dahintersteckt? Meine Interpretation ist, dass es sich hierbei nicht um die Parodie einer Berufsgruppe handelt, sondern dass der (Aber-)Glaube unserer Zivilisation an Prognosen und Vorhersagen aufs Korn genommen wird. Wie ich darauf komme? Ich erkläre mich noch, aber zunächst...

Ein Meteorologe hat's schwer!
Das Lied wird aus der Ich-Perspektive gesungen, was schon einmal "typisch" für Mey-Parodien ist, denn damit macht er sich nicht "von oben herab" über den jeweiligen Berufsstand lustig (Politiker, Klemptner, Agenten, Programmierer usw.), sondern beschreibt die Erfahrungen einer Person, die als Meteorologe arbeitet so, als wäre er das selbst. Es fällt mir als Zuhörer damit leichter, die Position des Protagonisten nachzuvollziehen und seine Gefühle wie Angst, Verzweiflung, Enttäuschung oder auch Wut nachzuvollziehen und mitzuleiden. Der Meteorologe Mey erzählt uns davon, dass er von anderen Menschen nicht ernst genommen wird und dass selbst seine Freunde ihn nur als "Grund zur Heiterkeit" sehen. Er gibt durchaus zu, schon einmal Prognosen gemacht zu haben, die sich als falsch herausgestellt haben, was dazu führte, dass ihm nun niemand mehr glaubt. Darunter leidet er und versucht, die Gründe für seinen Irrtum zu erläutern. Am Ende beschreibt er auch, dass sogar die einzige Liebesbeziehung, die er jemals hatte, aufgrund der Unsicherheiten bei Wettervorhersagen zerbrach. Die offene und ehrliche Schilderung seines Schicksals, welches er aufgrund seines Berufs erleiden muss, macht es uns möglich, die Enttäuschung und Verzweiflung sowie sein Gefühl der Einsamkeit nachzuempfinden an der er leidet. Es stellt sich beim Zuhören einerseits ein Gefühl der Empathie für diesen Berufsstand ein, andererseits aber möchte man ihn dafür verurteilen, weil er es halt einfach nicht schafft, verlässliche Wetterprognosen zu machen. Quasi: selbst Schuld, Du Weichei, stell Dich nicht so an! Es ist diese Ambivalenz in uns, wenn wir an diese "Wetterpropheten" denken, die Reinhard hier in diesem Lied von 1975 darstellt.

Wieso Parodie? Klingt doch ganz harmlos.
Ganz oberflächlich betrachtet, klingt diese Beschreibung des Lieds ja nicht nach einer Parodie, vor allem, weil Mey hier auch nicht mit den Stilmitteln der Überzeichnung oder Übertreibung arbeitet. Auch im Hinblick auf den Gesang, den Klang der Stimme oder der musikalischen Begleitung (auf dem Studioalbum), könnte es eher als eine Art Klagelied durchgehen. Dafür wiederum ist die "zur Schau gestellte" Enttäuschung und Verbitterung des Protagonisten zu ersthaft und zu glaubwürdig, um ernst und glaubwürdig zu sein. Klingt seltsam? Ist es auch - und das macht dieses Lied dann aus meiner Sicht wieder so gut. Niemand nimmt diesem Meteorologen seine Verzweiflung wirklich ab. Die Parodie ist subtil und trifft im Kern ja eigentlich nicht den Meteorologen als Person und auch nicht die Berufsgruppe, sondern eher denjenigen Teil in unserer Gesellschaft, der eine Wetterprognose quasi für bare Münze und unumstößliche Vorhersage ansieht und dann enttäuscht reagiert und lieber auf den "Botschafter" bzw. Überbringer der Prognose aufdrischt, als sich mit der Tatsache abzufinden, dass Wetterprognosen halt Prognosen sind, die mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit eintreten KÖNNEN, aber nicht immer MÜSSEN.

Mein "Podcast des Tages" führte mich zum "Lied des Tages"
Es ist zwar kalt und es liegt Schnee, aber hier in Franggn ist es dennoch sehr sonnig und zumindest die letzten 2 Tage war relativ wenig Wind. Aus diesem Grund konnte ich auch längere "Ausflüge" mit dem Rad um die Stadt herum machen. Dabei höre ich gerne Podcasts und dabei bin ich gestern auf die HR-Sendung Wie kam der Teufel an die Wand - Die Kunst der Vorhersagen aus der Sendereihe "Der Tag. Ein Thema. Viele Perspektiven", die am 17.01.23 ausgestrahlt wurde und in der ARD Mediathek abrufbar ist.
Beschreibung der Sendung in der ARD Mediathek Zitat:
Wer in die Zukunft blicken kann, ist klar im Vorteil. Sei es die Entwicklung des Klimas, der Pandemie, der Aktienkurse oder der Gaslage: Wir wüssten alle gerne, wie das Morgen aussieht - nicht nur bei dem Blick aufs Wetter.

Und so genießen Forschende mit der Fähigkeit, die Zukunft zu berechnen, ein hohes Ansehen. Kommt es jedoch anders als vorhergesagt, sind Hohn und Spott nicht weit: "Wohl verrechnet?!". Dabei könnten wir uns doch freuen, wenn die befürchtete Corona-Winter-Welle nicht so dramatisch ausfällt, der vom Verfassungsschutz prognostizierte "heiße Herbst" der Proteste eher lau verläuft und die Gasspeicher voller sind als erwartet. Lauter gute Nachrichten!

Es bleibt dabei: "Vorhersagen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen." Brauchen wir sie dann überhaupt? Darüber sprechen wir mit der Physikerin Viola Priesemann, dem Protestforscher Sebastian Haunss, dem Datenwissenschaftler Lars Koppers und dem hr-Klimaexperten Tim Staeger.
Irgendwie kam mir beim Hören der Sendung das Lied von Reinhard Mey in den Sinn und es ist interessant, dass auch hier dieses Phänomen thematisiert wird, nach dem diejenigen, die eine Prognose abgeben im Nachhinein verspottet und verhöhnt zu werden scheinen - da hat sich Herr Mey also wieder einmal mit einem brisanten Thema beschäftigt, welches auch heute noch relevant und aktuell ist.

Mir ist beim Hören der Sendung auch bewusst geworden, dass ja wirklich nicht nur beim Wetter Vorhersagen gemacht werden, sondern auch beim Fußball, bei politischen Fragen ("Sonntagsfrage"), in Sachen Pandemiebekämpfung, bei der Klimaforschung (hängt ja am Thema Wetter), aber auch wenn es z.B. um Stauwarnungen, Reichweite des Autos, Horoskope, Gasversorgung usw. geht - überall werden Prognosen und Vorhersagen gemacht - und die meisten Menschen "verlassen" sich darauf, dass es schon so kommen wird, ohne sich wirklich damit zu beschäftigen, WIE es überhaupt zu einer Prognose kommt und unter welchen Voraussetzungen sie wie ernst genommen werden können. Ein gutes Thema für mich ist die Reichweitenanzeige bei BEV (also E-Autos), die je nach Fahrweise und Temperatur zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommt und Menschen, die das nicht gewohnt sich, weil sie bisher nur Verbrenner gefahren sind, sagen dann oft Sachen wie: "Das ist ja total doof, dass ich beim Losfahren weniger angezeigt bekomme, wie nach 5 km Fahrt (oder umgekehrt)" - und nicht verstehen, dass die modernere Antriebsart und die ausgeklügelte Elektronik von E-Autos einfach viel genauer abschätzen kann, was die eigene Fahrweise, der aktuell eingestellte Fahrmodus, die Topografie, das Wetter oder die Geschwindigkeit sich auf die Reichweite auswirkt.

Prognose oder Vorhersage? Ist doch eh alles das Gleiche! Oder?
Prognose und Vorhersage sind Begriffe, die oft synonym verwendet werden, aber es gibt kleine Unterschiede zwischen den beiden. Eine Prognose bezieht sich auf eine Schätzung oder eine vorhergesagte Entwicklung von Ereignissen oder Zuständen in der Zukunft. Es handelt sich dabei um eine Annahme, die auf der Basis von Analysen und Informationen gemacht wird, die zum Zeitpunkt der Prognose vorliegen. Eine Vorhersage hingegen ist eine präzisere Aussage über ein zukünftiges Ereignis oder einen Zustand. Es handelt sich dabei um eine Aussage, die auf der Basis von Modellen oder Simulationen gemacht wird, die auf den aktuellen und historischen Daten basieren. In beiden Fällen geht es darum, die zukünftige Entwicklung von Ereignissen oder Zuständen vorherzusagen, aber eine Prognose ist in der Regel allgemeiner und ungenauer als eine Vorhersage.

Wie kommt eine Wetterprognose zustande?
Eine Wetterprognose wird auf der Grundlage von verschiedenen Arten von Informationen und Daten erstellt, die von Wetterstationen, Satelliten, Radiosonden und anderen Instrumenten gesammelt werden. Die grundlegenden Informationen, die für die Erstellung einer Wetterprognose wichtig sind, umfassen:
  • Wetterbeobachtungen: Aktuelle Wetterbeobachtungen, wie Temperatur, Luftdruck, Feuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und -richtung, Niederschlag und Sichtweite, die von Wetterstationen und anderen Instrumenten gesammelt werden.
  • Satellitenbilder: Satellitenbilder bieten einen großen Überblick über die Wettersituation und die Verteilung von Wolken, Regen und Schnee.
  • Radiosonden: Radiosonden werden in Ballons gestartet und liefern Informationen über die Wetterbedingungen in großer Höhe, insbesondere über die Temperaturen und den Luftdruck in verschiedenen Höhen.
    Computermodelle: Computermodelle sind Simulationen des Wetters, die auf den aktuellen und historischen Daten basieren. Diese Modelle nutzen Mathematik und Physik, um die Entwicklung von Wetterzuständen in der Zukunft vorherzusagen.
    Analyse von Muster und Trends: Meteorologen analysieren Muster und Trends in den Wetterdaten, um zu verstehen, wie sich das Wetter in der Zukunft entwickeln wird.
All diese Informationen werden von Meteorologen genutzt, um ein umfassendes Verständnis der aktuellen Wettersituation zu erlangen und Vorhersagen für die Zukunft zu treffen. Es ist wichtig zu beachten, dass Wetterprognosen nicht immer 100% genau sind und dass sich das Wetter schnell ändern kann.

Computer und Satelliten werden bereits seit den 1950er Jahren für die Wetterprognosen eingesetzt. In den frühen Tagen der Computertechnologie wurden Computer hauptsächlich dazu verwendet, um Wetterdaten zu sammeln und zu speichern, aber mit der Entwicklung leistungsfähigerer Computer und der Verfügbarkeit von größeren Datenmengen wurden Computer auch zur Durchführung von Wettervorhersagen eingesetzt. Satelliten wurden erstmals in den 1960er Jahren eingesetzt, um Wetterdaten zu sammeln. Die ersten Wettersatelliten waren in der Lage, Wolken und Niederschlagsgebiete aufzunehmen und diese Daten wurden verwendet, um Wetterprognosen zu verbessern. Mit der Zeit wurden immer fortschrittlichere Satelliten entwickelt, die in der Lage sind, eine Vielzahl von Wetterdaten zu sammeln, wie z.B. Temperaturen, Feuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und -richtung.

Im Jahr 1975, als Reinhard Mey sein Klagelied der Meteologen zum ersten Mal sang, war es also bereits durchaus üblich, auf diese technischen Hilfsmittel zurückzugreifen - und in der Tagesschau wurde auch schon täglich ein Wetterbericht gesendet. Allerdings waren die Daten und die Qualität der Computermodelle nicht vergleichbar mit dem, was es heutzutage an Möglichkeiten der Auswertung und Verarbeitung gibt. Heutzutage sind Computer und Satelliten unverzichtbare Werkzeuge in der Wettervorhersage. Computermodelle können auf riesige Mengen an Wetterdaten zugreifen und diese Daten verwenden, um Wetterprognosen für die Zukunft zu treffen. Satelliten liefern wichtige Daten über die Verteilung von Wolken und Regen, die in die Prognosen einbezogen werden. Die Verwendung von Computer- und Satellitentechnologie hat die Genauigkeit von Wetterprognosen erheblich verbessert und ermöglicht es Meteorologen, bessere Vorhersagen für die Bevölkerung und die Wirtschaft zu treffen. Warum es dennoch auch im Jahr 2023 nicht so einfach ist, eine 100% stimmige Wetterprognose für mehr als 5 Tage zu erstellen, wird z.B. auf der Webseite duda.news erklärt - siehe Artikel: Einen Wetterbericht zu erstellen ist superkompliziert
Auf duda.news gibt es auch eine schöne Karte aller Wolkenarten...
Wolkenarten (Quelle - duda.news).jpg
Ich finde das ganze Thema Prognose und Zukunftsforschung spannend und wichtig, kann aber mit Astrologie und Horoskop dagegen überhaupt nichts anfangen, obwohl ich natürlich sagen muss, dass die Zukunftsvoraussagungen von modernen Wissenschaften natürlich auch teilweise religiösverbrämte Anhänger haben, was manchmal auch nerven kann, wenn die dann meinen, die von Computern und Maschinen ausgespuckten "Prophezeiungen" wären immer wahr und gültig.

Bleib mir weg mit Deinen Prophezeiungen!
Vielleicht gehörst Du auch zu den Menschen, die schon einmal einen Satz mit z.B. "Ich prophezei Dir, dass Du ..." begonnen hast und dann im Anschluss der Person, mit der Du gesprochen hast eine Vorhersage ihres Verhaltens in der Zukunft gemacht hast. Ich finde das schwierig und nehme solche Leute nicht ernst, ja meide sogar den Kontakt und das Gespräch mit ihnen, denn für mich ist das eine manipulative Art, mit anderen Menschen umzugehen. Eine Prophezeiung ist eine Aussage oder Vorhersage über zukünftige Ereignisse, die auf übernatürlichen Mitteln, wie zum Beispiel Visionen, Träumen, Orakeln oder Offenbarungen oder schlicht und einfach "Bauchgefühl" bzw. psychologischer Manipulation basiert. Prophezeiungen können auch auf religiösen oder spirituellen Texten oder Lehren basieren. Prophezeiungen sind in der Regel unbestimmt und allgemein gehalten und können sowohl positiv als auch negativ sein. DAS macht sie so "gefährlich" im Umgang zwischen den Menschen.

Weltuntergangspropheten haben immer Konjunktur!
Ein Weltuntergangsprophet ist jemand, der vorhersagt, dass die Welt in naher Zukunft ein großes und oft katastrophales Ereignis erleben wird, das das Ende der menschlichen Zivilisation oder sogar das Ende der Welt selbst bedeuten kann. Weltuntergangspropheten basieren ihre Prophezeiungen auf verschiedenen Quellen, wie religiösen oder spirituellen Texten, übernatürlichen Visionen oder auf wissenschaftlichen Annahmen über katastrophale Ereignisse, wie z.B. Klimakatastrophen, Naturkatastrophen, Kriege oder Umweltkatastrophen - und manchmal "lesen" sie die Zukunft in den Sternen oder in Knochen :wart: zum Glück sind die meisten Weltuntergangsprophezeiungen bisher nicht eingetroffen :pfeifen:

Jesus war auch ein Prophet! Und?
Unsere Gesellschaft fusst auf den immer wieder zitierten "Christlichen Werten" und wenn ich das im Kontext dieses Lieds sehen will (und das will ich gerade :flüchten: ), dann gehören eben auch Vorbilder wie Noah (Sintflut), Samuel (Tod von Saul), Jesus (Wiederauferstehung) und Johannes (Apokalypse) dazu, die allesamt als Propheten in der Bibel vor allen einen wichtigen Auftrag erfüllt haben: den Menschen eine furchtbare Zukunft zu prophezeien WENN sie sich nicht ändert und "gottgefällig" verhält. Suche den "Fehler" ;-)

Und was hat das alles jetzt mit dem Lied vom Meteorologen des Reinhard Mey zu tun?
Prophezeiung des Meteorologen ging schief und wird eingestanden Zitat:
Zugegeben, es gab hin und wieder einen Fall
Da war das Wetter nicht ganz so wie prophezeit
Das mit dem Schneesturm im August
Das ging nicht so ganz klar
Hier stellt er klar, dass er ganz konkrete Prophezeiungen machte (Schnee im August), die aber nicht in Erfüllung gegangen sind. Wenn ich davon ausgehe, dass es sich um eine Vorhersage in Deutschland und nicht in der Antarktis gehandelt haben muss, so ist dieser Teil des Lied aus meiner Sicht ein satirischer Hinweis darauf, wie blöd die Leute sein müssen, die so einen Unsinn glauben und später auch noch enttäuscht sind.
Okay, zugegeben, auf der Zugspitze könnte es Ende August tatsächlich auch einmal Neuschnee geben, kam zumindest 2021 zuletzt vor, wie wetter.de berichtete...
Fragwürdige Methoden werden gerechtfertigt Zitat:
Auch die Hitzewelle zu Sankt Niklaus
Tut mir heute leid
Dabei wies mein Augenzucken
Und mein starkes Daumenjucken
Ganz untrüglich auf ein
Ausgedehntes Skandinavienhoch!
Direkt danach bringt er genau das Gegenteil, nämlich eine Hitzewelle am 06.Dezember, die zumindest im Jahr 1975 noch nicht als wirklich realistisch angesehen werden konnte - heute sieht das natürlich anders aus (für diejenigen, die den Klimawandel als real betrachten). Der Hinweis darauf, dass diese Vorhersage aufgrund eines Daumenjuckens und eines Augenzuckens entstanden ist, zeigt, wie "ernstgemeint" diese Prophezeiung war.
Wunsch nach Anerkennung Zitat:
Nun, es ging manche Prognose
Unbestritten in die Hose
Nur einmal im September '68 stimmte doch
Die Vorhersage für Grönland immerhin,
ja immerhin!
Zuletzt aber weist er in diesem zitierten Teil darauf hin, dass er aber auch schon einmal richtig lag mit seiner Prognose und dass er dafür eigentlich Annerkennung wünscht, zeigt die Wiederholung "Ja immerhin!"

Naja, all diese Überlegungen stecken meiner Meinung nach auch in diesm Lied drin. Die Frage, warum sich der beklagende Wettermann so missverstanden und ungerecht behandelt fühlt, hängt damit zusammen, dass er den Menschen gutes Wetter versprach, und es am Ende doch anders kam. DIESER Vertrauensverlust belastet ihn und "isoliert" ihn sogar von seinen Freunden bzw. sie verspotten und verhöhnen ihn. In Wahrheit aber geht die Kritik gegen diese Freunde und die Menschen, die eine Wetterprognose so ernst nehmen, dass sie es dem "Vermittler" der Botschaft so ernst nehmen, wenn die versprochene Zukunft eben nicht eintritt, dass sie ihn dafür verurteilen, verspotten, verhöhnen und damit stigmatisieren.

Das alles steckt da drin. In diesem Lied von 1975. Aus meiner ganz persönlichen Sicht. Hat Spaß gemacht, mich damit zu befassen!

Meine Meinung zum Lied des Tages
Meine Wertung: rating von 5 Sternen, und diesmal muss ich ganz klar sagen, dass die Album Version mein Favorit ist! Live kommt das nicht so gut rüber. Die musikalische Begleitung ist toll und der "Botschaft" angemessen. Mir tut der arme Kerl richtig leid ;-) und am liebsten würde ich ihn kurz in den Arm nehmen und trösten :-D höre ich immer gerne.

Das Lied Weil ich ein Meteorologe bin wurde auf dem Album Ikarus im Jahr 1975 veröffentlicht.

Das Album war das 7. deutsche Studioalbum von Reinhard Mey und erschien im Jahr 1975 bei Intercord. Es enthält insgesamt 12 Lieder mit einer Gesamtspiellänge von 47:61 Minuten. Produziert wurde das Album von Walther Richter, die Arrangement wurden von Kai Rautenberg und Wilfried Grünberg geschrieben, das Cover wurde gestaltet von "Brainbow Berlin" und eingespielt wurden die Lieder mit Unterstützung durch das RIAS Tanzorchester. Das Album bietet musikalisch keine große Abwechslung und war auch kein besonders großer Charterfolg für Mey. In Deutschland stieg es bis auf Platz 26 und war insgesamt 8 Wochen in den Charts.

Im Jahr 1975 wurde seine einzige holländische Platte Als de dag van toen veröffentlicht, die noch im selben Jahr Gold bekam. Dennoch blieb es bei der einen Platte in holländischer Sprache. Ebenfalls Gold gab es 1975 LP für das Album Wie vor Jahr und Tag.

Die Themen des Albums sind weit gestreut, aber mit Es gibt Tage, da wünscht ich, ich wär mein Hund thematisiert er zum ersten Mal seine besondere Beziehung zum "besten Freund des Menschen". Mit ...es bleibt eine Narbe zurück wird bereits die Trennung von seiner Ehefrau Christine vorweggenommen. Ansonsten sind es wieder philosophische und satirische Texte, die das Album prägen, die Faszination für das Fliegen zeigt der titelgebende Song Ikarus. Insgesamt eine sehr passende und ansprechende Zusammenstellung von Themen und auch dieses Lied enthält ein paar wirklich zeitlose Klassiker...aber dazu mehr bei Gelegenheit!

Diese und weiter Informationen zum Album habe ich in der offiziellen Biografie auf der Webseite von Reinhard Mey sowie auf den Seite discogs.com und auf offiziellecharts.de gefunden.
Titelliste und Cover des Albums "Ikarus"
Cover - Ikarus - 1975.jpg
  1. Zwischen Kiez Und Kudamm - 3:47
  2. Hab Erdöl Im Garten - 4:30
  3. Weil Ich Ein Meteorologe Bin - 3:36
  4. Die Homestory - 5:05
  5. Einen Koffer In Jeder Hand - 2:46
  6. Es Schneit In Meinen Gedanken - 3:33
  7. Ikarus - 3:51
  8. Es Gibt Tage, Da Wünscht' Ich, Ich Wär' Mein Hund - 3:38
  9. Du Bist Die Stille - 2:29
  10. Atze Lehmann - 6:14
  11. ...Es Bleibt Eine Narbe Zurück - 3:17
  12. Mein Guter Alter Balthasar - 4:15
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Tag 21 - Weil ich ein Meteorologe bin

#2

Beitrag von fille »

Hallo zusammen,

dieses Lied ist für mich genial! Eines meiner absoluten Favoriten.

Ich erinnere mich genau, wie ich es zum ersten Mal gehört habe. Im Autoradio zuerst
Ich hab' keiner Seele etwas zuleide getan
Ich hab' weder unterschlagen noch geklaut
Und doch nennt man mich Tunichtgut
Schimpft man mich Scharlatan...
Da gefiel es mir schon gut und dann am Ende der vierten Strophe
weil ich ein Meteorologe bin
Ich dachte, ich brech' ab :-D

So, mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Ich finde es nicht gut, dass die Lieder von dir so zerpflückt werden.
Weniger wäre hier auch mehr.

Reinhard Lieder sind auch Feelingsache.

Gruß, Marianne
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#3

Beitrag von migoe »

Liebe Marianne,
fille Zitat: Sa 21. Jan 2023, 10:14
Ich finde es nicht gut, dass die Lieder von dir so zerpflückt werden.
das kann ich sehr gut verstehen und kann doch nicht aus meiner Haut ;-) Ich finde Deine kurze und knappe Ansage sehr interessant und wer nicht(s) weiter hinzufügen, aber seine Einstellung zum Lied teilen möchte, der kann ja z.B. oben bei der Umfrage mitmachen.

Mir geht es aber oft so, dass ich beim Hören der Lieder auf ein Thema aufmerksam werde oder mich mit einer bestimmten Frage beschäftige, die in einem Lied aufgeworfen wird. Bisher habe ich diese Gedanken einfach so in mir drin bewegt und nicht groß "ausposaunt". Ich merke aber, wie viel Spaß es macht, diesen Gedanken einfach mal "freien Lauf" zu lassen und ich dann versuche, sie zu bündeln. Das gelingt mir nicht bei allen Liedern und Themen, aber das Gute ist ja, dass ich auch niemanden habe, der mir sagt: heute musst Du dieses oder jenes Thema/Lied bearbeiten :-D
Planungen für Projekt Lied des Tages.jpg
Allerdings bin ich mir nach 21 Tagen nicht mehr sicher, wie lange ich das mit dem täglichen Lied noch "durchhalte", weil ich ja auch die Vorbereitung auf mein Examen im Sommer habe...ich werde sehen...
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Tag 21 - Weil ich ein Meteorologe bin

#4

Beitrag von Michael »

Hallo,

Die erste Strophe ist wirklich genial, da stimme ich Marianne zu. Die Pointe mit dem Meteorogen ist an der Stelle stark. Trotzdem tu ich mich schwer mit dem Lied, ich weiß nicht recht wo es hin soll. Eine Berufsparodie wie der "Klempner" ist es nicht, die Meteorologen-Pointe hat sich nach dem ersten Mal erschöpft und dann finde ich die Geschichte mit der "einzigen Liebe" letztlich zu tragisch. Der Beruf des Meteorologen scheint mir auch nicht genug Potential für eine knackige Satire zu haben. Vielleicht ist das auch ein "Reißbrett-Lied". Aber das ist wieder Kritik aus der heutigen Zeit betrachtet, wo die Wettervorhersagen deutlich besser geworden sind und nicht mehr Vorlagen für Scherze bilden ("Die Feuerwehr pumpt gerade die 'leichte Bewölkung' aus meinem Keller")

Michael
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Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

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Heinz
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#5

Beitrag von Heinz »

Hallo,

ich fand das Lied am Anfang ganz amüsant, aber nach mehrmaligem Hören langweilt es mich eher. Ich bin da ganz bei Michael, dass der Beruf des Meteorologen nicht genug Potential für eine knackige Satire bietet. Da fallen mir die Kritiker von RM ein, die bemängeln, dass er Alles und Jeden besingt (dazu Hans Werner Olm: „Mein alter Kühlschrank“).

Marianne hat das „Zerpflücken“ der Lieder angesprochen. Da hatte ich anfangs auch Bedenken. Aber es ist ja nicht so, wie damals in meiner Schulzeit, als Dinge in Gedichte hineininterpretiert wurden, bei denen sich sie Urheber im Grab herumdrehen würden. Michael führt aus, wie er einen Text versteht und das kann ich akzeptieren. Ich bin fast immer der gleichen Meinung. Dazu gibt es ausführliche Informationen und Quellenangaben, bei denen man dann je nach Interesse entscheiden kann, ob man tiefer einsteigt.
Für die Auseinandersetzung mit Versmaßen usw. bewundere ich Michael und Viktor, aber im Grunde ist mit so etwas egal. Hauptsache der Text ist nach meinem Geschmack. Und „was sich reimt, ist gut“, frei nach dem bayrischen Philosophen Pumuckl :-D

„Jeden Tag ein neues Lied“ - das ist sehr ambitioniert. Ich komme kaum noch nach mit Lesen und Kommentieren und musste schon das ein oder andere Lied auslassen. Umso mehr bewundere ich die Ausarbeitungen von Michael.
Ich glaube aber auch, dass das kaum durchzuhalten sein wird, wie von Michael angedeutet. „Jede Woche ein Lied“ - das wäre für mich ideal.

Gruß
Heinz
Dieser Beitrag enthält 249 Wörter



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#6

Beitrag von Westwind »

Hallo zusammen,

als Parodie und mit Pointen versehen habe ich das Lied noch nie gesehen, einfach nur als eine Beschreibung einer zerbrochenen Beziehung. Wieso das aus der Sicht eines Meteorologen geschieht, habe ich erst letztes Jahr erfahren.

Letztes Jahr hatte ich irgendwo gehört, und ich bin mir nicht mehr sicher, ob es von Reinhard selbst in irgendeinem Interview war, das ausschnittsweise wiederholt wurde, oder aus einem anderen Zusammenhang, daß es die Zeit der Trennung von Christine und gleichzeitiger Ausbildung zum Erlangen der Privatpilotenlizenz, wozu man ja umfangreiche Kenntnisse der Meteorologie benötigt, beschreibt.

Somit ist es meiner Meinung und meinem Kenntnisstand nach also einfach nur eine Beschreibung einer Phase in seinem Leben, wie bei so vielen anderen Liedern auch, ohne, daß ich da viel reininterpretieren würde.

Gruß
Georg
Dieser Beitrag enthält 130 Wörter


"Wir brauchten keine Spielstraße, wir haben auf der Straße gespielt !"
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Tag 21 - Weil ich ein Meteorologe bin

#7

Beitrag von fille »

Hallo zusammen
Trotzdem tu ich mich schwer mit dem Lied, ich weiß nicht recht wo es hin soll. Eine Berufsparodie wie der "Klempner" ist es nicht
Versucht doch bitte nicht Reinhards Lieder in Schubladen zu stecken! Schubladen, wie Verliese so tief.
Man muss die Lieder nicht sortieren und einreihen.
Marianne hat das „Zerpflücken“ der Lieder angesprochen. Da hatte ich anfangs auch Bedenken. Aber es ist ja nicht so, wie damals in meiner Schulzeit, als Dinge in Gedichte hineininterpretiert wurden, bei denen sich sie Urheber im Grab herumdrehen würden.
Aber genauso empfinde ich es. Reinhard ist Gott sei Dank nicht im Grab. Allerdings wahrscheinlich auch nicht mehr hier im Forum. Er hat sich schon lange nicht mehr gemeldet. Aber ich könnte mir vorstellen, dass er den Kopf darüber schüttelt, was alles in seine Lieder hineininterpretiert wird, FALLS er es liest. Vielleicht schreibt er mal ein neues Lied:
"Was im Internet steht" mit einer Strophe für das Liedermacher-Forum und einer einer speziellen Zeile für diesen Thread :-)

Migoe, du hast geschrieben, dass du nicht weißt, ob du es durchhältst. Ich glaube, wenn du die Lieder weniger lustvoll sezieren würdest, würdest du es vielleicht durchhalten. Du musst ja keine Doktorarbeit über Reinhards Lieder schreiben.

Egal, ich halte mich in Zukunft raus. Es gibt Lieder von Reinhard, die gefallen mir,
es gibt Lieder von ihm, die liebe ich, es gibt welche, die mich trösten,
es gibt welche, da fühle ich mich verstanden und es gibt welche die berühren mich nicht
und nur eines, das ich nicht leiden kann.

Das war's

Nix für ungut, Marianne
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Tag 21 - Weil ich ein Meteorologe bin

#8

Beitrag von migoe »

Liebe Marianne,

Danke für Deine Beiträge!
fille Zitat: Mo 23. Jan 2023, 20:40
Versucht doch bitte nicht Reinhards Lieder in Schubladen zu stecken!
ich versuchs ja, wirklich, aber es klappt halt nicht immer :-D nein, ganz sooo ernst nehmen darfst Du das nicht.

Es sind Gedanken, die mir kommen und die ich hier teile. Es ist kein klassisches "in einer Schublade stecken" und erst recht keine "Verurteilung" der Lieder. Ich verfolge hier keinen "Masterplan" und für ein Buch taugen meine Gedanken auch nicht. Zudem bin ich auch wahnsinnig neugierig, EURE Gedanken zu den Liedern zu erfahren. DAS macht mir dieses Projekt so wertvoll.

Es geht mir um den Austausch von Gedanken, nicht um einordnen und wegsortieren!
fille Zitat: Mo 23. Jan 2023, 20:40
Reinhard ist Gott sei Dank nicht im Grab. Allerdings wahrscheinlich auch nicht mehr hier im Forum. Er hat sich schon lange nicht mehr gemeldet. Aber ich könnte mir vorstellen, dass er den Kopf darüber schüttelt, was alles in seine Lieder hineininterpretiert wird, FALLS er es liest.
Hoffentlich ist Reinhard Mey aus dem Alter raus, in dem er Nachts nicht schlafen kann, weil im Internet irgend so ein seltsamer Dude Dinge über deine Lieder schreibt! Warum sollte ich meine Gedanken nur aufschreiben können, wenn Herr Mey auf dem Friedhof liegt :grübel:
fille Zitat: Mo 23. Jan 2023, 20:40
Migoe, du hast geschrieben, dass du nicht weißt, ob du es durchhältst.
Ich habe auch nicht den Anspruch, es wirklich durchzuhalten und es hängt wirklich auch davon ab, ob ich täglich einen Anlass finde, mich mit einem Lied/Thema auseinanderzusetzen. Für heute (Montag, den 23.01.) hatte ich mir z.B. ein Lied vorgenommen, zu einem Thema, zu dem ich aber letztlich doch keinen Zugang gefunden habe, und wenn ich gestern Abend um 19 Uhr nicht die ZDF heute Nachrichten gesehen hätte, wäre ich auf das Lied des Tages, nämlich Douce France nicht gekommen und dann hätte es vielleicht heute schon eine Unterbrechung des Projekts gegeben :weissnicht: es ist kein Naturgesetz!
fille Zitat: Mo 23. Jan 2023, 20:40
Ich glaube, wenn du die Lieder weniger lustvoll sezieren würdest, würdest du es vielleicht durchhalten
Wie jetzt? Soll ich es lassen, meine persönlichen und subjektiven Gedanken zu den Liedern zu posten oder soll ich einfach nur einen "Impuls" setzen und abwarten, wer was schreibt? Das ist doch schon so auf YouTube. Darüber hatte ich auch schon nachgedacht und manchmal schreibe ich auch Kommentare unter ein Video auf YouTube. Diese Videoplattform ist aber kein Forum und die Intention des Forums ist der Austausch. Hat Dich dieser Aspekt nicht auch hierher geführt?

Ich kann vorher auch nur sagen, wie lange ein Betrag für ein Lied wird und auch nicht, bei welchem persönlichen (Wertungs-)Ergebnis ich lande. Das ergibt sich tatsächlich eigene der Auseinandersetzung mit einem Lied und ist ja auch nicht endgültig abgeschlossen. Es ist zu.B für mich auch sehr interessant zu sehen, wie sich meine Einstellung zu liefern teilweise mit der Zeit ändern, siehe z.B. mein aktueller Beitrag zu Sei wachsam, in dem ich auch erkläre, wie sich meine Einstellung zu den Lied seit 1996 geändert hat. Die Äußerungen der Anderen sind mir aber sehr viel wert, am Ende ist es ja eine persönliche Wertung, keine Absolute!
fille Zitat: Mo 23. Jan 2023, 20:40
Egal, ich halte mich in Zukunft raus. Es gibt Lieder von Reinhard, die gefallen mir, es gibt Lieder von ihm, die liebe ich, es gibt welche, die mich trösten, es gibt welche, da fühle ich mich verstanden und es gibt welche die berühren mich nicht und nur eines, das ich nicht leiden kann.

Das war's
Es täte mir ausgesprochen leid, wenn ich von Dir hier nichts mehr hören/lesen würde! Deine Beiträge - auch zu anderen Künstlern wie Adriano Celentano, Renaud oder auch Cohen usw. habe ich bisher immer mit Freude gelesen und durch Deine Empfehlungen bin ich in der Vergangenheit immer wieder auf Künstler*innen aufmerksam geworden, die ich ansonsten nicht wahrgenommen hätte! Also: bitte überlegt es Dir noch einmal :anbeten: ich hoffe, das war von Dir jetzt kein Abschiedsgruß.
Dieser Beitrag enthält 710 Wörter


Liebe Grüße aus Rothenburg
migoe | www.liedermacher-forum.de | 2003-2022
...
Alles ist vorstellbar! Leider.

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