Stoppok + Artgenossen am 07. Juli in Kirchheimbolanden/Pfalz

In diesem Forum findet alles Platz, was mit dem sehr interessanten Liedermacher Stefan Stoppok zu tun hat.
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Doro1100 hat dieses Thema gestartet
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Jul 2007 11 16:56

Stoppok + Artgenossen am 07. Juli in Kirchheimbolanden/Pfalz

Beitrag von Doro1100

#1

Vor 2 Wochen entdeckte ich auf der Stoppok Homepage einen kurzfristig eingeschobenen Extra-Termin: „Stoppok spielt ein Konzert im Rahmen eines integrativen Theaterfestivals in Kirchheimbolanden, zwischen Mainz und Kaiserslautern. Anschließend spielen die Transsylvanians und danach gibt es eine gemeinsame Session.“
Außerdem „umsonst + draußen“!! Na, das war doch mal was. Das ist nicht weit zu fahren - lt. Routenplaner über die Dörfer nur 30 km Richtung Westen. Da muss ich hin, wenn es an dem Tag nicht gerade wie aus Kübeln schüttet. Tatsächlich war der Wettergott am letzten Samstag gnädig, es war trocken und ab und an guckte sogar die Sonne mal hervor.:sun:
Das Konzert fand wie bereits erwähnt im Rahmen eines Theaterfestivals mit Behinderten und Nichtbehinderte statt und dies lt. Veranstalter am Schloss bzw. im Schlosspark von Kirchheimbolanden. Zum Glück ist das Städtchen sehr übersichtlich und gleich der erste Parkplatz den ich anvisiere, ist bereits der Richtige. :-) Denn ich höre bereits laute Live-Musik, die irgendwo aus dem auf der anderen Straßenseite liegendem Gelände dröhnt. Kurzer Spaziergang durch einen wunderschönen Park mit herrlichem altem Baumbestand. Nach 5 Minuten stehe ich vor der kleinen Bühne. Dort spielt noch eine Band (?) bei der sich etliche Leute auf der Bühne tummeln, Behinderte und Nichtbehinderte, alles junge Leute. Anscheinend hat die Band das Publikum dazu aufgefordert spontan auf die Bühne zu kommen und mit zu singen und zu tanzen. Die Stimmung ist gut und allen scheint es riesig Spaß zu machen, das Publikum klatscht und ist enttäuscht, als jemand ins Mikro sagt, dass dies aber das letzte Lied gewesen ist. Es ist kurz nach 19.30 Uhr und man packt zusammen und macht die Bühne frei….
Stefan Stoppok habe ich bereits auf der Wiese entdeckt, wo er völlig entspannt ein Bierchen genießt. Kurz drauf ruft jedoch schon die ‚Pflicht’ und zwar in Form seiner Bühnentechniker, die machen sich bereits auf der Bühne zu schaffen und bitten ihn zum. Soundcheck. (Auch mal interessant…hab ich auch noch nie miterlebt). Das berühmte „Stoppok-Rhythmus-Brett“ ist schnell auf der Bühne platziert…aber ansonsten klappt nun gar nicht so, wie er sich das gedacht hat: Kabel müssen getauscht werden der Meister ist mit dem Sound so gar nicht zufrieden. Und schon werden Rufe laut vom ungeduldigen Publikum: „Anfangen“! Währendessen strömen immer mehr Leute durch den Park und vor die Bühne. Ich habe aber das Gefühl, dass die Stoppok-Hardcore-Fans hier die absolute Ausnahme sind und die meisten Gäste hier sind um am Fest teilzunehmen und „sich mal anhören“ was da so für Musik gemacht wird. Und die Geduld des Publikums wird weiter strapaziert: Als Herr Stoppok endlich zufrieden ist, kommt Band Nr. 2 auf die Bühne um den Sound zu prüfen…und das dauert natürlich bei 4 Musikern entsprechend länger :wart:
Endlich: Ein gut gelaunter Stoppok betritt nun im orangefarbendem Hemd und karierten Stoffturnschuhen die Bühne und begrüßt noch mal offiziell die Zuschauer. Er freut sich hier zu sein, berichtet er. Er fand den Namen Kirchheimbolanden so interessant, und das wäre ein Grund gewesen, dass er heute hier ist. Ansonsten lebe er am Genfer See, hätte nur mit den Superreichen zu tun und freut sich mal wieder hier an der Basis zu spielen - Geld wäre ja zweitrangig und für ihn mittlerweile uninteressant. ;-)
„Wie geht’s euch denn heute so“ befragt er sein Publikum. Jubel und laute „Ja“- Rufe sind die Antwort. Stoppok ist das allerdings viel zu „hysterisch“. Er möchte eine wohlüberlegte und eine ganz ruhige + vernünftige Antwort haben. Es wird ein paar Mal geübt, bis er zufrieden ist. „Auf anderen Konzerten, bei irgendwelchen Superstars, da sind die Leute völlig ausgeklingt. Hier sind nur vernünftige Leute, wusste ich doch!!“ (Mit dem Spruch hat er beim Publikum spätestens jetzt alle Sympathien gewonnen :-D).
Und dann bittet er darum, dass die Leute näher rücken - er fühle sich so alleine auf der Bühne. (So sitze ich nur noch ca. 3 m vor der Bühne im Gras und hätte gaaaanz viele schöne Fotos machen könne, wäre der Akku der Kamera nicht nach wenigen Fotos leer gewesen :bäng: )

Der Ruhrpottbarde beginnt (wie auch bei seinem letzten Solo-Konzert) mit dem Lied „Sansibar“. Dann folgt „Tanz“ „Willi + Gerd“, Wetterprophet, „Sei nicht sauer“ „Nach New York geflogen“ (Die Reihenfolge weiß ich nicht mehr so genau – sorry :rotwerd:)
Irgendwann dazwischen singt er das Lied „Jammern“ dass er in seiner 2. Solotour neu ins Programm genommen hat und in dem es um die ständige Unzufriedenheit + Meckerei der Deutschen geht. Stoppok sagt dazu, dass er am heutigen Abend, hier in Kirchheimbolanden das Gefühl hätte, dass die Leute ganz anders wären. Viel zufriedener irgendwie. Ein üblicher Stoppok-Witz, aber bei der Tatsache, dass mehr als die Hälfte des heutigen Publikums um geistig und/oder körperbehinderte Menschen waren, machte diese Bemerkung sicher nicht nur mich nachdenklich.
Das letzte Lied ist der Song, der von freien Erziehungsmethoden handelt: „Learning by burning“. Und dazu gibt’s wieder die Story, über jene Paare, die ein Kind angeblich direkt nach einem Stoppok-Konzert gezeugt haben (wegen der guten Stimmung dort) und sich nun bei ihm haufenweise beschweren bzw. pädagogischen Rat von ihm benötigen ;-) Das Lied kommt gut an, man merkt auch hier wieder, es sind viele Leute im Publikum, die aufmerksam dem Text folgen und das Lied zum allerersten Mal hören.
Danach kündigt Stoppok die Band Transsylvanians an und bittet sie auf die Bühne. Schade…sollte es das wirklich schon gewesen sein für heute? Das war aber verdammt „wenig“ Stoppok – ungefähr eine knappe Stunde hatte er bislang gespielt. Als kleinen Trost begleiteten ihn nun die Band bei seinem Lied: „Feine Idee“ Angeblich hätten sie dies noch nie zusammen gespielt. Premiere also - und es klang trotzdem super gut. Stoppok mit seiner eigenen Band, hab ich bisher noch nie „live“ gesehen, aber ich ahne wie klasse auch das sein muss…:anhimmel:
Also gut jetzt sind die Stoppoks 'Artgenossen' dran. Ich bleibe natürlich, schon wegen der angekündigten gemeinsamen Session. Nun ja..nicht unbedingt „meine Musik“, aber sie machen gut Stimmung, sie rocken so richtig ab und den Leuten gefällt's - es wird getanzt und auch den ungarischen Refrain mitgesungen. Nun ja…zumindest einzelne Worte. Was machen die für Musik? Auf ihrer HP ist zu lesen:
Sie spielen ungarischen Speedfolk, Zigeunertechno, Rampenrock, Gipsyskapunk, sie adaptieren die ungarischen Klassikaltmeister Bartók Béla und Kod*ly Zolt*n ... Aber was steckt hinter den Schlagworten? Inhaltlich haben sich die Transsylvanians an die ungarische Musik und Sprache gebunden. Grundbaustein ist die traditionelle, ungarisch-transsilvanische Folklore

Nun ja…klingt exotisch, aber gar nicht mal übel. Und Stoppok steht auf sie, er macht noch ein paar Konzerte mit denen zusammen. Während sie spielen mischt Stoppok sich wieder unter das Publikum und steht nur ein paar Meter von mir Arm in Arm mit seiner weiblichen Begleitung. 8-)
Als die Ungarn mit ihrem Programm durch sind, erscheint Stoppok wieder auf der Bühne, schnallt sich seine weiße E-Gitarre um und er spielt einfach so die Lieder der Band mit im Hintergrund, mit sehr viel Freude…Zwischendrin spielen sie dann auch noch ein Stoppok-Lied: „Tage wie dieser“ Wahnsinn, gerade dieses wunderschöne Lied. Und mit der Band zusammen grandios!! Bitte, mehr davon! Doch das war’s dann auch aus dem Stoppok- Repertoire. Noch 1-2 Lieder der Band, eine Zugabe und das war’s.: Feierabend.
Trotzdem: Dieses Konzert war klasse; ein schöner Abend in sehr angenehmer Atmosphäre. Meine Konzerttickets für die Stoppok Tour im Dezember hab ich schon - und ich freue mich außerdem darauf ihn bald mal mit seiner Band zu erleben. Angekündigt, hat er’s für nächstes Jahr! *freu*
,, Stoppok, Du machs´ mich mein Herz am Tanzen.“ Wie wahr!!
Viele Grüße von Doro

P.S. Und auf dem Konzert war noch jemand, der wesentlich mehr Glück mit seine Kamera hatte ;-)
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StephanH
...hat schon mal ein LT organisiert
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Jul 2007 11 23:21

Stoppok + Artgenossen am 07. Juli in Kirchheimbolanden/Pfalz

Beitrag von StephanH

#2

Hallo Lieblings-Doro, tolller Bericht.
Da wird man ja neidisch, das der nicht bei mir in der Nähe mal spielt, obwohl ich doch so dicht an der Autobahn wohne ;-)
Aber schön berichtet, man kann sich so richtig dahinein versetzen.
Danke Stephan :kiss:
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