Söllner vs. Beckstein - die unendliche Geschichte...

Der aus dem bayerischen Bad Reichenhall stammende Liedermacher hat sich durch seine anarchische aber konsequent querköpfige Art im gesamten deutschsprachigen Raum viele Freunde gemacht - und das obwohl er seine Lieder ausschließlich in seiner Heimatsprache - nämlich bayerisch! - singt und kein Blatt vor den Mund nimmt. In diesem Forum besteht die Möglichkeit zum Austausch...
Quelle: Foto für Forum und Banner wurden der Wikipedia entnommen: Stefan Brending (2eight) - Concertbüro Franken,Hans Söllner & Bayaman Sissdem,Konzert,Livekonzert,Livemusik,Musik,Serenadenhof
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Nordlicht hat dieses Thema gestartet
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Söllner vs. Beckstein - die unendliche Geschichte...

#1

Beitrag von Nordlicht »

Hallo, Freunde !
In der unendlichen Geschichte Söllner / Beckstein wurde im letzten Monat durch Söllner ein neues Kapitel aufgeblättert, als er - im Hinblick auf die Bundestagswahl -das folgende Statement veröffentlichte:
5.9.2005
Großes Bierzelt auf dem Gillamoos, größtes Volksfest der Hallertau in Abensberg/Niederbayern. Innenminister Beckstein in seiner Wahlkampfrede: "Und die Kruzifixe bleiben im Klassenzimmer und Schleier und Kopftuch bleiben draußen !" Und er warnt davor, daß "...Europa bald an den Irak oder den Iran..." grenzen könnte. Aber für die Insassen der Festung Deutschland, deren Innenminister Beckstein bald sein wird, sorgt er fürsorglich: da ist ihm jede Überwachung gerade recht. Und für den Nachschub an Terroristen sorgt er auch mit seinen rassistischen Ausgrenzungen, das ist sozusagen geistig-moralisches Futter für die. Übrigens: in den 70igern beendete die CDU die Zuwanderung von Gastarbeitern aus Italien, Griechenland, Jugoslawien usw. Nur noch in der Türkei durften Arbeiter angeworben werden. Die Türken galten unseren Berufs- Christen als handsam und gehorsam, gerade weil sie so schön fremdländisch waren, die würden nicht aufmucken und eine autoritäre islamische Gesellschaft würde dafür sehr hilfreich sein. Seitdem leben Millionen von Türken hier, die Vielfalt unter den ausländischen Arbeitern hier wurde zu einer großen Monokultur verengt. Und seit einiger Zeit ist die Politik böse auf die Türken: sie machen tatsächlich Probleme, stellen Ansprüche, funktionieren nicht nach Vorschrift, haben die falsche Religion und Kultur. Und seitdem arbeiten Leute wie Beckstein an Lösungen.

Bleibt zu hoffen, daß derartigen "Scharfmachern" wie den Herren Beckstein & Co. durch aufrechte Menschen ein ganz dicker Strich durch ihre schmutzigen Rechnungen gemacht wird und daß diese "ewig gestrigen" bald dort angekommen sind, wo sie hingehören: auf dem Altenteil nämlich !
In diesem Sinne liebe Grüße aus Oberösterreich,
ANDREAS.

(...der schon den bisherigen Innenminister Schily verachtet und sich vor einem Innenminister Beckstein heftigst fürchten würde...)
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Mickey
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Söllner vs. Beckstein - die unendliche Geschichte...

#2

Beitrag von Mickey »

Lieber Andreas
Und für den Nachschub an Terroristen sorgt er auch mit seinen rassistischen Ausgrenzungen, das ist sozusagen geistig-moralisches Futter für die.

Andere Meinungen sind immer okay, aber pauschale, monokausale Aussagen wie diese führen hier - wie allzu häufig in diesem Unterforum - dazu, dass ich mir den Rest des Postings schenke. Für Terrorismus sind in erster Linie die Terroristen selbst verantwortlich; es gibt immer verschiedene Wege, seine Meinung kundzutun. Es läuft im Leben nicht wie in der Chemie, A führt nicht zwingend zu B.
Liebe Grüsse
von Reto (der sich deswegen auch nicht mit Herrn Söllner anfreunden wird)
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fille
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Söllner vs. Beckstein - die unendliche Geschichte...

#3

Beitrag von fille »

Lieber Andreas,
wir haben zwar hier Meinungsfreiheit, aber ehrlich gesagt, micht nervt diese ewige Beckstein-Hetze! :-(
Marianne
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Söllner vs. Beckstein - die unendliche Geschichte...

#4

Beitrag von Nordlicht »

Hallo, Freunde !
Ergänzend zum Ursprungsposting hier eine Meldung vom 07.10.2005, die ich nicht kommentiere:
Erneut Prozess Beckstein gegen Söllner

Donnerstag, 13.Oktober 2005, 14 Uhr, Landgericht München, Nympenburgerstrasse 16, Zimmer-Nr. A-231/II

Es geht um den Reggae-Song "Mei Angst" (auf der Do-CD "Babylon"), wegen dem sich Noch-Innenminister (dann wohl Ministerpräsident) Beckstein beleidigt fühlt. Es geht um Sätze wie "Ihr schürt`s den Hass von Millionen, friara waren`s Juden, heut sind`s Türken". Damals ging es Hans Söllner um die fremdenfeindliche Kampagne gegen "Mehmed", deren Ton Beckstein auch heute noch in Bierzelten beibehält. Der Vergleich von führenden Nazis mit Beckstein und Haider bezieht sich in dem Song und im Denken von Hans Söllner selbstverständlich auf die Zeit der Machtergreifung der Nazis, als die grassierende Dumpfheit der Deutschen mit Judenhass gefüttert wurde. Söllner sieht Hitler im Vergleich mit den Augen eines Deutschen 1933, und nicht aus dem Blick von 1945, als dann alle über das "Grauen" zwangsweise Bescheid wußten.
In der 1. Instanz lief alles wie üblich im CSU-Staat: Richterin Reißler glänzte mit einer Beweisführung wie sie im Augenblick wahrscheinlich in Russland oder Usbekistan üblich ist: Hitler = Massenmörder = also ist die Behauptung der Fremdenfeindlichkeit Becksteins eine Beleidigung = Verurteilung und 18000 Euro Strafe.
In der Berufungsverhandlung dann die Überraschung: Richter Hundhammer spricht Söllner frei ! Er schließt sich dem Blick der Verteidigung auf den Gesamtzusammenhang des Songs an: die Kampagne "Mehmed" sei objektiv durchaus geeignet gewesen, Fremdenfeindlichkeit in der Bevölkerung zu schüren ! Ein freier bayrischer Richter hat sich dem Druck nicht gebeugt ! Respekt !
Dann in der Revision beim Bayrischen Obersten Landesgericht wieder dasselbe wie in der 1. Instanz: mit Begründungen aus der Klippschule der Obrigkeitsmentalität wird der Freispruch aufgehoben. Das sind Begründungen, mit denen man jede künstlerische Freiheit verabschieden kann.
So also der neue Termin am Donnerstag vorm Landgericht. Wieviel Hundhammers es in der bayrischen Justiz gibt, werden wir sehen.

Da bei derartigen Verhandlungen grundsätzlich die Öffentlichkeit zugelassen ist, sollte der, der die Möglichkeit dazu hat, vielleicht einmal einschauen.
Liebe Grüße aus OÖ,
ANDREAS.

(...der übrigens auch nicht mit Herrn Söllner befreundet ist...)
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Söllner vs. Beckstein - die unendliche Geschichte...

#5

Beitrag von kmzweiein »

Morgen!
Wir haben auch einen "kleinen" Beckstein hier bei uns in Brandenburg, den stellvertretenden Ministerpräsidenten, und ehemaligen Bundeswehrgeneral, Herrn Schönbohm.
Mitunter wirkt er soger fast nett, aber was keiner weiß:
Er hat z. B. die mirikliche Gemeindegebietsreforn gegen den Willen der SPD (und fast aller Bürger, aber, daß spielt ja keine Rolle ...) durchgeprügelt. Ein sehr sinnvoller Beitrag zur Geldverbrennung, alle kotzen, aber egal - ein jeder möchte sich eben ein Denkmal setzen.
Er hat sich aber kürzlich komplett in´s Aus katapultiert mit seiner, "höchst objektiven", Analyse zum Fall einer Frankfurterin (Oder, ich meine Frankfurt an der Oder, Hessen halt still ...) die mehrere ihrer Neugeboren umgebracht hat.
Schönbohm konsternierte, daß dies wohl, ich versuche es kurz zusammenzufassen: sinngem. Zit. "... an der Proletarisierung des Ostens ... " liege. (siehe auch hier Freitag ) (Das ist zwar auch nur Propaganda, aber man bekommt mal sehr schön den Zusammenhang dargestellt ... )
Damit hat er sich im (seit "Friedrich zwo" übrigens sogar offiziell) recht liberalen Brandenburg erst mal selber in´s Aus gestellt. Aber der findet schon wieder einen Schreibtisch, und wenn nicht, als Ex-General und Ex-Politiker wird er wohl nicht verarmen.
Ich bin sicher, daß das politisch im "klugen" Süddeutschland kein Problem gewesen wäre. Das meine ich nicht mal sarkastisch, ich glaube das wirklich.
Wenn ich daran denke, daß Beckstein als Innenminister gehandelt wurde krieg ich Angst. Und ich hab schon so einiges erlebt, die DDR zum Beispiel, ich weiß also wovon ich rede wenn ich von Überwachung spreche ...
In diesem Sinne: Mich nervt diese "ewige Beckstein-Hetze" nicht. Ich finde sie sogar wichtig!
Ich empfinde die Freiheit die eigene Meinung sagen zu dürfen nicht nur als Recht, sondern auch als Verpflichtung!
Jawoll!
Und das hat gar nichts mit "Nörgeln" und "Ewigem Gemecker" zu tun. Mit Undankbarkeit schon gar nicht - was viele im Westen bis heute nicht wissen: den Solidarzuschlag müßen wir auch bezahlen, der wird uns allen abgezogen.
Über die "Stil-Frage" möchte ich mich hier ausdrücklichst nicht geäußert haben. Aber soll halt jeder labern wie ihm das Maul gewachsen ist, wichtig ist, daß er´s aufmacht.
Also:
MACHT`S MAUL AUF!
Micha
(der mal wieder gar keinen ärgern will, der nur was sagt wenn´s ihm richtig unter den Nägeln brennt ...)
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Söllner vs. Beckstein - die unendliche Geschichte...

#6

Beitrag von fille »

Guten Morgen meine Lieben,
ich habe endgültig beschlossen, in Zukunft weder Beiträge vom Politik-Forum, noch vom Söllner-Forum zu lesen.
Ich bin hier im Forum, um mich über Liedermacher auszutauschen und nicht über Politik. Ich will über meine Lieblingssänger sprechen und neue kennenlernen.
Außerdem habe ich das Gefühl (vielleicht zu Unrecht), dass es hier doch einige gibt, die immer noch einen Unterschied zwischen Nord, Süd, Ost und West machen. Das finde ich sehr traurig! :cry:
Es kommt wohl auf die einzelnen Menschen an, oder?
Na dann...
schönen Tag noch
Marianne
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Mickey
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#7

Beitrag von Mickey »

Dito,
Reto :-(
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#8

Beitrag von Nordlicht »

Hallo, Freunde !
@ Marianne & Reto:
Ich will und ich werde Eure Entscheidung nicht kommentieren, sie ist nichtsdestotrotz sehr bedauerlich. Auf diesem Wege möchte ich Euch aber dennoch zwei Dinge zu bedenken geben:
1.)
Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden ! (Rosa Luxemburg, 1871 - 1919)

2.)
In meinem Staat soll ein jeder nach seiner Facon seelig werden. (Friedrich, der Große , 1712 - 1786)


@ Michael:
Für mein Empfinden hast Du mit Deinem Posting sämtliche Nägel voll auf den Kopf getroffen. Dafür sei bedankt !

Liebe Grüße aus Oberösterreich,
ANDREAS.

(...der so einiges ziemlich schade findet...)
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#9

Beitrag von kmzweiein »

Hallo!
Offensichtlich war ich in meiner Wortwahl etwas grob und ungehobelt.
Ich möchte mich dafür entschuldigen.
Meine besten Freunde kommen übrigens aus Prien, Pirmasens, Bremen und Fredersdorf, also Süden, Westen, Norden und Osten. Gute Leute gibt es überall, Blödmänner (und Frauen) leider auch ...
Liedermacherei und Politik gehören aber für mich zusammen, mal mehr mal weniger. Wie man so schön sagt: alles kann, nix muß ...
Ich bedauere, daß ihr euch nicht mehr einmischen wollt. Unterschiedliche Meinungen machen doch die Sache erst würzig ...
Ich hoffe jedenfalls, daß meine Entschuldigung noch gelesen wird. Die ist ganz ernst gemeint.
Lieben Gruß,
Micha
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Michael
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Söllner vs. Beckstein - die unendliche Geschichte...

#10

Beitrag von Michael »

So, es ist 11 Uhr 54 und Reuters bringt die Blitzmeldung, die euch alle erfreut (Ihr wisst schon).
Michael
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Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

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Michael
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#11

Beitrag von Michael »

Oh, vielleicht doch nicht, die dpa meldet was anderes, na, warten wir's mal ab. (Aber ob Schäuble wirklich besser ist, na ja, gehört ja nicht hierher)
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Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
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Söllner vs. Beckstein - die unendliche Geschichte...

#12

Beitrag von Nordlicht »

ACHTUNG !!!
Der Prozeß- Termin
Beckstein ./. Söllner,
der ursprünglich am 13.10. stattfinden sollte, wurde vertagt !!!
Neuer Termin: Donnerstag, 15. Dezember 2005, 14:00 Uhr.
Der Eintritt ist frei!
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Söllner vs. Beckstein - die unendliche Geschichte...

#13

Beitrag von Nordlicht »

Liebe Freunde !
Zum u.a. Termin möchte ich Euch eine Presseerklärung von Söllners Rechtsanwalt (05.12.2005) zur Kenntnis bringen:

Presseerklärung zum Strafprozess gegen Hans Söllner:
Schürt Günther Beckstein Ausländerfeindlichkeit ?
(Presseerklärung zum erneuten Strafprozess gegen Hans Söllner am 15.12.2005)
Am 15.12.2005 um 14:00 Uhr findet im Zimmer A-231/II im Justizzentrum Nymphenburgerstraße 16 der vierte Aufguß eines Prozesses statt, der die Textzeile eines im Reggae- Rythmus gehaltenen Liedes von Hans Söllner zum Inhalt hat:
"Früher ham's Hitler g 'hoass’n und Himmler,
wißt's es no, heit hoassn's Beckstein und Haider,
Früher warn’s die Jud 'n, heit die Türk'n,
des kimmt's ja echt aufs selbe raus.
Ihr schürt 's den Haß von Millionen
und suachts für eure Fehler Leut'..."
Nach einer Verurteilung vor dem Amtsgericht München am 23.07.2003 (100 Tagessätze zu je € 180,00) wurde Hans Söllner auf die Berufung hin am 05.05.2004 vom Landgericht München I (Vorsitzender Richter Hundhammer) freigesprochen, wobei im Urteil ausgeführt wurde:
"...Eine isolierte Betrachtung der gegenständlichen Textzeile ist hier aber falsch. Nur im Kontext der Vorangegangenen und insbesondere der folgenden 6 Textzeilen erschließt sich der Sinn, daß nämlich vermeintliche Parallelen in der Ausländerpolitik mit dem Rassenhaß und der Massenvernichtung der Nazizeit aufgezeigt werden sollen. Nicht die Persönlichkeit und Menschenwürde des Dr. Beckstein steht im Zentrum des Angriffs, sondern dessen Politik..."
Das traditionell CSU- nahe Bayerische Oberste Landesgericht (was seine Abschaffung durch die CSU trotzdem nicht verhindern konnte) entschied am 24.02.2005 unter dem Vorsitz des Richters Frisch, dass die Angelegenheit erneut verhandelt und entschieden werden müsse. Er sah in der Textzeile des Hans Söllner eine „unwahre Tatsachenbehauptung“, das heißt Dr. Becksteins Politik sei ersichtlich mit einem völlig anderen Bereich, nämlich der Judenvernichtung der Nationalsozialisten, die mit der heutigen (Ausländer-)Politik demokratischer Politiker gleichgestellt werde, verglichen worden.
In einem früheren Gutachten zum Text von Hans Söllner hat der renommierte Philologe Prof. Dr. Erich Kleinschmidt (früher Uni München, jetzt Uni Köln), der anerkannte Veröffentlichungen zum Nationalsozialismus gemacht hat, ausgeführt, daß Hans Söllner stets sein „politisches Urteil aus der Sicht eigener Betroffenheit artikuliert", dabei "denunziatorische Äußerungen von Politikern wertend bloßstellt", ohne selbst persönlich beleidigen zu wollen.
Daß der bayerische Innenminister mit der „Kampagne Mehmet" vor der bayerischen Landtagswahl 1998 tatsächlich nicht den Einzelfall im Auge hatte, sondern die Absicht, eine ausländerfeindliche Stimmung zu schüren und auf diese Weise Werbung für seine restriktive Ausländerpolitik zu machen, wird in der Verhandlung vom 15.12.2005 unter Beweis gestellt werden.
Der Betroffene Beckstein selbst hatte dem Rechtsanwalt (und damaligen Senatsmitglied) Alexander Eberth im Juli 1998 auf einem Empfang der bayerischen Staatskanzlei persönlich mitgeteilt, bei der Aktion sei es nicht um seinen Mandanten (den als "Mehmet verschlüsselten Türken) gegangen, er habe ein "Symbol" für in Deutschland lebende Türken gebraucht, die in Deutschland leben und in München straffällig geworden sind. In seinem Auftrag habe der Oberstaatsanwalt Heimpl beim Kreisverwaltungsreferat vorgesprochen, um einen geeigneten, der sich für den Wahlkampf eigne, zu finden. Dabei seien Ihm zehn Fälle vorgelegt worden, die sich für seine Kampagne eignen - der Fall „Mehmet" sei ihm damals als der geeignete erschienen. Der Rechtsanwalt Alexander Eberth wird den Inhalt dieses Gespräches, sollte das Gericht dem Beweisantrag stattgeben, bestätigen.
München 05.12.2005
gez. Jürgen Arnold
Rechtsanwalt


Ich werde, einer bewährten Übung weiterhin folgend, auf eine Wertung der geschilderten Vorfälle in dieser Erklärung verzichten. Sie spricht ja eh für sich selbst, oder ?
Liebe Grüße aus OÖ,
ANDREAS.

(...der, muß man´s noch erwähnen, wieder einmal des nächtens arbeitet...)
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Söllner vs. Beckstein - die unendliche Geschichte...

#14

Beitrag von Nordlicht »

Liebe Freunde !
Auch, wenn das Ganze jetzt ein wenig zu einer Art "Flick- Werk" ausartet, die folgenden Infos zum Geschehen möchte ich Euch dennoch nicht vorenthalten, denn sie sind wirklich lesenswert:

WER GEHÖRT HIER EIGENTLICH VOR GERICHT ?
Ein muslimischer Deutscher arabischer Herkunft wird vom CIA unter den Augen deutscher Behörden und Politiker entführt und gefoltert. Große Empörung, zu recht. Einzige Frage, die bleibt: Warum wird das alles erst jetzt öffentlich, warum war das vorher nicht so wichtig ?!
Vor ein paar Jahren in Deutschland: Ein sechzehnjähriger Münchner Jugendlicher türkischer Herkunft, genannt "Mehmet", wird vom bayrischen Innenminister Beckstein mit großem öffentlichen Pomp zwangsweise aus seiner Heimatstadt München (wo auch seine Familie lebt) in einen fremden Staat verschleppt. Das war illegal, wie später ein deutsches Gericht feststellen wird. Aber Beckstein, der gerne bayerischer Ministerpräsident werden möchte, hatte damals seine fremdenfeindliche, gegen die türkischen Mitbürger gerichtete Kampagne für die anstehende Landtagswahl bereits im Sack. (Und bis heute hält er Fremdenfeindlichkeit , die er in Bierzelten verbreitet, für ein Mittel der Politik - wie 2005 beim Volksfest Gillamos in Abensberg)
Damals schrieb Hans Söllner seine Empörung in ein Lied: "Mei Angst" . Seitdem steht er wegen " Beleidigung " Becksteins vor Gericht , jetzt zum 4ten Mal. Wer gehört hier eigentlich vor Gericht !


Und dann gibt´s natürlich noch den Bericht vom Münchener Prozeß am 15.12.2005:

15.12.2005 - 1. Prozeßtag Beckstein vs. Hans Söllner - München, 14:00 Uhr:
Der Saal in der Nymphenburgerstrasse ist voll, einige kommen nicht mehr rein. Nach langen Formalien haben die Richterin und ihre beiden Schöffen eine gute Idee: Anhören der ganzen CD (1) von "Babylon" im Gerichtssaal ! Um zu hören, in welchem künstlerischen Gesamtzusammenhang der Song "Mei Angst" steht ! Bis hierher zumindest mal: Respekt. Man wird sehen, wie es weitergeht und was zum Schluß rauskommt. Allerdings war das Abspielgerät, der Laptop des Gerichtsdieners, schlechte Qualität, schlecht zu verstehen. Niemand kam deshalb auf die Idee den Reggae zu tanzen.
Der Verteidiger hatte dann eine bessere Idee, die auch die Richterin überzeugte: Am nächsten Verhandlungstag wird weiter "Babylon" angehört, und der Verteidiger bringt eine gescheite Anlage mit.
Dann stellte der Verteidiger zwei Anträge, über die das Gericht noch entscheiden muß:
1. Er will beweisen, daß der Anlaß des Songs von Hans Söllner, nämlich der "Fall Mehmet", von Innenminister Beckstein zu einer ausländerfeindlichen Kampagne im Wahlkampf direkt hergestellt und benutzt werden sollte. Die Zeugen Beckstein, sein Oberstaatsanwalt und "Mehmets" Verteidiger sollen geladen werden.
2. Ein Sachverständiger soll am Text und am Gesamtwerk nachweisen, daß die Auftritte und Lieder von Hans Söllner eine Kunst von unten darstellen, die in Deutschland eine eigene und große Tradition hat.
Wenn denn das Gericht diese Beweisanträge zulässt, wäre der Sachverständige Prof . Kleinschmidt, an der Universität Köln zuständig für Germanistik und Literatur.
Nach knapp drei Stunden war´s vorbei. Der 2. Tag wird festgelegt auf den 23. Dezember, um 10:00 Uhr im Saal B 177 des Landgerichts München I in der Nymphenburgerstasse.
Das wär's doch: Einen Tag vor Heiligabend, einen Tag vor seinem 50. Geburtstag, wird Hans Söllner freigesprochen, oder ?!


Das wäre es dann wirklich: Ein Sieg der Vernunft. Gäbe es ein schöneres Zeichen für Weihnachten ?
In diesem Sinne liebe Grüße aus OÖ,
ANDREAS.

(...der in dieser Sache "am Ball" bleibt...)
Dieser Beitrag enthält 589 Wörter


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Söllner vs. Beckstein - die unendliche Geschichte...

#15

Beitrag von Gitti »

Hallo Andreas,
ich hoffe und wünsche, das Söllner wirklich am 23.12. freigesprochen wird.
Was da im Moment abläuft, ist wirklich unter aller Kanone,
mal vornehm ausgedrückt.
Und ich freue mich, dass es noch Menschen gibt,
die das erkennen, auch couragiert mitziehen und nicht die Augen vor solcher Willkür verschließen.
Und für alle, die meinen, Söllner hetzt nur gegen alles und jeden,
der sollte sich wirklich mal seine Songs anhören, sie sich nicht mit Politik beschäftigen.
Liebe Grüße
Gitti
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"Hey, Freiheit muass weh doa, sonst koann mas ned lebn." (Söllner)

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Söllner vs. Beckstein - die unendliche Geschichte...

#16

Beitrag von Nordlicht »

Hallo, Gitti !
So, wie sich die Sache gerade heute anläßt, wird das endgültige Urteil wohl wirklich eines sein, das den Söllner selbst und damit auch seine Fans freut. (Bezweifeln darf man allerdings, ob die betroffenen Politiker viel aus dieser Sache und dem absehbaren Ende lernen werden...)
Zur Erinnerung hier noch einmal ein Prozeßbericht vom 15.12.05, geschrieben von einem Zuschauer:
Bericht zur Gerichtsverhandlung vom 15.12. in München:
... los gings um 13:45 Uhr, als uns die Vollzugsbeamten Richtung Sitzungssaal reinließen. Der Raum war meiner Ansicht nach von der Größe her schon okay... Die Beamten haben auch gemeint, es gäbe kaum größere oder so, keine Ahnung, ob das stimmt oder nicht. Schätzungsweise waren ca. 45 Leute dann anwesend, die alle auch, soweit ich weiß, in den Raum reingekommen sind...
Dann gings los, kurz nach 14 Uhr: aufstehen, setzen. Zunächst las die Richterin (!) den ganzen Sachverhalt vor, bißchen leise, aber grade noch so verständlich. Dann wurde der Hans zu seiner persönlichen Lebenshaltung befragt und halt alles notiert. Dann kam ein Zivil- Polizeimann dazu, der als Zeuge geladen war, dieser erzählte von seinem Besuch auf einem Konzert, ich glaube im Juli 2001, er konnte sich an nich mehr viel erinnern und verwies auf sein dreiseitiges Protokoll von damals. Er wurde auch zu den genauen Textstellen befragt, um die es gewissermaßen auch ging. Da fiel mir auf, daß er meinte, das diese erzählt gewesen seien, das kam mir komisch vor, da diese ja eigentlich eher im Lied vorkommen. Ganz sicher bin ich mir hier jedoch nicht, bitte verbessert mich, wenn es anders war.
Dann wurde die CD als Beweismittel aufgeführt... Sie wurde in einen Notebook mit einfach schlechter Soundqualität eingelegt, und wir hörten von der CD 1 "Babylon" die ersten drei Lieder (gute 34min!!), dann war 10 Minuten Pause, und danach wurden noch so alte Sachen aufgeführt, wie in früheren Fällen vom Hans entschieden wurde.
Da es mittlerweile schon ca. 16:30 Uhr war, einigten sich die Juristen und der Hans auf einen neuen Termin. Vertagt auf den 23. Dezember 2005, 10 Uhr, vorerst gleicher Ort ! Dies ist der Tag vorm Hans sein 50 Geburtstag ! An diesem Tag soll die CD 1 "Babylon" nochmals mit einer akustisch besseren Soundanlage angehört werden... (Eintritt frei). Um ca. 12 Uhr "Mittag" , kommt dann der Hans dazu.
Dann war eigentlich alles soweit fertig. Ich möchte die Stimmung zum Ende hin als ganz gut bezeichnen. auch von der Richterin war ich eher positiv überrascht, auch wenn sie sich manchmal bissal streng geäußert oder blöd geschaut hat. Es hätte schlimmer kommen können. Allerdings bin froh, daß ich nix mit so Menschen in meinem Alltag zu tun haben muß.

Insoweit entspricht dieser Bericht dem bereits eingestellten. Nun gibt es auch vom 2. Verhandlungstag eine Beschreibung, und deren Fazit läßt einen hoffen (oder, je nachdem, auch fürchten... *grins*)
FORTSETZUNG - PROZESS BECKSTEIN vs HANS SÖLLNER
Fast frei....
Heute um 10 Uhr ging der Prozeß weiter. Mit den schönen Songs von der CD "Babylon", diesmal auf besserer Anlage, die der Anwalt Jürgen Arnold zur Verfügung gestellt hat. Danach machte das Gericht eine Beratungspause und verkündete danach eigentlich schöne Sachen:
Also noch kein Urteil, sondern einen Zwischenstand der Meinungen innerhalb des dreiköpfigen Gerichts. Die vielen vergangenen Strafen der letzten Jahre (die die Richterin zu Beginn einzeln durchgegangen war) hätten zu Sammelstrafen zusammengefasst werden müssen, d.h., die tatsächlich von Hans Söllner gezahlten ca. 150.000,- Euro seien viel zu hoch gewesen. Und dann das entscheidende Argument, von der Richterin leise, aber entschlossen vorgetragen. Die Anhörung der Songs auf der CD habe ergeben, daß die Zeile "...früher hams Hitler geheißen, Himmler, heute heißen`s Beckstein und Haider..." nicht aus dem Zusammenhang innerhalb des Songs "Mei Angst" und der gesamten Lieder der CD gerissen werden könne, daß also keine besondere Hervorhebung dieser Zeile und der erwähnten Personen Beckstein und Haider vorliege, daß es sich also nicht um eine persönliche Beleidigung Becksteins handele, sondern um einen politischen und künstlerischen Ausdruck, der von der Freiheit der Meinungsäußerung wohl gedeckt sei. Deshalb, sagte die Richterin, neige das Gericht beim gegenwärtigen Stand des Prozesses zur EINSTELLUNG des Verfahrens !!
Das war nun an den Herrn Staatsanwalt gerichtet,der in der nächsten Zeit prüfen muß, ob er der Einstellung des Verfahrens zustimmt. Dafür gab ihm die Richterin gleich noch eine überzeugende Entscheidungshilfe: Falls die Staatsanwaltschaft diese Meinung nicht teile, werde der Prozeß dann am 4.1.2006 um 9 Uhr fortgesetzt. Dann würde sich das Gericht allerdings sehr interessieren für die Zeugenaussagen des Rechtsanwaltes Eberth, d.h., inwieweit der Innenminister Beckstein den Fall "Mehmet" gezielt für den bayerischen Wahlkampf habe aufbauen lassen, um ausländerfeindliche Stimmungen auszunutzen.
Da wird der Herr Staatsanwalt mit seinen Vorgesetzten und bis hin zum Herrn Beckstein einiges zu beraten haben: das könnte Öffentlichkeit für den Herrn Innnenminister bedeuten, die ihm schaden könnte. Bei den guten Beziehungen der Staatsorgane untereinander und vor allem bei dem üblichen Gehorsam gegenüber Obrigkeiten könnte man wetten:
Beckstein wird seine Staatsanwälte bewegen, der Einstellung des Verfahrens zuzustimmen (nachdem es ja bereits einen Freispruch gab).
Wir werden sehen. Sonst geht es eben am 4.1.2006 um 9:00 Uhr in der Nymphenburgerstraße weiter.

Das sind doch gute und erfreuliche Neuigkeiten für alle Fans von Söllner. Interessant ist auch noch die Berichterstattung, die in diversen Tageszeitungen veröffentlicht wurde: In "Münchener Merkur", in "Abendzeitung" und in "BILD" haben sich die Journalisten als mehr oder weniger fachkundig geoutet. (Daß sie dabei Söllner, der heute seinen 50. Geburtstag feiert, immerhin 4 Jahre jünger gemacht haben, sei da nur nebenbei erwähnt...)
Auf alle Fälle ist das irgendwie ein schönes Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk für Söllner und für uns, oder ?
In diesem Sinne viele Grüße aus Oberösterreich,
ANDREAS.

(...der sich nur fragt, warum die Justiz erst jetzt auf den richtigen Dampfer zu kommen scheint...)
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"But as long as I can see the morning,
in miracles, much more than I can say,
it´s enough to keep me still believing
in drifting hearts, so far away."

(''Book of golden stories''/ RUNRIG)

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