Prozeß

Der aus dem bayerischen Bad Reichenhall stammende Liedermacher hat sich durch seine anarchische aber konsequent querköpfige Art im gesamten deutschsprachigen Raum viele Freunde gemacht - und das obwohl er seine Lieder ausschließlich in seiner Heimatsprache - nämlich bayerisch! - singt und kein Blatt vor den Mund nimmt. In diesem Forum besteht die Möglichkeit zum Austausch...
Quelle: Foto für Forum und Banner wurden der Wikipedia entnommen: Stefan Brending (2eight) - Concertbüro Franken,Hans Söllner & Bayaman Sissdem,Konzert,Livekonzert,Livemusik,Musik,Serenadenhof
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Gitti hat dieses Thema gestartet
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Prozeß

#1

Beitrag von Gitti »

Hallo,
weiß jemand, wie der Prozeß gegen Hans Söllner heute ausgegangen ist?
Ich wünsche mir von Herzen, dass das Verfahren eingestellt wurde.
Liebe Grüße
Gitti
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"Hey, Freiheit muass weh doa, sonst koann mas ned lebn." (Söllner)

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Ulrike
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Prozeß

#2

Beitrag von Ulrike »

Hallo Gitti!
Auf seiner Homepage ist diesbezüglich leider noch nichts zu lesen.
Sobald wir etwas wissen, werden wir hier berichten, bis dahin heißt es abwarten und Tee trinken :prost:
Liebe Grüße aus Leonding
Serafina
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Alles vor dem Aber, der Text und das Gelaber ist verbal nur schlechtes Füllmaterial.

(Roger Stein)

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Nordlicht
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#3

Beitrag von Nordlicht »

Liebe Gitti !
Ich weiß nicht, wie Dein momentaner Kenntnisstand um den Prozeß ist, aber hier kurz einmal das, was aktuell bekannt ist:
Wegen dem Söllner-Prozess: Hans hat die besten Aussichten freigesprochen zu werden! Eigentlich wäre das Urteil schon am 4.01. ausgesprochen worden. Die Richterin und die Schöffen werden aber noch länger über das Urteil beraten. Nächster Termin: Donnerstag, 19.01.06 um 9.30 Uhr !!
(Quelle: http://www.hanssoellner.at)

In der Presse erschien dieser Bericht:
Abendzeitung München, 05.01.06
Liedermacher Söllner hofft
Beckstein angegriffen - aber Gericht empfiehlt, das Verfahren einzustellen
Liedermacher Hans Söllner (46) stand wieder einmal vor Gericht. Der Vorwurf: Er habe Innenminister Günter Beckstein in einem Lied als “Ausländer-Hasser” beleidigt.
Der Fall, der bereits durch zwei Instanzen lief und am 5. Mai 2004 mit einem Freispruch für Söllner vorerst endete wäre längst erledigt gewesen. Aber einen weißblauen Minister verunglimpft man nicht einfach so.
Hier eine Text-Probe: “Früher hams Hitler ghoassen und Himmler, wisst’s es no, heit hoassns Beckstein und Haider. Früher warn’s de Jud’n heit de Türk’n des kimmt’s ja echt aufs selbe raus. Ihr schürt’s den Hass von Millionen und suachts für eure Fehler Leit’…”
Söllner trällert diese Zeilen im Reggae-Rhytmus. Als der Text Beckstein zu Ohren drang, war Schluss. Anzeige. Erster Prozess war vor dem Amtsgericht im Juli 2003. Urteil: 18 000 Euro Strafe für Söllner.
Söllners Anwalt Jürgen Arnold siegte in der Berufung. Der Richter in seinem Urteil: “Eine isolierte Betrachtung der gegenständlichen Textzeilen ist hier aber falsch. Nur im Kontext … erschliesst sich der Sinn. Nicht die Persönlichkeit und Menschenwürde des Dr. Beckstein steht im Zentrum des Angriffs, sondern dessen Politik.” Anwalt Arnold: “Das traditionell CSU-nahe Oberste Landgericht entschied, dass die Angelegenheit erneut verhandelt werden muss.”
In der zweiten Runde empfahl das Gericht der Staatsanwaltschaft das Verfahren einzustellen. Es konnte nicht festgestellt werden, ob Beckstein oder dessen Funktion als Politiker Ziel der Kritik waren. Die Abschluss- Plädoyers wurden jetzt gehalten. Ein Urteil gibt es am 19. Januar.

Schön, daß die "freie Presse" den Hansi immer noch 4 Jahre jünger macht. Tut sie das, um ihn als "jugendlichen Revoluzzer und Querulanten" hinzustellen ??? *grins*
Last, but not least, das, was auf Hansis Homepage zu lesen steht:
PROZESS BECKSTEIN VS HANS SÖLLNER GEHT WEITER
Am 4.1.2006 ging es vor Gericht weiter, die Staatsanwaltschaft hatte keinen Antrag auf Einstellung des Verfahrens, wie am 23.12.05 richterlich empfohlen, gestellt. Erst Verurteilung zu 18000.- Euro, dann überraschender Freispruch, und jetzt schon wieder seit drei Tagen auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft ein neuer Prozess. Höhepunkt dieses Prozesses war die Anhörung der CD „Babylon“ und vor allem die verblüffenden Zeugenaussagen des Rechtsanwalts von „Mehmed“ mit Enthüllungen über eine rassistische Wahlkampagne Becksteins incl. Lächerlichmachung einer „Unabhängigkeit“ der Justiz.
Es geht erneut um Nicht-Wissen-Wollen: Die unglaubliche Geschichte erzählt Rechtsanwalt Alexander Eberth (Verteidiger von Mehmed) als Zeuge am 4.1.2006 morgens um 9 Uhr vor wenigen Zuschauern.
Eberth ist ein angesehener Bürger und war Mitglied des Bayrischen Senats (eine Art bayrisches Oberhaus, mittlerweile abgeschafft) und als solcher hat ihm Innenminister Beckstein am 4.7.98 beim Empfang des Landtagspräsidenten anvertraut : im Frühjahr 1998 vor den Landtagswahlen habe er seinen Staatsanwalt in das zuständige Kreisverwaltungsreferat geschickt, um einen minderjährigen, straffällig gewordenen, in München aufgewachsenen Türken zu suchen. Beckstein in völliger Offenheit : Wir mussten erst den richtigen suchen und die Chancen der Abschiebung prüfen. Wer ist am geeignetsten ?
Aus einer größeren Anzahl von Jugendlichen wurde vom Oberstaatsanwalt Mehmed rausgesucht. Es gab schlimmere ,aber es musste ein Türke sein, in München geboren. Es ging also um eine Kampagne zu den Landtagswahlen im September 1998 mit dem Thema Türken in Deutschland und wie man mit ihnen umzugehen habe.
Da Mehmed ( 14) minderjährig war wollte man seine Eltern mit dem Argument „mangelnde Aufsichtspflicht“ vorher ausweisen, damit sie den Minderjährigen als Symbol spektakulär abschieben konnten. Die Eltern lebten seit 30 Jahren unbescholten in München. Ein weiteres Problem musste gelöst werden. Mehmed saß im Knast und war zu einer Haft ohne Bewährung verurteilt, d.h. er konnte gar nicht abgeschoben werden. Also wurde die Jugendkammer für abends 19 Uhr einberufen ohne den Verteidiger zu benachrichtigen und wie von der Politik gewünscht wurde der Haftbefehl aufgehoben.
Der nicht türkische sprechende Mehmed konnte so mit großem öffentlichen Pomp in das fremde Land Türkei ausgeflogen werden. Sie können sich nicht vorstellen,sagt ein Richter zu dem Verteidiger, welchen Druck der Minister persönlich in dem Fall gemacht hat.
Rechtsanwalt Eberth ist heute noch sichtlich erschüttert über das was da an Rechtsbeugungen ganz unverblümt veranstaltet wurde. Noch mehr aber über das vollständige Schweigen der Presse und der Medien, obwohl er immer wieder versuchte die Geschichte öffentlich zu machen.
Hans Söllner hat nur die kleine Öffentlichkeit der Bühne und eines Tonträgers. Er überbrachte die Nachricht in seinem Song „Mei Angst“ : Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wird von Mächtigen ganz schamlos benutzt in diesem Land, das gefährdet den Frieden unter uns hier lebenden Bürgern. Dazu darf man nicht schweigen.
Am 19.Januar 2006 wird das Urteil verkündet beim Landgericht München in der Nymphenburgerstrasse, um 9:30 im Sitzungssaal A-231.

Es heißt also, bis zum abschließenden Urteil, das dann hoffentlich in unser aller Sinn ausfällt, noch ein paar Tage zu warten. Für einen Freispruch, denke ich, wird sich das lohnen...
Liebe Grüße aus OÖ,

ANDREAS.

(...der erfreut zur Kenntnis nimmt, daß vielleicht bei der deutschen Justiz doch einmal die Vernunft siegen könnte...)
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#4

Beitrag von Gitti »

Hallo Andreas,
gestern las ich in seinem Forum, dass die Urteilsverkündung am 19.01. erfolgt, mehr wusste ich bis dato nicht.
Ich bin überzeugt, dass er freigesprochen wird, finde das ganze sowas von albern.
Also "Danke" für die Presseberichte unseres "46-jährigen Hans", lach...
Ich muss gestehen, ich habe letzte Zeit mehr über das furchtbare Unglück in Bad Reichenhall gelesen, ich bin jetzt noch entsetzt darüber.
Aber das ist ein anderes Thema.
Am 18.03. kommt Hans Söllner nach Düsseldorf ins ZAKK, ich habe schon Karten, es hat also endlich geklappt, ich war wohl ein wenig zu voreilig, smile..., aber wann hat man schon die Gelegenheit ihn hier im Ruhrpott live zu erleben.
Ganz liebe Grüße
Brigitte
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Nordlicht
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#5

Beitrag von Nordlicht »

Liebe Gitti !
...ich habe schon Karten, es hat also endlich geklappt,...

Des g´freit mi... ;-)
Nein, im Ernst, mein Neid schleicht Dir nach ! Und obwohl es ja noch ein paar Tage sind, wünsche ich Dir jetzt schon einen schönen Abend !!!
Ich bin überzeugt, dass er freigesprochen wird, finde das ganze sowas von albern.

Stimmt, wenn das alles nicht so dermaßen traurig (und damit bezeichnend für den Zustand der meisten unserer Politiker) wäre, dann könnte man fast in Lachen ausbrechen. Gottlob sieht es ja momentan so aus, als wäre wenigstens in der Justiz - zumal in der bayerischen... *grins* - hin und wieder noch ein Fünkchen Vernunft anzutreffen. Mich würde es nur mal interessieren, wieviel Geld den Steuerzahler dieser nunmehr wohl gescheiterte "Beckstein- Privat- Rachefeldzug" gekostet hat.
Aber da trifft sich dann ja vielleicht der Hansi mit Reinhard Mey: "Alles wird gut !".
In diesem Sinne liebe Grüße aus Oberösterreich,
ANDREAS.

(...der das o.g. "Steuerzahler- Prozeß- Geld" viel besser jetzt in Bad Reichenhall als Unterstützung der Opfer angelegt gesehen hätte...)
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migoe
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#6

Beitrag von migoe »

Liebe Leut,
ich möchte Euch auf einen kurzen Bericht in der Frankfurter Rundschau hinweisen, der sich etwas kritischer zu dem Söllner-Prozeß äußert als hier gewohnt:
Donnerstag, 19. Januar, geht vorm Landgericht München der Prozess gegen den renommierten Liedermacher Hans Soellner weiter. Eingebrockt haben ihm das langwierige Strafverfahren diese Zeilen: "Früher ham's Hitler g'hoassn und Himmler/ wisst es no, heit hoassen's Beckstein und Haider/ Früher warn's die Jud'n und heit die Türk'n/ des kimmt's ja echt aufs selbe raus." Vermutlich ist Soellner stolz auf diese Verse. Tatsächlich weisen sie ihn als überragenden Poeten aus und kolossalen Diagnostiker unserer Zeitläufte. Auschwitz, Kreuzberg, des kimmt ja eh allweil aufs selbe raus, mit kleinkariertem Unterscheiden halten sich nur staatsfromme Pedanten auf, und so einer mag der wahnsinnig kritische Soellner Hansi nun mal partout nicht sein.


migoe
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Liebe Grüße aus Rothenburg

migoe | www.liedermacher-forum.de
...
Manche Menschen wollen lieber durch Lob ruiniert als durch Kritik gerettet werden.

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#7

Beitrag von Gitti »

Hallo Migoe,
diese Zeilen beziehen sich auf das Lied "Mei Angst",
und genau darum geht es in dem Prozeß,
dass hat sogar die Richterin erkannt. :-D
deswegen die Anhörung der CD.

"Es gibt keine schönen Worte für Grausamkeit und Mord, ein Nazi bleibt ein Nazi, egal an welchem Ort."
von mir ins Deutsche übersetzt :-)
Einen schönen Tag wünsch ich dir
Gitti
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Nordlicht
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#8

Beitrag von Nordlicht »

Lieber migoe !
...ich möchte Euch auf einen kurzen Bericht in der Frankfurter Rundschau hinweisen...

Vielen Dank. Es ist immer interessant zu lesen, was sich Journalisten so denken. Dieser hier versucht sich offensichtlich in einer Art von Ironie. Schade nur, daß die dann auch noch derart polemisch sein muß, so bar jeder Sachkenntnis - und nebenbei noch so entstellend vereinfachend.
"Kritische" Berichte gab es zu diesem Prozeß bereits zuhauf, sei es von der "AZ München" (s.u.) oder von der "BILD"- Zeitung. Alle "tuteten" mehr oder weniger inbrünstig ins Horn des Herrn Ministers und übersahen u.a., daß dieser Prozeß den Steuerzahler neben Nerven (vielleicht auch denen einiger Forums- Mitglieder...) vor allen eines kostet: GELD nämlich ! Denn der Herr Minister prozessiert ja als Angehöriger der bayerischen "Staats"regierung und nicht als Privatmann. Er wäre (mittlerweile bestimmt auch aus eigener Sicht...) sicherlich besser beraten gewesen, alles auf sich beruhen zu lassen, anstatt durch sein Verhalten auch noch öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Insofern macht er nämlich Werbung für Söllner - und ist damit eigentlich der "Unkritischte", oder ?
...etwas kritischer zu dem Söllner-Prozeß äußert als hier gewohnt...

Irgendwie bin ich der Auffassung, daß wir im Söllner- Forum dem Hansi vielleicht doch ein klein wenig "unkritischer" gegenüberstehen dürfen als irgendwo anders, zumal ja (wenigstens für mich und einige andere...) die Mehrzahl der Söllner- Texte auf den ggw. Zustand der Bundesrepublik durchaus zutreffen...
Liebe Grüße aus Oberösterreich von
ANDREAS.

(...der sich immer wieder von Neuem wundert, wie sehr alleine der Name "HANS SÖLLNER" zu polarisieren vermag...)
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Clemens
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#9

Beitrag von Clemens »

Liebe Gitti,
Lieber Andreas!
@ Gitti
"Es gibt keine schönen Worte für Grausamkeit und Mord, ein Nazi bleibt ein Nazi, egal an welchem Ort."
Keinerlei Widerspruch - sogar ein Wort aus berufenem Munde (nämlich Opfermunde) dazu:
"Wehret den Anfängen!"

Aber das entbindet uns nicht von der Sorgfaltspflicht - falsche oder halbwahre Aussagen schaden jedem Anliegen.
Ich breche bestimmt keine Lanze für all die unterschwellig oder offen hetzenden Menschen, welche längst wieder in Regierungskreisen gut gelitten sind.
Aber mit Unrecht (kein Zweck heiligt die Mittel) kann man kein Unrecht bekämpfen.
@ Andreas
offensichtlich in einer Art von Ironie. Schade nur, daß die dann auch noch derart polemisch sein muß, so bar jeder Sachkenntnis - und nebenbei noch so entstellend vereinfachend.
An Polemik steht das Lied von Hans Söllner (für mich!) vor der Reaktion. Und der Bezug auf den kurzen Abschnitt, welcher auch mir dem Anliegen gegenüber kontraproduktiv erscheint, lässt mich nicht zwangsläufig an der Sachkenntnis des Schreibers zweifeln.
Was heute und hier an braunem Gedankengut (nein dieses Wort sollte in diesem Fall mit Gedankenschlecht ersetzt werden) offen und unwidersprochen geäußert werden darf, das verlangt jede offene Kritik.
Aber gut gemeint ist wie so oft das Gegenstück zu gut.
Und noch ein Einspruch meinerseits:
Irgendwie bin ich der Auffassung, daß wir im Söllner- Forum dem Hansi vielleicht doch ein klein wenig "unkritischer" gegenüberstehen dürfen als irgendwo anders
Ich möchte gerade meinen Freunden oder Menschen, welche ich ob ihres Einsatzes oder ihrer Arbeit verehre, kritischer gegenüberstehen als es desinteressierte Menschen können.
Konstruktive Kritik (und wenn dies hier so gelesen wird, wie ich es meine, sollte es genau solche sein) ist Not-wendig.
Schreiben wir nicht fast alle immer wieder hier her, dass wir keine FANs sind? Nur die "dürfen" das in meinen Augen.
Und um es ein letztes Mal klarzustellen:
Ja zu jedem Kampf gegen Menschenverächter, aber deutliche Kritik an kontraproduktiven "Einlagen".
Viktor Klemperer verweist in seinem Werk "LTI" deutlich darauf, wie die Vereinfachung und missbräuchliche Lachsheit der Sprache gegenüber den Nazis ihren Weg erleichtert haben.
Früher warn's die Jud'n und heit die Türk'n/ des kimmt's ja echt aufs selbe raus.
Dieser Satz ist nicht hinzunehmen - nicht das beim Namen Nennen der heutigen braunen "Vorreiter"!
Liebe Grüße von Clemens
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...gebt mir einen Pass, wo „Erdenbewohner“ drin steht. Einfach nur „Erdenbewohner“ ... (Dota Kehr)
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#10

Beitrag von Gitti »

>>Und um es ein letztes Mal klarzustellen:
Ja zu jedem Kampf gegen Menschenverächter, aber deutliche Kritik an kontraproduktiven "Einlagen". <<
Hallo Clemens,
Ex Bundeskanzler Kohl vergleicht Wladimir Putin mit Göbbels,
Herta Däubler Gmelin vergleicht Bush mit Hitler,
Heiner Geißler ... (kein Kommentar, ist allgemein bekannt) usw. usf....
Kannst du hier nachlesen, wenn nicht schon geschehen, und noch einige kleine
Intrigen dazu:
http://www.trikont.de/news_coranto/multipart/SOELLNER_SZ_16.1.06_web.jpg
Da kommt so ein kleiner Liedermacher aus Bad Reichenhall und sagt nichts anderes. bezogen auf seine Angst, die ich übrigens auch habe,
und schon werden die Gerichte bemüht.
Vielleicht weil er langsam, aber stetig, die Menschen wachrüttelt, die Augen haben, um zu sehen, und Ohren, um zu hören?
Sorry, aber dieser blöde Prozeß kostet mein Geld, und es macht mich so langsam wütend,
genau wie die vielen anderen Prozesse, wo bei festgestellt werden soll, wieviel eine "geringe Menge" (Hanf) ist und die schikanösen Hausdurchsuchungen.
Da fass ich mich doch nur noch an den Kopf und frage mich, wo lebe ich eigentlich?
Es gibt so viele Liedermacher, die genau dasselbe singen die Hans Söllner,
es nur vornehmer ausdrücken.
Wie gesagt, es gibt ein anderes Wort für Arschloch, aber das weiß nur der Reinhard Mey. :-D
Liebe Grüße
Gitti
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#11

Beitrag von Skywise »


Gitti schrieb:
Da kommt so ein kleiner Liedermacher aus Bad Reichenhall und sagt nichts anderes. bezogen auf seine Angst, die ich übrigens auch habe,
und schon werden die Gerichte bemüht.
Nun ja, alles eine Frage der Perspektive - immerhin ist es ja nicht das erste Mal, daß Söllner mit Worten und Taten aneckt. Da kann's schon mal passieren, daß die Obrigkeit sich irgendwann mal denkt, daß da gerade ein Tropfen zuviel ins Faß gefallen ist. Er hätte auch dem zufällig vorbeischlendernden Beckstein aus Versehen hinterherfurzen können und es wäre zu einem Prozess gekommen ...
Sorry, aber dieser blöde Prozeß kostet mein Geld, und es macht mich so langsam wütend,
genau wie die vielen anderen Prozesse, wo bei festgestellt werden soll, wieviel eine "geringe Menge" (Hanf) ist und die schikanösen Hausdurchsuchungen.
Dazu könnte ich jetzt viel schreiben, aber ich laß' es lieber. Nur eins: zu einem Prozess gehören immer zwei. Salopp formuliert - einer, der sagt: "Du Drecksack!", und ein anderer, der sagt: "Wer ist hier der Drecksack?"
Gruß
Skywise
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"Ist wirklich wahr - ich hab's in meinen Träumen selbst geseh'n ..."
Herman van Veen - "Die Clowns"

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Prozeß

#12

Beitrag von Gitti »

Er hätte auch dem zufällig vorbeischlendernden Beckstein aus Versehen hinterherfurzen können und es wäre zu einem Prozess gekommen ...
lach Skywise,
das wäre ja dann persönlich gewesen.
und die Person Beckstein geht Söllner (und nicht nur ihm)
am A. vorbei, nicht aber seine Politik.
Ein kleiner, aber feiner Unterschied, wie ich finde :-D
Liebe Grüße
Gitti :hammer:
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Nordlicht
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#13

Beitrag von Nordlicht »

Lieber Clemens !
Vieles von dem, was Du hier ausgeführt hast, könnte ich ohne Problem unterschreiben, und dennoch unterscheiden wir uns ein wenig in den Schlußfolgerungen, die wir daraus ziehen. Laß mich zur Erläuterung ein "klein wenig" ausholen:
Um zunächst einmal auf diesen - auch in meinen Augen mittlerweile unsäglichen - Prozeß einzugehen: Wenn Söllner jemals gesagt hätte, daß es für ihn keinen Unterschied zwischen den aufgeführten "historischen Persönlichkeiten" und dem bayerischen Herrn Minister gibt, würde auch ich mich mit Zustimmung ein wenig schwer tun. Nur - und das bestätigt ihm ja jetzt ein bayerisches Gericht - das hat er nie getan. Man darf das Zitat nur eben nicht aus dem Kontext des betreffenden Konzertes herausreißen und es gesondert betrachten, sondern muß sich immer vor Augen halten, daß gewisse, durchaus vorhandene Parallelen ja durchaus bestehen (im Einzelnen ging es ja um den "Vorgang" Mehmet, und da gibt´s mittlerweile wirklich schockierende Einzelheiten, die es einem zumindest schwer machen, Herrn Beckstein argumentativ zu folgen) und muß die - mundartlich eingefärbte Äußerung - im logischen Zusammenhang mit den weiteren Äußerungen über die Gefahr, die aus der rechten Ecke jederzeit wieder droht, betrachten.
...falsche oder halbwahre Aussagen schaden jedem Anliegen.

Natürlich ! Nur gilt das natürlich auch für den Herrn Minister, der im zitierten Fall Mehmet die gesamte Öffentlichkeit nach jüngsten Erkenntnissen schlicht dreist angelogen hat. Ob er damit einem - vielleicht ja sogar opportunen - Anliegen "gedient" haben mag, wage ich anzuzweifeln.
Aber mit Unrecht (kein Zweck heiligt die Mittel) kann man kein Unrecht bekämpfen.

Genauso ist es. Und auch hier gilt meine vorherige Einlassung analog. Wir sollten uns einmal fragen, was im Einzelnen Aktion und was Reaktion ist. Für mein Empfinden hat Söllner reagiert. Mit seinen Mitteln, in seiner Sprache. ("Zornig, bös, in meiner Sprach, o Gott, wia guat des tuat...") Nun ist Söllner ja nicht nur Texter, Sänger und Liedermacher, sondern in vielerlei Hinsicht auch Kabarettist. Und so ist eine Überspitzung seines Anliegens, auch ein "böses" Austeilen, durchaus legitim. (Ich war ein großer Anhänger der "Münchener Lach- und Schießgesellschaft" zur Zeit der Besetzung Basedow / Jonas / Busse / Venske / Küster. Auch da wurde manches Mal kräftig eingeschenkt. Nur: die betroffenen, kritisierten Politiker machten - selbst, wenn sie im Publikum saßen - gute Mine zum bösen Spiel. Keinem wäre es eingefallen, ob manchen Spruches die Justiz anzurufen...)
...(kein Zweck heiligt die Mittel)...

In dieser Ansicht differieren wir. Für mich heiligt der Zweck in künstlerischer Hinsicht jedes Mittel, will sagen: Satire darf, für mein Emfinden, alles. Nur, wenn einem das Lachen im Hals steckenbleibt, besteht die Chance, etwas zu erreichen. (Zitat Söllner: "Wißt´s Ihr jetzt, warum´s Ihr g´lacht habt ?" als Frage an sein Publikum...)
An Polemik steht das Lied von Hans Söllner (für mich!) vor der Reaktion...

Gut möglich, zugegeben. Nur: das Lied wiederum war eine Re- Aktion auf Becksteins Gerede und auf sein Tun. Und Beckstein ist, speziell in Bierzelten und im Bereich der "Stammtisch- Luftherrschaft" ein Polemiker reinsten Wassers, der dies auch noch freizügig zugibt. Er tut dies, um politischen Nutzen daraus ziehen zu können. Als Politiker hat er aber auch eine gewisse Verpflichtung zur (zumindest) Aufrichtigkeit. Das dürfen Du und ich und alle anderen Menschen erwarten. Vom Kabarettisten - in diesem Falle also Söllner - erwartet man dies nicht unbedingt.
Ich möchte gerade meinen Freunden oder Menschen, welche ich ob ihres Einsatzes oder ihrer Arbeit verehre, kritischer gegenüberstehen als es desinteressierte Menschen können.

Ja und nein. Ich erwarte von Künstlern wie Söllner, die sich zu einem guten Teil auch politische Statements auf ihre Fahnen schreiben, zunächst einmal die "brutalstmögliche" Hinweiskraft auf zum Teil verderbliches Handeln von Menschen, die sich honorig in der Öffentlichkeit gerieren. Daß dies auch Überspitzungen beinhaltet, das nehme ich gerne hin. Und Söllners Ansichten zur Humanität, zum Umgang miteinander, den kann ich nur unterschreiben. Einen "Ausrutscher" wie in Sachen Beckstein - wenn man es denn als solchen werten will - nehme ich dabei lieber in Kauf als eine populistische Handlung Becksteins wie im Falle "Mehmet", bei der er lieber die Zerstörung ausländischer Familien in Kauf nimmt, als von seinen geheiligten "Werten" abzurücken.
Konstruktive Kritik (und wenn dies hier so gelesen wird, wie ich es meine, sollte es genau solche sein) ist Not-wendig.

Ohne Zweifel. Nur sehe ich auch solche umstrittenen Aussagen wie die vom Söllner Hansi durchaus als solche "konstruktive Kritik", denn sie rüttelt auf. Wenn schon nicht Beckstein, dann doch uns, wie auch immer wir letztlich zu solchen Äußerungen stehen mögen. Insofern - und das wird mir jetzt beim Schreiben deutlich - hat Beckstein uns allen mit seiner Haltung vielleicht sogar einen wenn auch schwer erkennbaren Gefallen getan.
Ja zu jedem Kampf gegen Menschenverächter, aber deutliche Kritik an kontraproduktiven "Einlagen".

Das ist absolut richtig, bedeutet aber zumindest für mich: Kampf gegen Aktionen a la Beckstein (versteh mich richtig: NICHT Kampf gegen Beckstein !!!), deutliche Kritik am Verhalten dieses "Volksvertreters" - und damit letztlich Zustimmung zu Söllners Haltung. Und insofern ist der Vergleich "...früher warn´s de Juden, heit de Türk´n..." für mich nicht nur hinnehmbar, sondern absolut zulässig und durchaus vertretbar. Es geht um die zugrunde liegende Geisteshaltung.
...der heutigen braunen "Vorreiter"!

Ich glaube, daß es nun deutlich ist: Ich würde Herrn Beckstein niemals als "braunen Vorreiter" sehen. Ich befürchte nur, daß in seinen Äußerungen genau das Potential steckt, daß den genannten Vorreitern den Weg erleichtert. Das sollte er - als demokratischer Politiker zumindest - selber erkennen. Denn ich bin auch davon überzeugt, daß er nicht dumm ist. Im Gegenteil ! Aber das macht ihn bzw. seine Haltung kein Jota weniger gefährlich. Und das macht Widerstand a la Söllner um so deutlicher geboten !
Schreiben wir nicht fast alle immer wieder hier her, dass wir keine FANs sind?

Mmmmhhh. Und was mich betrifft: Ich bin kein "FAN", denn das kommt von "fanatisch". Aber beim Söllner bin ich an dem, was einen "Fan" ausmachen mag, schon recht nah dran. Ich werde dennoch, auch wenn mancher mir dies absprechen mag, für mich selber denken und für mich selber zu Ergebnissen kommen. Das kann auch ein Hans Söllner nicht für mich erledigen. (Herr Beckstein allerdings genauso wenig...)

@ Skywise:
...immerhin ist es ja nicht das erste Mal, daß Söllner mit Worten und Taten aneckt.

Eigentlich "eckt" er nur mit Worten an. Aber auch nur dort, wo es Not tut. Und "anecken" kann man ja auch nur dann, wenn man ein Profil hat. Da sehe ich bei vielen Politikern, gleich welcher Coleur, heute allerdings dringendsten Nachholbedarf.
Er hätte auch dem zufällig vorbeischlendernden Beckstein aus Versehen hinterherfurzen können und es wäre zu einem Prozess gekommen...

Es kann eben der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem "bösen" Politiker nicht gefällt. Tante Volksmund hat manchmal auch in diesem Bereich recht...
Dazu könnte ich jetzt viel schreiben, aber ich laß' es lieber.

Schade eigentlich. Aber das hab ich ja jetzt erledigt... :-D:-D:-D
Nur eins: zu einem Prozess gehören immer zwei.

Drei sogar. Es braucht auch noch einen Richter, der einen Prozeß zuläßt. Und dann versucht, Recht zu sprechen. (Wobei es in diesem Falle eben letztlich nicht ein und derselbe Richter war...)

FAZIT: Irgendwie ist es doch schon super, daß eine solche Diskussion geführt wird - nur so werden wir uns darüber klar, was noch "faul" ist im Staate... Und da gibt´s so einiges, oder ? Eben !
In diesem Sinne viele, liebe Grüße aus Oberösterreich von
ANDREAS.

(...der manchmal den Verdacht hat, daß er politisch ein wenig links stehen könnte... :-D)
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#14

Beitrag von Clemens »

Liebe Gitti, Lieber Andreas,
direkt angesprochen versuche ich so kurz wie möglich mein (!) letztes Wort in dieser Diskussion zu finden...
Offensichtlich sind wir uns im Anliegen sehr nah, aber in der Bewertung der erlaubten "Bandagen" weit entfernt.
1.) Auch ich finde die Bemühung eines Gerichtes völlig unverhältnismäßig, zumal wir für einen millionenschiebenden Herrn Kohl nicht einmal eine Beugehaft zustande bringen, und wohl niemand aus der Justiz noch ernsthaft danach fragt, wie Herr Barschel und Jene, welche die Umstände seines Todes wirklich aufklären wollten, ums Leben kamen.
2.) Ich finde es gut, wenn Hans Söllner Ross und Reiter beim Namen nennt. Wenn er dabei riskiert von der Scheuklappen - behafteten Mehrheit zur "Verantwortung" gezogen zu werden, fordert mir das Hochachtung ab. (Ja, die Mehrheit!, denn wir wählen doch die Verantwortlichen...)
Wenn jemand einen lebenden Politiker wie Busch, Putin oder auch Beckstein mit Naziverbrechern vergleicht, empfinde ich (!) dies vor dem Hintergrund unserer Geschichte als deplaziert, auch wenn parallele Handlungsweisen nicht zu übersehen sind. Der empörte Aufschrei zeigt ja in aller Regel auf, wie treffsicher das Körnchen Wahrheit ankommt.
Aber die genannten Personen können sich ja wehren. Im schönsten, aber leider auch unwarscheinlichsten, Falle könnten Sie sogar einmal ungeschützt in den Spiegel sehen...
3.) Mein einziger Kritikpunkt bleibt der "Opfervergleich".
Die getöteten Opfer des Nazireiches können sich nicht mehr wehren. Allein deswegen verbietet sich jeder Vergleich mit dem was Menschen heute Menschen antun.
Niemand vergleicht ohne zu werten.
Es geht nicht darum, dass die Masssenmorde in Bosnien, Afghanistan, im Irak oder wo immer auf der Welt, oder auch "nur" der Mord an einem "Ausländer" weniger oder mehr schlimm wären. Jeder Einzelne ist SEINEN unvergleichbaren Tod gestorben.
4.) Wir können uns nicht mehr vor diese Opfer stellen
Aber wir könne uns von Söllner, Mey und "Co" mitnehmen lassen beim Bau eines Schutzwalles vor neue Opfer. Denn wenn wir das nicht tun, gehören WIR SELBST schon zu den Vor-be-reitern , welche einen Weg ebnen für die braune Flut. Die ist da - und nicht erst seit dem Einzug in unseren Dresdner Landtag überdeutlich zu sehen.
(P.s.: das "-be-" hab ich nachträglich eingefügt, weil ich bemerkt habe, dass Vorreiter oft nicht nur den Weg bereiten, sondern auch besonders eigenständig vorauspreschen ...)
Liebe Grüße von Clemens :-)
P.P.s.: Womit bewiesen wäre, das "kurz" ein relativer Begriff ist...
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Skywise
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Prozeß

#15

Beitrag von Skywise »


Nordlicht schrieb:
...immerhin ist es ja nicht das erste Mal, daß Söllner mit Worten und Taten aneckt.

Eigentlich "eckt" er nur mit Worten an. Aber auch nur dort, wo es Not tut. Und "anecken" kann man ja auch nur dann, wenn man ein Profil hat. Da sehe ich bei vielen Politikern, gleich welcher Coleur, heute allerdings dringendsten Nachholbedarf.
Anecken kann man auch, wenn man der allerletzte Depp ist. Dazu gehört noch nicht mal Talent - Herr Stoiber ist vor nicht allzu langer Zeit auch einige Male angeeckt, trotzdem gehört er zu den Menschen, denen ich noch nicht mal ansatzweise ein Profil unterstellen würde :-D
@topic:
www.laut.de berichtet vom Ende des Prozesses.
Gruß
Skywise
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Nordlicht
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#16

Beitrag von Nordlicht »

Liebe Freunde !
Nun ist der Prozeß - hoffentlich - dann doch zu Ende gegangen, und obwohl irgendwie ein Freispruch oder zumindest eine Einstellung erwartet wurden, muß der Söllner Hansi zahlen. Gottlob bei weitem nicht soviel, wie sich der Herr B. vielleicht insgeheim erhofft hat. Man mag drüber denken, wie man will: ob "Recht" wirklich "Gerechtigkeit" bedeutet und man vor einem Gericht wirklich mehr erwarten darf als nur ein Urteil, erscheint so irgendwie fraglich... Vielleicht will die Richterin ja tatsächlich nur ihren Job behalten.
Ein paar Presseberichte - auch kritische ! - gibt es hier:
SZ - online
BILD
Münchener Merkur
Abendzeitung München
Süddeutsche Zeitung
Neue Westfälische
Süd- Kurier
TZ - Tageszeitung München
Nordbayerischer Kurier
Der Standard
Tirol online
Mittelbayerische Zeitung
ngo - online
Helgoländer Vorbote
Aichacher Nachrichten
Links- Zeitung
e110
br - online
Kleine Zeitung
Salzburger Nachrichten
So, damit dürfte wohl erst einmal für ausreichend Lesestoff gesorgt sein...
:-D:-D:-D
Wer sich noch direkter informieren möchte, dem seien hier noch einmal die Hans Söllner- Homepage oder die (für mein Empfinden beste) Hans Söllner- Fanpage empfohlen.
In diesem Sinne viele Grüße aus Oberösterreich von
ANDREAS.

(...der das Urteil zwar versteht, aber die Gründe dafür nachzuvollziehen sich nicht in der Lage sieht...)

PS: Wer mehr auf "hören" als auf "lesen" steht, sollte es einmal HIER probieren...
Dieser Beitrag enthält 224 Wörter


"But as long as I can see the morning,
in miracles, much more than I can say,
it´s enough to keep me still believing
in drifting hearts, so far away."

(''Book of golden stories''/ RUNRIG)

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