Gedenkveranstaltung für Ulrich Roski am 03.10.2005

Bild
Ulrich Roski (* 4. März 1944 in Prüm in der Eifel; † 20. Februar 2003 in Berlin) war ein deutscher Liedermacher, der seine größten Erfolge in den 1970er Jahren hatte.
Benutzeravatar
Nordlicht hat dieses Thema gestartet
...hat schon mal ein LT organisiert
Beiträge: 647
Registriert: So 16. Feb 2003, 22:31
Themen: 82

Gedenkveranstaltung für Ulrich Roski am 03.10.2005

#1

Beitrag von Nordlicht »

Hallo, Ihr Alle !
Auf der Homepage von Ulrich Roski fand ich kürzlich die Ankündigung einer Gedenkveranstaltung am 03. OKTOBER 2005 für den am 20.02.2003 verstorbenen Künstler, die ich Euch keinesfalls vorenthalten möchte:
Ulrich Roski Memorial 2005
„Roski rockt“
Zweite „Werkschau“ – „Alle“ singen Ulrich Roski
Eine Benefiz-Veranstaltung für die Deutsche Krebshilfe
mit Martina Brandl, Evi & das Tier, Manfred Maurenbrecher, Horst Evers, Corinne Douarre, Sarah Schmidt, MTS, Markus von Schwerin u.a.
„Des Pudels Kern“, „Der kleine Mann von der Straße“, „Selbst ist der Mann“ – vieler Menschen Jugend wurde in den Siebziger-Jahren von Ulrich Roskis Liedern begleitet.
Ulrich Roski verstarb am 20. Februar 2003, doch sang- und klanglos soll der Berliner Liedermacher nicht aus Berlin verschwinden. Im April 2004 fand die erste Gedenkveranstaltung mit großem Erfolg in der ausverkauften Berliner Kalkscheune statt.
Am Montag, den 3.10.2005 gibt es nun die „Zweite Werkschau“ – moderiert von Martina Brandl singen und lesen Künstler der Berliner Kleinkunstszene Texte von Ulrich Roski.
Sarkasmus, Trockenheit, Gemeinheit und fantasievolle Wortkreationen zeichneten Ulrich Roski aus – vor wie auch nach seiner stimmraubenden Krebserkrankung. Nach Fernsehauftritten in den 70er Jahren, Radio-Moderationen und Konzerten beendete Roski seine Karriere gemeinsam mit jungen Künstlern wie Evi & das Tier, Martina Brandl und Unsere Lieblinge und gönnte sich zuletzt noch den autobiographischen Roman „In vollen Zügen“.
Für Nostalgiker der fast ausgestorbenen Liedermacherei und historisch geneigte Postmoderner gibt es die „Werkschau“ des urgesteinigen Liedermachers dessen Zitate noch Jahre später in den Köpfen schwirren. Ein Abend der kulturellen Überlappung – die Künstler verleihen den Texten ihre persönliche Note mit der kreativen Tönung des modernen Lieds.

• Termin: Montag, 3. Oktober, Beginn 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr
• Ort: Kalkscheune, Johannisstr. 2, 10117 Berlin
• Karten: 030 – 5900 4340, www.kalkscheune.de, Theaterkassen
• Eintritt: € 13 /erm. 8
• Teilnehmende Künstler: Martina Brandl, Evi & das Tier, Manfred Maurenbrecher, Horst Evers, Corinne Douarre, Sarah Schmidt, MTS, Markus von Schwerin u.a.
• Weitere Infos: www.uroski.de
Benefiz für die Deutsche Krebshilfe
• 2 Euro des Eintrittspreises gehen der Deutschen Krebshilfe zu
• Versteigerung vergriffener LP-Letztexemplare und Bücher-Verkauf zugunsten der Krebshilfe

vorläufiges Programm 3.10. „Ulrich Roski“
Moderation: Martina Brandl
Evi & das Tier
Te quiero
Martina Brandl
Eröffnung/Begrüßung
Sarah Schmidt
Reise an die Fruntz
Markus von Schwerin
Lutz from the woods
Schöner wohnen
Claas Engels
I am a lonesome rider
Evi & das Tier
Richtig viel Geld
Martina Brandl
Benefiz für Berliner Krebshilfe
Text (C. Engels): Glück kann man nicht kaufen

Horst Evers
Lesbos
Horst Evers, Evi & das Tier, Kim Eustice, Sandra Roski
Ein schöner Fang
PAUSE
Martina Brandl
Selbst ist der Mann
Des Pudels Kern

MTS
Der kleine Mann von der Straße
Des Schleusenwärters blindes Töchterlein
Detlef Wulff
Aber bitte nicht so laut
Sarah Schmidt
Sonntagsjäger
Schwoches gehen essen
Sandra Roski / Claudia Nentwich / Kim Eustice
Oben wohnt einer
Corinne Douarre
Fishy Blues
Gib mir Feuer, heiße Frau
Am liebsten wär ich tot

Manfred Maurenbrecher
Das macht mein athletischer Körperbau
Es kann der Frömmste nicht ...

Zugaben:

Martina Brandl / Corinne Douarre / Evi & das Tier / Sandra Roski
Ein schöner Fang – Disko-Version.

LP-Versteigerung: „Man kommt viel rum“, „Das ist der Dank“ (2x), „Der kleine Mann von der Straße“, „Dass dich nicht die Schweine beißen“, „Die Kuh muss vom Eis“, „Spinatwachteln im Schlafrock“, „Der nächste bitte“ (2x)

ULRICH ROSKI
Ulrich Roski wurde aufgrund widriger Umstände 1944 in Prüm in der Eifel geboren, siedelte aber bereits im rüstigen Alter von sechs Monaten nach Berlin um, wo er seither beheimatet war.
Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er bereits auf der Grundschule, wo er im Musical „Der Puddingprinz“ als Jungkoch eine tragende Rolle übernahm, allerdings eine stumme: er trug die Puddingform. Eine gewisse Affinität zu Herd und Küche ist ihm seither geblieben, was sich zuweilen auch in seinen Texten niederschlägt.
Nach seinem Schulabschluss am Französischen Gymnasium wechselte er vorübergehend an die Sorbonne in Paris, wo er die französische Sprache und Lebensart studierte. Diese Studien erweiterte er dann, reumütig nach Berlin zurückgekehrt, im Fach Germanistik an der Freien Universität.
Nebenbei verdiente er sich ein Zubrot als Sänger, Gitarrist und Klavierspieler in einschlägigen Folklore - Clubs. Da seine selbstverfassten Lieder beim Publikum auf einen erfreulichen Widerhall stießen, widmete er sich mehr und mehr dem künstlerischen Schaffen und verfehlte unversehens sein angestrebtes Studienziel: ein fast schon pensionsberechtigter Studienrat blieb auf der Strecke.
Nach den ersten erfolgreichen Platten begann in den siebziger Jahren ein unverhoffter Aufstieg, der ihn in große Konzertsäle führte, unter anderem auch zu seinem Traumziel, einem Konzertabend in der Berliner Philharmonie.
Roskis Lieder befassen sich seit jeher mit den Tücken und Unwägbarkeiten des Alltags, und jede Anregung durch das „richtige Leben“ wird dankbar aufgenommen.
Neben seinen Liedern und Bühnentexten hat Ulrich Roski auch eine Reihe von Sketchen und Kurzhörspielen für Rundfunk und Fernsehen verfasst und sich auch als Kinderbuchautor betätigt.
Auch der bittere Befund eines Zungenkarzinoms im Jahre 1998 konnte ihn nicht von der Bühne holen. Zwar hatte ihn seine Gesangsstimme verlassen, doch so wie die Katze das Mausen nicht lässt, mochte Ulrich Roski das Singen nicht lassen. So hat er denn für die ihm verbliebenen fünf bis sechs Rest- oder Brummeltöne eigens einen Gesangsstil entwickelt, der nicht eines gewissen makabren Reizes entbehrte.
Er wandte sich vermehrt dem gesprochenen Wort zu und suchte sich für den Vortrag seiner Lieder junge charmante Bühnenpartner wie „Evi & das Tier“ und „Unsere Lieblinge“, mit denen er fortan sein Programm bestritt.
Die Inhalte haben sich ein wenig verändert, die Beobachtung des Alltags wurde subtiler, Schicksalsschläge öffnen Auge und Ohr für eine Menge Dinge, die man vorher so nicht wahrgenommen hat.
Auch die immanente Komik des Krankenhausbetriebes, die Absonderlichkeit der Ärzteschaft im allgemeinen und der medizinisch-pädagogischen Maßnahmen zur Wiederherstellung von Körper und Seele im besonderen, fielen seinem Sarkasmus zum Opfer.
2002 erneut ans Krankenbett gefesselt, beendete er seinen autobiographischen Roman „In vollen Zügen“ und erlag am 20.2.2003 den Folgen seiner Krankheit.

Ich denke, daß es sich für die, die Zeit und/oder Gelegenheit haben, an diesem Termin teilzunehmen, durchaus lohnen wird. Im Voraus denen schon mal "viel Spaß".
Liebe Grüße aus OÖ,
ANDREAS.

(...der gern dabei wäre...)
Dieser Beitrag enthält 1079 Wörter


"But as long as I can see the morning,
in miracles, much more than I can say,
it´s enough to keep me still believing
in drifting hearts, so far away."

(''Book of golden stories''/ RUNRIG)

Benutzeravatar
Petra
Administrator
Administrator
Beiträge: 2945
Registriert: Di 4. Mär 2003, 21:36
Themen: 202
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Gedenkveranstaltung für Ulrich Roski am 03.10.2005

#2

Beitrag von Petra »

Nach seinem Schulabschluss am Französischen Gymnasium wechselte er vorübergehend an die Sorbonne in Paris, wo er die französische Sprache und Lebensart studierte.

Ein kleines Detail, das natürlich in Roskis Biographie nichts zu suchen hat, aber RM-Freunde evtl. interessiert:
Vom Jahrgang her ist es eher unwahrscheinlich, aber eine 'Ehrenrunde' hat es möglich gemacht, dass Reinhard Mey, der ja auch das Französische Gymansium besucht hat, in der gleichen Klasse wie Ulirich Roski gelandet ist, der ihm insbesondere im Fach Musik oft sehr behilflich war. Auf die Sorbonne hat es Reinhard Mey allerdings nicht geschafft, auch wenn das hie und da zu lesen ist (oder früher zu lesen war). Diese Schulklasse muss überhaupt etwas Besonderes gewesen sein, da haben es noch mehr Mitschüler 'zu etwas gebracht', wie man in einer TV-Sendung der Serie 'Klassentreffen' erfahren konnte.
Er wandte sich vermehrt dem gesprochenen Wort zu und suchte sich für den Vortrag seiner Lieder junge charmante Bühnenpartner wie „Evi & das Tier“ und „Unsere Lieblinge“, mit denen er fortan sein Programm bestritt.

Von seinem Programm mit den Musikern 'Unsere Lieblinge' wurde bei der Münchner Lach- und Schießgesellschaft die CD 'Ich lerne sprechen' aufgenommen. Auch mich haben Zitate von Ulrich Roski in meiner Jugend begleitet und er hatte nichts verlernt. Die Anschaffung dieser CD habe ich nicht bereut; mit rabenschwarzem Galgenhumor berichtet er von kranken Schwestern, kranken Pflegern und einer Gesellschaft, die dringend einer Therapie bedürfte. Auf der ersten Seite des Booklets findet man ein Gedicht:
HEDWIG HUSTET
NORA NIEST
RITA RÖCHELT
EFFI BRIEST
:-D Ulrich Roski halt.......
Viele Grüße von Petra, die auch gerne dabei wäre.
Dieser Beitrag enthält 278 Wörter


Man würde nie mehr Waffen schärfen,
wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
(Christian Grote - Chrizz)

Antworten

Zurück zu „Roski, Ulrich“