Umfrage und Meinungen zu "Das Haus an der Ampel" (VÖ 29. Mai 2020)

In diesem Thema sammeln wir die Meinungen zum neuen Album und starten eine Umfrage zu den Favoriten

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und seit Ende der 1960er Jahre einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.
Quelle: Wikipedia mit Stand vom 20.06.2019 | Foto für Banner und Forum: Sven-Sebastian Sajak Deutsche Wikipedia
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Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella mit der er drei Kinder hat.

Meine Favoriten auf dem Album "Das Haus an der Ampel" sind...

Umfrage endete am Do 2. Jul 2020, 12:53

Im Hotel zum ewigen Gang der Gezeiten (Album)
4
6%
Im Hotel zum ewigen Gang der Gezeiten (Skizzenbuch)
4
6%
An meinen Bleistift (Album)
1
2%
An meinen Bleistift (Skizzenbuch)
2
3%
Das Haus an der Ampel (Album)
1
2%
Das Haus an der Ampel (Skizzenbuch
4
6%
Der Vater und das Kind (Album)
2
3%
Der Vater und das Kind (Skizzenbuch)
6
9%
In Wien (Album)
2
3%
In Wien (Skizzenbuch)
2
3%
Bleib bei mir (Album)
0
Keine Stimmen
Bleib bei mir (Skizzenbuch)
2
3%
Häng Dein Herz nicht an einen Hund (Album)
3
5%
Häng Dein Herz nicht an einen Hund (Skizzenbuch)
0
Keine Stimmen
Glück ist, wenn Du Freunde hast (Album)
3
5%
Glück ist, wenn Du Freunde hast (Skizzenbuch)
0
Keine Stimmen
Menschen, die Eis essen (Album)
0
Keine Stimmen
Menschen, die Eis essen (Skizzenbuch)
1
2%
Ich liebe es, unter Menschen zu sein (Album)
1
2%
Ich liebe es, unter Menschen zu sein (Skizzenbuch)
0
Keine Stimmen
Gerhard und Frank (Album)
3
5%
Gerhard und Frank (Skizzenbuch)
4
6%
Wiegenlied (Album)
1
2%
Wiegenlied (Skizzenbuch)
1
2%
Wir haben jedem Kind ein Haus gegeben (Album)
2
3%
Wir haben jedem Kind ein Haus gegeben (Skizzenbuch)
6
9%
Zimmer mit Aussicht (Album)
1
2%
Zimmer mit Aussicht (Skizzenbuch)
0
Keine Stimmen
Was will ich mehr (Album)
1
2%
Was will ich mehr (Skizzenbuch)
3
5%
Scarlet Ribbons (Album)
0
Keine Stimmen
Scarlet Ribbons (Skizzenbuch)
0
Keine Stimmen
Ich mag vor allem das "normale Album"
0
Keine Stimmen
Ich mag vor allem das "Skizzenbuch"
6
9%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 66

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Viktor hat dieses Thema gestartet
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Umfrage und Meinungen zu "Das Haus an der Ampel" (VÖ 29. Mai 2020)

#1

Beitrag von Viktor »

Ich glaube, wir haben einen Promo-Text!
Mit Datum 19. Mai erscheint nämlich an jeder Ecke (auch bei Onlineshops) ein gewisser Text, der offenbar von der Promo-Agentur Werft herausgegeben worden ist, aber manchmal in Musik-Blogs den Anschein einer Rezension erweckt (eine Plage, wie ich finde!).

Ich fand ihn z.B. hier Reinhard Mey mit neuem Album “Das Haus an der Ampel”: Zwei sehr unterschiedliche CDs mit denselben Liedern (19. Mai 2020, musicheadquarter.de)

Der Text verrät / spoilert uns nicht viel Neues. Wer wissen will, welches konkrete Haus "das Haus an der Ampel" ist, kann es dort aber nachlesen. Ansonsten wird das Album in oft allumfassenden allgemeingültigen Kategorien vage umschrieben, etwa so:
In seinen Liedern ist Reinhard Mey bis heute immer er selbst geblieben, ist ein Hüter der bedrohten Schätze Glaubwürdigkeit und Vertrauen, Sänger der Menschlichkeit, der Freundschaft und der Wahrheit, auch der unbequemen. Wenn er seine Geschichten in diesen 15 neuen meisterhaften Liedern besingt, erspürt man[,] wie seine Gedanken in Erinnerungen und Lebenseinsichten kreisen [...].

Unter diesem Link hat ein Autor offenbar den Promo-Text im Mittelteil durch seine eigenen Eindrücke ergänzt und einen unsäglichen Frankenstein-Beitrag erschaffen:

Unbekannt/ People nStuff - Neues Album von Reinhard Mey kommt im Mai: Entspannter Geschichtenerzähler (3. April 2020, wahrscheinlich nachträglich editiert?, musicnstuff.de)
In dem Eigenbeitrag-Anteil in der Mitte (er beginnt mit "Reinhard Mey trägt uns auf" und endet mit "den auch schon Künstler wie Jim Reeves und Harry Belafonte interpretiert haben.") geht der Verfasser auf den Inhalt einzelner Lieder ein, etwa - Spoiler alert! - so auf das offenbar satirische "Ich liebe es, unter Menschen zu sein":
Mey zeichnet mit ironischem Unterton ein zünftiges Bild davon, wie dieses Land gerade tickt. Er seziert das gemeine Großstadtleben, besingt unflätigen Schülerspott, eine unfreiwillige Bierdusche von einem schwankenden Trunkenbold und knüppelschwingende „Glatzen-Gefahr“. Doch die Rettung aus dem FC-Sankt-Pauli-Block naht - „You never walk alone“.

Und hier auch mal ein echtes Online-Presse-Feedback in Form einer Rezension:

Markus Huber - Reinhard Mey - Das Haus an der Ampel: Im Mai, im Mai (21. Mai 2020, plattentests.de)
Diese Rezension verrät über manch weiteren Song, was das jeweilige grundlegende Thema ist, etwa über "In Wien" oder "Der Vater und das Kind", was meine Neugier ordentlich anstachelt. Ansonsten habe ich das Gefühl, ist der Verfasser etwas arg mit Reinhards Person und Art im Allgemeinen beschäftigt...
Zum 2-CD-Konzept schreibt er dies:
Weil aber auch die regulären Studioaufnahmen bis auf wenige Ausnahmen eher sparsam instrumentiert sind, fällt der Unterschied zu den Unplugged-Versionen im "Skizzenbuch" auf CD2 in den meisten Fällen nicht besonders ins Gewicht.
Also *das* kann ich mir, auch ohne die CDs zu kennen, kaum vorstellen; es muss der Eindruck eines Hörers sein, der sonst viel fettere, lautere Musik gewohnt ist.


Und noch ein Print-Interview!

Interview mit Jürgen Wittner: Im Augenblick des Glücks (19. Mai 2020, Kulturnews [S. 12!])
Es ist kurz, aber immerhin kostenlos, ha. Es geht auch auf konkrete Lieder ein, manchmal sind die (nicht allzu originellen) Fragen aber länger als die Antworten. Am besten gefällt mir diese Antwort auf die oft gefragte "zu-wenig-politisch?-Frage":
Es ist alles Politik, und meine Lieder waren immer politisch, man muss nur richtig hinhören, sie sind leise und legen doch den Finger in die Wunde. Ich lebe ja nicht im Elfenbeinturm, ich habe Kinder erzogen, die verschiedene Bildungseinrichtungen besuchten, Eltern begleitet, durch ein krankes Kind lange Jahre mit Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Krankenkassen und sehr zugewandtem Pflegepersonal Kontakt gehabt, und zu diesen Themen habe ich geschrieben, weil ich gern über Dinge schreibe, von denen ich etwas verstehe, natürlich auf meine Art und Weise.
Dieser Beitrag enthält 631 Wörter


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migoe
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Reinhard Mey - Das Haus an der Ampel (VÖ 8. Mai 2020)

#2

Beitrag von migoe »

Die Kleine Zeitung aus Österreich hat dem neuen Album eine freundliche Rezension ganz ohne offiziellen Marketingsprech gewidmet.

Reinhard Mey_ Der Liedermacher meldet sich mit 28. Studioalbum zurück « kleinezeitung.at.jpg

► Text zeigen

Übrigens listet die deutsche Wikipedia alle jemals von Reinhard Mey veröffentlichten Alben auf, was für diejenigen vielleicht interessant und wichtig sein könnte, die hier auf dem Forum behaupten, das Album "Das Haus an der Ampel" wäre Studioalbum Nr. 27 :pfeifen: (ich nenne keine Namen :hahaha: )
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Rike
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Reinhard Mey - Das Haus an der Ampel (VÖ 8. Mai 2020)

#3

Beitrag von Rike »

Hallo zusammen,
für diejenigen, die noch warten müssen: meine Vorfreude war schon groß, meine Freude über die neuen Lieder ist noch größer :-) :yeah:

Aber ich will jetzt noch nicht zuviel verraten - vielleicht schreibe ich in ein paar Tagen nochmal mehr dazu...

Gestern gab es im Deutschlandfunk Kultur ein Telefonat mit Reinhard zum Haus an der Ampel (Dauer ca. 12 MInuten): https://www.deutschlandfunkkultur.de/reinhard-meys-lebensbilanz-ich-habe-alles-gehabt-was-will.2177.de.html?dram:article_id=477620

Viel Spaß und herzliche Grüße
Ulrike
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Nicky
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Umfrage und Meinungen zu "Das Haus an der Ampel" (VÖ 29. Mai 2020)

#4

Beitrag von Nicky »

Ihr Lieben,

ihr wisst, ich bin kein Meyling und ich sprech auch nie vom Meyster, aber ich höre und mag Reinhard Mey´s Lieder schon seit 30 Jahren. Ich bewundere ihn um seine Fähigkeit Geschichten zu erzählen, aber auch den banalsten Gegenständen ein eigenes Lied geben zu können.
So auch beim aktuellen Album.

Das Album habe ich übrigens – altmodisch wie ich nun mal bin – am Erscheinungstag in einem ganz gewöhnlichen Musikladen gekauft. Von daher hatte ich es auch „pünktlich“ :-)
Da meine Sammelleidenschaft und auch das „haben wollen“ Gefühl in den letzten Jahren deutlich nachgelassen hat, habe ich mich nur für die Doppel CD und nicht für das Buch Paket entschieden, das in dem Laden aber auch zu haben gewesen wäre.

Eigentlich jedoch, hätte mir das Skizzenbuch auch völlig ausgereicht. Ich mag „ehrliche“ Musik viel lieber als die gewöhnlichen Studioalben. Nur Reinhard und seine Gitarre. Was für eine tolle Idee und was für ein purer Musikgenuss.

Ich werde jetzt nicht zu jedem Lied etwas schreiben aber einen kleinen Eindruck wollte ich doch hinterlassen. Ich mag die CD :-) Sie hat mich nicht so berührt, wie andere Mey Alben, aber sie ist toll geworden. Musikalisch gesehen, kann man glaube ich nach so vielen Jahrzehnten und so vielen Alben nichts neues mehr erwarten. Es gibt auf der CD viele Melodien, die ich glaube so, oder so ähnlich schon mal gehört zu haben. Aber für mich sind die Texte auch immer wichtiger als die Musik und damit ist Reinhard wieder etwas unglaublich tolles geglückt. Die Texte nehmen mich mit und lassen mich tief in die Geschichten und Szenerien eintauchen. Ganz wunderbar :-)
Außerdem mag ich die immer älter werdende Stimme von Reinhard gerne. Ich mag die Lieder mit der jetzigen Stimme viel lieber hören, als die junge Mey Stimme.
Und ein Lieblingslied habe ich auch, bei dem vermutlich jetzt viele den Kopf schütteln.
Das Lied für den Bleistift hat mich erst schmunzeln lassen, aber dann doch irgendwie ergriffen. So ging es mir aber auch schon bei anderen Liedern auf alten Alben , die die Banalitäten des Alltags beschreiben, wie zB. Das Butterbrot oder das Taschentuch.
Neben meinem alten Schulfüller, mit dem ich bis heute noch schreibe, habe ich auch den einen oder anderen abgekauten Bleistift und ich tu mich auch schwer damit den kleinen Stummel dann zu entsorgen, wenn es immer soweit ist.

Meine Top 5 des Albums sind:

1. An meinen Bleistift
2. Das Haus an der Ampel
3. Im Hotel zum ewigen Gang der Gezeiten.
4. Gerhard und Frank
5. Der Vater und das Kind

Und wie siehts bei euch aus?

Alles Liebe
Nicole
Dieser Beitrag enthält 455 Wörter


...sag nichts, ich seh's dir an, Kinder erkennen sich am Gang...

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Viktor hat dieses Thema gestartet
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Reinhard Mey - Das Haus an der Ampel (VÖ 8. Mai 2020)

#5

Beitrag von Viktor »

Moin Nicole und alle Mitlesenden,

toll, dass du so ziemlich den Anfang machst, hier deine Eindrücke zu den "inneren Werten" des Albums zu äußern.

Vieles, was du sagst, sehe ich genauso oder so ähnlich, etwa was den authentischen Sound des Skizzenbuchs betrifft oder die Stimme in älteren Jahren oder den Mangel an Überraschungen in der Melodieführung...

Dein Lieblingslied ganz oben auf der Liste, da stimme ich allerdings überhaupt nicht zu, haha.
Aber du hast natürlich recht, Reinhard ist auch als Experte für die alltäglichen Beobachtungen bekannt. Mir persönlich haben dennoch auch 'Das Butterbrot' oder 'Das Taschentuch' immer nur so "ganz nett"-mäßig gefallen. (Ganz schlimm: 'Kennst du die kleinen, nicht wirklich nützlichen Gegenstände?' - das mag ich gar nicht.) Die "gute Mine(!)"-Zeile amüsiert mich allerdings enorm, könnte von Bodo Wartke sein, ha.

Ich finde das Album großartig, aber es gibt eine Sache, über die ich die ganze Zeit grübele, und die ich noch nicht recht in Worte fassen kann: Würde ich das Album auch so herausragend finden, wenn ich nicht seit Jahrzehnten Reinhards Leben und Werk sehr leidenschaftlich verfolgen würde?
In einer Rezension stand, er würde mit der Platte wohl kaum neue Fans gewinnen können, und die Aussage fand ich eigentlich fies, aber irgendwie mag etwas Wahrheit daran sein. Die wahre Biographie des Herrn Mey beeinflusst die Texte in seiner Konkretheit noch mehr als zuvor, habe ich das Gefühl. Es kommt das Liedermacher-Sein oder seine Familie sehr häufig vor.
Und ich finde, manchmal kann man an diesem ganz Speziellen gewiss sehr berührt werden, wohl weil die Assoziation zum Allgemeinen oder Eigenen entsteht: Das würde ich mal dem Titelsong zuschreiben, ein Meisterwerk für meinen Geschmack. Aber 'In Wien' etwa, naja, man muss schon etwas emotional in Reinhards Musikerkarriere involviert sein, um da mitzufiebern. 'Zimmer mit Aussicht' ist auch so ein Thema - dieses Hotelleben kennen vielleicht Geschäftsreisende aller Berufe, aber für mich bleibt es bei einer recht nüchternen Außenperspektive; das ist nicht wie mit einem schillernder Regenbogen aus Benzin o.ä., der in mir auch als Unkundigem eine größerer Sehnsucht wecken würde. Selbst 'Der Vater und das Kind' wird aus der Perspektive eines Konzert-Gebenden gesungen; oder der Bleistift-Song thematisiert das Songschreiben: Schon sehr speziell.
Klar, so war es immer ein bisschen. Aber ich habe das Gefühl, es ist mehr geworden. Wenn Reinhard 'Die Eisenbahnballade' heute geschrieben hätte, kämen in der ersten und letzten Strophe seine Kinder namentlich vor und eine Schilderung, dass er gerade vom Konzert käme oder so?

Mensch, es klingt die ganze Zeit, als würde ich es störend finden, aber ich meine es nur als Beobachtung, hmmm.


Meine Favoriten momentan jedenfalls:
- Im Hotel zum ewigen Gang der Gezeiten (Schwesterlied zu 'Im Haus am Meer'?!)
- Das Haus an der Ampel (Skizzenbuch vieeeel gelungener als die Albumversion, meiner Meinung nach)
- Häng dein Herz nicht an einen Hund (und ich bin gar kein übermäßiger Hunde-Typ; definitiv ein Ohrwurm)


Ich mische mich demnächst sicher wieder in Diskussionen ein, bin aber erstmal gespannt, was andere zu sagen haben.

Schöne Grüße
Viktor
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Marc
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Umfrage und Meinungen zu "Das Haus an der Ampel" (VÖ 29. Mai 2020)

#6

Beitrag von Marc »

Ihr Lieben!

Nun juckt es mir auch in den Fingern, meine ersten, ungefilterten Eindrücke zum neuen Album aufzuschreiben.

Als ich heute mit meinen Mädels in der Schlange vor unserem Eiscafé um die Ecke stand, „in der rechten Hand das Hörnchen“, in der linken Hand die Checkkarte (wird ja jetzt bevorzugt) und vergnügt „Menschen, die Eis essen“ vor mich hin summte, war die Welt für die Dauer von zwei Kugeln Vanille in Ordnung und ich dachte still bei mir: Reinhard hat ja so recht mit dem Lied! Das war einer dieser Momente, für die ich Reinhard so dankbar bin und wofür ich seine Lieder liebe, dass mir mitten im Leben seine Verse urplötzlich in den Sinn kommen.

Es gibt so viele Details, die mir bei meinen ersten Hördurchläufen aufgefallen sind, die ich mag, die mich aufhorchen lassen und berühren. Da ist zunächst dieser wunderbar klare, schöne Klang der Gitarre (die Carulli?) auf dem „Skizzenbuch“.

Eigentümlicher Weise hatte ich beim „Hotel zum ewigen Gang der Gezeiten“ augenblicklich das Restaurant vom Hotel Rungholt auf Sylt vor Augen, und wenn mich meine Erinnerung nicht trügt (wir waren letzten Sommer dort), erkenne ich schemenhaft das Restaurant auch auf der wunderbaren Skizze im Booklet wieder. Die Stimmung, die das Lied erzeugt, bewegt mich sehr.

Beim „Haus an der Ampel“ geht es mir wie Viktor: Während mich die Unplugged-Version auf dem „Skizzenbuch“ zu Tränen rührt, empfinde ich das Arrangement auf dem „Album“ eher irritierend. Bei der Entwicklung des Arrangements hätte ich gern Mäuschen gespielt. Ob es wohl Alternativen gab? Ich mag, dass der „steinalte Grundig“ in dem Lied wieder auftaucht, frage mich, wie man mit einem Motorboot von Berlin nach Paris fährt und musste googlen, was Fimo-Tiere sind. Die Idee des Liedes, noch einmal (wenn auch nur in Gedanken) mit den verstorbenen Eltern ins Gespräch kommen zu können, berührt mich sehr.

Nach dem Lied „Der Vater und das Kind“ musste ich beim ersten Hördurchgang eine Pause machen, so bewegt hat mich das Lied. Die Verse „Es mag gezeichnet sein von so viel Leiden, / Doch seine Seele ist unversehrt und wunderschön“ geht mir sehr nah, auch das Bild „Und ihre Lippen sprechen lautlos meine Zeilen mit“. Es stimmt, dass man das schwächste seiner Kinder immer ein bisschen inniger liebt, wobei die Momente der Schwäche auch sehr kurz und scheinbar alltäglich oder gar banal sein können.

Ich mag Reinhard besonders als Geschichtenerzähler, selbst, wenn es seine ureigenen sind, wie „In Wien“, aber auch bei dem Lied habe ich mich selbst sofort in Wien gesehen, nämlich Anfang März 2018, bei den Abschlusskonzerten der „Mr. Lee“-Tournee im Wiener Konzerthaus. Ich mag die Verse „Du wohlvertaute, fremde schöne Schwester meiner Stadt, / Die, ein Symbol, als Wegweiser den Reim schon auf dich hat“, erinnere mich gut an „die kleinen, weißen Plastikletter“, die es immer noch gibt, und ich mag das Cello im Refrain (das im Booklet nicht aufgeführt wird!?).

Ich kann die eindrücklich beschriebene Angst in „Bleib bei mir“ nachempfinden, nicht vom Kindergarten abgeholt zu werden, finde das Bild „Das Tränenmeer ist noch nicht zugefroren, / Das Eis ist noch zu dünn, es trägt dich nicht“ großartig, wie auch die Oboe am Schluss des Liedes.

Ich mag die lässig-coolen Arrangements von „Häng dein Herz nicht an einen Hund“ und „Ich liebe es, unter Menschen zu sein“ auf dem „Album“, ich muss schmunzeln, wie Reinhard den Betrunkenen mimt („Komm, gieß mein Glas noch einmal ein“), freue mich auf die nächste Gelegenheit, die Verse „Ich liebe es von Zeit zu Zeit ins Wirtshaus zu gehen / Mit dem schönen festen Vorsatz, tief ins Glas zu sehn“ zitieren zu können und musste bei dem Eigenzitat „plötzlich nichtig und klein“ schmunzeln.

Ich mag die Violine zu Beginn des Liedes „Glück ist, wenn du Freunde hast“, mag die Melodie, den eingängigen Refrain, Jens Kommnicks leidenschaftliches und unverwechselbares Picking nach der letzten Strophe.

Mich berührt die Geschichte von „Gerhard und Frank“ sehr, das Foto vom Regenbogen im Booklet, und dass Reinhard die Frage, wie man selbst zu der Thematik steht, dem Hörer überlasst.

Ich mag das „Wiegenlied“ (natürlich berührt es mich als Vater zweier Töchter besonders), bin ganz verliebt in die engelsgleich gezupfte Harfe, bin dankbar für die gestrichene Blockflöte ;-), und ich genieße es geradezu, den Wunsch zu verspüren, das Lied selbst einmal spielen zu wollen.

Ich liebe Manni Leuchters Akkordeon und Jens Kommnicks Uilleann Pipe in „Zimmer mit Aussicht“, dass das Lied auf dem „Album“ so wunderbar an Tempo gewinnt, ich mag es, dass ich mich augenblicklich in all den Berliner Hotelzimmern wiedersehe, in denen ich so oft abgestiegen bin, wenn ich in der Stadt für Konzertbesuche war.

Ich bin ubglaunlich tief berührt von dem Bild der ersten Strophe in „Was will ich mehr“. In diesem Augenblick, wo ich mir die Verse noch einmal vor Augen führe, glaube ich, nie etwas Berührenderes gelesen oder gehört zu haben.

Ich mag die Zugabe „Scarlet Ribbons“, weil sie so überraschend und völlig anders ist, die Hammondorgel, das Duett und die rätselhafte Geschichte, die das Lied erzählt.

So viel von mir nach den ersten Hördurchgängen…

Lieben Gruß aus Hannover
Marc

PS: Treffende und hochinteressante Beobachtungen, Viktor, ja, da ist etwas dran!
Dieser Beitrag enthält 919 Wörter


So vergeht Jahr um Jahr
und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt,
dass nichts bleibt,
wie es war.

Hannes Wader

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Petra
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Umfrage und Meinungen zu "Das Haus an der Ampel" (VÖ 29. Mai 2020)

#7

Beitrag von Petra »

Ein kleiner Trost (??????) für alle, die immer noch dringend auf die CD warten, mit den Füßen scharren, sich vielleicht dringend dazu äußern wollen und leider noch nicht können. Bei mir ist das so: Ich habe am 1. Dezember Geburtstag und am 24. Dezember Weihnachten (ach was ;-)). Da ich mir die wichtigen Dinge im Laufe des Jahres selbst besorge, bekomme ich die Dinge, deren Fehlen nicht lebenbedrohlich ist, alle im Dezember. Ich darf da auch Wünsche äußern, aber ich bin es müde geworden, Dinge anzuhäufen und habe deshalb einfach nicht mehr so viele Wünsche. Somit wurde mir streng verboten, mir selbst zu kaufen, was irgendwie mit Reinhard Meiy, Konstantin Wecker, Hannes Wader oder Bodo Wartke zu tun hat. CDs von unbekannteren Künstlern kaufe ich mir bei Konzerten immer noch heimlich selbst, aber im Moment lebe ich da gezwungenermaßen sparsam.

Es gibt immerhin eine kleine Ausnahme: Reinhard Meys CDs erscheinen seit Jahren zu einem muttertagstauglichen Termin, wie ich in Luises Geburtstagsthread schon erwähnte. Nun ist es penetrant, den Erhalt eines Geschenks einzufordern oder danach zu fragen. Deshalb muss ich mich in Geduld üben und genieße das Leben bis jetzt auch ohne Das Haus an der Ampel. :-)

Liebe Grüße von Petra
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wenn man folgendes bedenkt:
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wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
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Reinhard Mey - Das Haus an der Ampel (VÖ 8. Mai 2020)

#8

Beitrag von migoe »

Der physische Tonträger wird erst in ein oder zwei Wochen ausgeliefert, aber heutzutage kann dank Streaming die Musik orts- und datenträgerunabhängig genossen werden. Das neue Album habe ich mir in den vergangenen Tagen noch nicht vollständig zugeführt, denn es sind schließlich 2x16 Lieder auf der Playlist und jede Version ist es wert, sich mehrmals damit zu beschäftigen.

Vielen Dank, Marc für Deine sehr persönliche und detailierte Rezension in der Du wunderbar nachvollziehbar Deine Eindrücke schilderst. Auch die Meinungen der anderen Forumsbesucher und ebenso die zurzeit verfügbaren Presse-Rezensionen habe ich mir durchgelesen. Vieles was ich lese kann ich gut nachvollziehen und sehe es genauso. Mich überrascht das Album nicht - und das meine ich im positiven Sinne, denn schließlich kenne ich Reinhard Meys Lieder jetzt schon so lange, dass ich nicht mehr überrascht werden muss, um mich auf ein neues Album zu freue, sondern ich freue mich darüber, mal wieder was von "meinem alten Freund Reinhard" zu hören und zu erfahren, wie es ihm in den letzten Jahren so gegangen ist und was er mitzuteilen hat.

Ich werde noch etwas Zeit mit den Liedern verbringen bevor ich mich dazu äußern kann, aber nach dem zweiten Mal durchhören des regulären "Albums" kann ich schon meine Favoriten benennen. Die Entscheidung für das "Skizzenbuch" war genial und für mich sind das zwei verschiedene Alben die sehr gut durchgehend hintereinader gehört werden können.
Ich habe an dieses Thema die Umfrage zu den Favoriten zu dem Album angehängt und dabei für jede Version eine Wahlmöglichkeit gegeben. Jede/r kann 6 Stimmen vergeben, bin sehr gespannt, welche Lieder für Euch in welcher Version besonders gemocht werden. Die Stimmabgabe ist für 30 Tage möglich, also bis zum 02.Juli 2020. Es ist auch später noch möglich, seine Stimmen zu ändern. Hoffentlich habe ich keinen Fehler reinbekommen...
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Umfrage und Meinungen zu "Das Haus an der Ampel" (VÖ 29. Mai 2020)

#9

Beitrag von Frank1961 »

Ich habe mir alle Titel mit Genuß angehört, in beiden Versionen.
Doch leider muß ich feststellen: Das beste neue Lied - Gänsehaut beim Hören und sehen des Videos, das kurzzeitig auf youtube zu sehen war - "Das Raunen in den Bäumen" ist nicht drauf. Sooo schade!
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#10

Beitrag von migoe »

Hallo Frank,
Frank1961 hat geschrieben:
Mi 3. Jun 2020, 22:06
Doch leider muß ich feststellen: Das beste neue Lied - Gänsehaut beim Hören und sehen des Videos, das kurzzeitig auf youtube zu sehen war - "Das Raunen in den Bäumen" ist nicht drauf. Sooo schade!
das ist wirklich schade, es hätte gut auf das Album gepasst. Reinhard hat an Himmelfahrt auf seiner Seite den Grund dafür geschrieben, was ich in einem anderen Thema erwähnt hatte...

Er hatte das Video auf YouTube zunächst nur am Himmelfahrtstag veröffentlicht und dann noch einmal freigegeben, um den Fans die Wartezeit auf das neue Album zu verkürzen, das ja mit 3 Wochen Verspätung veröffentlicht wurde. Vielleicht findet es sich irgendwann mal wieder auf seinem YouTube-Kanal.
screenshot-reinhard-mey-youtube-kanal.jpg
Wenn Du dort auf "Abonnieren" klickst, erhälst Du eine Benachrichtigung, wenn ein Video veröffentlicht wird...so als kleiner Tipp :pfeifen:
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#11

Beitrag von Gitarrenspieler2 »

Für alle Fans von Reinhard Mey wiederum ein sehr schönes Album. Es ist zu hoffen, dass Reinhard mit diesen Liedern im nächsten Jahr wieder auf Tour geht.
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HerbertMuenchen
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#12

Beitrag von HerbertMuenchen »

Liebe Mitlesende,

ja, wirklich ein sehr schönes Album. Aber wie bekommt Ihr bei der limitierten Buch-Version die CDs aus den Einschüben heraus? Und auch wieder hinein? Und dann wieder raus? Klappt das bei Euch problemlos?

Liebe Grüße aus München
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Clemens
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#13

Beitrag von Clemens »

HerbertMuenchen hat geschrieben:
So 7. Jun 2020, 12:51
wie bekommt Ihr bei der limitierten Buch-Version die CDs aus den Einschüben heraus? Und auch wieder hinein?
Das ist eine gute Frage. Als Mensch, der Fingerabdrücke auf den Silberlingen nicht leiden mag, hab ich mir tatsächlich etwas aufwändiges einfallen lassen ;-) :
Man nehme eine Rouladennadel, halte deren Spitze kurz an eine rotierende Flex oder Schleifscheibe, dann nehme man eine Flachzange und biege etwa 3mm der (nicht mehr) Spitze um 90°. Anschließend schiebe man die Nadel entlang der bedruckten CD-Seite bis zur Mitte der engen CD-Tasche. Dann drehe man die Nadel um 90°, so dass der Haken ins das Loch der CD greift und ziehe diese heraus. Hinein geht dann auch ohne Hilfsmittel :-).
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...gebt mir einen Pass, wo „Erdenbewohner“ drin steht. Einfach nur „Erdenbewohner“ ... (Dota Kehr)
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Nicky
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Umfrage und Meinungen zu "Das Haus an der Ampel" (VÖ 29. Mai 2020)

#14

Beitrag von Nicky »

Clemens......manchmal machst du mir Angst... ;-)
.....aaaaaaber du bist wirklich seeeeehr kreativ :super:
Liebe Grüße
Nicole
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...sag nichts, ich seh's dir an, Kinder erkennen sich am Gang...

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HerbertMuenchen
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Umfrage und Meinungen zu "Das Haus an der Ampel" (VÖ 29. Mai 2020)

#15

Beitrag von HerbertMuenchen »

Hallo Clemens,

sehr abenteuerlich, aber auch sehr engagiert! Alle Achtung. Ich finde Fingerabdrücke nicht so toll, aber auch nicht so schlimm. Eigentlich finde ich die Verpackung der limitierten Version wunderschön, aber die Taschen sind so elendig eng. Oder geht es nur mir so? Habe die CDs kaum aus den Einschüben herausbekommen. Hat jemand eine Lösung? Oder bin ich nur zu zaghaft?

Noch was anderes. Das Album ist wirklich toll. Man muss sich erst mal einhören. Aber kann es sein, dass die Stimme leicht scheppert? Zu viel Bass? Ist mir auf zwei verschiedenen Anlagen und auch beim Hören mit Kopfhörern aufgefallen. Gerade auch beim Skizzenbuch.

Lese gerne Eure Ratschläge und Meinungen.

Liebe Grüße
Herbert
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migoe
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Umfrage und Meinungen zu "Das Haus an der Ampel" (VÖ 29. Mai 2020)

#16

Beitrag von migoe »

Hallo Herbert,
HerbertMuenchen hat geschrieben:
So 7. Jun 2020, 21:12
Aber kann es sein, dass die Stimme leicht scheppert? Zu viel Bass? Ist mir auf zwei verschiedenen Anlagen und auch beim Hören mit Kopfhörern aufgefallen. Gerade auch beim Skizzenbuch
meine limitierte Edition würde leider noch nicht geliefert und deshalb habe ich das Album bisher nur in Stream gehört. Dabei sind mir aber keine Probleme mit dem Sound, kein übermäßiger Bass und auch kein Scheppern aufgefallen.

Vielleicht gibt es aber andere Erfahrungen...
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migoe
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Umfrage und Meinungen zu "Das Haus an der Ampel" (VÖ 29. Mai 2020)

#17

Beitrag von migoe »

Heute lag bei mir das Album mit Buch in der Post und ich bin sehr zufrieden und dankbar. Die Lieder harmonieren wirklich hervorragend mit dem Bildern und ich möchte Reinhard Mey für diese geniale Entscheidung danken. Ich empfinde es als Privileg, dass er seine persönlichen Geschichten so passend mit den persönlichen Bildern kombiniert mit uns teilt.

Wer nicht so geschickt mit FLEX und Nadel ist wie Clemens, für den habe ich eine alternative Lösung, um die CDs aus den zugegeben sehr engen Hüllen zu bekommen - ganz ohne Bastelei :-D - eventuell auf den Scheiben hinterlassene Fingerabdrücke lassen sich mit Hilfe eines Brillenputztuchs leicht entfernen

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Michael
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Umfrage und Meinungen zu "Das Haus an der Ampel" (VÖ 29. Mai 2020)

#18

Beitrag von Michael »

Hallo,

auch wenn das Thema schon etwas eingeschlafen ist, (seltsam, dass vor Erscheinen des Albums mehr darüber diskutiert wird als danach) will ich meinen Senf dazu geben. Es hat ein bisschen gedauert, bis die Limited Edition da war und dann kam ein Urlaub dazwischen. Meine Verspätung liegt also nicht daran, dass ich die CDs nicht rausbekommen habe, obwohl das in der Tat nicht so einfach war.

Ich bis sehr angetan und bewegt von dem Album. Und ich bin begeistert von der Kundenfreundlichkeit des Künstlers, zwei Versionen zum Preis von einer herauszubringen, wo Andere teure Special Editions gemacht hätten. Ich bevorzuge eindeutig das „Skizzenbuch“: Ein brillante Gitarre, eine Stimme, die einem in den Kopf kriecht, die Lieder auf das Wesentliche reduziert – wunderbar. Auch das „Album“ ist gut, einige Arrangements sind sehr schön, aber nicht sonderlich überraschend.

„Im Hotel zum ewigen Gang der Gezeiten“ ist ein ganz starker Opener, der den schwermütigen Ton des Albums gut vorgibt. Eine Mey-Untypische Allegorie, die auch mich an das „Haus am Meer“ erinnert hat.

„An meinen Bleistift“ finde ich gut beobachtet, mit schönen Wortspielen („gute Mine“, „Wie der Herr so der Stift“), aber kein Highlight. Ich warte weiter auf das Lied von der alten Fußmatte.

„Das Haus an der Ampel“ finde ich ganz stark. Hier gelingt es, einen sehr intimen Blick in das private Fotoalbum zu ermöglichen ohne dass man das Gefühl hat, man wäre ein Voyeur. Ein bewegendes Gespräch mit der Vergangenheit, sehr gelungen aber auch der Schluss, der uns wieder in die Gegenwart holt.

Mit „Der Vater und das Kind“ fremdle ich etwas. Hier war mir die Beobachtung zu intim. Die von Marc zitierte Zeile hat für mich die Grenze zum Kitsch auch haarscharf gerissen. Im Kontext zum vorherigen Lied gibt dieses Lied sicherlich Sinn, aber allein stehend tue ich mich schwer damit.

„In Wien“ schließt an das Konzerterlebnis an und nimmt uns – einmal mehr – mit in die Vergangenheit. Und es nimmt mich ganz tief mit, es ist als würde man neben dem jungen Mann stehen, der hier einen großen Karriereschritt geht. Ein absolutes Highlight der Platte.

„Bleib bei mir“ zeigt, dass die Liebeslieder mit fortschreitendem Alter eine neue Gewichtung bekommen. Der Vergleich mit dem Kindergarten ist herzergreifend, das beinahe flehentliche und hilflose „Bleib bei mir“ lässt einen selber etwas hilflos zurück.

Da ist es gut, dass jetzt vier deutlich leichtere Lieder kommen. „Häng dein Herz nicht an einen Hund“ ist schön gemacht, toll formuliert aber für mich ungefährlich. Mein Herz wird sich an keinen Hund hängen.

„Glück ist, wenn du Freunde hast“, hätte eine wehmütige Sache werden können, ist aber durch die augenzwinkernd-anekdotische Behandlung des Themas so geworden, wie auch Freunde sein sollten – immer unterhaltsam und dazu da, Trübsinn wegzublasen.

„Menschen, die Eis essen“ ist wieder herrlich beobachtet und formuliert und leicht wie ein Vanilleeis. Ein schöner Ohrwurm.

„Ich liebe es unter Menschen zu sein“ ist ähnlich wie das „Eis“ toll beobachtet und in seiner Ironie ähnlich erfrischend. Auch hier eine herrliche Wendung in der letzten Strophe, wo das „You‘ll never walk alone“ der St. Pauli-Fans eine ganz neue Bedeutung bekommt. Eine schöne Pointe.

„Gerhard und Frank“ ist das zweite Lied mit dem ich mich schwer tue. Das ist mir zu depressiv, gerade weil es mich mit der Problematik allein lässt. Das ist wahrscheinlich gar nicht anders möglich, es geht schließlich um eine Entscheidung, die man nur allein fällen kann, aber es ist mir ein bisschen zuviel Drama für ein kleines Leid.

Das „Wiegenlied“ ist sehr schön. Kein Drama, keine große Welt, melodisch sehr gelungen und vom Text her ein Wiegenlied für die Ewigkeit.

„Wir haben jedem Kind ein Haus gegeben“ ist ein weiterer Einblick in das private Familienalbum mit seiner naturgemäß schwierigen letzten Strophe, die aber so bitter-heiter klingt, dass sie versöhnlich ist.

Die Hommage an die „Zimmer mit Aussicht“ ist wieder eine gelungene Miniatur, schön, dass er den doch häufig sehr trübsinnigen Zimmern, die im Buch abgebildet sind, etwas Positives abgewinnen kann.

Und dann dieses letzte (eigene) Lied: „Was will ich mehr“: Es beginnt bilanzierend, mit großen Worten und Bildern, man erwartet das ganz große Pathos – aber es kommt nicht. Die letzte Strophe ist so herrlich unpathetisch, so lebens-lustvoll, dass sich ein Gegenbild zum ersten Lied ergibt und sich der Kreis sehr schön schließt. Man hätte das erste und das letzte Lied auch tauschen können, der Kreis hätte sich auch geschlossen aber eine ganz andere Wirkung erzielt. So wie es ist, ist es genau richtig.

Der Bonus Track „Scarlett Ribbons“ soll angeblich innerhalb von 15 Minuten geschrieben worden sein, so einfach ist das also. Wie schön die beiden Stimmen harmonieren, wer braucht da noch Baez und Belafonte – nein, das ist etwas übertrieben, aber ein sehr gelungener Ausklang. Wo kommt das Band aber nun her? Vielleicht finden wir eine Antwort in den vorangegangen Liedern???

Mein Fazit: Ein äußerst starkes Album, das wie alle Mey’schen Alterswerke sehr persönlich ist, manchmal so persönlich, dass es wehtut. Und doch hinterlässt es nicht den Eindruck, Reinhard Mey wäre im Alter grüblerisch oder schwermütig geworden.

Michael
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Und vielleicht gibt es morgen ja schon den Crash,
dass die Kurse und Masken fallen.
Also laßt uns freuen und träumen davon,
wie die Racheposaunen erschallen.
Franz Josef Degenhardt

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Viktor hat dieses Thema gestartet
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#19

Beitrag von Viktor »

Hallo an Michael und alle Mitlesenden,
Michael hat geschrieben:
Di 30. Jun 2020, 11:17
(seltsam, dass vor Erscheinen des Albums mehr darüber diskutiert wird als danach)
^ Na, das sehe ich mal als Herausforderung an, vernünftig zu antworten und nicht nur auf Daumen-hoch zu klicken ;-)

Deine Eindrücke habe ich mit Interesse verfolgt, denn manche Dinge siehst du in einem anderen Licht als ich.
Und mir gefällt besonders diese Beobachtung:
Michael hat geschrieben:
Di 30. Jun 2020, 11:17
Die letzte Strophe ist so herrlich unpathetisch, so lebens-lustvoll, dass sich ein Gegenbild zum ersten Lied ergibt und sich der Kreis sehr schön schließt. Man hätte das erste und das letzte Lied auch tauschen können, der Kreis hätte sich auch geschlossen aber eine ganz andere Wirkung erzielt. So wie es ist, ist es genau richtig.

Wie es immer so ist, hat sich meine Meinung zu manchen Liedern mit dem Verstreichen der letzten Wochen etwas verschoben. Beispielsweise 'In Wien' kann ich plötzlich viel mehr abgewinnen als anfänglich, als ich dem Stück ja fast attestierte, es könne mich als Zuhörer nicht recht packen, oder nur, weil ich Reinhards Karriere leidenschaftlich verfolge. Aber mittlerweile finde ich, dass der Text, wie er so fast eine ganze Musikerkarriere umspannt, irgendwie auch für sich genommen sehr berührend ist. Und es hat die schönen Zeilen mit der "Kamerafahrt aus der Vergangenheit hinüber in die Gegenwart"...


Gibts für euch Lieder, mit denen ihr erst warm werden musstet, oder deren anfänglicher Glanz abgemattet ist?

Schöne Grüße
Viktor
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