Es ist mal wieder Kirschenzeit

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und seit Ende der 1960er Jahre einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.
Quelle: Wikipedia mit Stand vom 20.06.2019 | Foto für Banner und Forum: Sven-Sebastian Sajak Deutsche Wikipedia
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Reinhard Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May. Mey lebt seit 1977 in Berlin-Frohnau in zweiter Ehe mit seiner Frau Hella mit der er drei Kinder hat.
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fille hat dieses Thema gestartet
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Es ist mal wieder Kirschenzeit

#1

Beitrag von fille »



Die Farbe des Sommers: Rot

Liebe Grüße, Marianne
(mit rotem Käppchen :-))
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There is a crack in everything
That's how the light gets in

Leonard Cohen

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Viktor
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Es ist mal wieder Kirschenzeit

#2

Beitrag von Viktor »

Hallo Marianne,

heute Nachmittag musste ich auch an das Lied denken, als ich an zwei Kirschbäumen in meiner Nachbarschaft vorbeiging, die langsam, aber sicher rote Früchte bekommen.
Schön, dass du dem ursprünglich "versteckten" Lied hier mal wieder zu etwas Aufmerksamkeit verhilfst.
Ich erinnere mich, dass Reinhard 2007 auch etwas dazu auf seiner Webseite schrieb. Du zitiertest ihn damals auszugsweise in einem Beitrag.
Nun habe ich mal den gesamten Text aus dem Archiv gegraben und möchte ihn hier auch mal einstellen:
reinhard-mey.de, 2007 hat geschrieben: Wir haben es gut versteckt ...
aber nicht zu gut, das Lied, das ich in einer Aufnahmepause einfach so für mich gesungen hatte.

Jean-Baptiste Clément schrieb im Jahr 1866 diese Zeilen und Antoine Renard die Melodie. Ein schlichtes Liebeslied, das im engen Zusammenhang mit der Pariser Commune gesehen wird, selbst wenn es vor ihr entstand und nicht ein Sterbenswörtchen von Barrikaden, Kampf oder Revolution darin vorkommt, vielleicht auch, weil sein Autor es nachträglich einer Krankenschwester widmete, die ihr Leben in der Semaine sanglante, der blutigen Niederschlagung des Volksaufstandes, verlor. Es ist eng verbunden mit dem Gedanken an Solidarität und Widerstand gegen die Unterdrückung. In der Commune wurde es gesungen, in den Schützengräben der Weltkriege und in der Verzweiflung der Hölle der Konzentrationslager. Bis in unsere Gegenwart ist es Ausdruck der Sehnsucht nach Freiheit, aber auch nach Zärtlichkeit, nach Liebe, nach Lebensfreude.

Es gibt Lieder, die wollen nicht übersetzt werden. Lieder, die zusammen mit ihrer Melodie und ihrer Geschichte, den Ereignissen, die mit ihnen verknüpft sind, viel mehr bedeuten, als ihr Inhalt. Da ist unsere Erinnerung an das erste Hören, an die erste Begegnung, die sich mit den Zeilen mischt und unsere Emotionen wachruft. Le temps des cerises bedeutet für mich:

Sie ist immer zu kurz, die Zeit der Sorglosigkeit.
Aber es hieße dem Leben, der Liebe aus dem Weg gehen,
wollten wir uns ihre Schmerzen ersparen.
So hinterläßt auch die helle Zeit Narben in unserer Seele,
und selbst wenn uns Glück und Reichtum
im Übermaß geschenkt wären,
sie könnten die Wunden nicht heilen,
die uns die Erinnerung daran ins Herz reißt!

Jeder mag einen anderen Sinn in den Zeilen sehen und so gilt meine frühe Erkenntnis: «Une chanson est comme une auberge espagnole, on y trouve ce qu’on y amène» - und die ist leicht zu übersetzen: „Ein Lied ist wie eine spanische Herberge, man findet darin das vor, was man selbst mit hineinbringt.“
Das finde ich ganz schön als Beitext, denn ich kann kein Französisch :-D

Viele Grüße
Viktor
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