Celentano und der Flächenfraß

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fille
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Celentano und der Flächenfraß

#1

Beitrag von fille » Mi 19. Sep 2018, 20:52

Hallo liebe Freunde des Liedes, Songs, Chansons und des Canzone,

ein Thema, das in Bayern oder ganz Deutschland eine Rolle spielt ist der Flächenfraß.

z. B. Warum müssen immer neue Gewerbegebiete entstehen, wenn viele Büros leer stehen. Bei Wohnungen ist
etwas anderes, die sind im Münchner Raum unbezahlbar. Aber trotzdem - mit beängstigender Schnelligkeit wird
alles zugebaut.

Und da bin ich wieder bei Adriano Celentano dem Ragazzo von der Via Gluck. Ein Canzone das schon ein paar
Jahrzehnte auf dem Buckel hat.
https://lyricstranslate.com/de/il-ragaz ... gluck.html


non so, non so

perché continuano a costruire le case
e non lasciano l'erba
non lasciano l'erba
non lasciano l'erba
non lasciano l'erba
Ich weiß nicht, ich weiß nicht,
Warum sie weiterhin Häuser bauen
Und kein Gras übriglassen,
Kein Gras übriglassen,
Kein Gras übriglassen,
Kein Gras übriglassen.
Adriano 1994 in Berlin:




Liebe Grüße, Marianne
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Re: Celentano und der Flächenfraß

#2

Beitrag von migoe » Mi 19. Sep 2018, 21:08

Liebe Marianne,

diese Frage habe ich mir auch schon oft gestellt. Hier in unserer kleinen "Insel der Glückseligkeit" wird auch immer mehr gebaut.

Gerade erst wird eine Umgehungsstraße gebaut, an der sich natürlich wieder ein Gewerbegebiet angliedern wird. :grübel:

Es wird zwar auch Wohnraum gebaut, aber in einer so antiken Stadt wie Rothenburg ob der Tauber wird darüber gestritten, ob es sein muss, dass man "Betonklötze" baut, um möglichst billig und schnell Wohnraum zu schaffen. Bei uns muss ja immer alle so aussehen, als wäre es um 1250 gebaut worden ;-)
Dieser Beitrag enthält 96 Wörter


Liebe Grüße aus Rothenburg

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Re: Celentano und der Flächenfraß

#3

Beitrag von Carsten K » Mi 19. Sep 2018, 21:27

Wow, Marianne, was für ein Link! Adriano Celentano in Berlin, aber leider schon 1994, als ich da noch gar nicht gewohnt hab... ;-)
Aber der "Flächenfraß" ist gerade auch bis heute noch Thema hier in Berlin (und anderswo wahrscheinlich genauso), Einkaufszentren, die mit ihren "Ketten" keinen Einzelhändlern vor Ort die Existenz rauben. Wer z. B. seine Bücher nicht ohnehin bei "Amazon" bestellt, kauft sie jetzt bei "Thalia", und die kleineren Buchhandlungen vor Ort, die vielleicht auch mal was anderes als Mainstream und Bestseller anbieten, haben es zunehmend schwerer. Auch das ist aus meiner Sicht übrigens politisch... Dieser "Flächenfraß" findet nicht nur räumlich, sondern auch kulturell statt, finde ich.
Deshalb Danke auch für die Übersetzung! :daumen:
Dieser Beitrag enthält 120 Wörter


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Re: Celentano und der Flächenfraß

#4

Beitrag von fille » Mi 19. Sep 2018, 23:05

Einkaufszentren mit Parkplätzen so groß wie kleine Dörfer. Hier eine Tankstelle und da noch eine...

In unserem Nachbarort (10.000 Einwohner) gibt es jetzt ein großes Gewerbegebiet mit vielen großen Geschäften. Der alte Ort ist tot. Nach ein paar Jahren wird auf der anderen Straßenseite wieder ein Einkaufsmarkt gebaut und der erste steht leer.
Echt nervig!

Zum Wohnungsbedarf: Ja, die Einwohnerzahlen steigen (auch weil die Menschen älter werden), aber die Bedürfnisse sind
auch gestiegen. In meiner Kindheit haben vier Personen auf 60 qm gelebt, jetzt liegt der Durchschnittsverbrauch bei 45 qm pro Person.

Eine Lösung habe ich nicht, außer vielleicht ein bisschen bescheidener zu leben.

Noch ein Textausschnitt vom Jungen aus der Via Gluck

Passano gli anni, ma otto son lunghi,
però quel ragazzo ne ha fatta di strada.
Ma non si scorda la sua prima casa,
ora coi soldi lui può comperarla.
Torna e non trova gli amici che aveva
solo case su case, catrame e cemento.
Jahre vergehen, doch acht sind lang,
Dennoch hat dieser Junge seinen Weg gemacht.
Aber er vergisst sein früheres Zuhause nicht,
Er kann es jetzt mit seinem Geld kaufen.
Er kehrt zurück und findet seine Freunde nicht,
Nur Haus an Haus, Teer und Beton
Will mich nicht fremden Federn schmücken, Carschti.
Ich lerne zwar etwas Italienisch, aber diese Übersetzung
ist nicht von mir. :-)

Liebe Grüße, Marianne
Dieser Beitrag enthält 236 Wörter


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