Text und Plagiat

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Janek hat dieses Thema gestartet
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Text und Plagiat

Beitrag von Janek

#1

Hoy Leute, Frage:

Man sitzt so und denkt so vor sich hin, und dann fallen einem paar Textzeilen ein. Und man schreibt sie auf, Liedtext, und dann stellt man fest, so für sich, daß eine Zeile, 4 Wörter, in einem anderen Stück schon vorkommen.
Darf man die trotzdem verwenden? Ab wann ist es ein Plagiat? Man könnte zitieren, aber wie macht man das im Lied?
:-)
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Marc
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Aug 2014 16 15:54

Text und Plagiat

Beitrag von Marc

#2

Hallo Janek,
sollte es sich bei den vier Wörtern um "Ich hab Dich lieb" oder "Du, ich lieb Dich" handeln, dürfte die Rechtslage schwierig werden! ;-)
Lieben Gruß,
Marc
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So vergeht Jahr um Jahr
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Beitrag von Janek

#3

Doch eher einfach, oder?
Nein, es geht um die Worte "und am Ende die Kraft", die in einem Gundermann-Song vorkommen.

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Marc
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Aug 2014 16 16:15

Text und Plagiat

Beitrag von Marc

#4

Hallo Janek,
sofern im Vers davor nicht wie bei Gundermann "die Seele erfriert", dürfte Dir keiner den "Klau" krumm nehmen. ;-)
Lieben Gruß,
Marc
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Clemens
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Beitrag von Clemens

#5

Hallo Janek,
wenn es sich um so bekannte Worte wie
... das Fenster zum Himmel, die Türe zur Welt ...
handelt, fragt man den "Verzapfer" (wie in dem Fall Dota K. Gerhard S.).
Wenn das nicht mehr geht den "Rechteinhaber".
In dem von Dir angefragten Fall finde ich die Relevanz eher gering. Diese Worte kommen, ob ihrer Kürze, sicher des Öfteren im Sprachgebrauch vor. Da ein Plagiat zu vermuten scheint mir fast zu weit weg.
Herzlich Clemens
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Janek hat dieses Thema gestartet
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Beitrag von Janek

#6

ok,
also wenn ich das richtig versteh kommt es auf den Kontext an.
Danke.

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Beitrag von Janek

#7


Clemens schrieb:
Hallo Janek,
Herzlich Clemens

Hallo Clemens,
danke auch. Ist halt sone Frage, die auftaucht. Man will sich ja auch nicht in die Nesseln setzen. Und in dem Fall geht es ja wirklich um die Leistung anderer.
Dieser Beitrag enthält 38 Wörter



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Carsten K
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Beitrag von Carsten K

#8

Hallo Janek,
so lange Du schreibst, darfst Du alles, bei KollegInnen "klauen", sie zitieren, Dich durch ihre Texte inspirieren lassen oder eben auch Deine ganz eigenen Texte erschaffen. Gleiches gilt für die Melodien...
Und Du solltest Dich dadurch nicht darin behindern lassen, die Songs zu schreiben, die DU schreiben möchtest. Es sind dann DEINE Lieder, die Du gemacht hast, auch wenn sie vielleicht durch andere inspiriert sind...
Die juristische Frage ist natürlich eine andere, vielleicht kriegst Du einige Anwaltsschreiben ins Haus, wenn Du mit Deinen "geklauten" Songs zu sehr in die Öffentlichkeit trittst, aber dadurch solltest Du Dich nicht daran hindern lassen, diese erst einmal zu schreiben, finde ich... ;-)
Liebe Grüße
Carschti
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Beitrag von Janek

#9

Ach so?
Naja, ich seh das so: Wenn ich "klauen" muß, um Texte zusammenzubringen - sollte ich es da nicht lieber lassen?
Inspiration ... ja, das könnt ich wohl noch brauchen. Ich krieg n Kreuzreim zusammen, aber wirklich poetisch isses nich... :-D
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Reino
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Beitrag von Reino

#10

Man sollte keine ganzen Werke verwenden (ein Lied mit dem Refrain "Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es" würde die Rechte von Erich Kästner verletzen), aber einzelne Zeilen (sofern diese nicht das ganze Werk sind, gilt auch für Karl-Valentin-Zitate, wo die Erben gerade eine Rechtsoffensive gestartet haben) sind eigentlich möglich. Beim Verwenden von Hook-Lines ("Flugzeuge im Bauch", "Verdammt, ich lieb dich", "Ich war noch niemals in New York") sollte man eventuell vorsichtig sein, um sich Ärger zu ersparen und den Plagiatsverdacht erst gar nicht aufkommen lassen. Vor Gericht würee man wahrscheinlich recht bekommen.
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UweX
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Beitrag von UweX

#11

Paul Mccartney hat mal gesagt: "everybody is coming from somewhere!"
Das stimmt natürlich total. Wir hören Lieder oder Gedichte und sie beeinflussen uns. Redewendungen gegen so allmählich in unseren Sprachgebrauch über und gehören irgendwann zu uns.
Da darf man gerne entspannt sein. Der Autor eines Buches hat mir mal mit ner Klage gedroht, weil ich seinen Titel "Schluss mit lustig", bei einem meiner Projekte als Untertitel verwendet habe. Das ist natürlich absoluter Quatsch und da gibt es auch keine rechtliche Grundlage für. Sprache gehört uns allen. Anders wäre es wenn man ganze Passagen klaut
Also... nur Mut!!!
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aberlouer
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Beitrag von aberlouer

#12

Für

"Schluss mit lustig"

Urheberrechte geltend zu machen ist echt frech.
Ich frage mich gerade, ob ich nicht Frank Bayer für "Runter vom Balkon" oder Hannes Wader für "Weg vom Fenster (mit Blick auf den See)" verklagen soll.
Mittlerweile nehmen diese ganzen Urheberrechtsgeschichten echt absurde Züge an.
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B.B.

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Marc
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Aug 2014 21 16:09

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Beitrag von Marc

#13

Ihr Lieben,
ein aktuelles Beispiel, das allerdings nicht ganz zum Thema passt - Rainhard Fendrichs Management bezieht am 21. August 2014 Stellung:
STELLUNGNAHME
Aufgrund der vielen Anfragen nimmt das MANAGEMENT von RAINHARD FENDRICH zum Wahlplakat der FPÖ Oberösterreich Stellung wie folgt:
Die Verwendung des Werbeslogans "Do kum i her, da g´hear i hin" durch die FPÖ Oberösterreich nimmt eindeutig Bezug auf den Titel „ I am from Austria“ von Rainhard Fendrich und ist ohne die Einholung der Zustimmung von Rainhard Fendrich erfolgt und daher unseres Erachtens rechtswidrig. Wie schon bisher verwehrt sich Rainhard Fendrich gegen jede politische Vereinnahmung und es wurde die FPÖ zur Unterlassung dieser Nutzung aufgefordert; Rainhard Fendrich behält sich zunächst weitere rechtliche Schritte vor.
Quelle: www.fendrich.at, 21.08.2014

Lieben Gruß,
Marc
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Hannes Wader

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Clemens
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Aug 2014 21 17:05

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Beitrag von Clemens

#14

Passt scho...

:-)
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Reino
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Aug 2014 26 05:38

Text und Plagiat

Beitrag von Reino

#15


aberlouer schrieb:
Ich frage mich gerade, ob ich nicht Frank Bayer für "Runter vom Balkon" [...] verklagen soll.
Frank Baier hat das wohl eher von Franz-Josef Degenhardt (aus "Nostalgia" auf "Mutter Mathilde") und natürlich von dem alten APO-Spruch "Bürger, laßt das Glotzen sein, kommt herunter, reiht euch ein!".
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