"ich jetzt!" - die aktuelle CD

Rüdiger Bierhorst (* 8. November 1963 in Konstanz) ist ein deutscher Liedermacher aus Berlin und gehört zu der neueren „Liedermaching“-Szene...Neben seinen Aktivitäten als Solokünstler bildet er mit fünf anderen Liedermachern die Formation Monsters of Liedermaching. Außerdem hat er mehrmals mit Joint Venture und nach deren Ende mit dem verbleibenden Götz Widmann zusammengearbeitet. Widmann hat das Lied Mein Lied für Rüdi auf seiner CD böäöäöäöäöä über Rüdiger Bierhorst geschrieben. Des Weiteren tritt er oft zusammen mit Sven Panne auf unter der Bezeichnung PanneBierhorst.
Quelle: Wikipedia mit Stand vom 01.06.2018 | Foto ©by Wikipedia
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Petra hat dieses Thema gestartet
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"ich jetzt!" - die aktuelle CD

#1

Beitrag von Petra »

Wenn man sich mit Liedermaching beschäftigt, stolpert man unweigerlich über den Namen Rüdiger Bierhorst, deshalb war es höchste Zeit, dass ich mir eine seiner CDs zulege. Die Gelegenheit bot sich beim Monsters-Konzert in Mainz. Eigentlich wollte ich nichts dazu schreiben, zumal es schon eine sehr schöne Rezension im Liedermacher-Archiv gibt. Aber was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. ;-) Von dieser CD bin ich so begeistert, das kann ich nicht einfach totschweigen!!
Wir mögen unsere Liedermacher ja am liebsten ganz ursprünglich – nur mit Stimme und Gitarre. So hören wir sie beim Konzert und auf Live-CDs. Bei Studio-CDs kommt es aber schon mal vor, dass nur Gitarre und Gesang ohne den Live-Effekt ein bisschen langweilig wirken. Dem wurde hier kräftig und äußerst erfolgreich vorgebeugt.
Rüdiger Bierhorst hat da eine ganze Menge Leute zusammengeholt, die ihn bei den Aufnahmen unterstützt haben, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. :-) Diese Musiker bringen die Lieder ganz toll zur Geltung und unterstreichen die Feinheiten. Wer hat sich das bloß alles ausgedacht? Viele Ideen entstanden sicherlich erst bei den Aufnahmen; man spürt, dass diese Arbeit allen sehr viel Spaß gemacht hat.
Mit Schubdibapp geht es gleich schwungvoll los. Und genauso geht es weiter. Wer kann da ruhig sitzen bleiben?? Man bekommt Lust mitzuschnippen, zu wippen oder gar zu tanzen. Das zieht sich mit wenigen Unterbrechungen durch die ganze CD. Die Titel, die ich schon kannte und die mir vorher schon sehr gut gefielen, erhalten durch die Instrumentierung noch einmal einen besonderen Pep.
Bei WSV im KaDeWe wird der ohnehin schon klasse Text super unterstrichen durch die begleitenden Instrumente, besonders durch die Orgel. Das Schlagzeug gibt unaufdringlich den Rhythmus vor.
Ebenso bei Montag, das swingt, dass das Tanzbein juckt. Dem Sänger kann es gar nicht so schlecht gehen, wie er uns glauben machen will. Es klingt locker und leicht, ich liebe die Klarinette, die diesem Lied einen besonderen Klang verleiht.
Der Dienstag kommt bei Rüdiger Bierhorst nicht so gut weg. Ein Tag, von dem man sich nichts weiter wünscht, als dass er endlich Platz macht für den Mittwoch. Ein echter Sch… Tag, der Wochentag an dem Rüdiger Bierhorst geboren wurde. Und – hey, wer begegnet mir da schon wieder? Solo-Gitarre: der flotte Totte.:-)
Sonntag 2 wird durch die schwungvolle Instrumentierung noch besser. Das dezente Schlagzeug betont den Rhythmus ohne die Stimme zu erschlagen. Meiner Meinung nach eines der besten Stücke auf dieser Platte.
Ich brauch Personal ist ein Cover des Joint-Venture-Songs. Götz Widmann hat nicht nur seinen Segen dazu gegeben, sondern er singt sogar mit.
Jetzt wird zunächst mal unsere Phantasie angeregt, bis sich herausstellt, dass 'sie', nach der er sich verzehrt, die Bühne ist. ;-) Tolle Unterstützung durch die Monsters of Liedermaching als Chor. Eines von mehreren Highlights auf dieser CD: Bühnensüchtig.
So - eine kleine Verschnaufpause. Als ersten Beitrag zur Live-Passage spricht Rüdiger Bierhorst einen Text, wie er ihn an der Bar mal aufgeschnappt hat. Zwei ziemlich abgefüllte Zeitgenossen unterhalten sich. Um das wiederzugeben, muss man aber noch einigermaßen nüchtern sein – obwohl, merkt einer, wenn dieses Gestammel nicht stimmt? Der Titel heißt Hömma, was in nüchternem Zustand wohl 'Hör mal' gesprochen wird.
Mona, eine melancholische Ballade im beschwingten Walzertakt, eine sehr interessante Mischung. Bei diesem Live-Stück wirken mit: Stephan Hoppe am Klavier und Tina Baumann an der Bar. ;-) Eine sehr gelungene Vorstellung. Sehr witzig die Einwürfe von Tina, die als Barfrau Mona wieder mal den Katzenjammer über eine verlorene Liebe über sich ergehen lassen muss. Das Publikum ist begeistert – ich auch. :-)
Nun noch einmal live - ein ruhiges Lied Frühling – mit von der Partie wieder Stephan Hoppe am Klavier und die Zweitstimmen gehören Frische Mische.
Es folgt eine Hymne auf Rangsdorf. Sogar Berlin wird durch die Nähe zu Rangsdorf aufgewertet. Das Lied hat einen Instrumentalteil, bei dem die Wände wackeln.
Jetzt wird’s wieder rhythmisch. Indiskret erzählt von dem Klatsch mit dem sich manche Wichtigtuer interessant zu machen versuchen. *schnipp und wipp*
Mit Busenwunder kann ich nicht so viel anfangen. Das mag daran liegen, dass Frauen und Männer halt doch nicht so gleich sind, wie es manchmal scheint. Je öfter ich es allerdings höre, desto mehr kann ich ihm abgewinnen – und ich höre diese CD oft. :roll: Immerhin - eine flotte Samba...
Es folgt ein alter Bekannter Alles für mich. Plötzlich fällt mir auf, was mir an diesem Lied außer dem Text noch so gefällt: Es wird im ¾-Takt gespielt, den ich für eine ziemlich geniale Erfindung halte.
In Muse macht Rüdiger Bierhorst die seine zur Schnecke, weil sie ihm die kreativen Küsse verweigert und damit sogar das CD-Projekt in Gefahr bringt. Offenbar hat die Standpauke was genützt, denn das Album ist ja doch noch abwechslungs- und einfallsreich geworden.:-)
Mit ! geht die CD zu Ende; noch mal ein kurzes Gastspiel von Totte, der anscheinend überall auftaucht, wo es nach Liedermaching riecht. ;-)
Nach der beschwingten Stimmung dieser CD kann man süchtig werden. Bevor ich richtig merke, was ich mache, liegt sie schon wieder im CD-Player. Dabei habe ich noch einige andere neue CDs, die ich mir auch mal anhören sollte/wollte.
Wer denkt, er bräuchte diese CD nicht zu kaufen, weil er das eine oder andere Lied schon hat, der sei darauf hingewiesen, dass sie hier in ganz neuem Gewand erscheinen, das ihnen ausgezeichnet steht. Sie sind perfekt arrangiert, ich könnte mir keine bessere Auswahl der Instrumente vorstellen. Einigen Liedern verleiht der Kontrabass eine besondere Note. Und überhaupt muss es mal gesagt werden: Rüdiger Bierhorst kann himmlisch Gitarre spielen – und wem das zu brav ist: dann halt 'teuflisch gut'! :-D
Wem Liedermaching neu ist, der findet hier eine Scheibe, die sich sehr gut als Einstieg eignet.
Viel Spaß damit wünscht
Petra
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wenn man folgendes bedenkt:
Es braucht die Flinte nicht ins Korn zu werfen,
wer sie beizeiten an den Nagel hängt!
(Christian Grote - Chrizz)

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kmzweiein
...hat schon mal ein LT organisiert
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"ich jetzt!" - die aktuelle CD

#2

Beitrag von kmzweiein »

Sehr zu empfehlen, ich bestätige das.
Micha
P.S. Rüdi spielt übrigens am Sonntag in Berlin bei meiner Record Release Party mit.
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