Gesangsspur doppeln

Hast Du Erfahrungen mit Mikros, Gitarren, Mischpulten und sonstigen Geräten?
Willst Du Dich mit anderen über diese Erfahrungen austauschen, oder bist Du noch auf der Suche nach dem richtigen Equipment und brauchst Rat und Expertise?
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Gesangsspur doppeln

#1

Beitrag von Westwind » Mi 21. Mär 2012, 16:50

Hallo zusammen,
für die Gesangsspur verwende ich normalerweise nur ganz geringfügig etwas Hall/Reverb.
Und, wenn ich ungewollt einen ausschweifenden Dynamikbereich abdecke, kommt auch noch ganz dezent ein Compressor zum Einsatz.
Jetzt hab ich aber folgendes Problem:
ich hab einen Song mit ziemlich vielen Spuren aufgenommen, Gitarre, Gesang, Akkordeon, Tin Whistle, Mandoline, Tambourin, Cajon, Keyboard. Und dann hier und da noch Zweitstimmen.
Nach dem Mischen schien mir die eine Gesangsstimme zu dünn.
Da hatte ich 2 Möglichkeiten:
1) Lauter stellen (bzw alle anderen Spuren leiser)
2) Doppeln
Hab mich fürs Doppeln entschieden.
Da es aber bei den mehreren Spuren der Leadvocal manchmal zu große Timing-Differenzen gab, konnte ich nicht 2 eingesungene Spuren verwenden. Also habe ich mir die 1 bereits vorher auserwählte geschnappt und kopiert.
Jetzt die Frage: was mache ich mit der kopierten Spur ?
Ich hab ein Delay von 30ms auf die eine Spur angewendet, und die Spuren im L100 - 0 - R100 Panorama auf L20 und R20 verteilt.
Ergebnis: die Stimme hört sich extrem fremd und blechern an.
Ich weiß , ich könnte jetzt alle Varianten ausprobieren und müßte von Fall zu Fall schauen, was mir gefällt, aber mir fehlt die grobe Richtung.
Habt Ihr manchmal Standardwerte als Ausgangsbasis oder fangt Ihr jedesmal neu an mit dem Rumprobieren ?
Grüße
Der Forenhansi
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Gesangsspur doppeln

#2

Beitrag von jott » Do 22. Mär 2012, 09:37

Hallo Forenhansi,
ich glaube, das Problem ist das exakte kopieren der ersten Spur. Dadurch wirkt es dann unnatürlich.
Wenn es irgend geht, solltest du versuchen, doch eine zweite Spur zu singen.
Gerade dadurch, dass man es nie ganz exakt noch mal so macht, kommt eine leichte Reibung zustande (in den Frequenzen, nicht in der Rhythmik!), die verhindert, dass das Ergebnis 'robotermäßig' klingt.
Wenn es rhythmisch schwierig ist, musst du es wahrscheinlich öfter versuchen, bis du den Fluss der ersten Spur getroffen hast.
Viel Glück und viele Grüße,
J.
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Gesangsspur doppeln

#3

Beitrag von Westwind » Do 22. Mär 2012, 11:40

Hallo "jott",
Danke für Deine Meinung.
Sie bestätigt das, was vorzugsweise laut Internetquellen gemacht werden sollte. Nämlich das Einsingen der 2. Spur.
Bei
Delamar
z.B. gibt's da ne Menge Tips dazu.
Das Überlagern der Frequenzen wird ja eigentlich schon mit dem zeitlichen Versatz der 2. Spur erreicht. Aber das hängt natürlich von der Geschwindigkeit der Tonwechsel ab, ob da meine 30ms ausreichen. Oder eben sogar schon zuviel sind.
Ich nehme ja meistens gleich 2-3 Takes nacheinander auf, die möglichst gleich klingen. Aber die rhythmischen Unterschiede (gerade bei Betonung der Konsonanten, oder Einsätze nach einer Pause) sind doch manchmal weit auseinander, manchmal gar nicht. Da wäre die Gefahr der Überlagerung nicht unbedingt geringer.
Ein erneutes Einsingen einer Spur mit sehr hohem zeitlichem Abstand (also nach mehr als 2-3 Tagen nochmal) wäre natürlich auch noch eine Variante, es damit zu probieren.
Hmmmm, je mehr ich selbst drüber philosophiere, desto mehr komme ich zum Schluß, daß ich einfach alle Wege ausprobieren und mir ein eigenes Bild vom Klangbild machen muß.
Eigentlich wollte ich die Schritte Aufnahme / Mischen immer getrennt handhaben, aber ggf muß ich an dieser Stelle nochmal nen Schritt zurück....
Ich lasse Euch mein Ergebnis wissen....

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Gesangsspur doppeln

#4

Beitrag von Reino » Fr 23. Mär 2012, 01:09


Forenhansi schrieb:
Nach dem Mischen schien mir die eine Gesangsstimme zu dünn.
Da hatte ich 2 Möglichkeiten:
1) Lauter stellen (bzw alle anderen Spuren leiser)
2) Doppeln
Hab mich fürs Doppeln entschieden.
Wenn das Ergebnis unbefriedigend ist, warum nicht doch Möglichkeit 1? Oder klingt das noch schlechter?
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#5

Beitrag von Westwind » Fr 23. Mär 2012, 09:08


Reino schrieb:

Forenhansi schrieb:
Nach dem Mischen schien mir die eine Gesangsstimme zu dünn.
Da hatte ich 2 Möglichkeiten:
1) Lauter stellen (bzw alle anderen Spuren leiser)
2) Doppeln
Hab mich fürs Doppeln entschieden.
Wenn das Ergebnis unbefriedigend ist, warum nicht doch Möglichkeit 1? Oder klingt das noch schlechter?

Ja, muß ich ggf auch wirklich nochmal ausprobieren (das reichte bei anderen Songs mit einer größeren Anzahl an Spuren ja auch aus, ohne daß ich gedoppelt hab).
Einziger Nachteil dieser Option wäre eventuell, daß die Stimme bei den ganzen anderen Spuren einfach zu dünn klingt.
Muß ich wirklich nochmal ausprobieren, nen guten Kompromiß aus Lautstärke und Fülle bei einem guten Klang zu finden.
Ich glaube, sowas möchte ich nicht beruflich machen müssen, immer auf der Suche nach Kompromissen bzw auf der Suche nach dem besten Klang, und das unter Zeitdruck.
:-)
P.S. Hab mich beim letzten Mal verschrieben. Ich meinte natürlich nicht:
"Das Überlagern der Frequenzen wird ja eigentlich schon mit dem zeitlichen Versatz der 2. Spur erreicht." Sondern das Überlagern soll vermieden werden mit der Technik.
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Gesangsspur doppeln

#6

Beitrag von Guest » Fr 28. Sep 2012, 21:30

nimm 7 msec - und panorama 100/100
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#7

Beitrag von Westwind » Fr 28. Sep 2012, 23:51


wwweye schrieb:
nimm 7 msec - und panorama 100/100

Ich hab damals dann doch eine Spur genommen, zentral und die anderen Spuren etwas leiser gemacht.
Inzwischen bin ich (auch) der Überzeugung, wenn die Gesangsspur gedoppelt wird, dann auf 100/100 pannen.
Aber jetzt die Frage: wieso 7ms statt 20ms oder 30ms ?
Mit 30ms würde ich ne Art Chor hinkriegen und somit mehr Volumen.
Oder andersrum: Gibt es ein proportionales Verhältnis zwischen Zeitdifferenz und und Lautstärke innerhalb eines bestimmten Bereichs (klar, bei 50ms wäre es kein wirkliches Doppeln mehr, das wäre zuviel)
?
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