Bürgerentscheid im Westerwald

*DER SINN DER POLITIK IST FREIHEIT
Das Leben ist immer ein Leben mit anderen. Der Mensch ist ein „zoon politikon“, ein „staatsentwickelndes Tier“, wie Aristoteles formulierte. Er bedarf zu seiner Vervollkommnung der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Die Frage ist nicht, wie uns heute im Zeitalter des begrenzungslosen Individualismus (und Egoismus) eingehämmert wird: Wie soll ich leben? Sondern: Wie sollen wir leben? - und darüber kann in diesem Forum diskutiert werden!

*Quelle: Webseite Akademischer Verein Kyffhäuser e.V. | Foto © by Pixabay.com
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Okt 2020 26 11:02

Bürgerentscheid im Westerwald

Beitrag von Helmut

#1

Liebe Leute

Ich bin gleichzeitig entsetzt und frustriert. Warum?
Bisher hab ich geglaubt, Amerika sei weit weg. Nun haben wir auch im Westerwald Verhältnisse wie in den Appalachen. Was ist da geschehen?
In einer Westerwaldgemeinde sollte ein Evolutionsweg weg angelegt werden. Auf 20 Tafeln soll erklärt werden wie die Erde und das Leben und der Mensch entstanden ist. Einige Bürger sahen darin einen Angriff auf die christliche Lehre und strengten einen Bürgerentscheid gegen den Weg an.
In "Extra 3" gab es dazu einen Bericht:

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Einer der Gegner sagte dabei, dass er dagegen sein, weil hinter dem Weg säkulare Humanisten steckten. Das bedeutet doch wohl, dass sich Humanismus und Christentum widersprechen. Eine Aussage, die ich zu formulieren nie gewagt hätte.
Der gestrige Bürgerentscheid ging mit 58% für die Gegner des Evolutionsweges aus. Ein Sieg des Glaubens an Mythen aus der Bronzezeit über Forschung und Wissenschaft. Hat man im Westerwald die letzten 3000 Jahre verschlafen? Was wird als nächstes kommen? Wird man die Erde wieder zur Scheibe erklären und Globen aus den Schulen und Museen verbannen?
Immerhin ein Beleg für Dawkins (siehe meine Signatur). Entschuldigung, das musste einfach mal raus.

Gruß
Helmut
Dieser Beitrag enthält 319 Wörter


"Ich bin ein Gegner der Religion. Sie lehrt uns, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen." Richard Dawkins

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migoe
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Bürgerentscheid im Westerwald

Beitrag von migoe

#2

Lieber Helmut,

ich persönlich kann diese Einstellung der "Evolutionsgegner" auch nicht verstehen. Aus meiner Sicht ist das aber nicht die Ansicht von Menschen, die ein christliches Menschenbild vertreten, sondern von Fundamentalisten, die ihre Art zu glauben als die einzig "wahre" ansehen und keine andere Sicht auf die Welt (also die "Schöpfung") akzeptieren.

Was die Argumentation gegen einen Evolutionsweg angeht, konnte mich der Beitrag von extra3 nicht überzeugen und ich hätte bei einem Bürgerentscheid sicher auch für die Erstellung gestimmt, obwohl ich mich als gläubigen Christen sehe. Aus meiner Sicht machen aber neue Erkenntnisse über die evolutionäre Entwicklung des Lebens meinen Glauben an Gott nicht kaputt, denn ich bin nicht überzeugt davon, dass die Bibel wortwörtlich von Gott an die Menschheit übermittelt wurde. Menschen haben die Bibel geschrieben und entschieden, welche Geschichten zum offiziellen Kanon zählen sollen. Die Beschreibung der Schöpfungsgeschichte - und viele andere Erzählungen - sind keine Tatsachenbeschreibungen sondern fiktionale Erzählungen die einen Erziehungsauftrag haben und eine bestimmte Moral vermitteln sollen. Für diejenigen, die aber die Bibel im Wortsinne alt "gottgegeben" ansehen, ist die Evolutionstheorie reine Blasphemie. Das wiederum kann ich zumindest nachvollziehen.
Helmut hat geschrieben: Mo 26. Okt 2020, 11:02 Der gestrige Bürgerentscheid ging mit 58% für die Gegner des Evolutionsweges aus.
Es besteht also kein Grund zur Panik, aber offensichtlich gibt es zumindest in diesem Ort eine relativ große Zahl von Fundamentalisten :wand: denn ich hätte mit 90% Zustimmung gerechnet :grübel:
Was wird als nächstes kommen? Wird man die Erde wieder zur Scheibe erklären und Globen aus den Schulen und Museen verbannen?
Ich hoffe nicht.

Mir ist dazu ein Lied von Gerhard Schöne eingefallen, in dem er sich mit der Thematik "Wunder Leben" beschäftigt hat

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Helmut hat dieses Thema gestartet
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Bürgerentscheid im Westerwald

Beitrag von Helmut

#3

Lieber Michael
migoe hat geschrieben: Mo 26. Okt 2020, 22:08 Es besteht also kein Grund zur Panik,
Bei 58% Kreationisten sehe ich das anders. 58% lehnen Wissenschaft und Forschung ab, weil deren Erkenntnisse nicht in ihr bronzezeitlisches Weltbild passen.
Ich hoffe nicht.
Ich verspreche dir, dass ich mich wieder aktiver für diese Hoffnung einsetzen werde. Aber dann stellt sich mir wieder die Frage, was darf ich sagen, ohne anzuecken, ohne zu nerven, ohne zu verkraulen.

Genau wegen solcher religiösen Fundamentalisten gibt es Leute, die sich zu diversen Gruppierungen wie Freigeister, Humanisten, oder ähnliches zusammenschließen. bfg, ibka, gbs, FSM, gwup, Dawkins sind eine unbequeme Antwort auf 58% Kreationisten.

Liebe Grüße
Helmut
Dieser Beitrag enthält 115 Wörter


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